Ziele und Strategie des Linde Konzerns

Weltweit führend

Linde hat sich zum Ziel gesetzt, das weltweit führende integrierte Gase- und Engineeringunternehmen zu werden – dies gilt nicht nur für finanzielle Kennzahlen wie Umsatz und operatives Ergebnis, sondern auch in Bezug auf die Reputation im Markt, bei den Kunden und allen weiteren Stakeholdern. Es ist das Selbstverständnis von Linde, seinen Kunden mit qualitativ hochwertigen Produkten und Dienstleistungen einen nachhaltigen Mehrwert zu bieten und sie weltweit bestmöglich zu bedienen. Dafür erhöht das Unternehmen kontinuierlich die Nähe zum Kunden unter anderem durch die Eröffnung von anwendungstechnischen Zentren. Darüber hinaus ist es der Anspruch von Linde, sich durch innovative Produkte und Dienstleistungen sowie eine detaillierte Kenntnis der jeweiligen Industrie des Kunden zu unterscheiden. Das Wachstum des Unternehmens beruht auf Innovationen, die dem Kunden dienen und die dazu beitragen, die Produktivität auf Kundenseite zu steigern.

Dabei verpflichtet sich Linde zum verantwortungsvollen Handeln gegenüber Mensch und Umwelt und zum Schutz der natürlichen Ressourcen. Die Grundlagen dafür sind sichere, stabile Prozesse und vorbildliches Verhalten. Damit folgt das Unternehmen dem Grundprinzip Nachhaltigkeit – es ist eines von vier Prinzipien, die der Konzern im Linde Spirit festgeschrieben hat. Der Linde Spirit definiert die Werte des Unternehmens; nähere Erläuterungen hierzu finden Sie unter www.linde.com/lindespirit.

Nachhaltiges, ertragsorientiertes Wachstum

Die Strategie des Unternehmens ist auf nachhaltiges, ertragsorientiertes Wachstum ausgerichtet. Auf der Grundlage seines integrierten Geschäftsmodells arbeitet Linde kontinuierlich daran, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens stetig zu verbessern und die Geschäftstätigkeit gezielt auszubauen. Die Widerstandsfähigkeit des integrierten Geschäftsmodells hat sich in der Vergangenheit gezeigt und bietet vielfältige Chancen, die das Unternehmen auch weiterhin nutzen wird.

Das Unternehmen will sein Kerngeschäft weiter stärken und die Synergien zwischen dem Engineering-Geschäft und dem Gasegeschäft so effizient wie möglich heben. Linde setzt auf den weiteren Ausbau der starken Kundenorientierung sowie eine langfristige, enge Kundenbindung und entwickelt innovative Gaseanwendungen, die exakt auf die Anforderungen seiner Kunden ausgerichtet sind und diesen einen Mehrwert bieten.

Darüber hinaus ist Linde bestrebt, an den Wachstumsfeldern Umwelt und Gesundheit überproportional zu partizipieren. Zudem ist es das Ziel des Unternehmens, die großen Marktpotenziale in den aufstrebenden Volkswirtschaften effizient zu erschließen.

Unter anderem in China verfügt Linde über eine führende Marktposition. Das Unternehmen hat sich hier bereits frühzeitig engagiert, marktrelevante Technologien etabliert und damit Wettbewerbsvorteile gesichert. Linde will diese Vorteile nutzen und in den kommenden Jahren die Umsätze stabilisieren und weiter ausbauen.

Der Fokus des Unternehmens liegt auf der Entwicklung und Inbetriebnahme von Anlagen, die sich auszeichnen durch eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur, eine hohe Energieeffizienz und geringen Wartungsaufwand. Auf diese Weise wird die Wettbewerbsfähigkeit im On-site-Geschäft weiter verbessert. Dazu investiert Linde vor allem in besonders aussichtsreiche Projekte in diesem Produktbereich.

