[7] Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Konzernabschluss ist auf Basis des Anschaffungs- bzw. Herstellungskostenprinzips erstellt – mit Ausnahme derivativer Finanzinstrumente, zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswerte („available for sale“) sowie Planvermögen aus extern finanzierten leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind.

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss der Linde Group einbezogenen Unternehmen sind entsprechend IFRS 10 Consolidated Financial Statements nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.

Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften, die noch nicht angewendet worden sind

Folgende Standards wurden vom IASB verabschiedet, jedoch noch nicht im Konzernabschluss der Linde Group zum 31. Dezember 2013 angewendet, da sie entweder noch nicht verpflichtend anzuwenden sind und/oder noch nicht durch die Europäische Union übernommen wurden:

  • IFRS 9 Financial Instruments (erstmalige Anwendung gemäß IASB noch offen)
  • IFRS 9 Financial Instruments: Hedge Accounting and Amendments to IFRS 9, IFRS 7 and IAS 39 (erstmalige Anwendung gemäß IASB noch offen)
  • Amendments to IFRS 9/IFRS 7: Mandatory Effective Date and Transition Disclosures (erstmalige Anwendung gemäß IASB noch offen)
  • Amendments to IAS 39: Novation of Derivatives and Continuation of Hedge Accounting (erstmalige Anwendung gemäß IASB auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen)
  • Amendments to IAS 19: Defined Benefit Plans: Employee Contributions (erstmalige Anwendung gemäß IASB auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen)
  • Improvements to IFRSs (2010–2012), (erstmalige Anwendung gemäß IASB auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen)
  • Improvements to IFRSs (2011–2013), (erstmalige Anwendung gemäß IASB auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen)
  • Amendments to IAS 32 Offsetting Financial Assets and Financial Liabilities (erstmalige Anwendung gemäß IASB auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen)

IFRS 9

Das Anwendungsdatum des IFRS 9 ist gemäß den Bestimmungen des IASB noch offen.

Die Bilanzierung und Bewertung von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 wird IAS 39 ersetzen. Finanzielle Vermögenswerte werden zukünftig nur noch in zwei Gruppen klassifiziert und bewertet: Zu fortgeführten Anschaffungskosten und zum Fair Value. Die Gruppe der finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten besteht aus solchen finanziellen Vermögenswerten, die nur den Anspruch auf Zins- und Tilgungszahlungen zu vorgegebenen Zeitpunkten vorsehen und die zudem im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung das Halten von Vermögenswerten ist. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte bilden die Gruppe zum Fair Value. Unter bestimmten Voraussetzungen kann für finanzielle Vermögenswerte der ersten Kategorie – wie bisher – eine Designation zur Kategorie zum Fair Value („Fair Value Option“) vorgenommen werden.

Wertänderungen der finanziellen Vermögenswerte der Kategorie zum Fair Value sind grundsätzlich im Gewinn oder Verlust zu erfassen. Für bestimmte Eigenkapitalinstrumente jedoch kann vom Wahlrecht Gebrauch gemacht werden, Wertänderungen im sonstigen Ergebnis zu erfassen; Dividendenansprüche aus diesen Vermögenswerten sind jedoch im Gewinn oder Verlust zu erfassen.

Die Vorschriften für finanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich aus IAS 39 übernommen. Der wesentlichste Unterschied betrifft die Erfassung von Wertänderungen von zum Fair Value bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten. Zukünftig sind diese aufzuteilen: Der auf das eigene Kreditrisiko entfallende Teil ist im sonstigen Ergebnis zu erfassen, der verbleibende Teil der Wertänderung ist in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.

IFRS 9 kann zu einer Veränderung in der Klassifizierung und Bewertung der finanziellen Vermögenswerte im Konzernabschluss der Linde Group führen.

Die übrigen Standards haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Linde Group.

Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften, die vorzeitig angewendet worden sind

Folgende Vorschriften sind alle bereits durch die Europäische Union verabschiedet worden. Sie sind vorzeitig angewendet worden, da diese entweder gemäß den Bestimmungen des IASB oder den Bestimmungen der EU vorzeitig anwendbar sind:

  • IFRS 10 Consolidated Financial Statements
  • IFRS 11 Joint Arrangements
  • IFRS 12 Disclosures of Interests in Other Entities
  • Amendments to IFRS 10, IFRS 11 and IFRS 12 Transition Guidance
  • Amendments to IFRS 10, IFRS 12 and IAS 27 Investment Entities
  • IAS 28 Investments in Associates and Joint Ventures
  • Amendments to IAS 36: Recoverable Amount Disclosures for Non-Financial Assets

IFRS 10, 11 und 12

IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 sind in der Europäischen Union erst ab dem Geschäftsjahr 2014 verpflichtend anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung ist aber erlaubt. Die Linde Group hat IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 vorzeitig zum 1. Januar 2013 angewendet und steht somit in Einklang mit den Anwendungsbestimmungen des IASB. Die neuen Standards sind rückwirkend anzuwenden.

In IFRS 10 wird der Begriff der Beherrschung („control“) neu definiert. Beherrscht ein Unternehmen ein anderes Unternehmen, hat das Mutterunternehmen das Tochterunternehmen vollständig in den Konzernabschluss einzubeziehen. Nach dem neuen Konzept ist Beherrschung gegeben, wenn das potenzielle Mutterunternehmen die Entscheidungsgewalt aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten und tatsächlichen Umständen über das potenzielle Tochterunternehmen innehat, es an positiven oder negativen variablen Rückflüssen aus dem Tochterunternehmen partizipiert und diese Rückflüsse vor allem durch seine Entscheidungsgewalt maßgeblich beeinflusst werden können.

Mit IFRS 11 wird die Bilanzierung von gemeinschaftlich geführten Aktivitäten (Joint Arrangements) neu geregelt. Nach dem neuen Konzept ist zwischen gemeinschaftlicher Tätigkeit (Joint Operation) und Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) zu unterscheiden. Eine gemeinschaftliche Tätigkeit liegt vor, wenn die gemeinschaftlich beherrschenden Parteien unmittelbare Rechte an den Vermögenswerten und Verpflichtungen für die Verbindlichkeiten haben. Vermögenswerte und Schulden, an denen diese Rechte bestehen, werden in den Konzernabschluss einbezogen. In einem Gemeinschaftsunternehmen haben die gemeinschaftlich beherrschenden Parteien dagegen Rechte am Reinvermögensüberschuss. Dieses Recht wird durch Anwendung der Equity-Methode im Konzernabschluss abgebildet. Das bislang in IAS 31 enthaltene Wahlrecht zur Anwendung der Quotenkonsolidierung entfällt somit.

IFRS 12 regelt die Angabepflichten in Bezug auf Anteile an anderen Unternehmen. Die erforderlichen Angaben sind erheblich umfangreicher als die bisher nach IAS 27, IAS 28 und IAS 31 vorzunehmenden Angaben.

Als Resultat der Anwendung von IFRS 10 hat die Linde Group ihre Bilanzierungsgrundsätze im Hinblick auf den geänderten Beherrschungsbegriff angepasst.

Acht Gesellschaften in Mexiko und China, die bislang als Joint Venture einbezogen wurden und deren hauptsächliche Zwecksetzung in der Errichtung und dem Betrieb von Gaseproduktionsanlagen liegt, wurden aufgrund des bestehenden Know-how-Vorsprungs von Linde erstmals vollkonsolidiert. Die Mitanteilseigner sind in diesen Fällen auch oft die Hauptabnehmer der produzierten Gase. Die Linde Group hat aufgrund des bestehenden Know-how-Vorsprungs die Verantwortung für den Betrieb der Anlagen der Gesellschaften, die somit technologisch von Linde abhängig sind. Dies zeigt sich in bestehenden Lizenzvereinbarungen sowie durch die Eingliederung der Produktion in die Prozesse der Linde Group bzw. über die personelle Verflechtung der entsprechenden Entscheidungsträger. Der Betrieb der Anlagen ist der wesentliche Treiber für die variablen Rückflüsse aus den Gesellschaften und Linde übt somit die Beherrschung über diese Gesellschaften im Sinne des IFRS 10 aus.

Darüber hinaus wurden zwei weitere Gesellschaften in den USA und in Indien, die bislang als Joint Venture einbezogen wurden, erstmals vollkonsolidiert, weil Linde erweiterte Geschäftsführungsbefugnisse innehat. Hier steht Linde auf einzelvertraglicher Basis die weitestgehende Entscheidungsgewalt über die wesentlichen Teile der operativen Geschäftstätigkeit der Einheiten zu. Auf dieser Grundlage hat Linde die Möglichkeit, diejenigen Aktivitäten der Einheiten zu bestimmen, die die variablen Rückflüsse der Gesellschaften maßgeblich beeinflussen, und übt somit Beherrschung über die Gesellschaften im Sinne des IFRS 10 aus.

