Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionäre (Handschrift)

unser Unternehmen ist trotz der Schwäche in der Weltwirtschaft im Geschäftsjahr 2015 weiter gewachsen.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Linde Group weltweit für ihren tatkräftigen Einsatz und ihre Leistungen im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Überblick

Dr. Manfred Schneider (Photo)

Der Aufsichtsrat hat sich im Berichtsjahr eingehend mit der Lage, den Perspektiven und der strategischen Weiterentwicklung der Gesellschaft, mit der künftigen langfristigen Positionierung des Linde Konzerns sowie mit wesentlichen Einzelmaßnahmen befasst. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und seine Geschäftsführung entsprechend den uns nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben überwacht. Der Vorstand hat uns in unseren Sitzungen und durch schriftliche Berichte regelmäßig, zeitnah und umfassend über den Geschäftsverlauf, die wirtschaftliche Lage, die Rentabilität und die Planung der Gesellschaft und ihrer Tochterunternehmen sowie alle für die Gesellschaft und ihre Tochterunternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance unterrichtet. Sämtliche uns überlassenen und vorgestellten Unterlagen haben wir auf Plausibilität geprüft. Wir haben den Vorstand regelmäßig zu wichtigen Sachverhalten befragt. In Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat eingebunden. Hierzu gehören Maßnahmen und Geschäfte des Vorstands, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen. Dazu zählen insbesondere das Jahresinvestitionsprogramm, größere Akquisitionen, Desinvestitionen sowie definierte Kapital- und Finanzmaßnahmen. In den Ausschüssen und im Plenum setzten wir uns kritisch mit den Berichten und Beschlussvorlagen des Vorstands auseinander und brachten Anregungen ein. Darüber hinaus hat sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats fortlaufend über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage, wesentliche Geschäftsvorfälle und Entscheidungen des Vorstands, unter anderem anhand der Vorstandsprotokolle, in Kenntnis setzen lassen. Er stand in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand und insbesondere dem Vorsitzenden des Vorstands und hat mit ihm die Unternehmensstrategie, die Planung, die Geschäftsentwicklung, die Risikolage, das Risikomanagement und die Compliance regelmäßig beraten. Der Aufsichtsrat hat sich auf der Grundlage der Berichte des Vorstands sowie des vom Abschlussprüfer erstatteten Berichts von der Leistungsfähigkeit des gemäß § 91 Abs. 2 AktG eingerichteten Risikoüberwachungssystems überzeugt. Er hatte zu keiner Zeit Beanstandungen gegen die Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung.

Sitzungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2015 fanden fünf Aufsichtsratssitzungen statt, davon vier turnusgemäße und eine außerordentliche. Mit Ausnahme von zwei Sitzungen, bei denen jeweils ein Aufsichtsratsmitglied nicht anwesend sein konnte, haben an den Aufsichtsratssitzungen alle zwölf Aufsichtsratsmitglieder teilgenommen. Die Fehlenden haben jeweils durch schriftliche Stimmabgabe an den Beschlussfassungen mitgewirkt. Die Mitglieder des Vorstands nahmen an den Sitzungen des Aufsichtsrats teil, soweit der Aufsichtsratsvorsitzende nichts anderes bestimmt hatte. Bei Bedarf tagte der Aufsichtsrat ohne den Vorstand. Dies ist regelmäßig der Fall, wenn Tagesordnungspunkte behandelt werden, die den Vorstand selbst betreffen.

In den Sitzungen hat sich der Aufsichtsrat neben der aktuellen Geschäftsentwicklung, der Finanz- und der Risikolage, der Strategie, der Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen sowie der unternehmensinternen Richtlinien (Compliance) und wichtigen geschäftlichen Einzelvorgängen mit zustimmungspflichtigen Maßnahmen des Vorstands beschäftigt. Nach gründlicher Prüfung und Erörterung der vorgelegten Unterlagen und der jeweiligen Anträge des Vorstands hat der Aufsichtsrat alle erforderlichen Zustimmungen erteilt. Die Beschlüsse des Aufsichtsrats wurden im Berichtsjahr ausschließlich in Sitzungen gefasst.

