Nachhaltige Optimierung von Prozessen

Um die internen Prozesse und Abläufe stetig zu verbessern, verfolgt Linde ein ganzheitliches Konzept zur nachhaltigen Effizienzsteigerung (HPO = High Performance Organisation). Auf dieser Grundlage sollen die Bruttokosten in dem Vierjahreszeitraum 2013 bis 2016 insgesamt um 750 Mio. Euro bis 900 Mio. Euro reduziert werden. Das Unternehmen setzt dafür weltweit und in allen Bereichen auf erstklassige Standards. Die größten Potenziale sieht Linde in den Bereichen Einkauf, IT und in der Versorgungskette des Geschäfts mit Flaschen- und Flüssiggasen. Im letztgenannten Bereich will das Unternehmen gut die Hälfte der angestrebten Kostensenkungen erreichen. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Felder Logistik und Distribution – denn weltweit betreibt Linde mehr als 3.000 Lkws, um seine Produkte zeit- und bedarfsgerecht an die Kunden zu liefern.

7.000.000

Tonnen Industriegase werden weltweit von Linde ausgeliefert.

>3.000 Fahrzeuge

sorgen für eine reibungslose Logistik.

15.000

Kunden

versorgt Linde mit seinen Flüssiggaseprodukten.

Rund

2.000.000

Belieferungen pro Jahr werden koordiniert.

Rund

400.000.000

Kilometer

legen Linde Lkws pro Jahr zurück.

Interview
Andrew Smith

Der Weg ist das Ziel

Andrew Smith – Leiter Distribution Flüssiggase (Bild)

Andrew Smith – Leiter Distribution Flüssiggase

Interview

Rund zwei Millionen Mal pro Jahr beliefert Linde weltweit Kunden mit Flüssiggasen. Das erfordert ein Höchstmaß an Flexibilität und Effizienz. Andrew Smith, Leiter Distribution Flüssiggase, erklärt, wie das Unternehmen die Versorgungskette stetig weiter optimiert.

»Es geht stets darum, die Beste Lösung zu finden.«

Andrew Smith

Welche logistischen Herausforderungen sind im Geschäft mit Flüssiggasen zu bewältigen?

Die Versorgungsketten, die wir für unsere Kunden aufgebaut haben, bestehen aus vielen Variablen. Nehmen Sie das wichtigste Element: das Produkt, unsere Flüssiggase. Wir stellen uns permanent die Frage: In welcher Menge soll es wann in welcher Anlage erzeugt werden? Das ist wichtig, denn die Produktionskosten, und hier im Besonderen die Energiekosten, haben einen direkten Einfluss auf die Transportwege. Es geht stets darum, die beste Lösung zu finden – das Umfeld ändert sich allerdings täglich. Lokal, regional und global.

Ihre Aufgabe ist es also, die Produktion und die Auslieferung unter sich ständig ändernden Voraussetzungen optimal abzustimmen?

Richtig. Stickstoff beispielsweise hat sehr kurze Lieferwege, weil es im Vergleich zu Edelgasen wie Argon preiswert und in großen Mengen hergestellt werden kann; es ist ein lokales Gas. Bei Stickstoff ist es entscheidend, wie dicht das Kundennetz in der Nähe der jeweiligen Luftzerlegungs-Anlage ist. Argon hingegen bezeichnen wir als regionales Gas, es kann problemlos 600 Kilometer weit transportiert werden.

Und Helium?

Helium ist ein noch selteneres, ein globales Gas. Es gibt nur ein Dutzend Quellen auf der Welt, eine wichtige ist in Katar. Von dort aus transportieren wir Helium zu unseren Kunden auf der ganzen Welt. Bei den Lieferwegen zählt am Ende immer eines: die Effizienz.

Sie haben den Faktor Energie angesprochen, wie groß ist dessen Einfluss auf die Produktion von Gasen?

Wir benötigen viel Energie, um unsere Anlagen zu betreiben. Wie effizient wir produzieren, hängt wesentlich davon ab, wie und wann die jeweilige Anlage arbeiten kann – unter welcher Auslastung, tagsüber, nachts oder an Wochenenden. Dies alles hat einen Einfluss auf die Konditionen, zu denen wir Strom beziehen. Der Strommarkt ist ständig in Bewegung und hat damit auch unmittelbare Auswirkungen auf unsere Transportwege.