Im zukunftsträchtigen Markt für Energie- und Umwelttechnologien baut Linde sein Produktportfolio weiter aus. Das Angebot umfasst Verfahren und Technologien, die in der gesamten Wertschöpfungskette erneuerbarer und fossiler Energieträger benötigt werden: von der Förderung über die Umwandlung, den Transport und die Speicherung bis hin zur möglichst effizienten Nutzung. Das Unternehmen hat auch den Einsatz seiner Forschungsmittel auf die Weiterentwicklung dieses vielversprechenden Markts ausgerichtet.

Mit seinen breit gefächerten Kompetenzen im Anlagenbaugeschäft ist Linde auch für die weiter wachsende Bedeutung von Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas = LNG) gerüstet.

Im Bereich der Flüssiggase hat sich Linde vorgenommen innerhalb der geografischen Marktpräsenzen die bestehenden Strukturen noch besser zu nutzen, mit der Absicht, die Marktdurchdringung weiter zu erhöhen und Anwendungen und Dienstleistungen für die Kunden anzubieten, die einzigartig sind.

Das Unternehmen ist zudem Vorreiter bei der Weiterentwicklung der Wasserstofftechnologie und treibt den Aufbau einer Wasserstofftankstellen-Infrastruktur für Brennstoffzellenfahrzeuge weiter voran. Darüber hinaus arbeitet Linde daran, das wachsende Marktpotenzial für seine Kompetenzen im Bereich Power-to-Gas zu erschließen. Beispiele hierfür sind Verfahren, um regenerativ erzeugte Energie zur besseren Speicherung in Gas – wie etwa Wasserstoff – umzuwandeln.

Mit weltweit deutlich über einer Million Healthcare-Kunden ist Linde ein führendes Gaseunternehmen in diesem Bereich. Das Unternehmen nutzt die internationale Plattform, um seine Therapien zur Behandlung von Atemwegserkrankungen und sein Angebot zur klinischen Versorgung gezielt zu platzieren. Erklärte Strategie im Bereich Healthcare ist es, Synergien zu erschließen, die Vertriebs- und Kostenstruktur weiter zu verbessern, die Patientendichte in bestehenden Märkten zu erhöhen und neue Dienstleistungen wie beispielsweise Telehealth-Angebote erfolgreich einzuführen.

Linde beabsichtigt, an den langfristigen Wachstumstreibern im globalen Healthcare-Geschäft zu partizipieren. Der Markt wird geprägt von einer wachsenden und alternden Bevölkerung, einem Anstieg chronischer Erkrankungen wie Asthma oder COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) sowie von der Entwicklung zu mehr Patientenbetreuung auch außerhalb von Krankenhäusern. Darüber hinaus führt der steigende Wohlstand – insbesondere in Asien – zu einer weiter wachsenden Nachfrage im Gesundheitsbereich.

High Performance Organisation

Auf der Grundlage des ganzheitlichen Konzepts zur nachhaltigen Steigerung der Effizienz (HPO = High Performance Organisation) verbessert Linde seine Prozesse kontinuierlich weiter.

