Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Linde AG

Allgemeine Informationen

Die Linde AG, bestehend aus den Geschäftsbereichen Linde Gas, Linde Engineering und der Unternehmenszentrale, ist das Mutterunternehmen und die Führungsgesellschaft des Linde Konzerns.

Der Einzelabschluss der Linde AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die wesentlichen Unterschiede zu dem nach IFRS-Grundsätzen aufgestellten Konzernabschluss liegen in der Umsatzermittlung und in der Bewertung der Finanzinstrumente. Als bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikator verwendet das Unternehmen ausschließlich den Jahresüberschuss. Aus dem Jahresüberschuss wird die Dividende für die Aktionäre der Linde AG ausgeschüttet.

Im Berichtsjahr wurden Nettovermögenswerte der Linde Engineering Dresden GmbH in Höhe von 74 Mio. EUR im Rahmen einer Abspaltung durch die Linde AG übernommen.

Vermögenslage der Linde AG

Im Berichtsjahr 2015 erhöhte sich die Bilanzsumme der Linde AG von 20,663 Mrd. EUR um 163 Mio. EUR auf 20,826 Mrd. EUR.

Das Anlagevermögen verringerte sich um 55 Mio. EUR auf 18,038 Mrd. EUR. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme betrug 86,6 Prozent (Vj. 87,6 Prozent). Wesentlicher Bestandteil des Anlagevermögens sind die Finanzanlagen. Dies leitet sich aus der Funktion der Linde AG als Mutterunternehmen des Linde Konzerns ab. Die Finanzanlagen haben sich im Berichtszeitraum um 102 Mio. EUR verringert. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind von 1,668 Mrd. EUR auf 1,985 Mrd. EUR angewachsen. Hierzu hat insbesondere der Anstieg der Finanzforderungen gegenüber verbundenen Unternehmen beigetragen. Darüber hinaus schließt die Linde AG sogenannte Credit Support Annexes (CSA) mit Banken ab. Unter derartigen Verträgen werden die positiven und negativen Marktwerte der von der Linde AG gehaltenen Derivate regelmäßig durch Zahlungsmittel hinterlegt. Entsprechende Forderungen gegenüber Banken sind unter diesem Posten angegeben.

Die Linde AG hält 100 Prozent der Anteile an einem Spezialfonds. Der Fonds wird unter den Wertpapieren des Umlaufvermögens ausgewiesen. Der Wertpapierbestand wurde im Berichtsjahr um 100 Mio. EUR verringert.

Die flüssigen Mittel verringerten sich um 20 Mio. EUR auf 359 Mio. EUR.

Das Eigenkapital (vor Gewinnverwendung) ist um 83 Mio. EUR auf 9,845 Mrd. EUR gestiegen. Dabei sind im Wesentlichen zwei gegenläufige Effekte zu berücksichtigen: Der Jahresüberschuss in Höhe von 669 Mio. EUR führte zu einem Anstieg des Eigenkapitals, wohingegen sich die Auszahlung der Dividende für das Jahr 2014 in Höhe von 585 Mio. EUR eigenkapitalmindernd auswirkte.

Die Eigenkapitalquote erhöhte sich damit leicht von 47,2 Prozent auf 47,3 Prozent.

Die Rückstellungen betrugen insgesamt 1,070 Mrd. EUR und lagen damit leicht über dem Vorjahresniveau. Die Verbindlichkeiten der Linde AG haben sich im Berichtsjahr 2015 um 34 Mio. EUR auf 9,911 Mrd. EUR reduziert.

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Bilanzstruktur der Linde AG in Prozent der Bilanzsumme

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

31.12.2015

 

31.12.2014

 

 

in Mio. €

 

in Prozent

 

in Mio. €

 

in Prozent

Aktiva

 

 

 

 

 

 

 

 

Finanzanlagen

 

17.499

 

84,0

 

17.601

 

85,2

Übriges Anlagevermögen

 

539

 

2,6

 

492

 

2,4

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

 

1.985

 

9,5

 

1.668

 

8,1

Wertpapiere

 

400

 

2,0

 

500

 

2,4

Flüssige Mittel

 

359

 

1,7

 

379

 

1,8

Übrige Aktiva

 

44

 

0,2

 

23

 

0,1

Bilanzsumme

 

20.826

 

100,0

 

20.663

 

100,0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Passiva

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigenkapital

 

9.845

 

47,3

 

9.762

 

47,2

Rückstellungen für Pensionen

 

274

 

1,3

 

184

 

0,9

Übrige Rückstellungen

 

796

 

3,8

 

772

 

3,7

Verbindlichkeiten

 

9.911

 

47,6

 

9.945

 

48,2

Bilanzsumme

 

20.826

 

100,0

 

20.663

 

100,0

Finanzlage der Linde AG

Die Nettoverschuldung der Linde AG (Wertpapiere des Anlagevermögens, Wertpapiere des Umlaufvermögens, Finanzverbindlichkeiten, Finanzforderungen, flüssige Mittel) ist im Berichtszeitraum von 6,756 Mrd. EUR um 405 Mio. EUR auf 6,351 Mrd. EUR gesunken.

Wesentlicher Grund ist der Rückgang der Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 220 Mio. EUR. Des Weiteren stiegen die Finanzforderungen gegenüber Externen um 170 Mio EUR aus sogenannten Credit Support Annexes (CSA) an. Derzeit sind 240 Mio. EUR (Vj. 70 Mio. EUR) bilanziert.

