Energie und Klimaschutz

Linde arbeitet daran, Ressourcen noch effizienter einzusetzen und die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren. Grundlage dafür ist ein globales Energiemanagement, das Anlagen und Prozesse weltweit einbezieht. Seinen Kunden bietet Linde Gase und Technologien an, die den Verbrauch natürlicher Ressourcen verringern und den Einsatz erneuerbarer Energien fördern.

Den Energieverbrauch und die Emission von Treibhausgasen kontrolliert und berichtet Linde weltweit. Dabei orientiert sich der Konzern auch an Vorgaben des internationalen Greenhouse Gas Protocol-Standards. Um die CO2-Bilanz der wesentlichen produzierten Luftgase für Kunden transparent zu machen, nutzt das Unternehmen eine einheitliche Berechnung, die extern zertifiziert wurde. Im Berichtsjahr wurde Linde zum vierten Mal in Folge in den regionalen Carbon Disclosure Leadership DACH-Index von CDP aufgenommen. Die unabhängige Organisation zeichnet damit Unternehmen für ihre Klimaschutzberichterstattung aus.

Globale Ziele

Rund 60 Prozent aller CO2-Emissionen des Unternehmens entstehen durch die Erzeugung von Strom bei Energieanbietern und werden von Linde als indirekte Emissionen berichtet. Der Großteil des Stroms wird für den Betrieb der mehr als 400 Luftzerlegungsanlagen des Konzerns benötigt. Linde hat das globale Ziel, die durchschnittliche Energieintensität der unternehmenseigenen Luftzerlegungsanlagen bis 2017 um 5 Prozent zu verbessern, vorzeitig erreicht. Zum Ende des Jahres 2015 hat Linde die Energieintensität um mehr als 6 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 2008 gesenkt. Vergleichsgröße ist die durchschnittliche Effizienz aller Anlagen bei einer Auslastung, die dem Anlagendesign entspricht. Das Ziel erreichte Linde insbesondere durch kontinuierliche Verbesserungen der Effizienz bei neu in Betrieb genommenen Luftzerlegungsanlagen, beispielsweise durch den Einsatz effizienterer Kompressoren und Turbinen.

Direkte Emissionen des Unternehmens entstehen zum größten Teil beim Betrieb von Wasserstoff- und Synthesegasanlagen (HyCO-Anlagen). Das Ziel, bis zum Jahr 2015 die Energieeffizienz der weltweit installierten HyCO-Anlagen um 2 Prozent zu verbessern, hat Linde erreicht. Bis zum Ende des Jahres 2015 verbesserte Linde die Energieeffizienz um 2,7 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2009.

Das Unternehmen hat sich ein neues Klimaziel gesetzt: Bis zum Jahr 2020 will Linde verglichen mit dem Jahr 2009 insgesamt Emissionen von 6 Mio. Tonnen CO2 vermeiden. Um das Ziel zu erreichen, setzt Linde auf technische Verbesserungen im Anlagendesign sowie effizientere Produktionsabläufe in seinen HyCO- und Luftzerlegungsanlagen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Maßnahmen für den Klimaschutz liegt beim Transport der Produkte. Im Jahr 2015 legten die eigene Transportflotte des Unternehmens sowie Transportdienstleister im Einsatz für Linde mehr als 1 Mrd. Kilometer zurück. Durch optimierte Fahrtrouten, eine bessere Nutzung von Transportkapazitäten sowie Schulungen zu defensivem Fahren reduziert das Unternehmen die Anzahl gefahrener Kilometer, verringert den Treibstoffverbrauch und senkt die Transportemissionen.

Energieverbrauch

Als energieintensives Unternehmen ist Linde auf eine zuverlässige, wettbewerbsfähige Energieversorgung angewiesen und prüft kontinuierlich die Energieeffizienz seiner Produktionsprozesse. Der Energieverbrauch stieg im Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr um rund 1 Prozent. Mit sieben Produktionsstandorten für Wasserstoff nahm Linde im Jahr 2015 am Emissionshandel der Europäischen Union teil. Die CO2-Emissionen der betroffenen Anlagen betrugen in diesem Zeitraum rund 1,1 Mio. Tonnen. Dem Unternehmen wurden Emissionsberechtigungen für rund 0,9 Mio. Tonnen CO2 zugeteilt, weitere Zertifikate erwarb Linde.

