[12] Ertragsteuern

Die Ertragsteuern im Konzern setzten sich wie folgt zusammen:

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Ertragsteuern

 

 

 

 

 

in Mio. €

 

2015

 

2014

Laufende Steueraufwendungen (+) und -erträge (–)

 

465

 

485

Periodenfremde Steueraufwendungen (+) und -erträge (–)

 

13

 

−53

Latente Steueraufwendungen (+) und -erträge (–)

 

−84

 

−74

Gesamt

 

394

 

358

In den periodenfremden Steueraufwendungen und -erträgen sind im Berichtszeitraum laufende Steueraufwendungen in Höhe von 43 Mio. EUR (Vj. laufender Steuerertrag 54 Mio. EUR) und latente Steuererträge in Höhe von 30 Mio. EUR (Vj. latente Steueraufwendungen 1 Mio. EUR) enthalten. In den periodenfremden Erträgen und Aufwendungen sind positive und negative Ergebnisauswirkungen aus Sachverhalten im Zusammenhang mit steuerlichen Außenprüfungen in verschiedenen Ländern enthalten. Vom Gesamtbestand der latenten Steuererträge entfallen 80 Mio. EUR (Vj. 52 Mio. EUR) auf die Veränderung von temporären Differenzen.

Der ausgewiesene Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr 2015 in Höhe von 394 Mio. EUR ist um 57 Mio. EUR niedriger als der erwartete Ertragsteueraufwand in Höhe von 451 Mio. EUR, der sich theoretisch bei Anwendung des inländischen Steuersatzes von 27,4 Prozent (Vj. 27,4 Prozent) auf das Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns ergeben würde. Erfolgsneutral erfasste Steuereffekte sind im Detail unter Ziffer [22] dargestellt.

Der Unterschied zwischen erwartetem und ausgewiesenem Ertragsteueraufwand ist auf folgende Ursachen zurückzuführen:

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Erwarteter und ausgewiesener Ertragsteueraufwand

 

 

 

 

 

in Mio. €

 

2015

 

2014

Ergebnis vor Steuern

 

1.646

 

1.520

Ertragsteuersatz (inkl. Gewerbesteuer) der Linde AG (in %)

 

27,4

 

27,4

Erwarteter Ertragsteueraufwand

 

451

 

416

Steuersatzunterschiede Ausland

 

−5

 

−28

Effekt aus assoziierten Unternehmen

 

−3

 

−6

Steuerminderungen aufgrund steuerfreier Erträge

 

−147

 

−98

Steuermehrungen aufgrund steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen

 

63

 

65

Periodenfremde Steueraufwendungen und -erträge

 

13

 

−53

Effekt aus Steuersatzänderungen

 

−8

 

3

Veränderung von anderen permanenten Differenzen

 

−18

 

−15

Sonstige Abweichungen

 

48

 

74

Ausgewiesener Ertragsteueraufwand

 

394

 

358

Effektive Steuerbelastung (in %)

 

23,9

 

23,6

Im Geschäftsjahr 2015 beträgt der inländische Körperschaftsteuersatz 15,0 Prozent (Vj. 15,0 Prozent). Unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen Gewerbeertragsteuersatzes von 11,6 Prozent (Vj. 11,6 Prozent) sowie des Solidaritätszuschlags (0,8 Prozent wie im Vorjahr) ergibt sich für inländische Unternehmen ein Steuersatz von 27,4 Prozent (Vj. 27,4 Prozent). Auch für die Ermittlung der latenten Steuern bei inländischen Gesellschaften wird dieser Steuersatz angewendet.

Die Ertragsteuersätze für ausländische Gesellschaften liegen zwischen 12,5 Prozent und 40,0 Prozent.

Temporäre Differenzen auf Anteile an Tochterunternehmen in Höhe von 120 Mio. EUR (Vj. 178 Mio. EUR) führten nicht zum Ansatz von latenten Steuern, da entweder mit einer Umkehrung der Differenzen durch Realisation (Ausschüttungen oder Veräußerung des Unternehmens) in naher Zukunft nicht zu rechnen ist oder die Gewinne keiner entsprechenden Besteuerung unterliegen.