Als Resultat der Anwendung von IFRS 11 hat die Linde Group ihre Bilanzierungsgrundsätze im Hinblick auf die Verpflichtung zur Einbeziehung bestimmter gemeinschaftlicher Aktivitäten unter Anwendung der „Line-by-Line-Methode“ geändert. Linde bezieht vier gemeinschaftlich geführte Aktivitäten in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in China, deren Geschäftszweck ausschließlich in der Belieferung eines oder mehrerer Anteilseigner besteht, nach den Regelungen von IFRS 11 unter Anwendung der „Line-by-Line-Methode“ ein. In Ermangelung von speziellen Rechten bezüglich einzelner Vermögenswerte und Schulden werden die Vermögenswerte und Schulden nach Maßgabe des Anteils der Linde Group am Eigenkapital dieser Gesellschaften einbezogen. Aus der Umstellung der Bilanzierung dieser vier Gesellschaften von der Equity-Methode auf die „Line-by-Line-Methode“ ergab sich zum 1. Januar 2012 eine Reduktion der Gewinnrücklagen von 16 Mio. EUR. Es wurden Beteiligungsbuchwerte in Höhe von insgesamt 114 Mio. EUR ausgebucht. Erfasst wurden Vermögenswerte in Höhe von 416 Mio. EUR und Schulden in Höhe von 318 Mio. EUR.

Amendment to IAS 36

Die Änderungen des IAS 36 sind gemäß den Bestimmungen des IASB erst ab dem Geschäftsjahr 2014 verpflichtend anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung ist erlaubt. Die Linde Group hat die Änderungen des IAS 36 vorzeitig zum 1. Januar 2013 angewendet.

Die Änderungen sehen unter anderem vor, die Angabenpflicht zum erzielbaren Betrag, die als Folgeänderung des IFRS 13 Fair Value Measurement im IAS 36 implementiert wurde, wieder einzuschränken. Die ursprüngliche Angabepflicht sah vor, dass der erzielbare Betrag für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen ein wesentlicher Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, anzugeben ist. Da diese Angabepflicht stark umstritten war, wurde sie über die Änderung des IAS 36, die im Mai dieses Jahres herausgegeben wurde, eingeschränkt. Der erzielbare Betrag ist nunmehr nur noch für Vermögenswerte und zahlungsmittelgenerierende Einheiten angegeben, bei denen in der laufenden Periode eine Wertminderung erfasst bzw. rückgängig gemacht wurde. Eine entsprechende Anhangsangabe erfolgt im Konzernabschluss des Linde Konzerns.

Die übrigen Standards haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Linde Group.

Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften

Das IASB und das IFRIC haben im Rahmen ihrer Projekte zur Fortentwicklung der IFRS und zur Erzielung einer Konvergenz mit den US-GAAP zahlreiche Standards geändert bzw. neu verabschiedet. Hiervon sind folgende Standards verpflichtend im Konzernabschluss der Linde Group zum 31. Dezember 2013 anzuwenden:

  • IFRS 13 Fair Value Measurement
  • IAS 19 Employee Benefits (revised 2011)
  • Amendments to IAS 1 Presentation of Items of Other Comprehensive Income
  • Amendments to IAS 12 Deferred Tax: Recovery of Underlying Assets
  • Amendment to IFRS 7 Financial Instruments: Disclosures – Offsetting Financial Assets and Financial Liabilities
  • Improvements to IFRSs 2009–2011

IFRS 13

Durch IFRS 13 wird die Fair Value-Bewertung in IFRS-Abschlüssen einheitlich geregelt. Alle nach anderen Standards geforderten Fair Value-Bewertungen haben zukünftig den einheitlichen Vorgaben des IFRS 13 zu folgen; lediglich für IAS 17 und IFRS 2 wird es weiterhin eigene Regelungen geben. Der Standard ersetzt und erweitert zudem die Angabepflichten hinsichtlich der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in anderen IFRS.

Der Fair Value nach IFRS 13 ist als exit price definiert, d. h. als Preis, der durch den Verkauf eines Vermögenswertes erzielt werden würde, bzw. als Preis, der gezahlt werden müsste, um eine Schuld zu übertragen. Wie derzeit aus der Fair Value-Bewertung finanzieller Vermögenswerte bekannt, wird ein dreistufiges Hierarchiesystem eingeführt, das bezüglich der Abhängigkeit von beobachtbaren Marktpreisen abgestuft ist. Die neue Fair Value-Bewertung kann gegenüber den bisherigen Vorschriften zu abweichenden Werten führen.

IFRS 13 ist ab dem Geschäftsjahr 2013 verpflichtend anzuwenden. Die Anwendung hat prospektiv zu erfolgen. Die Linde Group hat mit der überwiegenden Anzahl von Banken, mit denen zum Marktwert bilanzierte Finanzinstrumente gehandelt werden, bilaterale Sicherungsvereinbarungen (CSAs) abgeschlossen und so das Adressausfallrisiko im Hinblick auf diese Instrumente minimiert. Die Anwendung des IFRS 13 hat daher keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Linde Group.

IAS 19

Die Änderungen an IAS 19 (revised 2011) beinhalten im Wesentlichen die Abschaffung von Bilanzierungs- und Bewertungswahlrechten von leistungsorientierten Pensionsplänen. Die für die Linde Group relevanten Änderungen sind hierbei die Abschaffung des erwarteten Vermögensertrages auf das Planvermögen und die Einführung einer Verzinsung des Planvermögens mit dem Diskontierungszinssatz der korrespondierenden leistungsorientierten Pensionsverpflichtung. Dies führt zu einer Nettobewertung der Nettopensionsverpflichtung bzw. des Nettopensionsvermögenswertes sowie zu einem Ausweis eines Nettozinsaufwands bzw. Nettozinsertrags aus leistungsorientierten Pensionsplänen. Weitere für die Linde Group relevante Änderungen des IAS 19 (revised 2011) beinhalten die erfolgswirksame Erfassung verfallbaren nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands im Zeitpunkt der Entstehung sowie die Erweiterung von Anhangangaben.

IAS 19 (revised 2011) ist ab dem Geschäftsjahr 2013 verpflichtend anzuwenden. Die Änderungen sind rückwirkend anzuwenden und führten zu einer leichten Verringerung der im Finanzergebnis erfassten in der Nettozinskomponente enthaltenen Zinserträge aus Planvermögen. Der Umstellungseffekt resultiert aus dem Nettoausweis von Nettozinsaufwand und Nettozinsertrag aus Pensionsplänen. Die Saldierung im Finanzergebnis beträgt in der Berichtsperiode 190 Mio. EUR und in 2012 212 Mio. EUR. Der Umstellungseffekt resultierend aus der Bewertung des Planvermögens mit dem Diskontierungszinssatz der korrespondierenden leistungsorientierten Pensionsverpflichtung ist im Berichtsjahr sowie zum 1. Januar 2012 als auch zum 31. Dezember 2012 unwesentlich für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

IAS 1

Die Änderung des IAS 1 besteht darin, dass Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die unter bestimmten Voraussetzungen zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung reklassifiziert werden, getrennt von solchen Bestandteilen gezeigt werden sollen, die niemals reklassifiziert werden. Die Darstellung des sonstigen Ergebnisses wurde entsprechend geändert.

Die übrigen Standards haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Linde Group.

Da die rückwirkende Anwendung von IFRS 10, IFRS 11, IFRS 12 und IAS 19 Auswirkungen auf nahezu sämtliche Positionen in der Konzernbilanz und in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung hat, wurden die dargestellten Vorjahreszahlen im gesamten Finanzbericht angepasst.

Die rückwirkende Anwendung von IFRS 10, IFRS 11, IFRS 12 und IAS 19 (revised 2011) sowie die Umgliederung der kurzfristigen Ertragsteuerrückstellungen und der langfristigen Ertragsteuerverbindlichkeiten in die kurzfristigen Ertragsteuerverbindlichkeiten (siehe Übrige Rückstellungen) führten zu folgenden Anpassungen der dargestellten Vorjahreszeiträume:

  (XLS:) Download XLS (25KiB)

Angepasste Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2012

 

 

 

 

 

 

 

in Mio. €

 

2012
wie berichtet

 

Anpassung
Januar bis Dezember 2012

 

2012
angepasst

Umsatz

 

15.280

 

553

 

15.833

Kosten der umgesetzten Leistungen

 

9.755

 

366

 

10.121

Bruttoergebnis vom Umsatz

 

5.525

 

187

 

5.712

 

 

 

 

 

 

 

Vertriebskosten

 

2.303

 

18

 

2.321

Forschungs- und Entwicklungskosten

 

101

 

 

101

Verwaltungskosten

 

1.354

 

19

 

1.373

Sonstige betriebliche Erträge

 

288

 

16

 

304

Sonstige betriebliche Aufwendungen

 

155

 

24

 

179

 

 

 

 

 

 

 

Anteiliges Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (at equity)

 

92

 

−79

 

13

 

 

 

 

 

 

 

Finanzerträge

 

354

 

−210

 

144

Finanzaufwendungen

 

659

 

−194

 

465

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnis vor Steuern

 

1.687

 

47

 

1.734

Ertragsteuern

 

363

 

30

 

393

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnis nach Steuern

 

1.324

 

17

 

1.341

davon Anteile der Aktionäre der Linde AG

 

1.250

 

−18

 

1.232

davon Anteile anderer Gesellschafter

 

74

 

35

 

109

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnis je Aktie in € – unverwässert

 

7,03

 

−0,10

 

6,93

Ergebnis je Aktie in € – verwässert

 

6,97

 

−0,10

 