Der Strommarkt unterscheidet sich zudem von Region zu Region …

Ja. Wenn wir zum Beispiel an der Westküste der USA die Produktion so steuern, dass nachmittags um fünf Uhr, wenn dort alle Menschen nach Hause kommen und ihre Klimaanlagen aufdrehen, unsere großen Luftzerlegungs-Anlagen nicht laufen und wir georderte Energie ins Netz zurückspeisen, erhalten wir dafür finanzielle Rückerstattungen.

Das heißt, es kommt auf größtmögliche Flexibilität an …

Wer bei Produktion und Transport schnell und flexibel ist, hat wirtschaftliche Vorteile. So kann es sinnvoll sein, einen Kunden von einem weiter entfernten Werk zu beliefern, weil man zu einem bestimmten Zeitpunkt dort günstiger produzieren kann. Für uns gilt der Leitsatz „Power versus Wheels“, wir setzen also stets die Energie in das Verhältnis zu den Transportkosten.

Wie organisiert Linde die Auslieferung an die Kunden?

Wir unterteilen die Auslieferung in zwei Aufgabenbereiche: Planning und Scheduling auf der einen Seite, also die variable Planung der Produktion und die stetige Ermittlung des Bedarfs, und auf der anderen Seite Transport Execution, die konkrete Organisation und Umsetzung der Lieferungen. Beide Bereiche stimmen wir exakt aufeinander ab, in Echtzeit. Wenn also in einem Werk ein Problem auftreten sollte, sind wir sofort in der Lage, unser Transport- und Produktionssystem schnell und genau auf eine neue Situation auszurichten.

Wie wichtig sind in diesem Prozess die Fahrzeuge?

Sie stehen naturgemäß am Ende der Logistik-Kette und haben eine hohe Bedeutung. Deshalb investieren wir gezielt in die weitere Verbesserung unserer Fahrzeuge und Tanks – in diesem Jahr rund 200 Millionen Euro. Es geht uns dabei um Innovationen, die dazu beitragen, unsere Marge nachhaltig zu verbessern.

»Wer den Verbrauch reduziert, erhöht die Wertschöpfung und schützt die Umwelt.«

Können Sie dafür Beispiele nennen?

Ein Beispiel ist Aluminium, das wir zunehmend in unseren Tankfahrzeugen einsetzen, weil es ein sehr leichtes Material ist, das die Gesamtenergiebilanz verbessert und zu Kostensenkungen führt. Parallel rüsten wir um auf größere Tanks, um die Transportkosten noch weiter zu verringern. Insbesondere im Zusammenspiel mit der neuen, verbesserten Aerodynamik bei großen Lkws ist dies ein wichtiger Punkt. Deshalb arbeiten wir eng mit den Lkw-Herstellern zusammen. Schließlich gilt: Wer den Verbrauch reduziert, erhöht die Wertschöpfung und schützt die Umwelt.

Nutzen Sie elektronische Infrastruktur?

Dieses Thema gewinnt zunehmend an Bedeutung, und zwar auf allen Ebenen. Nehmen wir das Beispiel Telemetrie. Jeder unserer Kunden hat einen Tank auf seinem Gelände. Bislang kontrollierten die Kunden den Füllstand dieses Tanks selbst und meldeten sich telefonisch bei uns, wenn sie Nachschub benötigten, oder wir haben ihren Verbrauch geschätzt. Wir haben diesen Prozess inzwischen automatisiert und in den vergangenen Jahren an den Tanks Telemetrie installiert. Damit können wir jederzeit sehen, welche Menge Gas ein Kunde noch im Tank hat. Unsere Kunden müssen sich also nicht mehr um den passenden Belieferungszeitpunkt kümmern.

»Wir stimmen die Produktion und die Auslieferung exakt aufeinander ab.«

Aber nicht alles lässt sich durch technische Verbesserungen lösen, oder?

Nein, die Grundlage bilden nach wie vor ein funktionierendes Team und die Kommunikation untereinander. Wichtig ist, Informationen zu bündeln. Im vergangenen Jahr haben wir beispielsweise ein Programm gestartet, mit dem wir jede Woche die Produktion und die Auslieferung der Flüssiggase für ganze Märkte zentral optimieren und so schnell und flexibel agieren können wie nie zuvor.

Wo genau liegen die Vorteile einer zentralen Optimierungsstelle?

Wir haben alle wichtigen Informationen – wir verarbeiten täglich zehntausende – an einem Ort und können so unsere Produktion und die Auslieferung exakt aufeinander abstimmen. In weiten Teilen Europas haben wir dieses Konzept schon erfolgreich eingeführt, und in diesem Jahr wird China folgen.