Weltweit hat Linde im Berichtsjahr rund 200 Projekte identifiziert, die dazu beitragen, den Energieverbrauch und CO2-Emissionen zu senken. Durch die Umsetzung sparte der Konzern Kosten in Höhe von mehr als 23 Mio. EUR. Beispielsweise konnte die Energieeffizienz von Kompressoren an 14 Produktionsstandorten gesteigert werden. Linde ersetzte dafür ältere Installationen durch neue, energieeffizientere Modelle. Allein durch diese Maßnahmen konnte der Konzern im Geschäftsjahr Kosten in Höhe von mehr als 1,6 Mio. EUR einsparen.

In Europa hat Linde im Berichtsjahr an der Umsetzung der Vorgaben der Energieeffizienz-Richtlinie (Energy Efficiency Directive, EED) der Europäischen Union gearbeitet. Sie sieht für Unternehmen unter anderem regelmäßige Energieaudits für Produktions-, Vertriebs- und Bürostandorte vor oder alternativ eine Energiezertifizierung nach ISO 50001. Der globale Standard bescheinigt ein systematisches Energiemanagement, bei dem Effizienzpotenziale erfasst werden. In Deutschland sind seit 2012 rund 85 Prozent der Produktionsanlagen von Linde Gas nach ISO 50001 zertifiziert. Das Unternehmen prüft auch den Einsatz erneuerbarer Energien. Dieser entspricht derzeit im Wesentlichen dem jeweiligen regionalen Länderenergiemix. Für sein Energiemanagement und den Einsatz für die Reduzierung von Treibhausgasen wurde Linde im US-Bundesstaat Kalifornien im Berichtsjahr mit dem COOL Planet Award von der Southern California Edison und der gemeinnützigen Organisation The Climate Registry ausgezeichnet.

Produkte

Linde bietet seinen Kunden zahlreiche Lösungen für eine umweltfreundlichere Produktion oder Energieerzeugung an. So unterstützen Gase und Technologien des Unternehmens Kunden von Linde dabei, Emissionen in großem Umfang zu reduzieren. In Oxyfuel-Anlagen, die etwa in der Glas- und Stahlindustrie eingesetzt werden, wird die Verbrennungsluft mit Sauerstoff angereichert. Das macht die Verbrennung deutlich effizienter als bei der Verwendung normaler Umgebungsluft. In der Mineralölindustrie wird mit Hilfe von Wasserstoff von Linde Kraftstoff entschwefelt. In der Kombination mit einem Filter wird bei der Verbrennung des schwefelarmen Kraftstoffs der Ausstoß von Rußpartikeln, die ebenso wie CO2 zum Treibhauseffekt beitragen, stark reduziert. Im Geschäftsjahr konnten alleine durch den Einsatz dieser beiden Technologien bei Kunden von Linde umgerechnet rund 30 Mio. Tonnen CO2 vermieden werden. Auch im Bereich Mobilität werden Produkte von Linde eingesetzt, um Umweltbelastungen zu verringern. Der Einsatz von Flüssigerdgas (LNG) oder Wasserstoff senkt oder beseitigt die Emissionen von PKW, Bussen, LKW oder Schiffen. Linde investiert in diesem Bereich sowohl in die Entwicklung einer fortschrittlichen, effizienten Betankungstechnologie als auch – gemeinsam mit Partnern – in den Aufbau einer Versorgungsinfrastruktur. Darüber hinaus forscht Linde an Projekten, bei denen CO2 weiterverwertet bzw. gespeichert wird. In Deutschland eröffnete Linde im Berichtsjahr am Standort Pullach eine eigene Forschungsanlage, den sogenannten Pilotreformer, mit dem neue Verfahren zur Erzeugung von Synthesegas unter Einsatz von CO2 getestet werden. Siehe Forschung und Entwicklung.