6,87

  (XLS:) Download XLS (24KiB)

Angepasste Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2012

 

 

 

 

 

 

 

in Mio. €

 

2012
wie berichtet

 

Anpassung
Januar bis Dezember 2012

 

2012
angepasst

Ergebnis nach Steuern

 

1.324

 

17

 

1.341

Sonstiges Ergebnis nach Steuern

 

−317

 

6

 

−311

 

 

 

 

 

 

 

Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden

 

−124

 

1

 

−123

Unrealisierte Gewinne/Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten

 

−4

 

 

−4

Unrealisierte Gewinne/Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten

 

82

 

 

82

Differenzen aus der Währungsumrechnung

 

−202

 

1

 

−201

 

 

 

 

 

 

 

Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden

 

−193

 

5

 

−188

Neubewertungen von leistungsorientierten Pensionsplänen

 

−219

 

5

 

−214

Veränderung des Effektes aus der Beschränkung eines Net Defined Benefit Asset („asset ceiling“ nach IAS 19R.64)

 

26

 

 

26

Gesamtergebnis

 

1.007

 

23

 

1.030

davon Anteil der Aktionäre der Linde AG

 

953

 

−10

 

943

davon Anteil anderer Gesellschafter

 

54

 

33

 

87

  (XLS:) Download XLS (29KiB)

Angepasste Konzernbilanz zum 31.12.2012

 

 

 

 

 

 

 

in Mio. €

 

31.12.2012
wie berichtet

 

Anpassung
31.12.2012

 

31.12.2012 angepasst

Aktiva

 

 

 

 

 

 

Geschäfts- oder Firmenwerte

 

10.620

 

206

 

10.826

Übrige immaterielle Vermögenswerte

 

3.580

 

63

 

3.643

Sachanlagen

 

10.188

 

985

 

11.173

Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (at equity)

 

816

 

−608

 

208

Übrige Finanzanlagen

 

282

 

−161

 

121

Forderungen aus Finanzierungsleasing

 

244

 

137

 

381

Übrige Forderungen und Vermögenswerte

 

592

 

13

 

605

Ertragsteuerforderungen

 

4

 

 

4

Latente Steueransprüche

 

469

 

10

 

479

Langfristige Vermögenswerte

 

26.795

 

645

 

27.440

 

 

 

 

 

 

 

Vorräte

 

1.098

 

14

 

1.112

Forderungen aus Finanzierungsleasing

 

47

 

12

 

59

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

 

2.599

 

54

 

2.653

Übrige Forderungen und Vermögenswerte

 

709

 

27

 

736

Ertragsteuerforderungen

 

181

 

1

 

182

Wertpapiere

 

823

 

1

 

824

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

 

1.218

 

66

 

1.284

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen

 

7

 

 

7

Kurzfristige Vermögenswerte

 

6.682

 

175

 

6.857

 

 

 

 

 

 

 

Bilanzsumme

 

33.477

 

820

 

34.297

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Passiva

 

 

 

 

 

 

Gezeichnetes Kapital

 

474

 

 

474

Kapitalrücklage

 

6.698

 

 

6.698

Gewinnrücklagen

 

5.889

 

−183

 

5.706

Sonstige Rücklagen

 

33

 

 

33

Summe Eigenkapital der Aktionäre der Linde AG

 

13.094

 

−183

 

12.911

Anteil anderer Gesellschafter

 

564

 

183

 

747

Summe Eigenkapital

 

13.658

 

 

13.658

 

 

 

 

 

 

 

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

 

1.105

 

8

 

1.113

Übrige langfristige Rückstellungen

 

471

 

25

 

496

Latente Steuerschulden

 

2.186

 

21

 

2.207

Finanzschulden

 

8.862

 

373

 

9.235

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

 

56

 

 

56

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

6

 

 

6

Übrige langfristige Verbindlichkeiten

 

237

 

260

 

497

Ertragsteuerverbindlichkeiten

 

85

 

−85

 

Langfristige Schulden

 

13.008

 

602

 

13.610

 

 

 

 

 

 

 

Übrige kurzfristige Rückstellungen

 

1.565

 

−561

 

1.004

Finanzschulden

 

1.262

 

84

 

1.346

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

 

24

 

 

24

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

2.790

 

16

 

2.806

Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten

 

1.003

 

23

 

1.026

Ertragsteuerverbindlichkeiten

 

167

 

656

 

823

Kurzfristige Schulden

 

6.811

 

218

 

7.029

 

 

 

 

 

 

 

Bilanzsumme

 

33.477

 

820

 

34.297

  (XLS:) Download XLS (28KiB)

Angepasste Konzernbilanz zum 01.01.2012

 

 

 

 

 

 

 

in Mio. €

 

01.01.2012
wie berichtet

 

Anpassung
01.01.2012

 

01.01.2012
angepasst

Aktiva

 

 

 

 

 

 

Geschäfts- oder Firmenwerte

 

7.868

 

209

 

8.077

Übrige immaterielle Vermögenswerte

 

3.300

 

75

 

3.375

Sachanlagen

 

9.030

 

913

 

9.943

Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (at equity)

 

754

 

−556

 

198

Übrige Finanzanlagen

 

918

 

−195

 

723

Forderungen aus Finanzierungsleasing

 

302

 

248

 

550

Übrige Forderungen und Vermögenswerte

 

526

 

12

 

538

Ertragsteuerforderungen

 

5

 

 

5

Latente Steueransprüche

 

368

 

8

 

376

Langfristige Vermögenswerte

 

23.071

 

714

 

23.785

 

 

 

 

 

 

 

Vorräte

 

1.036

 

8

 

1.044

Forderungen aus Finanzierungsleasing

 

50

 

19

 

69

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

 

2.030

 

74

 

2.104

Übrige Forderungen und Vermögenswerte

 

558

 

26

 

584

Ertragsteuerforderungen

 

97

 

 

97

Wertpapiere

 

1.073

 

2

 

1.075

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

 

1.000

 

61

 

1.061

Kurzfristige Vermögenswerte

 

5.844

 

190

 

6.034

 

 

 

 

 

 

 

Bilanzsumme

 

28.915

 

904

 

29.819

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Passiva

 

 

 

 

 

 

Gezeichnetes Kapital

 

438

 

 

438

Kapitalrücklage

 

5.264

 

 

5.264

Gewinnrücklagen

 

5.752

 

−169

 

5.583

Sonstige Rücklagen

 

150

 

−4

 

146

Summe Eigenkapital der Aktionäre der Linde AG

 

11.604

 

−173

 

11.431

Anteil anderer Gesellschafter

 

540

 

161

 

701

Summe Eigenkapital

 

12.144

 

−12

 

12.132

 

 

 

 

 

 

 

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

 

938

 

9

 

947

Übrige langfristige Rückstellungen

 

445

 

23

 

468

Latente Steuerschulden

 

2.012

 

20

 

2.032

Finanzschulden

 

6.491

 

393

 

6.884

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

 

33

 

 

33

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

6

 

 

6

Übrige langfristige Verbindlichkeiten

 

194

 

315

 

509

Ertragsteuerverbindlichkeiten

 

96

 

−96

 

Langfristige Schulden

 

10.215

 

664

 

10.879

 

 

 

 

 

 

 

Übrige kurzfristige Rückstellungen

 

1.455

 

−580

 

875

Finanzschulden

 

1.277

 

92

 

1.369

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

 

13

 

 

13

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

2.712

 

28

 

2.740

Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten

 

996

 

27

 

1.023

Ertragsteuerverbindlichkeiten

 

103

 

685

 

788

Kurzfristige Schulden

 

6.556

 

252

 

6.808

 

 

 

 

 

 

 

Bilanzsumme

 

28.915

 

904

 

29.819

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Angepasste Konzern-Kapitalflussrechnung 2012

 

 

 

 

 

 

 

in Mio. €

 

2012
wie berichtet

 

Anpassung
31.12.2012

 

2012
angepasst

Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit

 

2.522

 

142

 

2.664

Cash Flow aus Investitionstätigkeit

 

−3.813

 

−72

 

−3.885

Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit

 

1.516

 

−63

 

1.453

 

 

 

 

 

 

 

Nettoveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

 

225

 

7

 

232

Anfangsbestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

 

1.000

 

61

 

1.061

Wechselkursbedingte Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

 

−7

 

−2

 

−9

Endbestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

 

1.218

 

66

 

1.284

Umsatzrealisierung

Der Umsatz enthält Verkäufe von Produkten und Dienstleistungen sowie Mieterlöse, vermindert um Skonti und Preisnachlässe.

Umsätze aus dem Verkauf von Produkten werden mit dem Gefahrenübergang auf den Kunden realisiert, wenn das Entgelt zuverlässig bestimmbar ist und die Erfüllung der damit verbundenen Forderungen wahrscheinlich ist. Ist eine Abnahme durch den Kunden vorgesehen, wird der entsprechende Umsatz erst mit dieser Abnahme ausgewiesen. Bei langfristigen Serviceverträgen wird der Umsatz grundsätzlich linear über die Vertragslaufzeit erfasst.

Umsatz aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen wird gemäß IAS 18 Revenue bzw. gemäß IAS 11 Construction Contracts nach dem Leistungsfortschritt (Percentage of Completion-Methode, PoC-Methode) erfasst. Gewinne aus der PoC-Methode werden nur dann erfasst, wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrages verlässlich hochgerechnet werden kann.

