Risikofelder

Nachfolgend werden die Risiken erläutert, die von Linde als bedeutend erachtet werden und bei ihrem Eintritt relevante nachteilige Auswirkungen auf den Linde Konzern und seine Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können.

Dies sind zum einen einzelne Group Risks oder Business Risks, die unbeachtet ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit hinsichtlich ihrer möglichen Risikoauswirkungen mit der höchsten der vier möglichen Bewertungsstufen bewertet wurden. Zum anderen sind dies Häufungen von einzelnen Business Risks mit der gleichen Ursache, die nicht aufgrund ihrer einzelnen Einstufung der Risikoauswirkung bedeutend für den Linde Konzern sind, sondern aufgrund ihrer Häufung und somit in ihrer Summe relevante nachteilige Auswirkungen haben können.

Zur besseren Übersicht werden die Risiken zu Risikofeldern zusammengefasst, die die hauptsächliche Risikoursache darstellen. Neben den potenziellen Auswirkungen werden auch die wesentlichen gegenwärtig umgesetzten Strategien der Risikobehandlung beschrieben (Nettobetrachtung). Sofern nicht anders angegeben beziehen sich die Risiken, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß, auf alle berichtspflichtigen Segmente.

Die Reihenfolge der Risikofelder gibt die gegenwärtige Einschätzung der relativen Bedeutung des Risikofeldes insgesamt im Vergleich zu den anderen Risikofeldern wieder, beginnend mit dem Risikofeld mit der höchsten relativen Bedeutung. Dies gilt nicht für die Beschreibung der Risiken innerhalb eines Risikofeldes. Die Einschätzung der relativen Bedeutung eines Risikofeldes basiert auf einer zusammenfassenden Bewertung der Gesamtanzahl sowie der zugehörigen Ratings für die Risikoauswirkung aller im Risikofeld zusammengefassten Einzelrisiken.

Wirtschaftsrisiken

Unter Wirtschaftsrisiken fasst Linde Risiken zusammen, die sich aus den Unsicherheiten der globalen Konjunktur ableiten, sowie Kunden- und Absatzrisiken, die sich auf spezifische Kunden- oder Produktsegmente bzw. auf Absatzmärkte beziehen. Relevant für Linde sind hier Wettbewerbsrisiken, Risiken bei der Preisfestlegung sowie Kommerzialisierungsrisiken von neuen oder bestehenden Kundenprojekten.

Globale Konjunkturrisiken

Als weltweit agierendes Unternehmen ist Linde von der konjunkturellen Entwicklung der Weltwirtschaft abhängig. Folgende Risikofaktoren erhöhen weiterhin die Unsicherheiten über die zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft: die hohe Staatsverschuldung in wichtigen Volkswirtschaften, die Unsicherheiten an den Finanzmärkten, die anhaltende Krise in weiten Teilen Europas und die damit verbundene Ungewissheit über die Weiterentwicklung der Eurozone, die immer noch vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit in den USA und in einigen europäischen Ländern, die weiterhin ungewisse politische Zukunft in einigen Regionen der Welt sowie eine mögliche Verlangsamung des Wachstums auf den asiatischen und anderen Wachstumsmärkten. Die hohe Volatilität an den Finanzmärkten macht eine präzise Bewertung der zukünftigen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns unverändert schwierig. Falls sich die globale Konjunktur deutlich abschwächt, drohen Absatzeinbußen, der Wegfall von potenziellen Neugeschäften sowie ein Anstieg der Ausfallrisiken von Forderungen im operativen Geschäft aufgrund einer sich verschlechternden Zahlungsfähigkeit der Kunden (Adressausfallrisiko).

In ihrer Funktion als Mutterunternehmen der Linde Group hält die Linde AG Beteiligungen an Konzernunternehmen. Diese Beteiligungsbuchwerte unterliegen dem Risiko der Wertminderung für den Fall, dass sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen dieser Konzernunternehmen negativ verändern. In diesem Fall kann es zu negativen Auswirkungen auf den Jahresüberschuss der Linde AG kommen.

Linde ist in vielen Ländern und Regionen als Lieferant für nahezu alle Industriebereiche tätig. Durch die breite Diversifizierung der Endkunden sowohl in Bezug auf die Anwendungen als auch in geografischer Hinsicht ist Linde nicht der Volatilität eines einzelnen Endkundenmarktes ausgesetzt. Auch die Konzentration auf das Gasegeschäft, das eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungsfelder abdeckt, und auf den Anlagenbau mit seinen diversifizierten Produktlinien, bei denen Veränderungen von bestimmten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zum Teil gegenläufige Auswirkungen auf die Umsatz- und Ertragssituation haben, trägt zur Minderung der Auswirkungen von Konjunkturzyklen auf das Unternehmen bei. Insgesamt kann das Unternehmen hierdurch die negativen Auswirkungen eines möglichen weltweiten Nachfragerückgangs auf seine Wachstumsziele zwar nicht verhindern, aber doch abschwächen.

