Gesamtbewertung des Geschäftsjahres 2015 des Linde Konzerns durch den Vorstand

Die Weltwirtschaft ist im Berichtsjahr 2015 weniger stark gewachsen, als dies erwartet worden war. Im Jahresverlauf wurde die Konjunktur vor allem von einer Zunahme geopolitischer Spannungen belastet. Zudem hat sich der nach wie vor niedrige Ölpreis negativ auf die Investitionstätigkeit vieler Kunden insbesondere im internationalen Großanlagenbau ausgewirkt. Dies beeinträchtigte auch die Engineering Division von Linde.

In diesem Umfeld hat sich Linde vergleichsweise stabil entwickelt, wenngleich das Unternehmen nicht alle Ziele in vollem Umfang erfüllen konnte. Linde hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2015 um 5,3 Prozent auf 17,944 Mrd. EUR (Vj. 17,047 Mrd. EUR) erhöhen können. Ursprünglich hatte sich Linde zum Ziel gesetzt, einen Umsatz von 18,2 Mrd. EUR bis 19,0 Mrd. EUR zu erreichen. Bereinigt um Währungskurseffekte sank der Konzernumsatz um 2,3 Prozent. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die ungünstigen Rahmenbedingungen im Anlagenbau zurückzuführen. Linde hatte die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2015 bereits zum Halbjahr entsprechend angepasst und die Bandbreite für den Konzernumsatz auf 17,9 Mrd. EUR bis 18,5 Mrd. EUR gesenkt.

Beim operativen Konzernergebnis erreichte Linde mit 4,131 Mrd. EUR einen Zuwachs von 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Vj. 3,920 Mrd. EUR). Das Ergebnis liegt somit innerhalb der Bandbreite von 4,1 Mrd. EUR bis 4,3 Mrd. EUR, die zu Beginn des Geschäftsjahres 2015 in Aussicht gestellt wurde. Bereinigt um die Auswirkungen der Wechselkursveränderungen wäre das operative Konzernergebnis um 2,4 Prozent gesunken.

Die operative Konzernmarge lag im Berichtsjahr unverändert zum Vorjahr bei 23,0 Prozent (Vj. 23,0 Prozent).

Bei der um Sondereinflüsse bereinigten Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, ROCE) erzielte Linde im Berichtsjahr 9,4 Prozent (Vj. 9,5 Prozent) und hat damit das angestrebte Ziel von 9 Prozent bis 10 Prozent erreicht.

Die Ertragslage wurde im Berichtsjahr erneut von Sondereinflüssen beeinträchtigt. Diese umfassen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 192 Mio. EUR (Vj. 66 Mio. EUR). Im Vorjahr wurden neben den Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen auch 229 Mio. EUR außerplanmäßige Abschreibungen als Sondereinflüsse klassifiziert.

Vor diesem Hintergrund wies Linde im Berichtsjahr ein Ergebnis je Aktie von 6,19 EUR (Vj. 5,94 EUR) aus. Vor Sondereinflüssen erreichte das Ergebnis je Aktie 6,91 EUR (Vj. 7,13 EUR).

In der Gases Division erwirtschaftete Linde im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 15,168 Mrd. EUR (Vj. 13,982 Mrd. EUR) und erreicht somit das zu Beginn des Jahres prognostizierte Umsatzziel von 14,9 Mrd. EUR bis 15,4 Mrd. EUR. Mit diesem Wert liegt Linde auch innerhalb der zum Halbjahr angehobenen Bandbreite von 15,1 Mrd. EUR bis 15,5 Mrd. EUR. Bereinigt um Währungskurseffekte betrug das Umsatzplus 0,7 Prozent.

Beim operativen Ergebnis der Gases Division erzielte Linde mit 4,151 Mrd. EUR einen Zuwachs von 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Vj. 3,835 Mrd. EUR). Auch hier konnte Linde die ursprünglich geplanten Werte von 4,05 Mrd. EUR bis 4,25 Mrd. EUR und ebenso das zum Halbjahr angepasste Ziel von 4,1 Mrd. EUR bis 4,3 Mrd. EUR erreichen. Ohne Währungskursveränderungen hätte das operative Ergebnis der Gases Division leicht über dem Vorjahreswert gelegen.

Die operativen Margen der Segmente der Gases Division entwickelten sich unterschiedlich: EMEA 29,8 Prozent (Vj. 29,7 Prozent), Asien/Pazifik 25,6 Prozent (Vj. 26,5 Prozent), Amerika 25,0 Prozent (Vj. 24,3 Prozent). Der Anstieg der operativen Marge in Amerika resultierte teilweise aus dem Rückgang der Erdgaspreise, die an den Kunden weitergereicht wurden und somit einen Effekt auf die Margenentwicklung hatten. Im Segment Asien/Pazifik war die Vorjahresmarge durch positive Einmaleffekte aus dem Verkauf von langfristigen Vermögenswerten beeinflusst.

Bedingt durch den anhaltend niedrigen Ölpreis erzielte Linde in der Engineering Division im Berichtsjahr 2015 einen Umsatz von 2,594 Mrd. EUR (Vj. 3,106 Mrd. EUR), was einem Rückgang von 16,5 Prozent entspricht. Die ursprünglich angestrebte Bandbreite von 3,0 Mrd. EUR bis 3,3 Mrd. EUR konnte nicht erreicht werden. Die im Halbjahr angepasste Prognose für den Umsatz in der Engineering Division von 2,5 Mrd. EUR bis 2,7 Mrd. EUR wurde hingegen erreicht.

Auch die operative Marge der Engineering Division lag mit 8,3 Prozent (Vj. 9,7 Prozent) im Rahmen der Erwartungen: Linde hatte für das Geschäftsjahr 2015 einen Wert von rund 8 Prozent angestrebt.

Linde wird seine von Kontinuität geprägte Dividendenpolitik fortsetzen: Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 3. Mai 2016 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von 3,45 EUR je Stückaktie auszuschütten. Im Vergleich zum Vorjahr entspräche dies einer Dividendenerhöhung um 9,5 Prozent. Damit würde sich die Dividende überproportional zum operativen Konzernergebnis entwickeln, das jedoch nach wie vor die Richtschnur für die Festlegung der Dividende von Linde bildet.