Welches sind die wichtigsten Erkenntnisse, die Sie bisher aus dem Projekt gewinnen konnten?

Das System deckt viele kleine Details auf, in denen wir uns noch weiter verbessern können, zugleich liefert es aber auch Ansätze für neue, ganzheitliche Lösungen, mit denen wir unsere gesamte Versorgungskette stetig weiter optimieren.

Reportage
Versorgungskette Flüssiggase

Effiziente Logistik

Herbert Schenke – Leiter Flüssiggase- und Lieferkettenmanagement Region Kontinental & Nordeuropa (Bild)

Herbert Schenke – Leiter Flüssiggase- und Lieferketten-Management, Region Kontinental- & Nordeuropa

Reportage

Linde arbeitet kontinuierlich daran, die Versorgung seiner Kunden mit Flüssiggasen so verlässlich und wirtschaftlich wie möglich zu gestalten. Dabei zählt jedes Detail – von der exakten Produktionsanalyse über reibungslose Kommunikationsstrukturen bis hin zum flexiblen Transportmanagement.

Die Befüllung

Präzise steuert Manfred Wieland den 40-Tonnen-Lkw rückwärts unter den 15 Meter hohen Tank in der Luftzerlegungs-Anlage im schweizerischen Basel. Bordkameras zeigen zentimetergenau den Weg zu dem riesigen Behälter, der drei Millionen Kubikmeter Stickstoff fasst. Es ist sieben Uhr morgens, als der Linde Fahrer den Tankvorgang beginnt – und dazu zunächst den Spezialschlauch aus Edelstahlgewebe reinigt. „Luft ist nicht nichts für uns“, sagt er. „Bei der Befüllung dürfen absolut keine Rückstände von anderen Gasen im Schlauch sein.“ Wieland ist – wie alle Fahrer bei Linde – mit regelmäßigen Trainings speziell für den Transport von Industriegasen geschult worden und seit 14 Jahren erfahren in diesem Arbeitsumfeld. Für die Befüllung des vakuumisolierten Tanks in dem Leichtbau-Sattelauflieger gibt er am Anmelde-Panel der automatischen Trailer-Befüllanlage die Fahrerdaten ein. Wenig später fließt der Stickstoff, gekühlt auf minus 196 Grad Celsius, in den Lkw; der gesamte Prozess wird durch eine weitere Kontrollleitung überwacht, die Druck und Analysewerte kontrolliert.

Logistik: Die Prozesse

Stationen 1–5

Logistik: Die Prozesse Stationen 1-5 (Grafik)
Linde-Fahrer Manfred Wieland befüllt den Lkw mit flüssigem Stickstoff. (Bild)
Ermittlung des Bedarfs der nächsten zehn Tage durch ein Experten-Team (Bild)

Präzise Teamarbeit

Linde Fahrer Manfred Wieland befüllt den Lkw mit flüssigem Stickstoff, während in München ein Experten-Team den Bedarf der nächsten zehn Tage ermittelt.

Die Steuerung

Zur gleichen Zeit herrscht auch in Pullach bei München Hochbetrieb. Dr. Dexin Luo, Spezialistin für Versorgungsketten bei Linde, leitet eine Videokonferenz, bei der nacheinander die verantwortlichen Mitarbeiter von allen Luftzerlegungs-Anlagen, die Linde in Mitteleuropa betreibt, auf einer vier Meter langen Videoleinwand zugeschaltet werden. Die wichtigsten Fragen der Konferenz, die jeden Freitag stattfindet: Welcher Bedarf an Industriegasen herrscht an welchem Standort? Wo wird in den kommenden Tagen wie viel produziert? Und vor allem: Wie können die Produktion und die Versorgung unter den aktuellen Bedingungen noch besser aufeinander abgestimmt werden? „Schon ein kleiner Temperaturunterschied durch eine neue Wetterlage kann Einfluss auf unser Produktions- und Logistiknetz haben“, erläutert Luo. „Wenn es an einem Standort kalt ist, können wir dort energieeffizienter und somit kostengünstiger produzieren. Dann kann es durchaus sinnvoll sein, unsere Kunden von diesem Produktionsort zu beliefern, obwohl ursprünglich ein anderer vorgesehen war. Solche Details sind heute wichtig für eine effiziente Logistik. Darauf richten wir unsere Arbeit aus, dazu entwickeln wir spezielle Programme.“

Flüssiggastransporter (Bild)
Videokonferenz (Bild)
Versorgungsketten-Spezialistin Dr. Dexin Luo steht in ständigem Kontakt mit ihren Kollegen an den Standorten der Luftzerlegungs-Anlagen in Mitteleuropa. (Bild)

Zentrale Koordination

Versorgungsketten-Spezialistin Dr. Dexin Luo steht in ständigem Kontakt mit ihren Kollegen an den Standorten der Luftzerlegungs-Anlagen in Mitteleuropa.

