Gases Division

In der Gases Division erzielte Linde im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz in Höhe von 15,168 Mrd. EUR und somit ein Plus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Vj. 13,982 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis, also bereinigt um Währungs- und Erdgaspreiseffekte, betrug der Umsatzanstieg 2,1 Prozent. Zusätzlich bereinigt um den Umsatzbeitrag in Höhe von 86 Mio. EUR des LPG-Geschäfts, das Linde im Berichtszeitraum von Wesfarmers Kleenheat Gas Pty Ltd übernommen hatte, lag das Umsatzplus bei 1,5 Prozent. Neben dem nach wie vor verhaltenen konjunkturellen Umfeld wirkten sich auch die derzeit niedrigen Energiekosten sowie die Beendigung von On-site-Verträgen umsatzmindernd aus.

Das operative Ergebnis der Gases Division erhöhte sich im Berichtszeitraum um 8,2 Prozent auf 4,151 Mrd. EUR (Vj. 3,835 Mrd. EUR). Die operative Marge verblieb stabil bei 27,4 Prozent (Vj. 27,4 Prozent).

Die Investitionen in der Gases Division erreichten im Geschäftsjahr 2015 einen Wert von 1,881 Mrd. EUR (Vj. 1,890 Mrd. EUR). Den überwiegenden Teil dieser Aufwendungen setzte das Unternehmen für Großprojekte in den Produktbereichen On-site und Flüssiggase ein.

In den einzelnen Segmenten der Gases Division ist die Geschäftsentwicklung – den jeweiligen konjunkturellen Rahmenbedingungen entsprechend – unterschiedlich verlaufen.

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Gases Division

 

 

 

 

 

in Mio. €

 

2015

 

2014

Umsatz

 

15.168

 

13.982

Operatives Ergebnis

 

4.151

 

3.835

Investitionen (ohne Finanzanlagen)

 

1.881

 

1.890

Zahl der Mitarbeiter (zum 31.12.)

 

52.395

 

53.436

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Umsatz und operatives Ergebnis nach Segmenten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2015

 

2014

in Mio. €

 

Umsatz

 

Operatives Ergebnis

 

Operative Marge in Prozent

 

Umsatz

 

Operatives Ergebnis

 

Operative Marge in Prozent

EMEA

 

6.010

 

1.790

 

29,8

 

5.980

 

1.778

 

29,7

Asien/Pazifik

 

4.157

 

1.063

 

25,6

 

3.812

 

1.010

 

26,5

Amerika

 

5.183

 

1.298

 

25,0

 

4.314

 

1.047

 

24,3

Konsolidierung

 

−182

 

 

 

 

 

−124

 

 

 

 

Gases Division

 

15.168

 

4.151

 

27,4

 

13.982

 

3.835

 

27,4

EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika)

In EMEA, dem größten Absatzmarkt des Unternehmens, lag der Umsatz im Geschäftsjahr 2015 mit 6,010 Mrd. EUR leicht über dem Niveau des Vorjahres (Vj. 5,980 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis ergab sich ein Umsatzrückgang von 1,2 Prozent. Bei dem Vergleich mit dem Vorjahr gilt es zu berücksichtigen, dass Linde Ende 2014 eine große Wasserstoffanlage in Italien nach Ablauf der Vertragslaufzeit an den Kunden übergeben hat. Somit wurden seither keine Umsätze mehr mit dieser Anlage erzielt. Das operative Ergebnis erreichte 1,790 Mrd. EUR und ist durch Forderungsabwertungen in Höhe von 22 Mio. EUR belastet, die im dritten Quartal 2015 aufgrund der Insolvenz eines Kunden in Großbritannien vorgenommen werden mussten. Im Vergleich zum Vorjahreswert erhöhte sich das operative Ergebnis leicht um 0,7 Prozent (Vj. 1,778 Mrd. EUR). Die operative Marge betrug 29,8 Prozent (Vj. 29,7 Prozent).

In den einzelnen Teilregionen des Segments EMEA entwickelten sich die Produktbereiche unterschiedlich.