Zur Abgrenzung von Umsatz und Ergebnis aus Leasinggeschäften verweisen wir auf die Erläuterungen zur Bilanzierung von Leasingverträgen.

Langfristige Auftragsfertigung

Langfristige Fertigungsaufträge werden nach der PoC-Methode bilanziert. Der Fertigstellungsgrad wird dabei anhand des Verhältnisses der angefallenen Kosten zu den erwarteten Gesamtkosten (Cost to Cost-Methode) bestimmt. Ist das Ergebnis eines Fertigungsauftrages nicht zuverlässig bestimmbar, werden Erlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst (Zero Profit-Methode). Soweit die kumulierten Leistungen (angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Gewinne) die Anzahlungen im Einzelfall übersteigen, erfolgt der Ausweis der Fertigungsaufträge aktivisch unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Entsteht nach Abzug der Anzahlungen ein negativer Saldo, erfolgt der Ausweis unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Zu erwartende Auftragsverluste werden in voller Höhe erfasst; sie werden unter Berücksichtigung der erkennbaren Risiken ermittelt.

Die Finanzerträge aus langfristiger Auftragsfertigung werden aufgrund des klaren Bezugs zum operativen Geschäft in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Kosten der umgesetzten Leistungen

Die Kosten der umgesetzten Leistungen umfassen die Kosten der verkauften Erzeugnisse und Dienstleistungen sowie die Einstandskosten der verkauften Handelswaren. Sie beinhalten neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungskosten auch die Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen auf die Produktionsanlagen und bestimmte immaterielle Vermögenswerte sowie die Abwertungen auf Vorräte.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Forschungskosten und nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis beinhaltet den Zinsaufwand aus Verbindlichkeiten, erhaltene Dividenden, Zinserträge aus Forderungen sowie Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten, die ergebniswirksam erfasst werden. Außerdem werden der Nettozinsaufwand aus Pensionsrückstellungen sowie der Bewertungsaufwand aus bestimmten eingebetteten Derivaten in den Finanzaufwendungen ausgewiesen.

Zinsertrag und Zinsaufwand werden ergebniswirksam nach der Effektivzinsmethode erfasst.

Dividenden werden ergebniswirksam vereinnahmt, wenn ein Ausschüttungsbeschluss vorliegt. Dividendenzahlungen von operativen zu Anschaffungskosten bzw. zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Beteiligungen, an denen Linde mehr als 10 Prozent der Stimmrechte hält und die einen klaren Bezug zum operativen Kerngeschäft von Linde haben, werden seit Beginn des Berichtszeitraums im sonstigen betrieblichen Ertrag erfasst. Als Kerngeschäfte sind die Geschäftsfelder definiert, die wesentlich zum Umsatz einer Division beitragen. Als Richtgröße für Wesentlichkeit gilt ein Anteil von rund 20 Prozent. Da im Vorjahr keine derartigen Beteiligungen die genannten Kriterien erfüllten, wurden die Vorjahresangaben nicht angepasst.

Der anteilige Zinsertrag bei Finanzierungsleasingverhältnissen wird nach der Effektivzinsmethode ermittelt. Darüber hinaus wird der Bewertungsertrag aus bestimmten eingebetteten Derivaten innerhalb der Finanzerträge ausgewiesen.

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte sind Geschäfts- oder Firmenwerte, Kundenbeziehungen, Markennamen, aktivierungsfähige Entwicklungskosten, Patente, Software, Lizenzen und ähnliche Rechte.

Entgeltlich erworbene und selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- bzw. zu Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen und Wertminderungen, angesetzt. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte werden erfasst, wenn sie einen Vermögenswert verkörpern, wenn es wahrscheinlich ist, dass Linde die mit ihnen verbundenen Vorteile zufließen werden, und wenn ihre Anschaffungs- bzw. Herstellkosten verlässlich bestimmbar sind. Die Abschreibungen für immaterielle Vermögenswerte werden in dem GuV-Posten erfasst, der ihrer funktionalen Zugehörigkeit entspricht. Für immaterielle Vermögenswerte ist zu prüfen, ob deren Nutzungsdauer zeitlich bestimmbar oder nicht bestimmbar ist. Geschäfts- oder Firmenwerte, immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern bei Anzeichen für eine Wertminderung, mindestens aber einmal jährlich, einem Wertminderungstest („Impairment Test“) unterzogen.

Der Wertminderungstest gemäß IAS 36 Impairment of Assets stellt den Buchwert der entsprechenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. des zu testenden Vermögenswertes dem erzielbaren Betrag gegenüber. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

Gemäß IAS 36 Impairment of Assets wird der Geschäfts- oder Firmenwert der kleinsten zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert vom Management überwacht wird, und auf dieser Ebene mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit getestet. In der Gases Division ist dies die Ebene der Regional Business Units (RBU), die die operativen Segmente vor deren Aggregation zu den berichtspflichtigen Segmenten darstellen. Außerhalb der Gases Division wird der Geschäfts- oder Firmenwert auf Ebene der berichtspflichtigen Segmente getestet, welche auch zugleich operative Segmente darstellen. Im Rahmen des Wertminderungstests wird zunächst der Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit deren Buchwert gegenübergestellt. Ist der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit nicht durch den Nutzungswert gedeckt, so wird überprüft, ob der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten höher ist als der Buchwert. Die Wertminderungen eines immateriellen Vermögenswertes mit unbestimmter Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der Funktionskosten ausgewiesen.

Für die Berechnung des Nutzungswertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden für einen Detailplanungszeitraum von fünf Jahren aus der vom Management verabschiedeten Unternehmensplanung Nettozahlungsströme auf Nachsteuerbasis abgeleitet. Die Ermittlung der ewigen Rente erfolgt auf Grundlage der Nettozahlungsströme der letzten verfügbaren Detailplanungsperiode. Die bei der Diskontierung der Zahlungsströme angewendeten Nachsteuerzinssätze berücksichtigen die branchen- und länderspezifischen Risiken der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Bei der Diskontierung der ewigen Rente kommen Wachstumsabschläge zur Anwendung, die unterhalb der im Detailplanungszeitraum ermittelten Wachstumsraten liegen und im Wesentlichen dem Ausgleich einer allgemeinen Teuerungsrate dienen.

Die Abschreibung immaterieller Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer erfolgt grundsätzlich planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer und wird in dem GuV-Posten erfasst, der ihrer funktionalen Zugehörigkeit entspricht. Kundenbeziehungen werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear über ihre jeweilige voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 40 Jahren abgeschrieben. Die voraussichtliche Nutzungsdauer von erworbenen Kundenbeziehungen bemisst sich auf Grundlage der Fristigkeit des der Kundenbeziehung zugrunde liegenden Vertragsverhältnisses bzw. anhand des erwarteten Kundenverhaltens. Bestehen Anzeichen für eine Wertminderung der immateriellen Vermögenswerte, so erfolgt ein Wertminderungstest.

Wenn der Grund für frühere Wertminderungen entfallen ist, erfolgt bei immateriellen Vermögenswerten maximal eine Wertaufholung auf den Wert, der sich bei Ausbleiben jeder Wertminderung unter Anwendung der planmäßigen Abschreibung ergeben hätte. Dies gilt nicht für den Geschäfts- oder Firmenwert.

Aufwendungen im Zusammenhang mit dem entgeltlichen Erwerb und der Eigenentwicklung selbst genutzter Software einschließlich der Aufwendungen, diese Software in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, werden aktiviert und unter Verwendung der linearen Abschreibungsmethode über die voraussichtliche Nutzungsdauer von drei bis acht Jahren planmäßig abgeschrieben.

Sachanlagen

Die Sachanlagen sind mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer und Wertminderungen, bewertet. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten und angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Hierzu gehören die fertigungsbedingten Abschreibungen, anteilige Verwaltungskosten sowie die anteiligen Kosten des sozialen Bereichs. Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten werden um Zuwendungen der öffentlichen Hand gekürzt. Für qualifizierte Sachanlagen, deren Erwerb oder Herstellung einen Zeitraum von einem Jahr überschreitet, werden Bauzeitzinsen aktiviert. Eine Aktivierung zu Herstellungskosten erfolgt grundsätzlich unter der Annahme der Normalbeschäftigung. Die Abschreibung auf Sachanlagen wird nach der linearen Methode ermittelt und in dem GuV-Posten erfasst, der der funktionalen Zugehörigkeit des zugrunde liegenden Vermögenswerts entspricht. Besteht ein Vermögenswert des Sachanlagevermögens aus mehreren wesentlichen Komponenten mit unterschiedlichen Nutzungsdauern, so wird die Abschreibung für die unterschiedlichen Komponenten einzeln bemessen. Bestehende rechtliche oder faktische Rückbauverpflichtungen werden in Höhe des abgezinsten erwarteten Erfüllungsbetrags in den Anschaffungs- und Herstellungskosten der Komponenten erfasst. Die Nutzungsdauer und die Abschreibungsmethode werden jedes Jahr überprüft und an die tatsächlichen Gegebenheiten angepasst.

