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Dr. Cristina Gomez – Business Development Manager Bereich Homecare Region Kontinental & Nordeuropa (Bild)

Dr. Cristina Gomez – Business Development Manager Homecare, Region Kontinental- & Nordeuropa

Reportage

Linde arbeitet kontinuierlich daran, den Service für Patienten mit Atemwegs- und anderen chronischen Erkrankungen weiter zu verbessern und ihnen eine umfassende und gleichzeitig komfortable medizinische Betreuung zu bieten. In mehreren Studien hat Dr. Cristina Gomez, Business Development Manager Homecare, Region Kontinental- & Nordeuropa, das Potenzial der Übermittlung medizinischer Patientendaten mittels verschiedener Informations- und Kommunikationstechnologien getestet. Die Ergebnisse sind viel versprechend.

»Durch die digitale Übermittlung der Patientenwerte konnten wir die Krankenhausaufenthalte um 60 Prozent verringern.«

Dr. Cristina Gomez

Dank des steigenden Lebensstandards und der verbesserten medizinischen Versorgung werden die Menschen weltweit immer älter. Gleichzeitig wächst allerdings auch die Zahl chronischer Erkrankungen – und damit die Belastung für die Gesundheitssysteme. Umso wichtiger ist es, eine angemessene medizinische Versorgung und entsprechende Service- und Beratungsleistungen auch außerhalb von Kliniken und Krankenhäusern, also im häuslichen Umfeld, gewährleisten zu können.

Linde verfügt in diesem Bereich – Fachbegriff: Homecare – über umfassende Kompetenzen und langjährige Erfahrung. Das Unternehmen nutzt neue Technologien und sieht in der Übermittlung und Kontrolle relevanter medizinischer Daten beispielsweise über das Internet (Telemedizin) viele Vorteile. Die Möglichkeit, in der gewohnten Umgebung zu leben, bedeutet für Patienten mit chronischen Erkrankungen wertvolle Lebensqualität. Bisher mussten sie häufig zur Kontrolle und insbesondere bei Notfällen ihren Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen. Einige dieser aufwendigen Untersuchungen und ungeplanten Krankenhausaufenthalte könnten zukünftig durch Telemedizin ersetzt werden.

Bei diesem Verfahren werden alle medizinisch relevanten Patientendaten durch Messgeräte via Internet oder Telefonleitung an Ärzte und geschultes Pflegepersonal übermittelt. Erklärtes Ziel ist es, eine Verschlechterung des Gesundheitszustands zu einem frühen Zeitpunkt zu entdecken, gegenzusteuern und damit einen stationären Klinikaufenthalt zu vermeiden. Linde hat diese Dienstleistung erstmals in Spanien erprobt: In der kürzlich durchgeführten PROMETE-Studie stellte Linde 30 Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen die erforderliche Infrastruktur zur Verfügung, um eigenständig den Blutdruck, den Spitzenfluss, die Pulsfrequenz und die Sauerstoffkonzentration im Blut messen und diese Daten elektronisch weiterleiten zu können. „Die Studie hat bewiesen, dass es sich lohnt, in diesen Bereich zu investieren“, sagt Dr. Cristina Gomez, Business Development Manager bei Linde in Madrid. „Ein umfassendes und integriertes Telemedizin-Programm trägt dazu bei, die Gesundheitskosten zu senken, ohne Abstriche in der Qualität der medizinischen Versorgung machen zu müssen.“ Für das PROMETE-Projekt hatte Linde gezielt Patienten mit der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ausgewählt, da das Unternehmen auf diesem Feld – insbesondere als verlässlicher Partner der Patienten während lang andauernder Sauerstofftherapien – über die größte Erfahrung verfügt. „Der Zustand von COPD-Patienten kann sich schnell verschlechtern, deshalb müssen sie oft sehr kurzfristig ins Krankenhaus eingeliefert werden“, erläutert Cristina Gomez. „Im Rahmen unserer Studie konnten wir durch die tägliche Überwachung der Vitalwerte in Echtzeit die Zahl der Krankenhausaufenthalte um 60 Prozent verringern.“ Die Zahl der Notaufnahmen sank sogar um 65 Prozent, weil die Linde Mitarbeiter bei einer Verschlechterung der Werte umgehend reagieren konnten. Per Telefon haben die Homecare-Experten dabei zunächst mit den Patienten mögliche Fehlerquellen beim Umgang mit den Geräten oder bei der Einnahme der Medikamente analysiert. Die tatsächlich klinisch relevanten Alarmmeldungen bildeten die Ausgangsbasis für eine Diagnose, auf deren Grundlage die medikamentöse Dosierung präventiv verändert oder – falls notwendig – ein Soforttermin bei einem Lungenfacharzt vereinbart wurde. Dieses zügige Vorgehen trug dazu bei, einer gravierenden Verschlechterung des Gesundheitszustands der Patienten vorzubeugen.