Das On-site-Geschäft – also die Vor-Ort-Versorgung von Großkunden – war insbesondere aufgrund der Beendigung des On-site-Vertrages in Italien von Volumenrückgängen geprägt. Linde konnte dennoch vor allem im Mittleren Osten & Osteuropa in diesem Produktbereich Umsatzzuwächse erzielen. Vor dem Hintergrund des nach wie vor verhaltenen Wirtschaftswachstums in Europa und Südafrika lagen die Umsätze im Geschäft mit Flüssiggasen unter dem Niveau des Vorjahres. Auch der Produktbereich Flaschengase entwickelte sich weiterhin vergleichsweise verhalten. In beiden Produktbereichen wirken sich die derzeit niedrigen Energiekosten insbesondere im LPG-Geschäft umsatzmindernd aus. Im Healthcare-Geschäft konnte Linde in fast allen Regionen Zuwächse verzeichnen.

Gestützt wurde der Geschäftsverlauf in EMEA durch den Anlauf neuer Anlagen. So nahm im Januar eine neue Luftzerlegungsanlage in Schweden planmäßig die Produktion auf. Die Anlage beliefert den Kunden Perstorp am Standort Stenungsund im Rahmen eines On-site-Vertrages mit 18.300 Nm3 Sauerstoff pro Stunde. Das Investitionsvolumen belief sich auf rund 40 Mio. EUR.

Ebenfalls in Schweden hat Linde zu Beginn des Jahres einen Vertrag zum Bau einer Wasserstofftankstelle am Flughafen Arlanda unterzeichnet. Die Fertigstellung erfolgte planmäßig im dritten Quartal 2015.

Auch in Aberdeen (Großbritannien) wurde im März eine Wasserstofftankstelle für wasserstoffbetriebene Busse eröffnet. Das Projekt ist Teil des HyTrEc (Hydrogen Transport Economy)-Projekts, das zum Ziel hat, den Zugang zur Nutzung von Wasserstoff als alternative Energiequelle für die Nordsee-Region zu verbessern. Die Wasserstofftankstelle wird von Linde betrieben.

Linde ist Vorreiter bei der Weiterentwicklung der Wasserstofftechnologie und treibt den Aufbau einer Wasserstofftankstellen- Infrastruktur für Brennstoffzellenfahrzeuge weiter voran. So plant das Unternehmen gemeinsam mit Daimler in Deutschland 20 Wasserstofftankstellen zu errichten. Dieses Projekt ist Bestandteil der H2 Mobility-Initiative, zu der sich Linde mit fünf weiteren Partnern zusammengeschlossen hat. Im Rahmen dieser Initiative sollen in Deutschland bis 2023 insgesamt 400 Wasserstofftankstellen aufgebaut werden.

In Port Elizabeth (Südafrika) hat das Unternehmen im zweiten Quartal eine Luftzerlegungsanlage erfolgreich in Betrieb genommen. Die Anlage produziert 150 Tonnen Flüssiggase pro Tag und versorgt Kunden in der Region Eastern Cape mit Industriegasen und medizinischen Gasen. Die Investitionssumme betrug rund 23 Mio. EUR.

In Denizli (Türkei) ist im zweiten Quartal eine CO2-Reinigungs- und Verflüssigungsanlage gestartet. Die Anlage reinigt und verflüssigt 240 Tonnen CO2 pro Tag und beliefert regionale Kunden aus der Lebensmittelindustrie mit flüssigem CO2. Gleichzeitig wurde ein langfristiger Roh-CO2-Abnahmevertrag mit Zorlu Energy, einem der größten Energieunternehmen der Türkei, geschlossen.

Im Juni 2015 ist in Trinec (Tschechien) eine Luftzerlegungsanlage in Betrieb genommen worden, die den Stahlhersteller Trinecke Železarny im Rahmen der Verlängerung eines bereits bestehenden langfristigen Liefervertrages mit 34.000 Nm3 flüssigem Sauerstoff und 34.500 Nm3 flüssigem Stickstoff pro Stunde versorgt. Das Investitionsvolumen belief sich auf rund 62 Mio. EUR.