Der Strukturwandel

Eines dieser Programme ist der „Tonnage and Bulk Operational Optimiser“ – ein Konzept zur bestmöglichen Belieferung in den Bereichen On-site (Versorgung über Rohrleitungen am Produktionsstandort des Kunden) und Flüssiggase (Transport per Lkw). Auf der Grundlage dieses Systems, das eine Vielzahl unterschiedlichster Parameter berücksichtigt, steuert Linde zentral von Pullach aus die Produktion und Distribution von 25 Luftzerlegungs-Anlagen in Mitteleuropa.

Eine komplexe Aufgabe, wie das Beispiel Basel zeigt. Alleine in dieser Anlage finden jeden Tag bis zu 50 Betankungen mit Stickstoff, Sauerstoff und Argon statt. Kunden vom Bodensee bis in das französische Elsass, vom Wallis in der Südschweiz bis in das nördliche Baden (Deutschland) werden von Basel aus beliefert. „Logistik bedeutet heute auch, über Ländergrenzen hinweg effizient und unabhängig zu arbeiten“, sagt Herbert Schenke, der bei Linde die Versorgungsketten im Bereich Flüssiggase koordiniert und stetig weiter verfeinert. „Wenn wir über Verbesserungen reden, gilt dies immer für unser gesamtes Netzwerk, nicht nur für Teilbereiche“, erklärt Schenke. „Im Bereich Logistik hat sich insgesamt ein Strukturwandel vollzogen. Es gibt neue, innovative Software und moderne digitale Möglichkeiten, die wir gerne nutzen – von der Produktionsanalyse bis zur Satellitennavigation mit speziellen Karten, mit denen wir unsere Fahrzeuge ausgerüstet haben. All das unterstützen wir auch durch die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter.“

Dank Telemetrie wissen die Logistiker in den Koordinations-Zentralen, wann eine Lieferung angekommen ist – und wann neuer Lieferbedarf besteht. (Bild)
Mitarbeiter in der Tourenplanungszentrale (Bild)

Automatisierte Zuverlässigkeit

Dank Telemetrie wissen die Logistiker in den Tourenplanungs-Zentralen, wann eine Lieferung angekommen ist – und wann neuer Lieferbedarf besteht.

Die Fahrzeuge

Um die Versorgung seiner Kunden mit Flüssiggasen sicherzustellen, setzt Linde weltweit mehr als dreitausend Fahrzeuge ein. Insgesamt legen die Trucks mehr als 400 Millionen Kilometer pro Jahr zurück. Manfred Wieland beispielsweise kommt im Jahr auf etwa 300 Fahrten; dabei beliefert er rund 1.000 Kunden. Das summiert sich zu einer Gesamtstrecke von rund 120.000 Kilometern.

Fünf Jahre sind die Zugmaschinen in Betrieb, bevor sie gegen neue, noch umweltschonendere und wirtschaftlichere Maschinen ausgetauscht werden. Manfred Wielands jüngster Tanklastwagen etwa, ein sogenannter Eco-Trailer, ist deutlich leichter als das Vorgängermodell, verfügt über mehr Nutzlast, hat zusätzliche aktive und passive Sicherheits-Einrichtungen und verbraucht im Schnitt zwei Liter Kraftstoff weniger auf einhundert Kilometer. „Natürlich ist ein neuer Lkw zunächst einmal eine große Investition“, sagt Herbert Schenke. „Aber eine, die sich schnell rentiert.“ Für den Linde Manager zählt die moderne Ausstattung der Transportfahrzeuge zu den Grundlagen des Geschäfts. „Mit unseren Trailern in Leichtbauweise und der neuesten Software an Bord können wir unseren Kunden jederzeit eine sehr verlässliche und kosteneffiziente Lieferung bieten.“

Im Scheduling Centre in Augsburg gehen tagtäglich die Bestellungen ein. Hier werden die Lkw-Flotten koordiniert und die Auslieferrouten aller Fahrzeuge aktualisiert. (Bild)
Planung der Auslieferrouten (Bild)

Verbesserte Routenplanung

Im Scheduling Centre in Augsburg gehen tagtäglich die Bestellungen ein. Hier werden die Lkw-Flotten koordiniert und die Auslieferrouten aller Fahrzeuge aktualisiert.