Ertragslage der Linde AG

Die Umsatzerlöse der Linde AG betrugen im Berichtsjahr 2,097 Mrd. EUR und lagen damit deutlich über dem Vorjahreswert (1,888 Mrd. EUR). Das EBIT hingegen ist von 37 Mio. EUR auf −11 Mio. EUR zurückgegangen.

Im Geschäftsbereich Linde Gas erhöhte sich der Umsatz leicht um 1,1 Prozent auf 1,321 Mrd. EUR (Vj. 1,307 Mrd. EUR). Im Geschäftsbereich Linde Engineering verzeichnete die Linde AG im Geschäftsjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzanstieg auf 809 Mio. EUR (Vj. 618 Mio. EUR).

Insgesamt hat die Linde AG im Geschäftsjahr 2015 Erlöse für Aufträge insbesondere aus den Ländern Malaysia, USA, Russland, China und Südkorea erfasst.

Die Linde AG hat 47,2 Prozent (Vj. 52,7 Prozent) des Umsatzes mit Kunden im Inland erwirtschaftet. Der Exportanteil betrug 52,8 Prozent (Vj. 47,3 Prozent); davon entfielen auf Europa 42,3 Prozent (Vj. 44,8 Prozent), auf die Region Asien/Pazifik 34,7 Prozent (Vj. 31,6 Prozent) und auf Amerika 19,3 Prozent (Vj. 14,8 Prozent). In Afrika hat die Linde AG im Berichtsjahr einen Umsatz von 3,7 Prozent (Vj. 8,8 Prozent) erzielt. Der überwiegende Teil des Exportgeschäfts bezieht sich auf den Geschäftsbereich Linde Engineering. Da das internationale Anlagenbaugeschäft ein Projektgeschäft ist und Umsatz erst mit Fertigstellung des Projekts gelegt wird, ergeben sich im Jahresvergleich immer wieder regionale Schwankungen.

Der Auftragseingang des Geschäftsbereichs Linde Engineering hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 25,0 Prozent auf 1,603 Mrd. EUR (Vj. 2,137 Mrd. EUR) reduziert.

Der Auftragsbestand erreichte zum Ende des Berichtsjahres 6,853 Mrd. EUR. Er lag damit um 23,8 Prozent über dem Vorjahreswert (5,535 Mrd. EUR). Die durchschnittliche Auftragsreichweite beläuft sich auf etwa drei Jahre.

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Ertragslage der Linde AG (Kurzfassung)

 

 

 

 

 

in Mio. €

 

2015

 

2014

Umsatzerlöse

 

2.097

 

1.888

Umsatzkosten

 

1.382

 

1.134

Bruttoergebnis vom Umsatz

 

715

 

754

Funktionskosten

 

868

 

783

Übrige Erträge

 

381

 

297

Übrige Aufwendungen

 

239

 

231

EBIT

 

−11

 

37

Beteiligungsergebnis

 

901

 

680

Übriges Finanzergebnis

 

−246

 

−134

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

644

 

583

Ertragsteuern

 

−25

 

−70

Jahresüberschuss

 

669

 

653

Einstellung in Gewinnrücklagen

 

−29

 

−68

Bilanzgewinn

 

640

 

585

Die Bruttomarge ging von 39,9 Prozent auf 34,1 Prozent zurück. Der wesentliche Grund für den Margenrückgang ist der im Verhältnis zum Vorjahr gestiegene Umsatzanteil des Geschäftsbereichs Linde Engineering. Der Anlagenbau weist grundsätzlich niedrigere Bruttomargen aus als der Gasebereich.

Die Erhöhung der Funktionskosten auf 868 Mio. EUR (Vj. 783 Mio. EUR) ist im Wesentlichen auf Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen sowie auf die Verschmelzung der Linde Engineering Dresden GmbH zurückzuführen.

Der Anstieg der übrigen Erträge und der übrigen Aufwendungen resultierte im Wesentlichen aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 97,9 Mio. EUR (Vj. 63,3 Mio. EUR) sowie aus Währungskurseffekten im Berichtsjahr.

Das Beteiligungsergebnis hat sich im Berichtsjahr auf 901 Mio. EUR (Vj. 680 Mio. EUR) erhöht. Hierin sind Dividenden in Höhe von 819 Mio. EUR (Vj. 517 Mio. EUR) und Gewinne aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von 82 Mio. EUR (Vj. 163 Mio. EUR) enthalten. Mit dem überwiegenden Teil der deutschen Tochtergesellschaften bestehen direkt oder indirekt Ergebnisabführungsverträge. Für die Dividendenzahlungen der meist ausländischen Tochtergesellschaften werden individuelle Ausschüttungsbeschlüsse gefasst.

Die wesentlichen Veränderungen im übrigen Finanzergebnis sind auf die Abschreibung von Finanzanlagen in Höhe von 30 Mio. EUR (Vj. 11 Mio. EUR) und auf die Kursverluste aus der Bewertung des Deckungsvermögens von Pensionsverpflichtungen in Höhe von 37 Mio. EUR (Vj. Kursgewinne: 53 Mio. EUR) zurückzuführen.

Das Ergebnis vor Steuern betrug 644 Mio. EUR und lag damit über dem Vorjahreswert (583 Mio. EUR).

Nach Berücksichtigung des Steuerergebnisses hat die Linde AG im Berichtsjahr 2015 einen Jahresüberschuss von 669 Mio. EUR (Vj. 653 Mio. EUR) erzielt. Dieser lag um 2,5 Prozent über dem Vorjahr. Ursprünglich war ein Anstieg von 5 Prozent bis 10 Prozent prognostiziert.