Am Standort Kryvyi Rih (Ukraine) startete im dritten Quartal die Belieferung des weltweit größten Stahlherstellers, ArcelorMittal, mit gasförmigem Sauerstoff und Stickstoff. Die Luftzerlegungsanlage verfügt über eine Kapazität von 34.500 Nm3 Sauerstoff und 25.200 Nm3 Stickstoff pro Stunde und beliefert auch den regionalen Markt mit Flüssiggasen. Das Investitionsvolumen betrug rund 60 Mio. EUR.

Am Raffineriestandort Hamburg-Harburg hat eine Wasserstoffanlage, die Linde für Nynas AB, einen der Weltmarktführer für naphthenische Spezialöle (NSPs) und Bitumen, errichtet hat, im vierten Quartal planmäßig ihren Betrieb aufgenommen. Linde wird Nynas daraus mit ca. 400.000 m3 Wasserstoff pro Tag versorgen. Zu diesem Zweck hat die Linde Engineering Division eine Dampfreformer-Anlage errichtet, die von der Gases Division im Rahmen eines langfristigen On-site-Vertrags betrieben wird. Die damit verbundenen Investitionen beliefen sich auf rund 30 Mio. EUR.

Das Projekt ist Teil eines umfassenden Umbaus der Raffinerie in Hamburg-Harburg, die zu einer spezialisierten Produktionsstätte für naphthenische Spezialöle entwickelt wurde. Nynas’ gesamte Produktionskapazität für NSPs hat sich dadurch signifikant erhöht. Diese Spezialöle werden unter anderem bei der Reifenherstellung, bei Transformatoren, für Druckertinte, Industriegummi und Schmierstoffe verwendet.

Umsatzverteilung nach Segmenten in %
Umsatzverteilung nach Segmenten (Tortendiagramm)

Im vierten Quartal hat Linde mit dem Kunden CP Kelco einen langfristigen Liefervertrag geschlossen. Linde wird das Unternehmen aus der Papier- und Zellstoffindustrie am Standort Äänekoski (Finnland) ab 2016 über eine ECOVAR-Anlage mit 1.100 Nm3 Stickstoff pro Stunde versorgen.

Am gleichen Standort hat Linde mit dem Kunden Metsä Fibre ebenfalls einen langfristigen Gasliefervertrag zur Versorgung mit 5.100 Nm3 Sauerstoff pro Stunde geschlossen. Die Anlage, die eine der weltweit größten Anlagen sein wird, die basierend auf der sogenannten Vacuum Pressure Swing Adsorption (VPSA)-Technologie Sauerstoff erzeugen, soll im dritten Quartal 2017 in Betrieb genommen werden. Beide ECOVAR Anlagen werden von Linde’s Engineering Division gebaut.

In Dammam (Saudi-Arabien) hat Linde im Berichtszeitraum eine Luftzerlegungsanlage für den Flüssiggasemarkt in Betrieb genommen. Die Anlage verfügt über eine Kapazität von 165.000 Tonnen flüssigen Stickstoff und Sauerstoff pro Tag. Die Anlage wurde von der Engineering Division gebaut. Das Investitionsvolumen betrug etwa 26 Mio. EUR.

Darüber hinaus hat Linde im Oktober 2015 eine Acetylenanlage in Großbritannien eröffnet. Die Anlage, die mit einem Investitionsvolumen von ca. 45 Mio. EUR verbunden war, unterstreicht Lindes langfristiges Engagement, die Fertigungsindustrie in Großbritannien und Irland zu unterstützen.

Asien/Pazifik

Im Segment Asien/Pazifik wurde die Geschäftsentwicklung erneut vor allem durch positive Währungskurseffekte gestützt. Der Umsatz erreichte im Geschäftsjahr 2015 einen Wert von 4,157 Mrd. EUR und erhöhte sich damit um 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert (Vj. 3,812 Mrd. EUR). Das vergleichbare Umsatzwachstum lag bei 1,0 Prozent. Unterstützt wurde das Wachstum dort durch den Umsatzbeitrag in Höhe von 86 Mio. EUR des LPG-Geschäfts von Wesfarmers Kleenheat Gas Pty Ltd, das Linde im Februar übernommen hatte. Zusätzlich bereinigt um diesen Effekt reduzierte sich der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 1,0 Prozent. Das operative Ergebnis stieg um 5,2 Prozent auf 1,063 Mrd. EUR (Vj. 1,010 Mrd. EUR). Dies entspricht einer operativen Marge von 25,6 Prozent (Vj. 26,5 Prozent). Die Vorjahresmarge war durch Erträge aus dem Verkauf von langfristigen Vermögenswerten positiv beeinflusst.

