Chancenfelder

Chancen durch eine bessere Entwicklung der globalen Konjunktur

Linde ist weltweit in mehr als 100 Ländern aktiv und als Lieferant für nahezu alle Industriebereiche tätig. Insbesondere in den aufstrebenden Volkswirtschaften ist Linde gut positioniert. Dort ist das Unternehmen – bezogen auf die Marktanteile – führend in vier von fünf Regionen. Linde ist also besonders stark in den Märkten, die auch mittelfristig die größte Dynamik aufweisen werden. Das globale Wirtschaftswachstum und die weltweite Industrieproduktion haben einen entscheidenden Einfluss auf das Umsatz- und Ergebniswachstum des Unternehmens. Für das laufende Jahr 2014 erwarten die Konjunkturforscher einen Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts um 2,9 Prozent, bei der weltweiten Industrieproduktion wird mit einem Plus von 3,3 Prozent gerechnet. Siehe Prognosebericht. Sollte die Wirtschaft in den aufstrebenden Volkswirtschaften, aber auch in den reiferen Märkten, stärker wachsen als ursprünglich prognostiziert, könnte sich dies positiver als geplant auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Linde Konzerns sowie auf die Ergebnisentwicklung der Linde AG auswirken.

Chancen durch verstärkte Klimaschutzbemühungen und die wachsende Bedeutung des Energieträgers Erdgas

Die moderne Gesellschaft ist auf eine bezahlbare, verlässliche und umweltschonende Energieversorgung angewiesen. Der Energiebedarf steigt weltweit weiter an, damit erhöhen sich allerdings auch die Risiken für das Klima und die Umwelt. Der Weg zu einer zunehmend sauberen Energiewirtschaft führt über den kontinuierlichen Ausbau erneuerbarer Energiequellen und über den Einsatz neuer Technologien für eine möglichst umweltverträgliche Erschließung endlicher Ressourcen. Linde verfügt über die erforderlichen Kompetenzen, um die Marktchancen in diesen Bereichen nutzen zu können.

Ein Beispiel hierfür ist die effiziente Erschließung von Erdöl- und Erdgasvorkommen (Enhanced Oil und Gas Recovery = EOR bzw. EGR) durch den Einsatz von Industriegasen wie Stickstoff.

Linde ist auch für die steigende Nachfrage nach Erdgas gut gerüstet. Das Unternehmen beherrscht die Technologien entlang der Wertschöpfungskette: Von der Verflüssigung und dem Transport des Erdgases bis hin zur sicheren Lieferung an den Endverbraucher.

Durch die zunehmende Bedeutung von Shale Gas – also von Erdgas, das aus Schiefergestein gefördert wird – ergeben sich für Linde sowohl im Engineering-Bereich als auch im Gasegeschäft zusätzliche Geschäftschancen. Denn das durch den Shale Gas-Boom günstig verfügbare Erdgas führt zur Entwicklung oder zur Erweiterung von Chemie-Clustern. Dabei profitiert zum einen die Engineering Division aus den potenziell zu errichtenden Anlagen für diese Cluster und zum anderen bieten sich für die Gases Division Chancen aufgrund des hohen Bedarfs an Sauerstoff und anderen Industriegasen.

Vor dem Hintergrund des Klimawandels kommt dem Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) eine besondere Rolle zu. Linde stellt Technologien zur CO2-Reduzierung und -Wiederverwertung bereit. So entwickelt Linde unter anderem Anlagen zur Abgasreinigung und CO2-Abscheidung in Kraftwerken und betreibt mit der niederländischen Gesellschaft OCAP ein Unternehmen zur Wiederverwertung von CO2 in Gewächshäusern.

Wasserstoff kann eine Schlüsselfunktion bei der zukünftigen Energieversorgung übernehmen – nicht nur als Kraftstoff, sondern auch als Speicher für regenerativ erzeugten Strom. Linde ist Vorreiter bei der Weiterentwicklung der Wasserstofftechnologie und setzt sich in den verschiedensten Bereichen für den Durchbruch dieses umweltfreundlichen Energieträgers ein.

Sollten die weltweiten Maßnahmen zum Klimaschutz ausgeweitet werden, wird der Markt für Umwelttechnologien weiter wachsen. Dies könnte einen positiveren Einfluss als geplant auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Linde Konzerns sowie auf die Ergebnisentwicklung der Linde AG haben.

Chancen durch regulatorische Entwicklungen im Gesundheitswesen

Der globale Megatrend Gesundheit wird getrieben von der demografischen Entwicklung und weiter verbesserten Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, insbesondere bei chronischen Erkrankungen. Zudem haben auch in den aufstrebenden Volkswirtschaften immer mehr Menschen Zugang zu einer medizinischen Versorgung. Darüber hinaus bietet der zunehmende Druck auf die Gesundheitsbudgets Chancen für neue, maßgeschneiderte Angebote von privaten Unternehmen. Linde hat sich durch die gezielten Akquisitionen und Investitionen der vergangenen Jahre zu einem führenden Healthcare-Anbieter der Gaseindustrie entwickelt und ist auf die Behandlung von Atemwegserkrankungen spezialisiert.

Der Gesundheitsmarkt ist zu großen Teilen staatlich reglementiert und unterliegt speziellen Genehmigungs- und Zulassungsregeln. Sollten es die jeweiligen Rahmenbedingungen ermöglichen, insbesondere in den aufstrebenden Volkswirtschaften noch mehr Menschen einen Zugang zu umfassenden medizinischen Leistungen zu bieten, kann sich dies positiver als geplant auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Linde Konzerns sowie auf die Ergebnisentwicklung der Linde AG auswirken. Investitionen in die Infrastruktur und steigender Wohlstand in den aufstrebenden Volkswirtschaften könnten die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Unternehmens zusätzlich positiv beeinflussen.