Wettbewerbsrisiken

Aufgrund des weltweiten Wettbewerbs besteht das Risiko des Verlusts von Marktanteilen, was wiederum zu Umsatz- und Gewinnrückgängen führen kann. Trotz hoher Markteintrittsbarrieren entsteht ein verstärkter Wettbewerb in Märkten mit hohem Wachstumspotenzial. Grundsätzlich sind reifere Märkte durch eine größere Stabilität gekennzeichnet. Zugleich erhöht die Abwanderung von Bestandsindustrien den wirtschaftlichen Druck in diesen Märkten. In den Absatzmärkten Nordamerikas und Europas begegnet Linde dem dort bestehenden Preiswettbewerb mit seiner umfassenden technischen Kompetenz, zum Beispiel bei Gaseapplikationen. Im Produktbereich Healthcare besteht sowohl in den USA als auch in Europa das Risiko, dass mögliche Budgetkürzungen im Gesundheitswesen und ein weiter zunehmender Trend von staatlichen Stellen und Krankenkassen zu Ausschreibungen den Preiswettbewerb weiter erhöhen. Um dem entgegenzuwirken, legt Linde bei der Forschung und Innovation einen Schwerpunkt auf die Entwicklung von Produkten und Serviceleistungen, die dem steigenden Kostendruck im Gesundheitswesen Rechnung tragen. Hierzu zählen beispielsweise neue Behandlungsformen, die die ambulante Verweildauer von Patienten der Akutversorgung im Krankenhaus reduzieren, und Angebote neuer Therapiekonzepte.

Als übergeordnete Strategie begegnet Linde diesen Wettbewerbsrisiken durch eine kontinuierliche Analyse seines Marktumfelds, der Wettbewerbssituation sowie der gesetzlichen Rahmenbedingungen in den jeweiligen Geschäftsbereichen und Regionen. Stetiger Kundenkontakt und die daraus resultierende Marktnähe liefern dem Unternehmen wichtige Informationen über die Anforderungen seiner Kunden. Die gewonnenen Informationen ermöglichen es Linde, bedarfsgerechte Produkte zu entwickeln und anzubieten, seine Wettbewerbsposition weiter zu verbessern und seinen Bekanntheitsgrad stetig zu erhöhen. Im Produktbereich Flaschengase ist die neue Gasflasche GENIE™ ein Beispiel für eine kundenorientierte Produktinnovation, die eine Differenzierung vom Wettbewerb ermöglicht.

Des Weiteren führt Linde konsequent die Programme zur Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung seiner Prozesse fort, um seine Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich zu stärken. Beispielsweise im Bereich Anlagenbau arbeiten Experten aus der Division Linde Engineering und Linde Gas daran, die Wettbewerbsfähigkeit des Anlagenportfolios durch eine noch stringentere Standardisierung und Modularisierung weiter zu steigern. Im Bereich des Flaschengeschäfts wurde eine Initiative gestartet mit der Zielsetzung, ein modulares und skalierbares Anlagenprogramm für die Abfüllanlagen zu entwickeln, das es zukünftig erlaubt, Abfüllanlagen mit geringem Flächenbedarf, erhöhter Produktivität und optimalem Arbeitsschutz modular entsprechend den unterschiedlichen Marktgegebenheiten anzupassen.

Risiken bei der Preisfestlegung

Risiken in Verbindung mit der Preisfestlegung bestehen in der Regel dort, wo bestimmte Kostensteigerungen nicht durch vertragliche Preisindexierung weitergegeben werden können. Hier stellen die stark volatilen Energie- und Rohstoffpreise ein Risiko für die Erreichung der geplanten Umsatz- und Ergebnisziele dar, wenn die hierdurch verursachten Kostenänderungen nicht, nicht rechtzeitig oder nur unter Verlust von Marktanteilen in den Verträgen und bei der Preisfestsetzung berücksichtigt werden. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, startete Linde 2012 im Rahmen von HPO die Initiative Pricing. Zielsetzung der Initiative ist es, durch die Berücksichtigung verschiedenster Faktoren zu einer differenzierteren und effektiveren Preisgestaltung zu gelangen. Diese soll es auch zukünftig erlauben, die Rentabilität der Produkte zu wahren und gleichzeitig die Marktanteile erfolgreich zu behaupten.

Kommerzialisierungsrisiken

Kunden- und Absatzrisiken bei der Kommerzialisierung von neuen Kundenprojekten und bei bestehenden Projekten können, insbesondere auch in den Wachstumsmärkten, nicht ausgeschlossen werden. Technische oder wirtschaftliche Ursachen auf der Kundenseite bzw. auf den Absatzmärkten können Projektänderungen erfordern, durch die ursprünglich im Geschäftsplan unterstellte Nachfragemengen nicht im vollen Umfang oder erst verspätet realisiert werden können. Neben unwirtschaftlichen Produktionsprozessen kann dies bedeutende negative Abweichungen zum budgetierten Cash Flow zur Folge haben und somit die mit der Investition verbundenen Umsatz– und Ergebnisziele von Linde gefährden. Um frühzeitig kritische Defizite zu identifizieren und zu beheben, hat Linde eine Projektpriorisierung sowie zusätzliche Maßnahmen bei der Projektsteuerung eingeführt. Zudem hat das Unternehmen Maßnahmen ergriffen, um vor Projektbeginn die Einbindung aller relevanten Parteien in die Risikobewertung sicherzustellen.