Im Zentrum der Beratungs- und Überwachungstätigkeit des Aufsichtsrats standen auch 2015 die Entwicklungsperspektiven des Konzerns, der einzelnen Bereiche und der berichtspflichtigen Segmente. Regelmäßig haben wir mit dem Vorstand mögliche Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftslage und von Währungseffekten, Auswirkungen der Ölpreisentwicklung und der Auftragslage im Anlagenbau sowie die Entwicklung einzelner Märkte erörtert und Fragen der Planbarkeit und Stabilität der weiteren Entwicklungen diskutiert. Im Fokus standen 2015 außerdem das 2014 gestartete Programm zur Effizienzsteigerung sowie die Akquisition des US-amerikanischen Homecare-Unternehmens American HomePatient, Inc.

In der Bilanz-Aufsichtsratssitzung am 13. März 2015 befassten wir uns unter anderem eingehend mit dem Jahresabschluss der Linde AG und dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014, billigten diese und stimmten dem Gewinnverwendungsvorschlag zu. Wir beschlossen auf Vorschlag des Ständigen Ausschusses die Zielerreichungen der variablen Barvergütung und die Gesamtbezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder für 2014. Darüber hinaus gaben wir die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ab und verabschiedeten den Aufsichtsrats- und den Corporate Governance-Bericht 2014 sowie die Tagesordnung der Hauptversammlung einschließlich der Beschlussvorschläge. Neben der regelmäßigen Berichterstattung über den Geschäftsverlauf und die Lage des Linde Konzerns legte uns der Vorstand die aktualisierte Planung für das Geschäftsjahr 2015 und die aktualisierte Mittelfristplanung vor. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen von der im Vorjahr vorgelegten Planung. Der Vorstand ging vertiefend auf ausgewählte Kennzahlen ein und informierte uns über die finanziellen und operativen Auswirkungen auf das Unternehmen. Des Weiteren gab der Vorstandsvorsitzende einen Sachstandsbericht zur Fortentwicklung des Organisationsmodells. Ein weiteres Thema der Sitzung war das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen und dessen Umsetzung im Linde Konzern.

Unmittelbar vor der Hauptversammlung am 12. Mai 2015 berichtete der Vorstand über den Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2015 und über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage des Linde Konzerns. Des Weiteren informierte uns der Vorstand über Akquisitionsmöglichkeiten im Healthcaregeschäft. Ferner stimmten wir nach ausführlicher Erläuterung durch den Vorstand einem zustimmungspflichtigen Geschäft zu. Es handelte sich um eine interne Refinanzierung. Ein weiteres Thema der Sitzung war die EMIR-Pflichtprüfung 2014 gemäß § 20 WpHG, eine Systemprüfung zur Einhaltung von sich aus dem Wertpapierhandelsgesetz ergebenden Anforderungen. Außerdem diente die Sitzung der Vorbereitung des sich anschließenden Aktionärstreffens.

In einer außerordentlichen Sitzung am 25. Juni 2015 behandelte der Aufsichtsrat detailliert den geplanten Erwerb des US-amerikanischen Homecare-Unternehmens American HomePatient, Inc. Wir haben uns in dieser Sitzung ein umfassendes Bild über die Transaktion, die damit verbundenen Chancen und Risiken, die mit ihr verfolgten unternehmerischen und strategischen Ziele, die Realisierbarkeit, die beabsichtigte Finanzierung und die Auswirkungen auf unser Unternehmen gemacht. Anschließend stimmten wir dem vom Vorstand beantragten Erwerb des Unternehmens zu.

In unserer Sitzung am 25. September 2015 informierte der Vorstand detailliert über die wirtschaftliche Lage des Linde Konzerns und seiner Divisionen, gab einen Ausblick auf das Gesamtjahr 2015 und stellte in einem Schwerpunktbericht den Status des Homecare-Akquisitionsprojekts in den USA dar. Ferner standen der Status der Umsetzung der in den Vorjahren aufgezeigten Strategien, die strategische Weiterentwicklung und das Wettbewerbsumfeld des Unternehmens im Fokus der Sitzung. Neuere Entwicklungen zur Strategie und zur Wettbewerbsposition des Linde Konzerns und seiner Geschäftsfelder wurden intensiv erörtert. Diskutiert wurden insbesondere Fragen der strategischen Positionierung und Ausrichtung des Unternehmens und seiner Divisionen und hierzu erwogene bzw. initiierte Vorhaben und deren Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage. Der Vorstand erläuterte unter Berücksichtigung der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Chancen und Risiken im internationalen Wettbewerbsumfeld und in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung und Weiterentwicklung des Programms zur Effizienzsteigerung. Weiter erläuterte der Vorstand die Umsetzung des neuen Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in den beiden Ebenen unterhalb des Vorstands. Der Aufsichtsrat legte für den Frauenanteil im Vorstand der Linde AG eine Zielgröße für die Zeit bis zum 30. Juni 2017 fest.