Im Einzelnen liegen den Wertansätzen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

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Nutzungsdauern Anlagevermögen

 

 

 

Gebäude

 

10–40 Jahre

Technische Anlagen

 

6–15 Jahre

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

 

3–20 Jahre

Wenn besondere Ereignisse oder Marktentwicklungen einen Wertverfall anzeigen, wird die Werthaltigkeit des Buchwertes von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens überprüft. Dabei wird der Buchwert des Vermögenswertes mit dem erzielbaren Betrag verglichen, der der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert ist. Bei der Ermittlung des erzielbaren Betrages auf Basis des Nutzungswertes werden zukünftig zu erwartende Zahlungsströme mit einem risikoadäquaten Zinssatz abgezinst. Wenn der Nettobuchwert von Vermögenswerten größer ist als der erzielbare Betrag, wird eine Wertminderung erfasst. Bei der Festlegung der zukünftig zu erwartenden Zahlungsströme werden das aktuelle und das zukünftig erwartete Ertragsniveau sowie geschäftsfeldspezifische, technologische, wirtschaftliche und allgemeine Entwicklungen berücksichtigt. Erfolgt der Wertminderungstest für Sachanlagen auf Ebene einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der auch ein Teil des Geschäfts- oder Firmenwertes zugeordnet wurde, und liegt eine Wertminderung vor, so werden zunächst der Geschäfts- oder Firmenwert und danach die anderen Vermögenswerte nach Maßgabe ihrer relativen Buchwerte – unter Berücksichtigung der beizulegenden Zeitwerte der Vermögenswerte – wertgemindert. Wenn der Grund für eine frühere Wertminderung auf Sachanlagevermögen entfallen ist, erfolgt eine Wertaufholung auf maximal den Betrag, der sich bei Ausbleiben jeder Wertminderung unter Anwendung der planmäßigen Abschreibung ergeben hätte.

Zur Bilanzierung von Vermögenswerten aus Leasinggeschäften verweisen wir auf die Erläuterungen zur Bilanzierung von Leasingverträgen.

Assoziierte Unternehmen und Joint Ventures

Assoziierte Unternehmen und Joint Ventures werden nach der Equity-Methode im Zeitpunkt des Erwerbs zu Anschaffungskosten bilanziert. In Folgeperioden erhöht oder verringert sich der Buchwert mit dem Anteil am Gesamtergebnis; getätigte Ausschüttungen und andere Eigenkapitalveränderungen verringern bzw. erhöhen den Buchwert entsprechend. Entsprechen oder übersteigen die der Linde Group zurechenbaren Verluste eines assoziierten Unternehmens oder Joint Ventures den Wert des Anteils an diesem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture, werden keine weiteren Verlustanteile erfasst, es sei denn, es wurden Verpflichtungen eingegangen oder Zahlungen für das assoziierte Unternehmen geleistet. Liegen Anzeichen für Wertminderungen bei assoziierten Unternehmen oder Joint Ventures vor, so wird der Buchwert der betroffenen Beteiligung einem Wertminderungstest unterzogen. Wenn der Grund für eine frühere Wertminderung entfallen ist, so erfolgt eine Wertaufholung auf maximal den Betrag, der sich bei Ausbleiben jeder Wertminderung ergeben hätte.

Vorräte

Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert entspricht dem erzielbaren Veräußerungserlös abzüglich der noch bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten und abzüglich der bis zur Veräußerung anfallenden Vertriebskosten. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen, die direkt dem Herstellungsprozess zugeordnet werden können. Kosten der Verwaltung und des sozialen Bereichs werden berücksichtigt, soweit sie der Produktion zuzuordnen sind. Weiterhin werden für Vorratsvermögen, dessen Erwerb oder Herstellung einen Zeitraum von einem Jahr überschreitet, Bauzeitzinsen aktiviert. Eine Aktivierung zu Herstellungskosten erfolgt grundsätzlich unter der Annahme der Normalbeschäftigung. Als Verbrauchsfolgeverfahren kommt das gleitende Durchschnittsverfahren oder das Fifo-Verfahren („first-in-first-out“) zur Anwendung.

Finanzinstrumente

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann in der Konzernbilanz angesetzt, wenn Linde Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Marktübliche Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Erfüllungstag bilanziert. Etwas anderes gilt für Derivate, die zum Handelstag bilanziert werden.

Bei Finanzinstrumenten ist nach IAS 39 Financial Instruments: Recognition and Measurement zu differenzieren zwischen Finanzinstrumenten, die zu Handelszwecken gehalten werden oder die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingestuft wurden („at fair value through profit or loss“), zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten („available for sale“), bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen („held to maturity“) sowie Krediten und Forderungen („loans and receivables“). Reklassifizierungen von Finanzinstrumenten zwischen Bewertungskategorien fanden im Berichtszeitraum nicht statt. Die Linde Group macht von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert einzustufen („Fair Value Option“), keinen Gebrauch.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte beinhalten Eigenkapital- und Fremdkapitalinstrumente. Wenn Eigenkapitalinstrumente nicht als zu Handelszwecken gehalten bzw. als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingestuft worden sind, werden diese als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Fremdkapitalinstrumente werden in dieser Kategorie erfasst, sofern sie für eine unbestimmte Zeit gehalten werden und je nach Marktlage veräußert werden können.

Der erstmalige Ansatz von Finanzinstrumenten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die dem Erwerb oder der Emission von Finanzinstrumenten direkt zurechenbaren Transaktionskosten werden bei der Ermittlung des Buchwertes nur berücksichtigt, soweit die Finanzinstrumente nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Für die Folgebewertung der als zur Veräußerung verfügbar klassifizierten Vermögenswerte werden unrealisierte Gewinne und Verluste bis zur Realisierung unter Berücksichtigung latenter Steuern gesondert als sonstiges Ergebnis im Eigenkapital erfasst. Eigenkapitalinstrumente, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann, werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Fallen die beizulegenden Zeitwerte von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten unter die Anschaffungskosten und liegen objektive Hinweise vor, dass der Vermögenswert wertgemindert ist, wird der direkt im Eigenkapital erfasste kumulierte Verlust erfolgswirksam aufgelöst. Wertaufholungen erfolgen bei Eigenkapitalinstrumenten erfolgsneutral, bei Fremdkapitalinstrumenten erfolgswirksam.

Kredite und Forderungen sowie bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode angesetzt. Falls objektive Hinweise vorliegen, dass der Vermögenswert wertgemindert ist, werden sie mit dem Barwert der erwarteten zukünftigen Cash Flows angesetzt, sofern dieser niedriger ist als die fortgeführten Anschaffungskosten. Der Barwert der zukünftigen Cash Flows errechnet sich unter Verwendung des ursprünglichen Effektivzinssatzes des finanziellen Vermögenswerts.

Die Linde Group überprüft ihre finanziellen Vermögenswerte der Kategorien Kredite und Forderungen, zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen regelmäßig auf das Vorliegen einer Wertminderung. Dabei werden die folgenden Kriterien herangezogen:

[a] erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder des Schuldners,

[b] ein Vertragsbruch wie beispielsweise ein Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen,

[c] Zugeständnisse von Seiten des Kreditgebers an den Kreditnehmer infolge wirtschaftlicher oder rechtlicher Gründe im Zusammenhang mit den finanziellen Schwierigkeiten des Kreditnehmers, die der Kreditgeber ansonsten nicht gewähren würde,

[d] eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer in Insolvenz fällt oder ein sonstiges Sanierungsverfahren durchläuft,

[e] der Wegfall eines aktiven Marktes für diesen finanziellen Vermögenswert infolge finanzieller Schwierigkeiten,

[f] eine Empfehlung von Kapitalmarktbeobachtern,

[g] Informationen über nachteilige Entwicklungen im technologischen, wirtschaftlichen oder rechtlichen Umfeld des Vertragspartners,

[h] ein wesentlicher und anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts des Finanzinstruments.

Eine Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt, wenn Linde sein vertragliches Anrecht auf Zahlungsströme aus diesen verliert oder so gut wie alle mit dem finanziellen Vermögenswert verbundenen Risiken und Chancen überträgt. Im Berichtsjahr kam es zu keiner Übertragung finanzieller Vermögenswerte, die nicht zur Ausbuchung qualifizierte.

Nach IAS 39 Financial Instruments: Recognition and Measurement sind alle derivativen Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren, und zwar unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht sie abgeschlossen wurden.

Bei einem Fair Value Hedge werden Derivate zur Absicherung gegen Risiken einer Änderung des beizulegenden Zeitwertes von Bilanzpositionen eingesetzt. Die Ergebnisse aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der Derivate werden ergebniswirksam erfasst. Gleichzeitig wird der Buchwert des dazugehörigen Grundgeschäfts erfolgswirksam um den Gewinn oder Verlust, der dem abgesicherten Risiko zuzurechnen ist, erhöht oder verringert.

Im Rahmen eines Cash Flow Hedge werden Derivate verwendet, um Cash Flow-Risiken aus bereits bilanzierten Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten oder aus geplanten Transaktionen zu sichern. Der durch das Grundgeschäft gedeckte („hedge-effective“) Teil der Gewinne bzw. Verluste aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert dieser derivativen Finanzinstrumente wird zunächst erfolgsneutral als sonstiges Ergebnis in der kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderung ausgewiesen. Eine Umbuchung in die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt zeitgleich mit der Ergebniswirkung des abgesicherten Grundgeschäfts. Der nicht durch das Grundgeschäft gedeckte („hedge-ineffective“) Teil der Marktwertveränderungen wird unmittelbar im Ergebnis berücksichtigt.