Leistungserbringungsrisiken

Unter Leistungserbringungsrisiken fasst Linde Risiken zusammen, deren Ursachen bei den Prozessen der operativen Standorte der Divisionen liegen – einschließlich der Distribution und Logistik der Produkte zu den Kunden. Hierzu zählen Sicherheitsrisiken bei der Produktion, Produktionsrisiken, wie zum Beispiel Maschinendefekte, Anlagenausfälle oder Kapazitätsengpässe, Projektrisiken im Anlagenbau sowie Produkt- und Dienstleistungsrisiken.

Sicherheitsrisiken

Die Herstellung der Produkte und Anlagen des Unternehmens kann Risiken bergen, die mit der Produktion, Abfüllung, Lagerung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen oder Abfällen verbunden sein können. Wenn mit diesen Risiken nicht angemessen umgegangen wird, sind Personen-, Sach- und Umweltschäden möglich. Diese könnten ihrerseits Betriebsunterbrechungen, Straf- oder Schadensersatzzahlungen oder Sanierungskosten zur Folge haben. Zudem besteht in einem solchen Fall die Gefahr eines Reputationsverlusts für die Linde Group.

Das Unternehmen strebt eine Führungsposition in den Bereichen Sicherheit, Gesundheitsschutz, Umweltschutz und Qualität an. In den Managementsystemen von Linde sind alle diese Aspekte integriert. Die konzernübergreifende Funktion SHEQ steuert den ständigen Verbesserungsprozess in diesen Bereichen.

Zu den zentralen Präventionsstrategien des Unternehmens zählen hohe Sicherheitsstandards für die Produktions- und Dienstleistungsprozesse. Strenge Sicherheitsauflagen bilden die Basis für Prozesse mit besonders hohem Gefährdungspotenzial. Dafür hat Linde unter anderem ein sogenanntes Major Hazards Review Programme entwickelt und eingeführt. Dieses Programm dient der systematischen Bewertung von Risiken, die zu Unfällen, Sach- oder Umweltschäden führen können. Es unterstützt das Unternehmen dabei, das Risiko von Zwischenfällen durch unzureichende Sicherheit in seinen Prozessen zu minimieren, und wird ständig weiterentwickelt, um neuen möglichen Risiken zu begegnen. Linde legt auch bei der Engineering Division großen Wert darauf, dass die Bereiche Sicherheit, Gesundheitsschutz, Umweltschutz und Qualität durchgängig in den Prozessen zur Auslegung und Projektabwicklung der Anlagen integriert sind. Durch klar strukturierte, prozessorientierte Managementvorgaben wird sichergestellt, dass die relevanten Aspekte von der Planung im Engineering bis hin zur Montage und Inbetriebnahme auf den Projektbaustellen geplant, umgesetzt und überwacht werden.

Auch in Form von Naturkatastrophen, Pandemien und terroristischen oder anderen kriminellen Übergriffen besteht eine Gefahr für die Mitarbeiter sowie für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Diese Risiken können sich auch rückwirkend auf Linde auswirken, wenn Lindes Kunden hiervon in bedeutendem Umfang betroffen sind.

Linde adressiert diese Risiken, die teilweise durch Versicherungen gedeckt sind, durch das Business Continuity Management. In den Geschäftseinheiten werden unter Anleitung der konzernübergreifenden Funktion SHEQ (Safety, Health, Environment, Quality = Sicherheit, Gesundheit, Umwelt, Qualität) lokale Maßnahmen zur Risikominderung sowie Notfallpläne umgesetzt. Ziel ist es, die möglichen Folgen gravierender Ereignisse so weit als möglich zu minimieren und die Rückkehr zum Normalbetrieb auch im Fall von sehr unwahrscheinlichen schweren Schäden oder Ereignissen so schnell wie möglich sicherzustellen.

Produktionsrisiken

Eine Betriebsunterbrechung in einem der Hauptwerke von Linde oder bei On-site-Anlagen bei Kunden über einen längeren Zeitraum könnte die Ertragslage und die Reputation des Unternehmens negativ beeinflussen. Dies gilt insbesondere, wenn die Betriebsunterbrechung durch einen Unfall verursacht wird, bei dem es zusätzlich zu Personen- oder Umweltschäden kommt.

Priorität haben daher bei Linde Maßnahmen, die eine Betriebsunterbrechung vermeiden. Hierzu zählen insbesondere eine präventive Anlagenüberwachung und -wartung und die Vorhaltung strategischer Ersatzteile. Sollte trotz dieser Vermeidungsstrategien dennoch eine Betriebsunterbrechung auftreten, verfügt das Unternehmen über Liefernetzwerke zwischen den Produktionsstätten, damit die Betriebsunterbrechung bei seinen Abnehmern keine bzw. nur geringe Auswirkungen hat.

Zentrale Anlagen für den Produktbereich der Flüssig- und Flaschengase sind die Füllwerke. Sie bieten höchste Flexibilität in der Abfüllung und erlauben damit die schnelle Anpassung an spezifische Kundenanforderungen. Die meisten Füllwerke bilden zudem wichtige Logistik- und Distributionszentren für eine ganze Region. Von diesen werden die Kunden bzw. Vertriebspartner mit Gasen aus nahe gelegenen Produktionsanlagen versorgt. Die Verfügbarkeit der Füllwerke ist somit Voraussetzung für eine hohe Lieferpräzision bei kurzen Lieferzeiten und minimierten Transportkosten in der jeweiligen Region.