In der letzten Sitzung des Jahres am 7. Dezember 2015 haben wir uns mit der aktuellen Geschäftsentwicklung und der Entwicklung des Unternehmens im Vergleich zu wesentlichen Wettbewerbern beschäftigt. Ein weiteres Thema waren Situation, Chancen, Risiken und Strategie des US-amerikanischen Healthcare-Tochterunternehmens Lincare Holdings Inc. Der Bericht des Lincare-CEO berücksichtigte insbesondere die anstehenden staatlichen Preiskürzungen für Leistungen des US-Healthcaregeschäfts sowie die Integration des geplanten, vom Aufsichtsrat im Juni 2015 genehmigten Erwerbs von American HomePatient Inc. Des Weiteren berichtete der Vorstand über die aktuelle Geschäfts- und Finanzlage nach Abschluss des dritten Quartals. Auf der Grundlage umfangreicher Unterlagen haben wir uns mit der Vorschau auf den Jahresabschluss 2015, dem Budget für das Geschäftsjahr 2016 und der mittelfristigen Unternehmensplanung für die Jahre 2017 bis 2019 einschließlich Finanz-, Investitions- und Personalplanung befasst. Diese haben wir jeweils im Detail erörtert. Die vom Vorstand getroffenen Annahmen wurden von uns, insbesondere auch im Hinblick auf die mit dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld verbundenen Risiken für das Unternehmen, intensiv hinterfragt. Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen hat uns der Vorstand unter Angabe von Gründen dargelegt. Außerdem erörterten wir ausführlich den Antrag des Vorstands auf Zustimmung zu dem Investitionsprogramm 2016. Nach sorgfältiger Prüfung erteilten wir unsere Zustimmung. Schließlich befassten wir uns in Abwesenheit des Vorstands ausführlich mit den Ergebnissen der Effizienzprüfung des Aufsichtsrats und diskutierten Verbesserungsmaßnahmen für unsere Aufsichtsratstätigkeit. Als Ergebnis der Effizienzprüfung wurden insbesondere Anregungen für künftige Neubesetzungen des Aufsichtsrats und für zusätzliche im Aufsichtsrat zu behandelnde Themen aufgegriffen. Außerdem diskutierten wir die Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat.

Ausschüsse und deren Sitzungen

Der Aufsichtsrat hat unverändert vier Ausschüsse: Den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG, den Ständigen Ausschuss, den Prüfungsausschuss und den Nominierungsausschuss. Der Aufsichtsratsvorsitzende führt mit Ausnahme des Prüfungsausschusses in allen Ausschüssen den Vorsitz. Die gegenwärtige Zusammensetzung der Ausschüsse finden Sie im Kapitel Ausschüsse des Aufsichtsrats. Informationen zu den Aufgaben der Ausschüsse sind im Bericht zur Corporate Governance enthalten.

Der Ständige Ausschuss des Aufsichtsrats trat im Berichtsjahr zu zwei Sitzungen, davon eine Telefonkonferenz, zusammen. Zusätzlich wurde ein Beschluss im schriftlichen Verfahren herbeigeführt. Der Vorsitzende des Ständigen Ausschusses stand zur Abstimmung besonderer Themen auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Ausschussmitgliedern. Der Ständige Ausschuss behandelte Personalangelegenheiten aktiver und ehemaliger Vorstandsmitglieder und bereitete Entscheidungen des Aufsichtsrats zur Vergütung des Vorstands vor. Gegenstand der Beratungen waren auch Fragen zum Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen. Weiterhin hat der Ständige Ausschuss Anpassungen der Fassung der Satzung beschlossen, die aufgrund der Ausgabe von Aktien zur Bedienung von Aktienoptionen erforderlich geworden waren, und erteilte seine Einwilligung zur Übernahme von Mandaten und Nebentätigkeiten der Vorstandsmitglieder bei anderen Unternehmen, Einrichtungen und Institutionen. In einer kurzfristig abgehaltenen Telefonkonferenz informierte der Vorstand den Ständigen Ausschuss und den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses über eine kapitalmarktrechtliche Ad-hoc-Meldung bezüglich Anpassung der Mittelfristziele für 2017.

