Wasser

Linde arbeitet kontinuierlich daran, Wasser an Standorten effizient einzusetzen und Emissionen in das Wasser zu verringern. Mehr als 85 Prozent der benötigten Wassermenge setzt der Konzern zur Kühlung ein. Der größte Teil dieses Wassers wird lediglich erwärmt und kann ohne Behandlung in Gewässer zurückgeleitet werden. Dabei achtet das Unternehmen auf eine ökologisch unbedenkliche Temperatur. Der Rest des benötigten Wassers wird für die Herstellung von Produkten, zur Erzeugung von Dampf sowie in Bürogebäuden genutzt.

Der gesamte Bedarf an Wasser betrug im Berichtsjahr rund 681 Mio. Kubikmeter (Vj. 682 Mio. Kubikmeter). Davon betrug der Wasserverbrauch ohne Durchlaufkühlwasser rund 52,8 Mio. Kubikmeter (Vj. 50,7 Mio. Kubikmeter). Linde setzt Kreislaufsysteme ein, um den Verbrauch durch mehrfache Nutzung von Wasser zu reduzieren. Die Menge von Abwasser an den Standorten des Unternehmens betrug im Jahr 2015 weltweit rund 14,0 Mio. Kubikmeter (Vj. 13,2 Mio Kubikmeter). In Übereinstimmung mit den behördlichen Vorgaben vor Ort misst Linde die Emission von Phosphaten, Stickstoffen und organischen Verbindungen in das Wasser.

Initiativen für effizienten Einsatz von Wasser

Im Berichtsjahr hat Linde die Wasserversorgung an seinen zentralen Produktionsstandorten weltweit untersucht. Knapp ein Fünftel der Standorte befindet sich in Regionen mit Wasserknappheit entsprechend der Definition des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD). In Europa haben sich Experten des Unternehmens für Anlagenbau, Wasser und Wasserchemie im Jahr 2014 zu einem interdisziplinären Netzwerk zusammengeschlossen. Ziel ist es, den Einsatz von Wasser sowie Kühlwassersysteme zu optimieren. Seit Projektstart hat Linde 39 Anlagen an 19 Standorten in der Region untersucht und Verbesserungen umgesetzt. So sank durch optimierte Kühlkreisläufe in zwei Luftzerlegungsanlagen die Menge an aufzubereitendem Wasser und Abwasser um jährlich 13.000 Kubikmeter, das entspricht Kosteneinsparungen von rund 15.000 EUR. Insgesamt erwartet das Unternehmen aus dieser Initiative im Zeitraum von 2014 bis 2016 Einsparungen in Höhe von mehr als 2 Mio. EUR. Die bisher erzielten Einsparungen haben die Investitionen in das Programm bereits übertroffen. Im Berichtsjahr hat Linde zudem in Europa 50 Mitarbeiter zu Themen wie dem Einsparen von Wasser und Wasserbehandlung sowie zum Umgang mit Schadensfällen geschult. In den kommenden Jahren soll dieses Programm ausgeweitet werden.

Seine Expertise im Wassermanagement bietet das Unternehmen auch Kunden an. Im Jahr 2015 hat Linde eine Initiative gestartet, bei der der gesamte Wasserkreislauf neuer Anlagen bei Kunden analysiert wird. Im Fokus steht, Frischwasser in Regionen mit Wasserknappheit ressourcenschonend einzusetzen und das entstehende Abwasser wiederzuverwerten. Gemeinsam mit Hochschulen und anderen Partnern erforscht Linde neue Methoden zur Wasseraufbereitung, die den Einsatz von Chemikalien in der Abwasserbehandlung reduzieren sollen.

Produkte für Wasserschutz

Gase und Technologien von Linde werden zur Beseitigung von Schadstoffen in Trinkwasser und Gewässern eingesetzt und helfen, Abwasser aufzubereiten. Damit unterstützt Linde auch Industriekunden dabei, strengere Umweltbestimmungen zu erfüllen. Durch das bei Kunden installierte Solvocarb®-Verfahren des Unternehmens beispielsweise konnten im Jahr 2015 allein in sechs Ländern rund 750 Mio. Kubikmeter Wasser in Trinkwasserqualität aufbereitet werden. Mit Hilfe des Solvox®-Verfahrens von Linde wurde im Berichtsjahr nach einem Großbrand in einem Kunstdüngerlager in Süddeutschland die Konzentration von Ammoniumnitrat in einem Fluss so weit reduziert, dass ein befürchtetes Fischsterben ausblieb. Auch zur Entsalzung von Flüssen wird das Verfahren erfolgreich eingesetzt.