Eine Betriebsunterbrechung eines Füllwerkes über einen längeren Zeitraum kann sich daher negativ auf verschiedene Produkte und verschiedene Kunden einer Region auswirken. Die strikte Einhaltung von Standards für Qualität, Sicherheit und Umweltschutz bei der Herstellung, der Lagerung, dem Transport und der Anwendung unserer Produkte ist ein wesentlicher Bestandteil zur Vermeidung von Betriebsunterbrechungen. Zudem tragen der modulare Aufbau der Standorte und ihre Ausstattung mit redundanten und flexibel einsetzbaren Abfüllanlagen zur Robustheit der Standorte und ihrer Prozesse bei. Wie bei den On-site-Anlagen verfügt Linde auch bei Füllwerken in den meisten Regionen über ein Netzwerk, mit dem negative Auswirkungen von eventuellen Betriebsunterbrechungen an einem Standort vermieden bzw. verringert werden können.

Projektrisiken im Anlagenbau

Komplexe Großprojekte im Anlagenbau stellen besondere Anforderungen an das Risikomanagement. In der Engineering Division werden Großprojekte abgewickelt, die teilweise ein Vertragsvolumen von mehreren 100 Mio. EUR haben und deren Erstellung sich über mehrere Jahre erstreckt.

Typischerweise handelt es sich dabei um die Planung und den Bau schlüsselfertiger Anlagen. Potenzielle Risiken entstehen dabei in der mit Unsicherheiten behafteten Kalkulation derart komplexer Projekte. Dazu gehören unerwartete technische Probleme, Lieferengpässe und Qualitätsprobleme bei Lieferanten wichtiger Komponenten, unvorhersehbare Entwicklungen bei der Montage vor Ort und Probleme mit Partnern oder Subunternehmern. Zum Management der Risiken im Anlagenbau wendet Linde bereits in der Angebotsphase bewährte Methoden an, um den Einfluss möglicher Kostenabweichungen einzelner Komponenten gegenüber den Planwerten auf die Wirtschaftlichkeit eines Großprojektes abzuschätzen. So simuliert das Unternehmen die Chancen und Risiken eines jeden Projekts mit Hilfe numerischer Analysemethoden. Durch eine fortlaufende Kontrolle von Veränderungen der Parameter parallel zum Projektfortschritt lassen sich bereits im frühen Stadium mögliche Projektrisiken erkennen und erforderliche Maßnahmen einleiten. Diese Instrumente werden stetig weiterentwickelt und den steigenden Anforderungen des Marktes angepasst.

Produkt- und Dienstleistungsrisiken

Produkt- und Dienstleistungsrisiken können im Extremfall Konsequenzen nach sich ziehen wie Haftungsansprüche, Verlust von Vertragsverlängerungen oder Reputationsschäden. Die wesentlichen möglichen Ursachen für Produkt- und Dienstleistungsrisiken sind Produktmängel oder mangelndes Dienstleistungsniveau bei Serviceleistungen, die Linde insbesondere in seiner Division Gist sowie im Geschäftsbereich Healthcare erbringt.

Linde begegnet daher Produkt- und Dienstleistungsrisiken durch die hohe Qualität und Sicherheit seiner Produkte, seiner Produktinformationen sowie seiner Dienstleistungen. Um sichere Produkte zu gewährleisten, orientiert sich das Risikomanagement an dem Konzept der ganzheitlichen Produktverantwortung. Mögliche Gefahren und Risiken, die von einem Produkt während seines Lebenszyklus für Mensch und Umwelt ausgehen können, werden analysiert. So wird das jeweilige Risikopotenzial ermittelt. Linde trifft entsprechende Maßnahmen, um die identifizierten Risiken zu vermeiden oder, wenn dies nicht möglich ist, auf ein akzeptables Maß zu reduzieren.

Produktverantwortung beginnt beim Einkauf wichtiger Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und von Dienstleistungen. Das Unternehmen bevorzugt Lieferanten, die in den Bereichen Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz sowie Qualität ebenso hohe Standards wie Linde selbst anstreben und dies beispielsweise durch ein entsprechendes Managementsystem belegen.

Auch Kunden werden in das Sicherheitsmanagement mit einbezogen. In der Gases Division führt Linde bei kritischen Produkten vor der Auslieferung sogenannte Kunden-Screenings durch. Diese Abfragen haben das Ziel, die Risiken, die im Umgang mit den Gasen oder Chemikalien von Linde durch unsachgemäße Anwendung auftreten können, zu minimieren.

Linde verbessert kontinuierlich seine sicherheitsrelevanten Produktinformationen, wie zum Beispiel Sicherheitsdatenblätter. Dabei berücksichtigt das Unternehmen nationale und internationale Richtlinien wie REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of CHemicals) und GHS (Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals). Treten trotz aller Vorsorgemaßnahmen Probleme auf, stehen die Notfallteams des Unternehmens zur Unterstützung bereit.

Um im Bereich der Arzneimittel eine höchstmögliche Patientensicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus zu gewährleisten, werden Arzneimittel von Linde kontinuierlich durch das Vigilance Signal Detection-System überwacht. Die Sicherheit der Arzneimittel wird in Periodic Safety Update Reports (PSUR) regelmäßig analysiert.