Der Prüfungsausschuss hat im Berichtsjahr viermal in Gegenwart des Abschlussprüfers sowie des Vorsitzenden des Vorstands und des Finanzvorstands getagt. Er hat den Jahresabschluss der Linde AG und den Konzernabschluss, die Lageberichte, den Gewinnverwendungsvorschlag und die Prüfungsberichte einschließlich des Berichts zum Prüfungsschwerpunkt sowie den mündlichen Bericht des Abschlussprüfers über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung intensiv beraten und geprüft. Der Prüfungsausschuss sah im Rahmen seiner Prüfungen keinen Anlass für Beanstandungen. Wesentliche Schwächen des Internen Kontrollsystems, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, und des Risikofrüherkennungssystems wurden vom Abschlussprüfer nicht festgestellt. Außerdem erörterte der Vorstand mit dem Prüfungsausschuss die Zwischenberichte und den Halbjahresfinanzbericht unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht vor deren Veröffentlichung. Darüber hinaus beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit der Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats zur Bestellung des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Festlegung des Prüfungsschwerpunktes und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer. Er überwachte die Unabhängigkeit, Qualifikation, Rotation und Effizienz des Abschlussprüfers sowie die von diesem zusätzlich zu den Abschlussprüfungsleistungen erbrachten Leistungen. Überdies hat der Prüfungsausschuss in Übereinstimmung mit internen Regelungen mit dem Abschlussprüfer eine Vereinbarung über die Erbringung von Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit der Abschlussprüfung stehen, getroffen und ließ sich durch den Abschlussprüfer zu jeder Sitzung über die Höhe der in diesem Zusammenhang angefallenen Honorare informieren. Weiterhin ließ sich der Prüfungsausschuss regelmäßig über die Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems und der Compliance-Strukturen, über Compliance-Themen, etwaige rechtliche und regulatorische Risiken sowie die Risikolage, -erfassung und -überwachung im Unternehmen unterrichten. Der Prüfungsausschuss befasste sich anhand einer Präsentation des Vorstands mit der Weiterentwicklung der Kontrollsysteme im Linde Konzern. Er erhielt einen Bericht bezüglich Ausstattung, Aufgaben und Verantwortlichkeiten sowie Prüfungstätigkeit der Internen Revision und über den Prüfungsplan 2015. Der Prüfungsausschuss hat sich über die Effizienz des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des Internen Revisionssystems unterrichten lassen, sie eingehend erörtert und sich von der Wirksamkeit der Systeme überzeugt. Ferner informierte der Vorstand den Prüfungsausschuss regelmäßig über den Status verschiedener Aktivitäten zur externen und internen Finanzierung sowie zur Liquiditätssicherung des Unternehmens. Weitere behandelte Themen waren die EMIR-Pflichtprüfung 2014 gemäß § 20 WpHG und die Stichprobenprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2014 der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung. Die Stichprobenprüfung führte zu keinen Feststellungen. Bei ausgewählten Punkten der Tagesordnung nahmen auch die Leiter der zuständigen Fachabteilungen an den Sitzungen des Prüfungsausschusses teil, erstatteten Bericht und beantworteten Fragen. Darüber hinaus führte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses zwischen den Sitzungsterminen Gespräche zu wichtigen Einzelthemen, insbesondere mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden, dem Vorstandsvorsitzenden, dem Finanzvorstand und dem Abschlussprüfer. Über die wesentlichen Ergebnisse dieser Gespräche wurde dem Prüfungsausschuss und, soweit erforderlich, dem Aufsichtsrat regelmäßig Bericht erstattet.

Die Mitglieder des Nominierungsausschusses erörterten im Berichtsjahr 2015 mehrfach außerhalb von Sitzungen Kandidaten für die Nachwahl in den Aufsichtsrat. Sie haben schließlich im Dezember 2015 eine Empfehlung für die Bestellung einer Nachfolgerin für Klaus-Peter Müller ausgesprochen, der auf seinen Wunsch zum 31. Dezember 2015 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden ist. Bei seiner Empfehlung hat der Nominierungsausschuss alle Vorgaben und Ziele zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats nach Gesetz und Deutschem Corporate Governance Kodex einschließlich der Diversity und insbesondere der Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat berücksichtigt.

Der Vermittlungsausschuss musste nicht einberufen werden.

Mit Ausnahme von einer Sitzung des Prüfungsausschusses, an der der Vorsitzende des Prüfungsausschusses nicht teilnehmen konnte, haben an den Ausschusssitzungen jeweils alle Mitglieder der Ausschüsse teilgenommen.