Das Unternehmen hat dieses Konzept im Jahr 2008 eingeführt und setzt die damit verknüpften Maßnahmen weiter fort. Diese Aktivitäten sind mit messbaren Zielen verknüpft: Die Bruttokosten sollen in dem Vierjahreszeitraum 2013 bis 2016 insgesamt um 750 Mio. EUR bis 900 Mio. EUR reduziert werden. Potenziale sieht das Unternehmen vor allem in der Versorgungskette des Flaschen- und Flüssiggasegeschäfts sowie in den Bereichen Einkauf und IT. Im Einkauf will Linde mit der Weiterentwicklung der Organisation auch zukünftig nachhaltige, positive Kosten- und Cash Flow-Effekte erzielen und hat mit einer globalen Einkaufsorganisation dafür im Berichtsjahr eine wesentliche Voraussetzung geschaffen. Der Fokus liegt dabei auf der Ausgabenseite ebenso wie auf der Prozessseite. Neben den strukturellen Veränderungen wird das Unternehmen auch weiterhin an der Optimierung seines Lieferanten- und Produktportfolios arbeiten, um so die Kosten zu verringern. Ziel dieser Projekte ist es, Strukturen zu implementieren, die auch in Zukunft effektive Abläufe sicherstellen. Wichtige Faktoren sind in diesem Zusammenhang funktions- und organisationsübergreifende Zusammenarbeit, Standardisierung und optimierte Prozesse. Darüber hinaus wirkt Linde im Rahmen von Pricing-Initiativen Kostensteigerungen im Umfeld von volatilen Energie- und Rohstoffpreisen entgegen.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ein grundlegender Baustein der Konzernstrategie von Linde. Das Unternehmen verbindet langfristige ökonomische Wertschöpfung mit ökologischer und gesellschaftlicher Verantwortung. Das Grundprinzip Nachhaltigkeit will Linde noch stärker als Treiber für Geschäftsaktivitäten nutzen. Dafür analysiert das Unternehmen unter anderem kontinuierlich, wie seine Produkte Kunden dabei unterstützen, nachhaltigere Prozesse zu entwickeln – zum Beispiel durch höhere Energieeffizienz oder reduzierte Emissionen.

Über zentrale Themen der nachhaltigen Entwicklung entscheidet der Vorstand der Linde AG. Im Berichtsjahr hat der Vorstand unter anderem ein neues Klimaschutzziel beschlossen sowie über erweiterte Ziele für den Anteil von Frauen in Führungspositionen entschieden. Experten des Konzerns beraten über strategische Eckpunkte zur Nachhaltigkeit und bereiten Entscheidungsvorlagen für den Vorstand vor. Zu ihnen gehören die Leiter der Corporate & Support Functions Corporate Communications & Investor Relations, Group Human Resources, Group Legal & Compliance, Corporate Internal Audit und SHEQ.

Linde bewertet fortlaufend, welche Themen Relevanz für die nachhaltige Entwicklung des Konzerns haben. Die Basis dafür ist eine kontinuierliche Analyse der Anforderungen externer Stakeholder sowie Erkenntnisse aus Workshops mit internen Themen- und Strategieexperten. In den Prozess fließen außerdem Informationen aus dem Konzernrisikomanagement zu Umwelt- und Sozialrisiken ein. Auf der Grundlage dieser Materialitätsanalyse definiert das Unternehmen Schwerpunktthemen für Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit.

Der Konzern tritt regelmäßig auf unterschiedliche Weise mit seinen wichtigsten Stakeholdern in Kontakt. Hierzu zählen die Mitarbeiter, Aktionäre, Kunden, Lieferanten, Nichtregierungsorganisationen, die Politik, die Wissenschaft, Nachbarn und die breite Öffentlichkeit. Darüber hinaus engagiert sich Linde in Verbänden und Wissenschaftskooperationen sowie in Netzwerken zum Thema Nachhaltigkeit und zu ausgesuchten Fachthemen. Hierzu gehört das Netzwerk des UN Global Compact, den Linde unterstützt.

Mittelfristziele

Linde wird seine auf ertragsorientiertes und nachhaltiges Wachstum ausgerichtete Strategie weiter fortsetzen und hat in diesem Zusammenhang messbare Ziele definiert: Für das Geschäftsjahr 2017 hat Linde sich das Ziel gesetzt, je nach Konjunkturverlauf und auf der Grundlage der im November 2015 geltenden Wechselkursverhältnisse ein operatives Konzernergebnis von 4,2 Mrd. EUR bis 4,5 Mrd. EUR und eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed = ROCE) von 9 Prozent bis 10 Prozent zu erwirtschaften.