Die Bedarfsermittlung

Während in Pullach die Planung für die Produktion der Industriegase erfolgt, werden in Gablingen bei Augsburg die Kundeninformationen für Deutschland und die Nachbarländer gebündelt und ausgewertet. „Das Herz der Logistik schlägt hier“, sagt Herbert Schenke. Im sogenannten Scheduling Centre werden die Kundenanforderungen erfasst, die Aufträge bearbeitet und alle Routen der Auslieferung festgelegt. Allein von diesem Standort aus steuert Linde die Versorgung von mehr als 10.000 Kunden. Jeder einzelne Mitarbeiter betreut mehrere hundert Kunden, alle Informationsfäden laufen an den Bildschirmen der Logistiker und Verkehrsfachkräfte zusammen: Wo befinden sich die Tankwagen, wie sind die Füllstände bei den Kunden vor Ort, wo besteht vorrangig Versorgungsbedarf? In Augsburg wird jede Frage beantwortet. Die Mitarbeiter sprechen Deutsch, Italienisch, Englisch, Französisch oder Niederländisch. Sie arbeiten täglich daran, den richtigen Zeitpunkt für die Belieferung zu ermitteln und dafür die jeweils am besten passende Route zu definieren. Tanktelemetrie statt Telefon ist dabei das Motto. Wo früher Bestellungen telefonisch aufgenommen wurden, weiß das Linde Team heute dank modernster Software und elektronischer Datenübermittlung in Echtzeit, welcher Kunde an welchem Ort welche Menge an Flüssiggas in den kommenden Stunden benötigt.

Falls ein Kunde kurzfristig eine Lieferung benötigt, können die Mitarbeiter die Transportwege umgehend anpassen und den Fahrern elektronisch die neuen Routen auf die Bordcomputer übermitteln. (Bild)
Routenplanung am Computer (Bild)

Flexible Wege

Falls ein Kunde kurzfristig eine Lieferung benötigt, können die Mitarbeiter die Transportwege umgehend anpassen und den Fahrern elektronisch die neuen Routen auf die Bordcomputer übermitteln.

Die Belieferung

Die Bedeutung des Logistikzentrums bei Augsburg wächst weiter: „Wir prüfen derzeit, die Transportprozesse weiterer Nachbarstaaten auch von Gablingen aus zu koordinieren“, erklärt Schenke. In gewohnt enger Abstimmung mit der Produktion, wie der Linde Experte betont.

Wie gut das Zusammenspiel bereits heute auch über Landesgrenzen hinweg funktioniert, beweist der Tanklastzug-Fahrer Manfred Wieland nahezu täglich. Mit einem gefüllten Stickstoff-Trailer fährt er von Basel ins französische Hésinque zu einem Hersteller von Pumpen, Turbinen und Kompressoren. „Unseren Stickstoff in unterschiedlichen Reinheiten liefern wir in die vielfältigsten Industrien“, erklärt er. „Wir beliefern Kryobanken, die Nahrungsmittelindustrie oder auch Uhrenhersteller, die Stickstoff zum Härten von Metallen benötigen.“ Als Wieland das Werksgelände des Pumpenproduzenten in Hésinque erreicht, übernimmt das eigens von Linde installierte Satellitensystem im Bord-Computer die Navigation auf dem großen Werksgelände. So gelangt der Linde Fahrer ohne Umwege und Zeitverlust direkt zum richtigen Tank.

Knapp eine Stunde später verdampfen die letzten Tropfen Flüssiggas beim Entfernen des Tankschlauchs. Manfred Wieland steigt auf seinen Fahrersitz. Der Bord-Computer meldet den nächsten Auftrag: Ein Kunde am Bodensee benötigt Nachschub.

Am Ziel angelangt: Ein Kunde erhält flüssigen Stickstoff für seine Produktion. Für Manfred Wieland geht es direkt weiter zur Versorgung des nächsten Kunden. (Bild)
Herbert Schenke im Gespräch (Bild)

Auslieferung

Am Ziel angelangt: Ein Kunde erhält flüssigen Stickstoff für seine Produktion. Für Manfred Wieland geht es direkt weiter zur Versorgung des nächsten Kunden.