Die sonstigen Abweichungen enthielten im Berichtszeitraum einen Aufwand aus der Veränderung der Wertberichtigung in Höhe von 47 Mio. EUR (Vj. 84 Mio. EUR). Es ergaben sich keine positiven Effekte aus dem Ansatz von aktiven latenten Steuern auf bisher nicht berücksichtigte Verlustvorträge und temporäre Differenzen (Vj. 13 Mio. EUR). Die positiven Effekte aus der Nutzung von Verlustvorträgen, für die bisher keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden, betrugen 4 Mio. EUR (Vj. 0 Mio. EUR).

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Bestand an aktiven und passiven latenten Steuern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2015

 

2014

in Mio. €

 

Aktive latente Steuern

 

Passive latente Steuern

 

Aktive latente Steuern

 

Passive latente Steuern

Immaterielle Vermögenswerte

 

5

 

763

 

8

 

820

Sachanlagen

 

266

 

1.213

 

256

 

1.080

Finanzanlagen

 

109

 

144

 

90

 

160

Kurzfristige Vermögenswerte

 

465

 

855

 

507

 

963

Rückstellungen

 

334

 

199

 

357

 

143

Verbindlichkeiten

 

950

 

476

 

959

 

493

Steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften

 

98

 

 

62

 

Saldierungen

 

−1.900

 

−1.900

 

−1.933

 

−1.933

Gesamt

 

327

 

1.750

 

306

 

1.726

Die Steuergutschriften im Berichtszeitraum beruhten wie im Vorjahr im Wesentlichen auf Investitionsfördermaßnahmen.

Die Veränderung der aktiven und passiven latenten Steuern resultierte nicht ausschließlich aus erfolgswirksamen Veränderungen, sondern auch aus erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfassten Veränderungen, Währungskursänderungen bei latenten Steuern, die in einer ausländischen Währung erfasst werden, sowie Veränderungen der latenten Steuern aus dem Kauf und Verkauf von Tochterunternehmen.

Der Bestand an erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen latenten Steuern betrugt 362 Mio. EUR (Vj. 408 Mio. EUR). Davon entfielen aktive latente Steuern in Höhe von 294 Mio. EUR (Vj. 350 Mio. EUR) auf Rückstellungen und aktive latente Steuern in Höhe von 68 Mio. EUR (Vj. 58 Mio. EUR) auf kurzfristige Vermögenswerte.

Aktive latente Steuern werden wertberichtigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass die entsprechenden Steuervorteile nicht realisiert werden können. Eine Wertberichtigung auf aktive latente Steuern von 225 Mio. EUR (Vj. 208 Mio. EUR) wurde daher auf potenzielle Minderungen der Steuerbemessungsgrundlage in Höhe von 1,020 Mrd. EUR (Vj. 866 Mio. EUR) gebildet, da die Nutzung der zugrunde liegenden steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften (864 Mio. EUR; Vj. 708 Mio. EUR) und abzugsfähigen temporären Differenzen (156 Mio. EUR; Vj. 158 Mio. EUR) nicht wahrscheinlich ist. Vom Gesamtbetrag wertberichtigter Verlustvorträge und Steuergutschriften in Höhe von 864 Mio. EUR (Vj. 708 Mio. EUR) sind 276 Mio. EUR (Vj. 182 Mio. EUR) bis zu zehn Jahre und 588 Mio. EUR (Vj. 526 Mio. EUR) länger als zehn Jahre vortragbar.

Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften (98 Mio. EUR; Vj. 62 Mio. EUR) wurden im Wesentlichen aufgrund von geplanten steuerlichen Gewinnen angesetzt.

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Bestand an noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen

 

 

 

 

 

in Mio. €

 

2015

 

2014

Bis zu zehn Jahren vortragsfähig

 

323

 

203

Über zehn Jahre vortragsfähig

 

39

 

3

Unbegrenzt vortragsfähig

 

650

 

508

Gesamt

 

1.012

 

714

Die Veränderung der Verlustvorträge ist im Wesentlichen auf Zugänge in Brasilien, China, Deutschland, Indien, Russland und Saudi-Arabien zurückzuführen. Darüber hinaus bestanden Verlustvorträge aus US State Tax in Höhe von 416 Mio. EUR (Vj. 289 Mio. EUR).

Ausschüttungen an Anteilseigner der Linde AG führen nicht zu ertragsteuerlichen Konsequenzen auf Ebene der Linde AG.