Im Rahmen von Hedges einer Nettoinvestition in ausländische Gesellschaften (Net Investment Hedge) werden die Translationsrisiken aus Beteiligungen mit einer ausländischen funktionalen Währung abgesichert. Die Gewinne und Verluste der Sicherungsinstrumente werden bis zur Veräußerung bzw. zum Abgang der Beteiligung als sonstiges Ergebnis im Eigenkapital als Bestandteil der kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderung erfasst.

Liegen die Voraussetzungen für Hedge Accounting nicht vor, werden die Ergebnisse aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert derivativer Finanzinstrumente ergebniswirksam erfasst.

Nach IAS 39 Financial Instruments: Recognition and Measurement werden in Basisverträgen („host contracts“) enthaltene eingebettete Derivate gesondert als derivative Finanzinstrumente behandelt, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen.

Nähere Angaben zum Risikomanagement und zu den bilanziellen Auswirkungen von derivativen Finanzinstrumenten sind unter Ziffer [29] dargestellt.

Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Finanzschulden sowie übrige Forderungen und Vermögenswerte und übrige Verbindlichkeiten werden, solange sie keine derivativen Finanzinstrumente darstellen, zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Differenzen zwischen historischen Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden entsprechend der Effektivzinsmethode berücksichtigt. Den erkennbaren Einzelrisiken wird durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen. Finanzschulden, die als gesichertes Grundgeschäft in einen Fair Value Hedge einbezogen sind, werden um den Gewinn oder Verlust, der dem abgesicherten Risiko zuzurechnen ist, erhöht oder verringert.

Finanzinstrumente, die sowohl einen Eigenkapital- als auch einen Fremdkapitalanteil beinhalten können, werden entsprechend IAS 32 Financial Instruments: Presentation beurteilt. Die von der Linde Group begebenen Finanzinstrumente werden vollständig als Schuldinstrumente behandelt und zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Ein separater Eigenkapitalanteil wird nicht bilanziert.

Latente Steuern

Aktive und passive latente Steuern werden entsprechend IAS 12 Income Taxes nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode für sämtliche temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen und den IFRS-Wertansätzen, für ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen sowie für steuerliche Verlustvorträge gebildet.

Die aktiven latenten Steuern für steuerliche Verlustvorträge werden nur angesetzt, soweit die Steuerminderungsansprüche sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit hinreichender Sicherheit gewährleistet ist. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. aufgrund nahezu abgeschlossener Gesetzgebungsverfahren in Zukunft gelten werden.

Investitionsabhängige Steuergutschriften werden in analoger Anwendung der Vorschriften des IAS 12 Income Taxes bilanziert. Eine Verrechnung mit der entsprechenden Investition erfolgt nicht.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die versicherungsmathematische Bewertung der Pensionsrückstellungen basiert auf dem in IAS 19 Employee Benefits vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren für Leistungszusagen auf Altersversorgung (Projected Unit Credit-Methode). Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen.

Vom Barwert der Pensionsverpflichtungen (Bruttopensionsverpflichtung) wird der Zeitwert des Planvermögens ggf. unter Berücksichtigung der Regelungen zur Aktivierungsobergrenze des Planvermögens („asset ceiling“ nach IAS 19.64) abgezogen, so dass sich die Nettopensionsverpflichtung bzw. der Nettovermögenswert aus den leistungsorientierten Pensionsplänen ergibt. Der Ausweis eines Nettovermögenswertes ist nach IAS 19.64 nur dann zugelassen, wenn die Linde Group als verpflichteter Arbeitgeber das Recht auf Auszahlung dieser Überdeckung oder auf künftige Beitragsermäßigungen hat.

Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres ergibt sich aus der Multiplikation der Nettopensionsverpflichtung bzw. des Nettovermögenswerts zu Periodenbeginn mit dem der Diskontierung der leistungsorientierten Bruttopensionsverpflichtung am Periodenbeginn zugrunde liegenden Zinssatz.

Der Diskontierungszinssatz wird auf der Grundlage von Renditen bestimmt, die am jeweiligen Stichtag für erstrangige festverzinsliche Industrieanleihen am Markt erzielt werden. Währung und Laufzeit der zugrunde gelegten Anleihen stimmen mit der Währung und den voraussichtlichen Fristigkeiten der nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu erfüllenden Versorgungsverpflichtungen überein.

Die Neubewertungskomponente („remeasurements“) umfasst zum einen die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Bewertung der leistungsorientierten Bruttopensionsverpflichtung und zum anderen den Unterschied zwischen tatsächlich realisierter Planvermögensrendite und der zu Periodenbeginn angenommenen Rendite, die auf dem Diskontierungszinssatz der korrespondierenden leistungsorientierten Bruttopensionsverpflichtung basiert. Im Falle einer Überdotierung eines Pensionsplans sowie einer bestehenden Aktivierungsobergrenze des Planvermögens („asset ceiling“) enthält die Neubewertungskomponente darüber hinaus die Veränderung des Nettovermögenswertes aus der Anwendung der Regelungen zur Aktivierungsobergrenze („asset ceiling“), soweit diese nicht in der Nettozinskomponente berücksichtigt wurde.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste resultieren aus Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen bzw. aus Abweichungen zwischen früheren versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung.

Sämtliche Neubewertungseffekte, d. h. versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, der kumulierte Effekt aus einer Aktivierungsobergrenze („asset ceiling“) sowie die Effekte aus einer Erhöhung der Pensionsverpflichtung nach IFRIC 14 The Limit on a Defined Benefit Asset, Minimum Funding Requirements and their Interaction, werden unmittelbar erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Der Aufwand aus der Dotierung der Pensionsrückstellungen wird den Kosten der Funktionsbereiche zugeordnet. Der Nettozinsaufwand bzw. der Nettozinsertrag aus leistungsorientierten Pensionsplänen wird innerhalb des Finanzergebnisses ausgewiesen. Dabei wird pro Pensionsplan ermittelt, ob nach Saldierung ein Nettozinsaufwand bzw. -ertrag vorliegt und entsprechend im Finanzergebnis ausgewiesen.

Übrige Rückstellungen

Gemäß IAS 37 Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets werden übrige Rückstellungen gebildet, soweit eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis gegenüber Dritten besteht, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führt und zuverlässig geschätzt werden kann.

Rückstellungen werden für die erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe des wahrscheinlichen Erfüllungsbetrages berücksichtigt und nicht mit Rückgriffsansprüchen verrechnet. Der Erfüllungsbetrag umfasst auch die am Bilanzstichtag zu berücksichtigenden Kostensteigerungen. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten werden abgezinst.

Rückstellungen für Gewährleistungsansprüche werden unter Berücksichtigung des bisherigen bzw. des geschätzten zukünftigen Schadensverlaufs gebildet.

Rückbauverpflichtungen werden zum Zeitpunkt der Entstehung mit dem abgezinsten Wert der Verpflichtung aktiviert und gleichzeitig – in entsprechender Höhe – als Rückstellung passiviert. Über die anfallenden Abschreibungen des Aktivpostens und der Aufzinsung der Rückstellung wird der Aufwand auf die Perioden der Nutzung des Vermögenswertes verteilt.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und dieser den betroffenen Parteien mitgeteilt wurde.

Die Kosten der umgesetzten Leistungen enthalten auch Zuführungen zu Gewährleistungsrückstellungen sowie Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Gewährleistungsrückstellungen werden in Höhe der geschätzten Kosten zum Zeitpunkt des Verkaufs des jeweiligen Produkts gebildet. Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften werden vollständig in dem Berichtszeitraum gebildet, in dem die zeitnah geschätzten Kosten aus dem jeweiligen Vertrag den zu erwartenden Umsatz übersteigen.

Für allgemeine und Sachbetriebsrisiken werden Versicherungsverträge mit einem konzernexternen Versicherer abgeschlossen. Die Aufwendungen aus diesen Versicherungsverträgen werden in den Funktionskosten erfasst.

In Vorjahren agierten Gesellschaften der Linde Group als Rückversicherer bzgl. eines Teils der oben genannten Versicherungsverträge. Die hieraus noch existierenden Rückstellungen fallen unter den Anwendungsbereich des IFRS 4 Insurance Contracts. Versicherungsrisiken werden in Form einer Rückstellung für noch nicht abgewickelte Schadensfälle im Konzernabschluss berücksichtigt. Dabei wird die Rückstellung für Zahlungsverpflichtungen aus Versicherungsfällen gebildet, die am Bilanzstichtag aufgetreten, aber noch nicht abgewickelt sind. Rückstellungen für am Bilanzstichtag gemeldete Versicherungsfälle basieren auf Schätzungen für zukünftige Schadenaufwendungen einschließlich Schadenregulierungskosten. Diese werden auf Einzelverpflichtungsbasis vorgenommen. Rückstellungen für am Bilanzstichtag eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle („incurred but not reported“, IBNR) werden gebildet, um den geschätzten Kosten bei Schäden Rechnung zu tragen. Da über den Eintritt dieser Schäden noch nichts bekannt ist, werden Schätzungen auf Basis von branchenüblichen Erfahrungswerten zugrunde gelegt. Die Rückstellung wird auf der Grundlage versicherungsmathematischer und statistischer Methoden gebildet.