Finanzmarkt- und Länderrisiken

Finanzmarktrisiken

Als weltweit agierender Konzern ist Linde einer Reihe von Finanzmarktrisiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere Adressausfallrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Risiken, die aus einer Veränderung der Zinsen und Währungskurse resultieren. Vor dem Hintergrund der Unsicherheiten an den Finanzmärkten, insbesondere im Euroraum, wird die Überwachung dieser Risiken unverändert intensiv fortgesetzt.

Die grundlegenden Risikostrategien für das Zins-, Währungs- und Liquiditätsmanagement sowie die Ziele und Grundlagen der Finanzierungen werden vom Treasury-Komitee unter Leitung des für Finanzen zuständigen Vorstandsmitglieds festgelegt. Dieses Gremium trifft sich in der Regel einmal im Monat und setzt sich aus Vertretern der Bereiche Treasury und Accounting & Reporting zusammen.

Ein wesentliches Kriterium für die Steuerung des Adressausfallrisikos ist das Rating der jeweiligen Kontrahenten. Zusätzlich wird die Entwicklung weiterer relevanter Kapitalmarktparameter beobachtet, wie beispielsweise die Veränderung der Credit Default Swaps oder des Börsenwerts der Kontrahenten. Auf dieser Basis werden Handels- und Positionslimite definiert. Diese werden regelmäßig von einer vom Handel unabhängigen Instanz überprüft. Zudem schließen sowohl die Linde AG als auch die Linde Finance B.V. sogenannte CSA-Vereinbarungen (Credit Support Annexes) mit ihren wichtigsten Banken ab. Auf der Basis dieser Vereinbarungen werden die positiven und negativen Marktwerte von Derivaten in regelmäßigen Abständen von den Vertragspartnern mit Barmitteln hinterlegt. Dadurch wird das Kontrahentenrisiko deutlich reduziert.

Mit Blick auf die Steuerung des Liquiditätsrisikos verfolgt Linde seit Jahren eine konservative und vorausschauende Politik der Liquiditätssicherung und hatte – wie in der Vergangenheit – auch im Geschäftsjahr 2013 unverändert Zugang zu den Kapitalmärkten. Darüber hinaus wurde die als Liquiditätsreserve dienende und in 2015 auslaufende syndizierte Kreditfazilität über 2,5 Mrd. EUR vorzeitig refinanziert. Linde steht damit ein von einer internationalen Bankengruppe zugesagter und bisher ungenutzter Finanzierungsrahmen in Höhe von 2,5 Mrd. EUR mit einer Laufzeit bis 2018 und zwei jeweils einjährigen Verlängerungsoptionen (vorbehaltlich der Zustimmung der Kreditgeber) zur Verfügung. Durch diese Diversifikation der Finanzierungsquellen wird eine Risikokonzentration im Liquiditätsbereich vermieden.

Das Zinsrisiko tritt durch marktbedingte Schwankungen der Zinssätze auf. Sie wirken sich zum einen auf die Höhe der Zinsaufwendungen in der Linde Group aus, zum anderen beeinflussen sie den Marktwert von Finanzinstrumenten. Die Zinsrisiken werden zentral gesteuert. Auf der Grundlage des operativen Geschäftsmodells und der Ergebnisse von Sensitivitäts- und Szenarioanalysen legt das Treasury-Komitee Bandbreiten für die Fix-Floating-Quote der Finanzverbindlichkeiten sowie in den Hauptwährungen Euro (EUR), Britisches Pfund (GBP), US-Dollar (USD) und Australischer Dollar (AUD) fest. Innerhalb der vereinbarten Bandbreiten steuert das Konzern-Treasury die Quoten und berichtet regelmäßig dem Treasury-Komitee über umgesetzte Maßnahmen. Die Absicherung erfolgt unter anderem durch den Abschluss von Handelsgeschäften mit Banken (Zinsderivate) sowie durch langfristige Festzinsanleihen und Kredite. Im Jahr 2013 waren durchschnittlich 59 Prozent des Konzern-Exposures mit einem Festsatz finanziert, zum Jahresende betrug die Fixquote 60 Prozent.

Bei den Währungskursrisiken ist zwischen den operativen Transaktionsrisiken, die unter anderem aus Lieferverträgen zwischen verschiedenen Währungsgebieten für einzelne Projekte resultieren, und den Translationsrisiken zu differenzieren. Die Translationsrisiken ergeben sich aus der Währungsumrechnung der Abschlüsse von Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Konzernwährung entspricht.

Geschäfts- und Finanzierungsaktivitäten außerhalb der jeweiligen Landeswährung führen automatisch zu Zahlungsströmen in Fremdwährung. Die einzelnen Unternehmenseinheiten sind gemäß der Konzernrichtlinie verpflichtet, die daraus resultierenden Transaktionsrisiken selbst zu überwachen und mit dem Konzern-Treasury entsprechende Sicherungsgeschäfte im Rahmen von vorgegebenen Mindestsicherungsquoten abzuschließen, sofern nicht sonstige Gründe gegen derartige Sicherungen sprechen.

Translationsrisiken werden im Rahmen von genehmigten Bandbreiten abgesichert.

Im Rahmen der Risikostrategien des Treasury-Komitees werden Sicherungsentscheidungen getroffen. Dabei setzt Linde Devisentermingeschäfte, Zinswährungsswaps, Devisenoptionen und Fremdwährungskredite ein. Hauptwährungen sind US-Dollar (USD), Britisches Pfund (GBP), Australischer Dollar (AUD) und einige osteuropäische, südamerikanische sowie asiatische Währungen. Zusätzlich setzt das Unternehmen in seiner Gases Division im Wesentlichen Instrumente zur Absicherung der Preisrisiken bei Strom, Erdgas und Propangas ein.