Innerhalb des Segments Asien/Pazifik konnte Linde vor allem im On-site-Geschäft in China und Indien Umsatzzuwächse verzeichnen. Die Umsätze im Produktbereich Flaschengase lagen unter dem Vorjahresniveau. Das Geschäft mit Flüssiggasen entwickelte sich in diesem Segment recht positiv. In beiden Produktbereichen sind umsatzmindernde Effekte aufgrund der niedrigen Energiekosten und gesunkener LPG-Preise zu berücksichtigen.

In Indien hat Linde seinen ersten Standort zur Befüllung von Gasflaschen für den Gesundheitsbereich errichtet, der sich in Siliguri, im östlichen Teil des Landes, befindet. Es wurde in kryogene Flüssigwasserstoffspeicher, moderne Anlagen zur Befüllung von Gasflaschen und ein örtliches Labor investiert. Die Gesundheitsbranche in Indien gehört zu den am schnellsten wachsenden Sektoren überhaupt, und mit dem Aufbau dieses Standortes wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht, da das Unternehmen seine Geschäfte im Gesundheitswesen in den sich entwickelnden kleineren Städten in ganz Indien auszubauen anstrebt.

Im Raum Südpazifik haben das unverändert schwache wirtschaftliche Umfeld in der verarbeitenden Industrie sowie rückläufige Investitionen in der Bergbauindustrie das Wachstum beeinträchtigt. Im für Australien wichtigen Flüssiggasgeschäft wurde die Umsatzentwicklung durch den geringeren Ölpreis gebremst, da die Preisrückgänge an die Kunden weitergegeben wurden. Des Weiteren wirkten sich auch in dieser Region die Beendigung von On-site-Verträgen umsatzmindernd aus. Die entsprechenden strukturellen und organisatorischen Gegenmaßnahmen wurden bereits im Rahmen der Customer Focus Initiative umgesetzt und sollen zu Kostensenkungen und einer höheren Rentabilität in der Region führen.

In Quanzhou (China) startete im ersten Quartal 2015 die Produktion einer Luftzerlegungsanlage zur Versorgung von Fujian Refining & Petrochemical. Die Anlage wird von Fujian Linde-FPCL Gases Company Limited betrieben, einem Joint Venture von SINOPEC Fujian Petrochemical Company Limited und Linde. Die Erträge, die mit dieser Anlage generiert werden, fließen in der Ergebnisrechnung in das anteilige Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (at equity) ein.

Ebenfalls in China nahm Linde im April 2015 eine weitere Luftzerlegungsanlage erfolgreich in Betrieb. Die Anlage verfügt über eine Kapazität von 87.500 Nm3 flüssigem Sauerstoff und 10.000 Nm3 flüssigem Stickstoff pro Stunde und wird Kunden in der Region Tianjin beliefern. Das Investitionsvolumen betrug rund 27 Mio. EUR.

In Taiwan nahm Linde im dritten Quartal eine Luftzerlegungsanlage planmäßig in Betrieb. Die Anlage versorgt Kunden aus der Halbleiterindustrie im Hsinchu Science Park mit Stickstoff. Das Investitionsvolumen der Anlage belief sich auf rund 28 Mio. EUR.

Im Zuge der Verlängerung bestehender Versorgungsverträge mit dem Kraftwerksbetreiber SeeTec und mit Samsung Total Petrochemicals Co., Ltd. (STC) im Petrochemiecluster Seosan (Südkorea) konnte Linde seine Kapazitäten an diesem Standort erweitern. Im Berichtszeitraum wurde dort eine weitere Luftzerlegungsanlage erfolgreich in Betrieb genommen. Die Anlage produziert Sauerstoff und Stickstoff und liefert zudem Produkte für den regionalen Markt. Das Investitionsvolumen betrug rund 62 Mio. EUR.