Ertragsteuerrückstellungen werden seit Beginn des Geschäftsjahres nicht mehr in den Rückstellungen, sondern in den Ertragsteuerverbindlichkeiten erfasst. Des Weiteren wurden die bisher als langfristig ausgewiesenen Ertragsteuerverbindlichkeiten in die kurzfristigen Ertragsteuerverbindlichkeiten umgegliedert. Hintergrund der Änderung ist die sachgerechtere Darstellung und bessere Vergleichbarkeit mit anderen kapitalmarktorientierten Unternehmen, die einen Konzernabschluss nach IFRS aufstellen. Die Änderung beschränkt sich auf eine Umgliederung innerhalb der Passivseite der Bilanz. Zum Stichtag wurden 424 Mio. EUR aus den Rückstellungen in die kurzfristigen Ertragsteuerverbindlichkeiten umgegliedert. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst (567 Mio. EUR).

Bilanzierung von Leasingverträgen

Leasingverträge werden gem. IAS 17 Leases als „Finance Leases“ klassifiziert, wenn im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum des Leasinggegenstandes verbunden sind, auf den Leasingnehmer übertragen werden. Alle anderen Leasinggeschäfte sind „Operating Leases“. Die Gesellschaften der Linde Group schließen Verträge als Leasinggeber und Leasingnehmer. Sofern Linde als Leasinggeber „Finance Leases“ eingeht, werden die zukünftig vom Kunden zu zahlenden Leasingraten als Forderungen aus Finanzierungsleasing in Höhe des Nettoinvestitionswertes aus dem Leasingvertrag bilanziert. Die Zinserträge werden nach der Effektivzinsmethode über die Berichtsperioden verteilt.

Wenn Linde im Wege von „Finance Leases“ Leasingobjekte beschafft, werden diese zu Vertragsbeginn in Höhe des beizulegenden Zeitwertes bzw. des niedrigeren Barwertes der zukünftigen Leasingzahlungen im Sachanlagevermögen ausgewiesen und die korrespondierenden Verbindlichkeiten gegenüber dem Leasinggeber als Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing in der Bilanz erfasst. Bei der Barwertermittlung kommt der der Vereinbarung zugrunde liegende Zinssatz oder – wenn nicht vorhanden – der Grenzrefinanzierungssatz zur Anwendung. Die Abschreibung dieses Sachanlagevermögens und die Auflösung der Verbindlichkeit erfolgen über die Vertragslaufzeit. Ist die Nutzungsdauer des Vermögenswerts kürzer als die Vertragslaufzeit, ist diese für die Bestimmung der Abschreibungsdauer maßgeblich. Während der Leasinggegenstand einer linearen Abschreibung über die Laufzeit des Leasingvertrages unterzogen wird, erfolgt die Amortisation der dazugehörigen Leasingverbindlichkeit unter Anwendung der Effektivzinsmethode progressiv. Hieraus entsteht während der Dauer des Leasingvertrages eine Differenz zwischen der Leasingverpflichtung und dem Buchwert des Leasingobjekts.

Die im Rahmen von „Operating Leases“ von Linde selbst geleisteten Miet- und Leasingzahlungen werden linear über die Vertragslaufzeit erfolgswirksam in den Funktionskosten erfasst.

Nach IFRIC 4 Determining whether an Arrangement contains a Lease werden unter bestimmten Voraussetzungen Verträge als Leasing behandelt, die rechtlich keine Leasingverträge sind. Insbesondere in der Gases Division werden bestimmte Gaslieferverträge als „Embedded Lease“ klassifiziert, wenn zu ihrer Erfüllung die Nutzung eines speziellen Vermögenswerts notwendig ist und wenn der Umsatzanteil des Gaskunden den ganz überwiegenden Teil der Produktionskapazität ausmacht. Liegt ein eingebetteter Leasingvertrag vor, wird im Einzelfall unter Anwendung der Kriterien des IAS 17 Leases untersucht, ob mit dem Gasliefervertrag die wesentlichen Chancen und Risiken an der Anlage auf den Gaskunden übergangen sind. Hierzu wird im ersten Schritt der eingebettete Leasinganteil aus dem Gasliefervertrag herausgelöst und daraufhin geprüft, ob mit den isolierten Leasingraten im Wesentlichen eine Vollamortisation der Anlage einhergeht und ob die Mindestvertragslaufzeit den ganz überwiegenden Teil der Nutzungsdauer der Anlage ausmacht. Weiterhin werden insbesondere etwaig vorhandene Eigentumsübergangs-, Erwerbs- und Mietverlängerungsklauseln auf ihre Wirkung im Hinblick auf den Übergang der Chancen und Risiken an der Anlage untersucht. Enthält ein Gasliefervertrag nach diesen Prüfschritten eine Finanzierungsleasingkomponente, wird der Anlageninvestitionswert erfolgsneutral als Umsatz erfasst und die entstehende Forderung unter den Forderungen aus Finanzierungsleasing ausgewiesen.

Verbleibt das wirtschaftliche Eigentum an den von Linde im Rahmen von expliziten („Operating Leases“) oder eingebetteten Leasingverträgen („Embedded Operating Leases“) vermieteten Gegenständen bei Linde als Leasinggeber, werden Mieterlöse über die Vertragslaufzeit linear in den Umsatzerlösen erfasst.

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen sowie nicht fortgeführte Aktivitäten

Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen werden gesondert als „zur Veräußerung gehalten“ in der Bilanz ausgewiesen, wenn sie in ihrem gegenwärtigen Zustand veräußert werden können und die Veräußerung sehr wahrscheinlich ist. Bei der Klassifizierung als „zur Veräußerung gehalten“ werden die entsprechenden Vermögenswerte mit ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten angesetzt, sofern dieser niedriger als deren Buchwert ist. Entsprechend ihrer Klassifizierung werden direkt mit diesen in Zusammenhang stehende Verbindlichkeiten auf der Passivseite gesondert als „zur Veräußerung gehalten“ ausgewiesen. Für aufzugebende Geschäftsbereiche werden zusätzliche Angaben gemacht, sofern die Voraussetzungen für einen aufzugebenden Geschäftsbereich erfüllt sind.

Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Die Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert bei einigen Bilanzposten Ermessensentscheidungen bzw. Schätzungen, die sich auf den Ansatz und die Bewertung in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung auswirken. Die tatsächlich realisierten Beträge können von diesen Schätzungen abweichen. Schätzungen sind insbesondere erforderlich bei:

  • der Beurteilung der Notwendigkeit sowie der Bemessung einer Wertminderung auf immaterielle Vermögenswerte und Vermögenswerte des Sachanlagevermögens sowie des Vorratsvermögens. siehe Ziffern [14], [15] und [17].
  • der Bestimmung der Nutzungsdauern von Sachanlagevermögen sowie bei der Beurteilung, welche Kostenbestandteile aktivierungsfähig sind. siehe Ziffer [15].
  • der Beurteilung der Notwendigkeit von Wertberichtigungen zweifelhafter Forderungen. siehe Ziffer [18].
  • dem Ansatz und der Bewertung von Pensionsverpflichtungen. siehe Ziffer [23].
  • dem Ansatz und der Bewertung der übrigen Rückstellungen. siehe Ziffer [24].
  • der Beurteilung des Auftragsfortschritts bei langfristigen Fertigungsaufträgen. siehe Ziffern [18] und [27].
  • der Beurteilung von Leasingtransaktionen,
  • der Bewertung von im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden. siehe Ziffer [3].
  • der Beurteilung, ob Beherrschung, gemeinsame Beherrschung oder maßgeblicher Einfluss vorliegt bei Gesellschaften, an denen Linde weniger als 100 Prozent der Stimmrechte hält. siehe Ziffern [4] und [7].

Eine Veränderung der Einflussfaktoren, die bei der Prüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwertes, der übrigen immateriellen Vermögenswerte, des Sachanlagevermögens oder des Vorratsvermögens verwendet werden, kann unter Umständen zu höheren, niedrigeren bzw. keinen Wertminderungen führen. Zur Angabe von Sensitivitäten siehe Ziffer [14].

Weitere wesentliche Schätzungen betreffen die Bestimmung der Nutzungsdauern für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Basierend auf Erfahrungswerten der Vergangenheit gelten konzernweit einheitliche Vorgaben für die Nutzungsdauern der wesentlichen Anlageklassen. Auch bei der Beurteilung, ob ein aktivierungsfähiger Vermögenswert vorliegt und welche Bestandteile der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktivierungsfähig sind, müssen Annahmen getroffen werden. Hierbei werden beispielsweise der erwartete zukünftige Nutzen eines Vermögenswerts oder die zukünftig erwarteten Kosten für den Rückbau von Anlagen geschätzt. Auch bei Kosten, die während der operativen Phase eines Vermögenswerts eintreten – beispielsweise Kosten für die Nachrüstung oder für die Grundüberholung von Anlagen – hängt die Aktivierung dieser Aufwendungen davon ab, ob sie zu einem besseren oder höheren Output führen oder ob sie die Nutzungsdauer des Vermögenswerts verlängern.