Fremdwährungsrisiken im Projektgeschäft der Engineering Division reduziert Linde so weit wie möglich durch sogenannte natürliche Absicherungen (Natural Hedges). Dies kann durch Zulieferungen und Serviceleistungen in der jeweiligen Auftragswährung geschehen. Darüber hinausgehende Fremdwährungsbeträge werden sofort zum Zeitpunkt der Entstehung, in der Regel über Termingeschäfte, voll gesichert.

Die Basis für Finanzierungs- und Absicherungsentscheidungen stellen die Finanzinformationen dar, die das Unternehmen aus dem Treasury-Management-System und der Finanz- und Liquiditätsplanung erhält, die in das allgemeine finanzwirtschaftliche Reporting eingebettet ist, das unter anderem auch in den Bereichen Controlling und Accounting & Reporting genutzt wird.

Mit Blick auf die organisatorische Ausgestaltung wird im Treasury grundsätzlich das Prinzip der Funktionstrennung zwischen Front-, Middle- und Back-Office im gesamten Prozess des Risikomanagements konsequent eingehalten und überwacht. Dies bedeutet, dass der Abschluss, die Abwicklung und die Kontrolle von Handelsgeschäften personell und organisatorisch strikt voneinander getrennt sind. Zur Durchführung, Abbildung und Bewertung von Handelsgeschäften setzt Linde ein Treasury-Management-System ein, das regelmäßig intern und extern – in der Regel einmal pro Jahr – überprüft wird. Zu weiteren Angaben vergleiche Konzernanhang Ziffer [29].

In bestimmten Ländern haben Unternehmen der Linde Group im Rahmen von betrieblichen Pensionsplänen ihren Mitarbeitern Leistungszusagen (sogenannte Defined Benefits) ausgesprochen. Je nach Ausgestaltung der Pensionspläne handelt es sich um Einmalzahlungen oder lebenslange Renten mit variabler oder an die Inflation gebundener jährlicher Erhöhung. Hieraus ergeben sich für das Unternehmen Risiken aus unerwarteter Inflation oder Zunahme der Langlebigkeit.

Die Höhe der Verpflichtung ist ein versicherungsmathematischer Zeitwert aller Pensionszusagen und wird durch die Defined Benefit Obligation (DBO) nach IFRS ausgedrückt. Die Höhe der Verpflichtung unterliegt jährlichen Schwankungen der Bewertungsannahmen, insbesondere der Diskontrate und Inflationsannahme. Hieraus ergeben sich wiederum Zins- und Inflationsrisiken.

In den meisten Pensionsplänen wird die Verpflichtung durch separierte Vermögen gedeckt. Die Höhe der Pensionsvermögen unterliegt Marktwertschwankungen der jeweiligen Vermögenswerte, etwa Anleihen oder Aktien. Hieraus ergeben sich Marktrisiken, insbesondere Zins-, Spread- und Aktienrisiken.

Die Risiken für Pensionsverpflichtungen auf der einen und Pensionsvermögen auf der anderen Seite und somit für den Nettofinanzierungsstatus der Pensionen werden von Linde regelmäßig quantifiziert und evaluiert. Dabei besteht ein natürliches Spannungsfeld zwischen weitgehender Reduktion des Risikos und der langfristigen Erzielung der notwendigen Rendite auf das Vermögen, um mit dem Wachstum der Verpflichtung Schritt zu halten.

Als Leitlinie definiert der Vorstand die Risikotoleranz auf Konzernebene. Maßnahmen zur Anpassung der Ausgestaltung der Pensionspläne werden vom Global Pension Committee koordiniert und in den lokalen Pensionsplänen umgesetzt. Der Einfluss von Szenarien wie hohe Inflation, Rezession oder Deflation auf den Nettofinanzierungsstatus der Pensionen wird analysiert und fließt in die Anlageentscheidungen ein. Das Group Investment Panel for Pension Assets bewertet langfristige Chancen und Risiken verschiedener Anlageklassen und trifft Entscheidungen bzw. formuliert Empfehlungen zur Anlagestrategie der wesentlichen Pensionspläne. Das Investment Panel steht unter der Leitung des für Finanzen zuständigen Vorstandsmitglieds und wird von externen Spezialisten beraten.

