Finanzlage

Das Finanzmanagement bei Linde umfasst das Kapitalstrukturmanagement, die Finanzierung von Konzerngesellschaften, das Cash- und Liquiditätsmanagement, das Management von Marktpreisrisiken (zum Beispiel Währungs- und Zinsrisiken) und Pensionsanlagen sowie von Kreditausfall- und Länderrisiken. Das weltweite Finanzmanagement wird vom Konzern-Treasury für alle Konzerngesellschaften einheitlich geführt. Nähere Informationen hierzu finden sich im Kapitel Finanzierung und Liquiditätssicherung.

Die Kapitalstruktur des Konzerns ist nach kosten- und risikooptimierenden Gesichtspunkten ausgerichtet. Die Bruttofinanzschulden sind im Berichtszeitraum um 373 Mio. EUR auf 9,483 Mrd. EUR gesunken (31. Dezember 2014: 9,856 Mrd. EUR). Im Oktober 2015 hat die Linde Finance B.V. drei Emissionen im Gesamtvolumen von 230 Mio. EUR unter dem 10-Mrd.-EUR-Debt-Issuance-Programme begeben. Alle drei Emissionen sind von der Linde AG garantiert. Der Emissionserlös wurde für die Tilgung einer im Dezember 2015 fälligen 600-Mio.-EUR-Anleihe eingesetzt.

Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus den Bruttofinanzschulden abzüglich der kurzfristigen Wertpapiere sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Sie konnten im Berichtszeitraum um 553 Mio. EUR auf 7,645 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 8,198 Mrd. EUR) zurückgeführt werden. Der Rückgang resultiert aus verschiedenen teilweise gegenläufigen Effekten: So minderte der gute Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit die Nettofinanzschulden, wohingegen die Auszahlungen für Investitionen, von Dividenden sowie Währungskurs- und Bewertungseffekte zu einem Anstieg führten.

Der dynamische Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden im Verhältnis zum operativen Ergebnis der vergangenen zwölf Monate) betrug zum Stichtag 1,9. Er liegt damit unter dem Niveau des Vorjahres (31. Dezember 2014: 2,1) und nach wie vor unter der von Linde definierten Obergrenze von 2,5.

Das sogenannte Gearing (Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital) belief sich zum Stichtag auf 49,5 Prozent (31. Dezember 2014: 57,5 Prozent).

Wie das Fälligkeitenprofil der Finanzschulden zeigt, ist die Finanzierung des Linde Konzerns weiterhin langfristig ausgerichtet. Von den Bruttofinanzschulden werden 1,023 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 1,294 Mrd. EUR) als kurzfristige Finanzschulden ausgewiesen. Von den langfristigen Finanzschulden in Höhe von 8,460 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 8,562 Mrd. EUR) haben 3,426 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 4,293 Mrd. EUR) eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Unter Berücksichtigung der kurzfristigen Wertpapiere in Höhe von 421 Mio. EUR, der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1,417 Mrd. EUR sowie der syndizierten Kreditfazilität über 2,5 Mrd. EUR betrug die zum Stichtag zur Verfügung stehende Liquidität 3,315 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 2,864 Mrd. EUR). Die Laufzeit der im Juli 2013 abgeschlossenen syndizierten Kreditfazilität wurde erneut erfolgreich um ein Jahr bis 2020 verlängert. Ursprünglich hatte die Kreditfazilität eine Laufzeit von fünf Jahren mit zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr (vorbehaltlich der Zustimmung der Kreditgeber).