Im November 2015 hat Linde den Bau einer Luftzerlegungsanlage im Wert von knapp 15 Mio. EUR in Rupganj (Bangladesch) bekanntgegeben. Die Anlage, die die größte ihrer Art in Bangladesch sein wird, soll 100 Tonnen Flüssiggase pro Tag produzieren. Sie wird ab 2018 mehrere Kunden aus verschiedenen Industriebereichen versorgen. Des Weiteren soll am gleichen Standort eine Abfüllstation für Flaschengase entstehen.

Positive Impulse kamen im Berichtszeitraum auch aus Singapur. Dort konnte Linde die Geschäftsbeziehung zu dem Chemieunternehmen Celanese ausbauen.

Amerika

Im Segment Amerika ist der Umsatz im Berichtszeitraum deutlich um 20,1 Prozent auf 5,183 Mrd. EUR (Vj. 4,314 Mrd. EUR) gestiegen. Auf vergleichbarer Basis lag das Umsatzplus bei 7,7 Prozent. Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr um 24,0 Prozent auf 1,298 Mrd. EUR (Vj. 1,047 Mrd. EUR). Die operative Marge erhöhte sich auf 25,0 Prozent (Vj. 24,3 Prozent). Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die Preise für Einsatzstoffe, wie beispielsweise Erdgas, die an die Kunden weitergereicht werden, im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind und somit einen positiven Effekt auf die operative Marge hatten.

Im Healthcare-Geschäft konnte Linde in Nordamerika aufgrund der wachsenden Anzahl von zu versorgenden Patienten und neuer Produkte deutliche Umsatzsteigerungen verzeichnen.

Im vierten Quartal hat Linde einen Vertrag zur Übernahme des auf Beatmungstherapien spezialisierten Unternehmens American HomePatient, Inc. unterzeichnet. Nachdem alle erforderlichen Genehmigungen eingeholt wurden, konnte die Akquisition mit Wirkung zum 31. Januar 2016 abgeschlossen werden. Das Unternehmen hat 220 Filialen in 38 Bundesstaaten und ist vorwiegend im Osten der USA tätig. Im vergangenen Geschäftsjahr hat American HomePatient mit gut 2.700 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 260 Mio. EUR erwirtschaftet. Durch eine wachsende Anzahl von zu versorgenden Patienten und den damit verbundenen Synergieeffekten soll die Akquisition dazu beitragen, den negativen Effekten, die aus den staatlichen Preiskürzungen für Leistungen des US-Healthcare-Geschäfts in den kommenden Jahren zu erwarten sind, entgegenzuwirken. Darüber hinaus passt Linde seine Kostenstruktur kontinuierlich an und verfolgt weiterhin organisches Wachstum.

Das Geschäft mit Flüssig- und Flaschengasen in Nordamerika entwickelte sich vor allem dank des Marktes für Elektronik- und Spezialgase sehr positiv.

Am wichtigen Petrochemiestandort La Porte, Texas (USA) hat Linde im Berichtszeitraum eine große Luftzerlegungsanlage sowie einen neuen Vergaserstrang für seinen bestehenden Synthesegaskomplex in Betrieb genommen. Insgesamt hat Linde hierfür mehr als 200 Mio. USD investiert. Die neue Luftzerlegungsanlage ist die größte von Linde in den USA betriebene Anlage dieser Art. Mit der neuen Vergasereinheit entstand zudem der weltweit größte erdgasbasierte Komplex zur Erzeugung und Weiterverarbeitung von Synthesegas. Linde verfügt damit im Raum Houston über einen vollintegrierten Standort zur Produktion von Luftgasen und Syngasprodukten. Die in der Anlage ebenfalls produzierten verflüssigten Gase Sauerstoff, Stickstoff sowie Argon dienen zur Versorgung des schnell wachsenden regionalen Marktes rund um den Houston Ship Channel. Mit dem Erweiterungsprojekt kann Linde seinen Petrochemiekunden in La Porte langfristig eine sichere Versorgung gewährleisten.