Ursprünglich hatte das Unternehmen für 2017 ein operatives Konzernergebnis von 4,5 Mrd. EUR bis 4,7 Mrd. EUR und eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed = ROCE) von 11 Prozent bis 12 Prozent angestrebt. Im vierten Quartal hat Linde diese Ziele angepasst. Wesentliche Ursachen für die Anpassungen sind deutlich veränderte Rahmenbedingungen im Vergleich zum Oktober 2014, als die ursprünglichen Ziele definiert wurden. Zum einen sind in allen Teilen der Welt die für das Industriegasegeschäft relevanten Wachstumsraten der Industrieproduktion weiter deutlich zurückgegangen. Zum anderen werden staatliche Preiskürzungen für Leistungen des US-Healthcare-Geschäfts in 2016 und 2017 voraussichtlich stärker als erwartet ausfallen. Darüber hinaus wird die Engineering Division weniger als ursprünglich angenommen zum operativen Konzernergebnis beitragen. Wesentlicher Grund dafür ist der niedrigere Auftragseingang, bedingt durch die Investitionszurückhaltung der Kunden wegen des aktuell niedrigen Ölpreises.

Darüber hinaus hat sich Linde weitere Ziele gesetzt. Im Fokus stehen insbesondere weitere Verbesserungen in den Bereichen Sicherheit, Umweltschutz sowie Personalentwicklung. Schwerpunkte sind die Sicherheit in der Produktion und beim Transport, die Erhöhung der Energieeffizienz und Reduzierung von Emissionen sowie das Thema Vielfalt in der Belegschaft.

Das ursprüngliche Ziel, bis zum Jahr 2017 die durchschnittliche Energieintensität seiner installierten Luftzerlegungsanlagen um 5 Prozent zu verbessern, hat Linde bereits erreicht. Vergleichsgröße war dabei die globale durchschnittliche Effizienz der Anlagen bei einer Auslastung entsprechend dem Anlagendesign. Basisjahr war 2008. Im Berichtsjahr hat das Unternehmen auch sein Ziel erreicht, bei seinen installierten Wasserstoffanlagen (HyCO-Anlagen) bis zum Jahresende 2015 die Energieeffizienz – verglichen mit dem Basisjahr 2009 – um 2 Prozent zu verbessern. Im Jahr 2015 hat sich Linde ein neues Klimaschutzziel gesetzt: Bis zum Jahr 2020 will der Konzern durch technische Verbesserungen im Anlagendesign sowie effizientere Produktionsabläufe in den Luftzerlegungs- und Wasserstoffanlagen insgesamt Emissionen von 6 Mio. Tonnen CO2 vermeiden. Ausgangsbasis ist das Jahr 2009. Als sicherheitsbewusstes Unternehmen strebt Linde danach, weltweit die Rate der Arbeitsunfälle mit höchstens einem Ausfalltag pro 1 Mio. Arbeitsstunden bis 2020 kontinuierlich zu senken. Basisjahr ist 2012.

Im Rahmen der globalen Sicherheitsinitiative hat Linde im Berichtsjahr seine Kennzahlen und Ziele überprüft. Bislang hatte sich der Konzern das Ziel gesetzt, die Zahl schwerer Transportereignisse pro 1 Mio. gefahrener Kilometer bis zum Ende des Jahres 2017 im Vergleich zum Jahr 2012 zu halbieren. Künftig sollen auch Ereignisse, die bisher als unvermeidbar klassifiziert wurden, in eine neue Zielvorgabe einbezogen werden. Das Unternehmen plant, das neue Ziel spätestens im Finanzbericht 2016 zu kommunizieren. Informationen zum Stand der Ziele finden sich unter Sicherheit und Umweltschutz.

Im Bereich Personal hatte Linde sich im Jahr 2011 das Ziel gesetzt, bis 2018 den Anteil der Frauen in oberen Führungspositionen auf 13 bis 15 Prozent zu steigern. Im Berichtsjahr hat das Unternehmen dieses Ziel erweitert. Für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, im Vorstand sowie in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands wurden neue Zielgrößen definiert. Weitere Informationen zu diesen Zielen finden Sie unter Erklärung zur Unternehmensführung und Bericht zur Corporate Governance sowie unter Mitarbeiter und Gesellschaft.