Gesamt­wirtschaftliche Rahmenbedingungen

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Reales Bruttoinlandsprodukt (BIP)1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wachstum in Prozent

 

 

% Gewichtung2

 

2011

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

1

Quelle: Oxford Economics. Die Vorjahreszahlen wurden auf Basis der neuesten verfügbaren Daten (zum 14. Januar 2016) angepasst. Die Wachstumsraten der Regionen basieren nur auf Ländern, in denen Linde Aktivitäten unterhält. Angaben zu einzelnen Ländern und Welt entsprechen den Daten von Oxford Economics.

2

Die Gewichtung basiert auf dem Bruttoinlandsprodukt 2015.

EMEA

 

29,4

 

2,6

 

0,5

 

0,9

 

1,6

 

1,5

Euroraum

 

15,7

 

1,6

 

−0,8

 

−0,3

 

0,9

 

1,5

Deutschland

 

4,6

 

3,7

 

0,6

 

0,4

 

1,6

 

1,5

Asien/Pazifik

 

26,4

 

7,0

 

5,9

 

5,9

 

5,9

 

5,5

China

 

14,7

 

9,5

 

7,7

 

7,7

 

7,3

 

6,9

Amerika

 

33,5

 

2,4

 

2,3

 

1,9

 

2,1

 

1,5

USA

 

24,4

 

1,6

 

2,2

 

1,5

 

2,4

 

2,4

Welt

 

100,0

 

3,3

 

2,5

 

2,4

 

2,7

 

2,5

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Industrieproduktion (IP)1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wachstum in Prozent

 

 

2011

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

1

Quelle: Oxford Economics. Die Vorjahreszahlen wurden auf Basis der neuesten verfügbaren Daten (zum 14. Januar 2016) angepasst. Die Wachstumsraten der Regionen basieren nur auf Ländern, in denen Linde Aktivitäten unterhält. Angaben zu einzelnen Ländern und Welt entsprechen den Daten von Oxford Economics.

EMEA

 

3,4

 

−0,9

 

−0,3

 

1,3

 

1,0

Euroraum

 

2,3

 

−3,1

 

−0,9

 

0,6

 

0,7

Deutschland

 

7,4

 

−0,4

 

0,1

 

1,5

 

0,7

Asien/Pazifik

 

9,5

 

7,4

 

5,1

 

5,1

 

4,2

China

 

10,6

 

8,2

 

7,9

 

7,3

 

5,9

Amerika

 

3,0

 

1,9

 

1,8

 

2,7

 

USA

 

3,0

 

2,8

 

1,9

 

3,7

 

1,3

Welt

 

4,3

 

2,4

 

2,3

 

3,3

 

1,8

Globale Konjunktur

Linde ist in mehr als 100 Ländern vertreten und bietet seinen Kunden ein vielfältiges Produkt- und Dienstleistungsspektrum. Die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen und Rahmenbedingungen in den verschiedenen Regionen haben daher einen erheblichen Einfluss auf die Geschäftslage des Konzerns. Um den Geschäftsverlauf von Linde einordnen zu können, wird im Folgenden ein Überblick über die Entwicklung der Konjunktur im Jahr 2015 gegeben.

Nach Angaben des britischen Wirtschaftsforschungsinstituts Oxford Economics lag das Weltwirtschaftswachstum 2015 unter dem Vorjahreswert. In einem von makroökonomischen und geopolitischen Unsicherheiten geprägten Umfeld stieg das weltweite reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,5 Prozent und damit etwas weniger als 2014 (2,7 Prozent). Die weltweite Industrieproduktion, ein wichtiger Indikator für die Geschäftsaktivitäten von Linde, wuchs um 1,8 Prozent und damit deutlich weniger dynamisch als im Vorjahr (3,3 Prozent). Zugleich ist auch die Weltwirtschaft nicht in dem Maße gewachsen, wie Anfang des Jahres 2015 erwartet wurde, als Wirtschaftswissenschaftler noch ein Wachstum von Bruttoinlandsprodukt und Industrieproduktion von je 2,9 Prozent prognostizierten. So litt die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in der Welt im vergangenen Jahr unter einem deutlichen Wachstumsrückgang in den Schwellenländern, dem Verfall der Rohstoffpreise und den damit verbundenen geringeren Investitionen der Bergbauindustrie in zahlreichen Ländern. Das Wirtschaftswachstum und die wirtschaftliche Erholung vieler Länder wurden auch im vergangenen Jahr wieder durch anhaltende geopolitische Spannungen und lokale Krisenherde gedämpft. Infolge der höheren Unsicherheit waren die Währungs- und Finanzmärkte 2015 von hoher Volatilität geprägt.

EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika)

Das Wachstum in der Gesamtregion EMEA belief sich im Jahr 2015 auf 1,5 Prozent (2014: 1,6 Prozent). Die Industrieproduktion legte um 1,0 Prozent zu, lag damit allerdings unter dem im Vorjahr erreichten Wert (1,3 Prozent). Während das erwirtschaftete Bruttoinlandsprodukt mit den Prognosen übereinstimmt, lag die Entwicklung der Industrieproduktion unter den Werten, die zu Beginn des Jahres 2015 erwartet wurden. Ähnlich wie im Vorjahr sind die wirtschaftlichen Entwicklungen in den einzelnen Teilregionen sehr unterschiedlich verlaufen. In Westeuropa setzte sich der positive Trend mit einem BIP-Wachstum von 1,7 Prozent fort (2014: 1,3 Prozent). Die größeren Volkswirtschaften Westeuropas, vor allem Deutschland, Spanien und Großbritannien, wiesen relativ robuste Entwicklungen auf. In Deutschland legte das BIP 2015 um 1,5 Prozent zu und erreichte damit fast das Vorjahresniveau von 1,6 Prozent. Die Wachstumsrate in Großbritannien belief sich auf 2,2 Prozent (2014: 2,9 Prozent). Spanien wuchs besonders stark um 3,2 Prozent gegenüber einem BIP-Wachstum von nur 1,4 Prozent im Vorjahr. Nach Jahren der Rezession in Italien und Stagnation in Portugal erreichten beide im Jahr 2015 ebenfalls ein moderates Wachstum. Frankreich konnte ebenfalls sein BIP-Wachstum steigern und erreichte 1,1 Prozent, im Vergleich zu 0,2 Prozent im Jahr 2014.