In Charleston, Tennessee (USA) wurde im Berichtszeitraum eine Wasserstoffanlage planmäßig in Betrieb genommen. Die Anlage wird den Kunden Wacker im Rahmen eines langfristigen On-site-Vertrages mit 2.040 Nm3 Wasserstoff pro Stunde beliefern. Das Investitionsvolumen betrug rund 20 Mio. EUR.

In Mexiko konnte Linde im Berichtszeitraum den Vertrag zur Lieferung von Stickstoff mit dem langjährigen Kunden PEMEX – dem staatlichen Erdölkonzern – bis zum Jahr 2027 erfolgreich verlängern. Linde beliefert den Kunden aus insgesamt fünf Luftzerlegungsanlagen mit einer Menge von 1.500 Mio. Normkubikmeter Stickstoff pro Tag. Der aus den Anlagen gewonnene Stickstoff wird über eine Pipeline an den Golf von Mexiko transportiert und dort unter hohem Druck in das Ölfeld Cantarell gepresst, um die Förderleistung auf sichere Weise zu erhöhen. Cantarell ist eines der größten im Meer gelegenen Ölfelder der Welt und zugleich Mexikos bedeutendster Rohöllieferant.

In den einzelnen Ländern Südamerikas haben sich die Rahmenbedingungen in 2015 weiterhin verhalten entwickelt. Die wirtschaftliche Situation der Region ist von einer hohen Inflation und niedrigem Wachstum geprägt. Dieses Umfeld hat auch die Geschäftsentwicklung von Linde gedämpft. Trotzdem konnte Linde auf vergleichbarer Basis in allen Produktbereichen leichte Zuwächse erzielen. In Brasilien entwickelte sich das Geschäft mit Flaschengasen jedoch rückläufig.

Produktbereiche

Wie in der Erläuterung zu den Segmenten beschrieben, haben die einzelnen Produktbereiche unterschiedlich stark zur Geschäftsentwicklung der Gases Division beigetragen:

Im Healthcare-Geschäft konnte Linde den Umsatz im Geschäftsjahr 2015 auf vergleichbarer Basis um 7,4 Prozent auf 3,665 Mrd. EUR (Vj. 3,412 Mrd. EUR) erhöhen und damit den größten Zuwachs erzielen. Insbesondere im Segment Amerika hat sich das Homecare-Geschäft gut entwickelt.

Im Produktbereich On-site ist der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 0,6 Prozent auf 3,847 Mrd. EUR (Vj. 3,872 Mrd. EUR) gesunken. Bereinigt um die Einmaleffekte aus der Beendigung von Verträgen lag der Umsatz in diesem Produktbereich um 2,1 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Das Geschäft mit Flüssiggasen entwickelte sich vergleichsweise stabil. Der Umsatz erhöhte sich hier leicht um 1,7 Prozent auf 3,616 Mrd. EUR (Vj. 3,555 Mrd. EUR).

Im Produktbereich Flaschengase lag der Umsatz mit 4,040 Mrd. EUR auf vergleichbarer Basis um 0,4 Prozent über dem Vorjahresniveau (Vj. 4,023 Mrd. EUR). Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass sich bei den Flüssig- und Flaschengasen die derzeit niedrigen Energiepreise insbesondere im LPG-Geschäft umsatzmindernd auswirkten. Positiv wirkte sich in diesen beiden Produktbereichen die Akquisition des LPG-Geschäfts von Wesfarmers Kleenheat Gas Pty Ltd aus. Bei den Flaschengasen ist außerdem zu berücksichtigen, dass der Wegfall der sogenannten CO2-Steuer in Australien ebenfalls zu geringeren Umsätzen geführt hat, da die Kosten für diese Abgabe bisher an den Kunden durchgereicht worden sind.

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Gases Division: Umsatz nach Produktbereichen

 

 

 

 

 

 

 

in Mio. €

 

2015

 

20141

 

Veränderung in Prozent

1

Angepasst um Währungseffekte und Änderungen des Erdgaspreises.

Flüssiggase

 

3.616

 

3.555

 

1,7

Flaschengase

 

4.040

 

4.023

 

0,4

On-site

 

3.847

 

3.872

 

−0,6

Healthcare

 

3.665

 

3.412

 

7,4

Gases Division

 

15.168

 

14.862

 

2,1