Die Wertberichtigung zweifelhafter Forderungen umfasst in erheblichem Umfang Einschätzungen und Beurteilungen einzelner Forderungen, die auf der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden, den aktuellen Konjunkturentwicklungen und der Analyse historischer Forderungsausfälle auf Portfoliobasis beruhen. Die individuelle Wertberichtigung berücksichtigt neben kundenspezifischen grundsätzlich auch länderspezifische Risiken.

Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionszusagen werden auf Basis versicherungsmathematischer Annahmen ermittelt. Wesentliche versicherungsmathematische Annahmen sind beispielsweise der Diskontierungszinssatz, die Renten- und Anwartschaftsdynamik sowie die Lebenserwartung. Der Diskontierungszinssatz wird auf der Grundlage von Renditen bestimmt, die am jeweiligen Stichtag für erstrangige festverzinsliche Industrieanleihen am Markt erzielt werden. Währung und Laufzeit der zugrunde gelegten Anleihen stimmen mit der Währung und den voraussichtlichen Fristigkeiten der nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu erfüllenden Versorgungsverpflichtungen überein. Falls solche Renditen nicht verfügbar sind, basieren die Diskontierungszinssätze auf Marktrenditen von Staatsanleihen.

Sensitivitätsanalysen zu den getroffenen wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen finden sich unter Ziffer [23].

Der Ansatz und die Bewertung der übrigen Rückstellungen erfolgen auf Basis der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Der später tatsächlich eintretende Nutzenabfluss kann insofern von der gebildeten Rückstellung abweichen. Innerhalb der verschiedenen Rückstellungsarten werden unterschiedliche Ermessensausübungen und Schätzungen angewandt. Im Folgenden werden die wesentlichen Schätzungen pro Rückstellungsart erläutert.

Bei Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen werden die zukünftig erwarteten Kosten für den Abbau von Anlagen und der Wiederherstellung des Originalzustands des bebauten Grundstücks auf Basis von Erfahrungswerten geschätzt. Es erfolgt jährlich eine Neubeurteilung der erwarteten Kosten und ggf. eine Anpassung des Rückstellungsbetrages.

Rückstellungen für Garantieverpflichtungen und Risiken aus schwebenden Geschäften beinhalten auch Rückstellungen aus Rechtsstreitigkeiten und Garantieverpflichtungen. Hierbei werden in Bezug auf die Eintrittswahrscheinlichkeit und den zu erwartenden Mittelabfluss Annahmen getroffen. Die Bewertungsunsicherheit bei Garantierückstellungen ist vergleichsweise moderat, da bei ihrer Ermittlung auf historische Garantieaufwandsquoten zurückgegriffen werden kann.

Rechtsstreitigkeiten sind mit großen Unsicherheiten verbunden. Daher besteht ein erhebliches Ermessen in der Beurteilung, ob zum Stichtag eine gegenwärtige Verpflichtung als Ergebnis eines Ereignisses in der Vergangenheit besteht und ob ein künftiger Mittelabfluss wahrscheinlich sowie die Verpflichtung verlässlich schätzbar ist. Der jeweilige Stand wird regelmäßig unter Einbeziehung interner und externer Anwälte beurteilt und aktualisiert. Änderungen des Sachstands aufgrund neuer Informationen können zu einer Anpassung der Rückstellung führen.

Die sonstigen Verpflichtungen enthalten auch Rückstellungen für Kosten, die nach Beendigung von Großprojekten erwartet werden. Diese sind mit einer erhöhten Bewertungsunsicherheit verbunden.

Die Verpflichtungen aus dem Personalbereich enthalten vor allem Urlaubsrückstellungen sowie Rückstellungen für Löhne und Gehälter. Die Bewertungsunsicherheiten bei der Ermittlung dieser Rückstellungen sind sehr gering, da die erwarteten Kosten relativ verlässlich bestimmbar sind.

Die Beurteilung des Auftragsfortschritts bei langfristigen Fertigungsaufträgen erfolgt – bei Vorliegen der Voraussetzungen – auf Basis der PoC-Methode. Bei dieser Methode ist es notwendig, eine Einschätzung des Fertigstellungsgrads vorzunehmen. Zudem sind Schätzungen hinsichtlich der Gesamtauftragskosten, der Gesamtauftragserlöse und der Auftragsrisiken unter anderem auch in Bezug auf technische, politische und regulatorischer Risiken notwendig. Gemäß der PoC-Methode werden die angefallenen Kosten in das Verhältnis zu den erwarteten Gesamtkosten gesetzt, um den Fertigstellungsgrad zu ermitteln. Bei Großprojekten werden zur Ermittlung und Analyse des Projektfortschritts insbesondere die durch Zulieferer anfallenden Auftragskosten, teilweise unter Einsatz von Gutachtern, berücksichtigt.

Sofern das Ergebnis eines Fertigungsauftrags nicht verlässlich geschätzt werden kann, werden die Umsatzerlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst, die wahrscheinlich gedeckt werden können, und die Auftragskosten in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand erfasst (sogenannte Zero Profit-Methode).

Schätzungsänderungen können zu einer Erhöhung oder Verminderung der Umsatzerlöse führen.

Ermessensentscheidungen sind unter anderem bei der Beurteilung des Übergangs der wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken im Rahmen von Leasingverhältnissen zu treffen. Linde schließt Leasingverträge hauptsächlich als Leasingnehmer (Beschaffungsleasing). Im Rahmen von IFRIC 4 können allerdings Gaslieferverträge unter bestimmten Voraussetzungen als eingebettete Leasingverträge klassifiziert werden. In diesen Fällen tritt Linde als Leasinggeber auf. Zur Einschätzung des Vorliegens eines eingebetteten Finanzierungsleasingverhältnisses für die On-site-Anlagen von Linde müssen Annahmen über die Aufteilung der erhaltenen Gegenleistung vom Kunden getroffen werden. Gegenleistungen, die durch die Zahlungen des Kunden abgedeckt werden, sind zum einen die Finanzierung der Anlagen und zum anderen Serviceleistungen, die Linde für den Kunden übernimmt. Hierbei kann es je nach Ermessensausübung zu einer Klassifizierung der Verträge als Operating Lease oder als Finanzierungsleasing kommen.

Auch bei der Klassifizierung von Beschaffungsleasingverträgen muss Linde Annahmen treffen, beispielsweise bei der Bestimmung des Zinssatzes, des Restwerts oder der Nutzungsdauern der zugrunde liegenden Vermögenswerte.

Unternehmenszusammenschlüsse erfordern Schätzungen im Zusammenhang mit der Ermittlung beizulegender Zeitwerte für erworbene Vermögenswerte, Schulden, Eventualschulden sowie für bedingte Kaufpreisbestandteile. Die Art der Schätzungen ist abhängig von den angewandten Bewertungsverfahren. Im Rahmen der Anwendung von Verfahren, die auf der Abzinsung von Cash Flows beruhen und die in erster Linie bei der Bewertung von immateriellen Vermögenswerten, aber auch von bedingten Kaufpreiszahlungen verwendet werden, sind vor allem Zeitraum und Höhe des Zahlungsstroms sowie die Bestimmung eines adäquaten Abzinsungssatzes ermessensbehaftet. Bei der Anwendung kostenbasierter Verfahren ist vor allem die Einschätzung der Vergleichbarkeit der Referenzobjekte mit den Bewertungsobjekten ermessensbehaftet. Linde zieht bei der Ausübung der Ermessensentscheidungen im Zusammenhang mit Kaufpreisallokationen zu Unternehmenszusammenschlüssen, bei denen die erworbene Bilanzsumme inklusive des Geschäfts- oder Firmenwerts mehr als 100 Mio. EUR beträgt, Sachverständige zu Rate, die die Ausübung der Ermessensentscheidungen begleiten und gutachterlich dokumentieren.

Bei der Beurteilung, ob Beherrschung, gemeinsame Beherrschung oder maßgeblicher Einfluss vorliegt bei Gesellschaften, an denen Linde weniger als 100 Prozent der Stimmrechte hält, kann es zu Ermessensausübungen kommen. Vor allem in Fällen, in denen Linde 50 Prozent der Stimmrechte hält, muss beurteilt werden, ob es weitere vertragliche Rechte oder insbesondere faktische Umstände gibt, die dazu führen können, dass Linde die Entscheidungsgewalt über das potenzielle Tochterunternehmen hat, oder ob gemeinsame Beherrschung vorliegt. Sofern gemeinsame Beherrschung vorliegt, muss zwischen gemeinschaftlicher Tätigkeit (Joint Operation) und Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) unterschieden werden. Diese Unterscheidung hängt davon ab, ob Linde unmittelbare Rechte an den Vermögenswerten und Verpflichtungen für die Verbindlichkeiten hat oder ob Rechte am Reinvermögensüberschuss der Gesellschaft bestehen. Dabei muss Linde die Struktur und rechtliche Form der Gesellschaft, die vertraglichen Vereinbarungen sowie sonstige Umstände berücksichtigen.

Änderungen der vertraglichen Vereinbarungen oder der faktischen Umstände werden überwacht und im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf die Einschätzung, ob Beherrschung oder gemeinsame Beherrschung vorliegt, beurteilt.