Länderrisiken

Wie für alle Unternehmen stellen potenzielle Umbrüche im politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Umfeld ein grundsätzliches Risiko dar. Linde ist ein global operierender Konzern, der weltweit in rund 100 Ländern tätig ist. Mögliche Länderrisiken, denen das Unternehmen dabei ausgesetzt ist, umfassen die Verstaatlichung oder Enteignung von Vermögenswerten, rechtliche Risiken, Kapitaltransferverbote, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber staatlichen Institutionen, Krieg, terroristische Anschläge sowie sonstige Unruhen. Zudem besteht das grundsätzliche Risiko, dass für bestimmte Länder, in denen Linde tätig ist, Embargomaßnahmen vereinbart werden können, was negative Auswirkungen auf bereits vor Inkrafttreten des Embargos bestehende Handelsbeziehungen oder Investitionsvorhaben haben kann. Um diese Risiken steuern zu können, hat Linde Instrumente etabliert, die die Risikosituation des Konzerns in Bezug auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bewerten und eine risikooptimierte Eigenkapitalausstattung und Finanzierung über Ländergrenzen hinweg sicherstellen. Gleichzeitig werden einzelne Investitionsvorhaben unter Berücksichtigung politischer Risiken bewertet und mit entsprechenden Renditeanforderungen versehen. Auf Basis der Bewertung werden die Risiken gegebenenfalls mit Bundesgarantien für Direktinvestitionen im Ausland, speziellen Versicherungslösungen oder ähnlichen am Markt verfügbaren Instrumenten abgesichert. Entsprechend werden Ausfallrisiken für Exportgeschäfte bewertet und gegebenenfalls durch Absicherungsinstrumente wie beispielsweise Hermesbürgschaften begrenzt.

Strategische Risiken

Die langfristigen Wachstumsziele von Linde basieren unter anderem auf den Megatrends Energie, Umwelt und Gesundheit sowie einer dynamischen Entwicklung in den aufstrebenden Volkswirtschaften.

Die Erreichung der Wachstumsziele ist grundsätzlich mit unternehmensinternen und -externen Risiken behaftet. Risiken ergeben sich zum einen aus Unsicherheiten über die zukünftige Entwicklung dieser Megatrends, die durch gesellschaftliche, rechtliche und wirtschaftliche Faktoren beeinflusst werden. Zum anderen sind die unternehmensinternen Maßnahmen, die zur Zielerreichung ergriffen werden, auch mit Risiken verbunden. Hierzu zählen vor allem auch Akquisitions- und Investitionsprojekte. Deren Risiken werden durch entsprechende Prozesse im Rahmen der Akquisitions- und Investitionsprojekte gesteuert und reduziert.

Bereits im Vorfeld prüft das Unternehmen Risiken. Investitionen in Sachanlagen, Akquisitionen und Verkäufe werden im Investitionskomitee bzw. im Vorstand erörtert und freigegeben. Hierbei prüft Linde insbesondere die Annahmen und die Wirtschaftlichkeit sowie geschäftsspezifische Risiken sorgfältig. Dabei bewertet das Unternehmen unter anderem das Länder-/Währungsrisiko, das Rating von Einzelkunden, die Entwicklung der lokalen (Gase-)Märkte sowie die zugrunde liegenden Vertragsbedingungen und Investitionskosten. Die Integration der beiden im Geschäftsjahr 2012 durchgeführten bedeutenden Akquisitionen im Produktbereich Healthcare – die kontinentaleuropäischen Homecare-Aktivitäten von Air Products sowie die Übernahme des in den USA angesiedelten Homecare-Unternehmens Lincare Holding Inc. – wurde im Berichtsjahr zu großen Teilen abgeschlossen.

Linde hat im vergangenen Geschäftsjahr verschiedenste Unternehmenskäufe und -verkäufe getätigt. Die getätigten Unternehmenskäufe sind das Ergebnis gezielter Maßnahmen zur Umsetzung der langfristigen Wachstumsstrategie. Die Investitionen konzentrierten sich auf Bereiche, die Chancen auf attraktives Wachstum bieten und die Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns nachhaltig erhöhen sollen.

In vielen aufstrebenden Volkswirtschaften, insbesondere in China, hat Linde eine führende Marktposition und aufgrund seines frühen Engagements in marktrelevante Technologien Wettbewerbsvorteile erzielt. Um dem Risiko vorzubeugen, diese Wettbewerbsvorteile und in der Folge Marktanteile an neue in den Markt drängende Wettbewerber zu verlieren, hat Linde eine integrierte Strategie zur Beschleunigung des nachhaltigen Wachstums erarbeitet. Zentraler Ansatz, ist es dabei, die sich entwickelnden strategischen Trends im Tonnage-Geschäft auch zukünftig erfolgreich weiterzuverfolgen und in weiteren Segmenten zu expandieren. Dazu zählt zum Beispiel der Kundenkreis im Stahlsegment oder der Produktbereich Flaschengase.

Darüber hinaus bewerten der Vorstand und der Aufsichtsrat sowie Führungskräfte des Unternehmens in regelmäßigen Sitzungen die Zielerreichung und leiten, sofern notwendig, korrigierende Maßnahmen ein. Dies beinhaltet insbesondere auch die Beobachtung der Entwicklung der wirtschaftlichen Lage, um gegebenenfalls die Umsetzung der Ziele – etwa hinsichtlich ihrer zeitlichen oder geografischen Dimension – an neue Rahmenbedingungen anzupassen. Eine zu starke einseitige Ausrichtung auf eine Region oder auf einen Kunden kann sich zum Beispiel bei sich verschlechternden wirtschaftlichen Verhältnissen oder bei einem etwaigen Scheitern von Vertragsverlängerungen negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Wachstumsperspektiven von Linde auswirken. Um dem entgegenzuwirken, werden im Rahmen eines Portfoliomanagements Zielkorridore für Investitionen definiert und überwacht. Darüber hinaus ist Linde aufgrund seines integrierten Geschäftmodells in der Lage, Kunden gezielt unterschiedliche Erstellungs- und Betreibermodelle anzubieten und dadurch seine Risikokonzentration zu steuern.