In Osteuropa schwächte sich die Konjunktur im Jahr 2015 ab, was auf erhebliche Rückgänge der Wirtschaftsleistung in Russland und der Ukraine zurückzuführen ist. Das BIP in Osteuropa war 2015 um 0,6 Prozent rückläufig, im Vergleich zu einem Anstieg von 1,3 Prozent im Vorjahr. Die Industrieproduktion in Osteuropa verringerte sich um 0,6 Prozent (2014: 2,7 Prozent). Die positive wirtschaftliche Entwicklung in Polen, Ungarn, der Tschechischen Republik, Rumänien und der Türkei reichte nicht aus, um die negativen Entwicklungen, besonders in Russland (–3,8 Prozent), aber auch in der Ukraine (–11,0 Prozent) und in Weißrussland (–3,2 Prozent), auszugleichen.

Das Wachstum im Mittleren Osten blieb im Jahr 2015 dynamisch: Das BIP wuchs um 3,1 Prozent, im Vergleich zu 4,0 Prozent im Vorjahr.

Die afrikanischen Volkswirtschaften führten die positiven Entwicklungen des Vorjahres fort, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt. Das BIP in den Ländern, in denen Linde vertreten ist, stieg um 2,7 Prozent (2014: 4,2 Prozent). In Südafrika legte das BIP im Jahr 2015 um 1,4 Prozent zu. Die Industrieproduktion konnte jedoch nur leicht gesteigert werden, mit einem Wachstum von 0,3 Prozent (2014: 0,1 Prozent).

Asien/Pazifik

Die höchste wirtschaftliche Dynamik war auch 2015 wieder im Raum Asien/Pazifik zu verzeichnen. Hier stieg das BIP um 5,5 Prozent (2014: 5,9 Prozent) und die Industrieproduktion legte um 4,2 Prozent zu (2014: 5,1 Prozent).

China wuchs etwas langsamer und erzielte ein BIP-Wachstum von 6,9 Prozent (2014: 7,3 Prozent); die Industrieproduktion stieg um 5,9 Prozent (2014: 7,3 Prozent). Beide Zahlen liegen geringfügig unter den ursprünglichen Prognosen. In der indischen Wirtschaft ist seit Mitte 2013 eine Kehrtwendung zu beobachten: So wuchs das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2015 um 7,4 Prozent, im Vergleich zu 7,1 Prozent im Vorjahr. In Südostasien legte das BIP im Jahr 2015 um 5,7 Prozent zu und lag damit ungefähr auf Vorjahresniveau (2014: 5,6 Prozent). Die Industrieproduktion legte um 4,0 Prozent zu (2014: 2,9 Prozent).

Die wirtschaftliche Situation in Australien hat sich im Jahr 2015 nicht wesentlich verändert. Der globale Rückgang der Rohstoffpreise führte weiterhin zu einer Investitionszurückhaltung: Während das BIP noch um 2,4 Prozent zulegte (2014: 2,6 Prozent), stieg die Industrieproduktion lediglich um 2,1 Prozent und war damit stark rückläufig gegenüber 2014 (2014: 4,6 Prozent). Wachstumstreiber war eine positive Entwicklung der Bergbauindustrie, während das verarbeitende Gewerbe im Jahr 2015 wieder einen Rückgang zu verzeichnen hatte.

Amerika

Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts der Region Amerika belief sich auf 1,5 Prozent und lag damit deutlich unter der Vorjahresrate (2014: 2,1 Prozent). Dies war im Wesentlichen auf die Rezession in Brasilien zurückzuführen. Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA zeigte sich im Jahr 2015 wieder relativ stabil. Das BIP wuchs 2015 um 2,4 Prozent (2014: 2,4 Prozent). Das Wachstum der Industrieproduktion fiel hingegen enttäuschend gering aus. Mit nur 1,3 Prozent lag die Rate deutlich unter dem Vorjahreswachstum von 3,7 Prozent und der Prognose zu Jahresbeginn 2015 (3,2 Prozent), was hauptsächlich auf den starken US-Dollar und den Rückgang der Investitionen der Ölindustrie zurückzuführen ist.

In Südamerika hingegen verschlechterte sich das wirtschaftliche Umfeld infolge der Rezession in Brasilien: Das BIP war in der Region um 2,0 Prozent rückläufig und die Industrieproduktion schrumpfte um 4,8 Prozent. Damit hat sich der negative Trend des Vorjahres weiter verstärkt (2014: BIP-Wachstum von 0,6 Prozent und Rückgang der Industrieproduktion um 2,2 Prozent). Das BIP in Brasilien, der größten Volkswirtschaft in der Region, fiel 2015 um 3,7 Prozent, nachdem es in 2014 noch bei +0,1 Prozent lag. Die Industrieproduktion Brasiliens verzeichnete im selben Zeitraum einen noch stärkeren Rückgang von 7,8 Prozent (2014: −2,9 Prozent).

Alle hier präsentierten gesamtwirtschaftlichen Beobachtungen für Bruttoinlandsprodukt und Industrieproduktion basieren auf Daten des Wirtschaftsforschungsinstituts Oxford Economics vom 14. Januar 2016.