Chancen durch Innovationen und F & E

Der unternehmerische Erfolg von Linde hängt auch von der Fähigkeit ab, innovative Angebote zur Marktreife zu führen, die einen nachhaltigen Mehrwert bieten. Daher arbeitet das Unternehmen beständig daran, die Qualität seiner Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten weiter zu erhöhen und die Kooperationen mit Kunden und Partnern zu intensivieren. Sollte es dabei größere Fortschritte geben als derzeit erwartet, könnte dies dazu führen, dass mehr neue und verbesserte Produkte auf den Markt gebracht werden oder neue Produkte früher als geplant zur Verfügung stehen. Dies könnte zu einer Umsatz- und Ergebnissteigerung des Linde Konzerns und zu einer positiveren Ergebnisentwicklung der Linde AG beitragen.

Weitere Informationen über künftige Chancen im Bereich Forschung und Entwicklung finden sich im entsprechenden Kapitel.

Finanzwirtschaftliche Chancen

Die Zinsentwicklungen beeinflussen das Finanzergebnis von Linde. Das Unternehmen verfolgt das Geschehen auf den internationalen Finanzmärkten genau, um sich bietende Chancen zu identifizieren und zügig zu nutzen. Siehe Finanzierung und Liquiditätssicherung.

Auch Wechselkursverhältnisse haben einen Einfluss auf den Konzernumsatz und auf das operative Konzernergebnis. Aus der Umrechnung der jeweiligen lokalen Währungen in die Berichtswährung Euro ergeben sich translatorische Währungskurseffekte. Dabei gilt: Je höher die Volatilität des Euro im Verhältnis zu anderen Währungen ist, desto stärker beeinflussen die translatorischen Wechselkurseffekte den Umsatz und das Ergebnis von Linde.

Sollten sich die Zinsen und Wechselkurse für das Unternehmen günstiger entwickeln als derzeit prognostiziert, hätte dies positivere Effekte auf das Finanzergebnis bzw. den Umsatz und das operative Ergebnis des Linde Konzerns sowie auf das Ergebnis der Linde AG als derzeit geplant.

Beschaffungschancen

Auch Beschaffungspreise haben Auswirkungen auf die Ertragskraft des Unternehmens. Dies gilt insbesondere für Materialgruppen, die von Rohstoffen wie Stahl, Aluminium und Messing sowie von Energiekosten abhängig sind. Linde verfolgt im Beschaffungswesen eine konzernübergreifende Portfoliostrategie. Im Rahmen seines Konzepts zur nachhaltigen Effizienzsteigerung hat das Unternehmen eine Vielzahl von neuen Projekten gestartet, um die Leistungsfähigkeit im Einkauf noch weiter zu erhöhen und die Steuerungsmöglichkeiten noch transparenter zu gestalten. Im laufenden Jahr 2014 wird Linde seine Beschaffungsaktivitäten vor allem in den sogenannten Best Cost Countries ausweiten – insbesondere in Indien und China.

Sollten sich die eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung des Beschaffungswesens günstiger entwickeln als derzeit erwartet, kann sich dies – ebenso wie etwa sinkende Rohstoffpreise – positiver als geplant auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Linde Konzerns und auf die Ergebnisentwicklung der Linde AG auswirken.

Chancen durch organisatorische und prozessbezogene Verbesserungen

Die stetige Verbesserung der Geschäftsprozesse und eine konsequente Kostenkontrolle tragen dazu bei, die Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit von Linde weiter zu stärken. Unter dem Namen HPO (High Performance Organisation) hat das Unternehmen ein ganzheitliches Konzept zur nachhaltigen Effizienzsteigerung etabliert und mit messbaren Zielen verknüpft. Siehe Prognosebericht. Die größten Potenziale zur weiteren Optimierung sieht Linde vor allem in der Versorgungskette des Flaschen- und Flüssiggasegeschäfts sowie in den Bereichen Einkauf und IT. Dabei geht es beispielsweise um die Standardisierung und Automatisierung der Gasefüllwerke in den verschiedenen Regionen der Welt.

Sollte Linde die mit HPO verbundenen Ziele übertreffen, würde dies die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns und der Linde AG positiver als geplant beeinflussen.

Personalchancen

Der Erfolg eines Unternehmens hängt wesentlich von dem Einsatz, der Motivation und von den Fähigkeiten seiner Mitarbeiter und Führungskräfte ab. Linde setzt konzernweit umfassende Programme zur Mitarbeitermotivation und -bindung ein. Siehe Mitarbeiter und Gesellschaft und Personelle Risiken. Sollten diese Aktivitäten größere positive Auswirkungen haben als derzeit prognostiziert, könnte dies zu zusätzlichen Beiträgen für den Umsatz und das Ergebnis des Konzerns und der Linde AG führen als derzeit geplant.

Akquisitionschancen

Nach der Übernahme von Lincare und dem Kauf der kontinentaleuropäischen Homecare-Aktivitäten von Air Products im Berichtsjahr 2012 ist Linde im Homecare-Geschäft global präsent. Das Unternehmen verfügt nun insbesondere in den wichtigsten Märkten USA und Europa über starke Marktpositionen. Akquisitionen in dieser Größenordnung sind derzeit nicht geplant, dennoch hält das Unternehmen kleinere regionale Ergänzungen des Portfolios stets für möglich. Weitere Akquisitionen im Bereich Healthcare oder in anderen Geschäftsfeldern könnten sich positiver als geplant auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Linde Konzerns und der Linde AG auswirken.