Die Ausschussvorsitzenden haben das Plenum jeweils zeitnah und umfassend über die Inhalte und Ergebnisse der Ausschusssitzungen informiert.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung

Die Weiterentwicklung und die Umsetzung der Vorschriften des Deutschen Corporate Governance Kodex beobachten wir fortlaufend. Vorstand und Aufsichtsrat haben im März 2016 eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht. www.linde.com. Weitere Informationen zur Corporate Governance bei Linde finden Sie im Corporate Governance-Bericht.

Jahres- und Konzernabschluss

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, (KPMG) hat den nach HGB-Grundsätzen aufgestellten Jahresabschluss der Linde AG sowie den nach IFRS-Grundsätzen, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellten Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 einschließlich des für die Linde AG und den Konzern zusammengefassten Lageberichts nach den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung und unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) geprüft. Der Abschlussprüfer hat bestätigt, dass der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht den in § 315a Abs. 1 HGB genannten Vorgaben entsprechen; er hat für beide Abschlüsse einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Die KPMG hat auftragsgemäß die prüferische Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts und der Zwischenberichte im Geschäftsjahr 2015 durchgeführt. Diese hat zu keinem Zeitpunkt zu Beanstandungen geführt. Die KPMG bestätigte ferner, dass das Risikofrüherkennungssystem den gesetzlichen Vorschriften entspricht; bestandsgefährdende Risiken waren nicht erkennbar. Prüfungsschwerpunkt im Geschäftsjahr 2015 war die „Qualitätsbeurteilung der Internen Revision der Linde AG“. Wesentliche Schwächen des Internen Kontrollsystems, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, und des Risikofrüherkennungssystems wurden vom Abschlussprüfer nicht festgestellt. Auch im Berichtsjahr hat der Abschlussprüfer gegenüber dem Prüfungsausschuss seine Unabhängigkeit erklärt.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugestellt. Sie waren Gegenstand intensiver Beratungen im Prüfungsausschuss am 8. März 2016 sowie in der Bilanz-Aufsichtsratssitzung am 9. März 2016. An den Erörterungen sowohl im Prüfungsausschuss als auch im Plenum nahm der Abschlussprüfer teil. Er berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und stand für ergänzende Auskünfte sowie die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Auch der Prüfungsausschuss berichtete über das Ergebnis seiner Prüfung an den Aufsichtsrat. Wir haben sämtliche Vorlagen und Prüfungsberichte geprüft und eingehend diskutiert. Nach dem Ergebnis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung der von Vorstand und Abschlussprüfer vorgelegten Unterlagen erheben wir keine Einwendungen und schließen uns dem Ergebnis der Abschlussprüfung durch die KPMG an. Wir billigen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Linde AG und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015; der Jahresabschluss der Linde AG ist damit festgestellt. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands stimmen wir zu.

Veränderungen in der Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand

Klaus-Peter Müller legte mit Wirkung zum 31. Dezember 2015 sein Aufsichtsratsmandat nieder. Als Nachfolgerin ist zum 7. Januar 2016 Dr. Victoria Ossadnik gerichtlich bestellt worden. Der Aufsichtsrat dankt Klaus-Peter Müller für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit und seine wichtigen Beiträge zum Erfolg des Unternehmens. Zum Nachfolger von Klaus-Peter Müller als Mitglied des Ständigen Ausschusses und des Nominierungsausschusses wählte der Aufsichtsrat Franz Fehrenbach. Eine Übersicht über die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden Sie im Kapitel Aufsichtsrat.

Zum 1. Januar 2015 nahmen Dr.-Ing. Christian Bruch und Bernd Eulitz ihre Tätigkeit im Vorstand der Linde AG auf. Sie traten die Nachfolge von Prof. Dr.-Ing. Aldo Belloni an, der zum 31. Dezember 2014 aufgrund Erreichens der Altersgrenze aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Dr.-Ing. Christian Bruch verantwortet im Vorstand die Engineering Division sowie Technologie & Innovation. Bernd Eulitz zeichnet im Vorstand für das Gasesegment EMEA verantwortlich.

München, den 9. März 2016

Für den Aufsichtsrat

Dr. Manfred Schneider (Unterschrift)

Dr. Manfred Schneider
[Vorsitzender des Aufsichtsrats der Linde AG]