Im nächsten Schritt werden Cristina Gomez und ihr Team eine neue, größer angelegte Studie durchführen, an der mehr Patienten und mehr Krankenhäuser teilnehmen. Nun analysieren sie die Effizienz und die Vorteile eines integrierten Telemedizin-Programms und damit auch mögliche Einsparpotenziale im Gesundheitssektor.

Wie positiv die Patienten auf die neue Technologie reagieren, hat Cristina Gomez bei der PROMETE-Studie erlebt: „Nach einer kurzen Einführung standen die immerhin 70- bis 80-jährigen Patienten der neuen Technologie zwar noch etwas zurückhaltend gegenüber. Nach Abschluss unseres Projekts wollten sie die Ausrüstung allerdings gar nicht mehr zurückgeben.“

Gute Erfahrungen – Teilnehmer der PROMETE-Studie in Spanien ziehen ihre persönliche Bilanz.

Person1

Alfredo Arévalo Oñoro Madrid

Patient

»Ich fühlte mich so gut betreut, als wäre ein Arzt ständig in meiner Nähe gewesen. Ich wusste jederzeit genau, wie mein Gesundheitszustand war, und spürte eine große Ruhe. Ich konnte mir einfach sicher sein, dass Linde sich in kürzester Zeit gemeldet hätte, falls etwas mit meinen Werten nicht in Ordnung gewesen wäre.«

Person2

Dr. Julio Ancochea Bermúdez Madrid

Leiter der Abteilung Lungenheilkunde am Krankenhaus La Princesa

»Vor dem Hintergrund steigender Kosten im Gesundheitswesen ist es wichtig, dass chronisch kranke Patienten auch im häuslichen Umfeld betreut werden können. Telemedizin eröffnet hierzu neue Möglichkeiten. Dabei kommt es vor allem auf eine enge Zusammenarbeit zwischen dem externen Dienstleister und dem Krankenhaus-Personal an. Im Fall von Linde und unserem Team hat dies sehr gut funktioniert.«

Person3

Imma Molina Madrid

Leiterin des telefonischen Dienstes PROMETE Network bei Linde

»Ich bin mir sicher, dass Telehealth in der medizinischen Betreuung immer wichtiger werden wird. Das Programm ist einfach gut für die Patienten. Zudem trägt es dazu bei, die Gesundheitssysteme zu entlasten.«

Person4

Ana Jordán de la Campa Madrid

Produktmanagerin Homecare bei Linde

»Telemedizin verleiht allen Beteiligten mehr Sicherheit: Den Patienten, aber auch dem Pflegepersonal. Das Vertrauen in den richtigen Umgang mit der Krankheit nimmt zu, weil ein Klinikteam tagtäglich die medizinischen Daten überwacht. Die Patienten gewinnen ein Stück Selbständigkeit zurück - und haben damit wieder mehr Lebensqualität.«

Person5

Pablo Pérez Sevilla

Krankenpfleger, Abteilung Lungenheilkunde am Krankenhaus 'Virgen del Rocio'

»Durch die Übermittlung der medizinischen Patientendaten via Internet hatten wir den jeweiligen Gesundheitszustand der Patienten stets im Blick und waren in der Lage, bei jedem Einzelnen frühzeitig zu reagieren – bevor überhaupt eine kritische Situation eintreten konnte.«