Regulatorische und rechtliche Risiken

Regulatorische Risiken

Durch Veränderungen im regulatorischen Umfeld können für Linde zusätzliche Kosten und internationale Wettbewerbsnachteile entstehen. Beispiele hierfür sind die Ausgestaltung des europäischen Emissionshandelssystems oder zusätzliche Belastungen der energieintensiven Industriegaseproduktion durch steigende Strompreise aufgrund von höheren gesetzlich verursachten Abgaben.

Speziell in Deutschland ist die zukünftige Entwicklung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) mit Unsicherheiten für Linde verbunden. Diese Unsicherheit bezieht sich sowohl auf die im Jahr 2013 erhaltenen Befreiungen von der EEG-Umlage als auch auf die zukünftigen Belastungen. Bezogen auf das Jahr 2013 besteht das Risiko, dass die aufgrund der Befreiung nicht gezahlten EEG-Umlagekosten in Höhe von 118 Mio. Euro noch nachträglich abgeführt werden müssten.

Als Konsequenz kann sich abhängig von der zukünftigen Ausgestaltung des EEG die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Linde in Deutschland erheblich verschlechtern, was wiederum zu Umsatz- und Ertragsrückgängen führen kann.

Auch bei dem zu großen Teilen staatlich reglementierten Produktbereich Healthcare können durch regulatorische Änderungen Risiken für Linde entstehen, die bereits im Risikofeld Wirtschaftsrisiken erläutert wurden.

Ferner ist Linde zusehends durch Maßnahmen der internationalen Finanzmarktregulierung betroffen. Hier sind seitens Linde in verschiedenen Jurisdiktionen neue umfassende Regeln und Berichtspflichten bei der Abwicklung von Finanzgeschäften zu beachten, wobei Verstöße weitreichende Strafen der jeweiligen Aufsichtsbehörden nach sich ziehen können. Exemplarisch sind hier der Dodd Frank Act in den USA und die European Market Infrastructure Regulation (EMIR) zu nennen.

Linde begegnet diesen Risiken durch eine kontinuierliche und vorausschauende Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen in den jeweiligen Geschäftsbereichen sowie einen Ausbau der notwendigen Systeme. Des Weiteren tragen die unter Wettbewerbsrisiken beschriebenen Maßnahmen zur Sicherstellung eines stetigen Kundenkontaktes und zur Entwicklung von innovativen Produkten und Dienstleistungen zur Minderung der eventuell negativen Auswirkungen von Änderungen des regulatorischen Umfeldes bei.

Rechtliche Risiken

Als international tätiges Unternehmen ist der Linde Konzern einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu können insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Patentrecht, Vergaberecht, Steuerrecht sowie Umweltschutz gehören. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren können oft nicht mit Sicherheit vorausgesehen werden. Aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Entscheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen können Aufwendungen entstehen, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind. Diese Aufwendungen können Auswirkungen auf das Geschäft des Unternehmens und seine Ergebnisse haben.

Im Rahmen der juristischen Unterstützung der operativen Geschäftstätigkeit werden rechtliche Risiken einem systematischen Ansatz folgend identifiziert und bezüglich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der potenziellen Auswirkungen bewertet.

Einige Unternehmen des Konzerns sind im Rahmen des normalen Geschäftsverlaufs Prozesspartei in verschiedenen Gerichtsverfahren. Hierzu zählen auch Verfahren, in denen auf hohe Schadensersatzsummen geklagt wird. Der Ausgang der Rechtsstreitigkeiten, an denen Unternehmen des Linde Konzerns als Prozesspartei beteiligt sind, lässt sich nicht eindeutig vorhersagen. Das Unternehmen geht jedoch davon aus, dass die Rechtsstreitigkeiten ohne nennenswerte negative Auswirkungen auf die Finanz- oder Ertragslage des Unternehmens beigelegt werden können.

Bereits vor dem Berichtszeitraum hatte die brasilianische Wettbewerbsbehörde CADE gegen eine Reihe von Gaseunternehmen, zu denen auch Lindes brasilianische Tochtergesellschaft zählt, Bußgelder wegen angeblicher Wettbewerbsverstöße in den Jahren 1998 bis 2004 verhängt. Linde geht aus heutiger Sicht davon aus, dass diese Entscheidung einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhält.

Bestimmte Tochterunternehmen sind in den Vereinigten Staaten als Prozesspartei an verschiedenen Gerichtsverfahren beteiligt. Bei diesen Verfahren geht es um angebliche Gesundheitsschäden, die während des Schweißens durch den Kontakt mit Mangan, Asbest und/oder toxischen Dämpfen entstanden sein sollen. Die Tochterunternehmen sind hierbei in der Regel nur einer von mehreren Beklagten. Aufgrund der bisherigen Gesamtprozesserfahrung, der mangelnden Stichhaltigkeit der erhobenen Vorwürfe sowie des jeweils bestehenden Versicherungsschutzes geht Linde davon aus, dass die Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Schweißdämpfen so beigelegt werden können, dass keine nennenswerten nachteiligen Auswirkungen auf die Finanz- oder Ertragslage des Unternehmens entstehen. Das Ergebnis dieser Verfahren ist allerdings ungewiss und lässt sich nicht vorhersagen. Die Versicherungen der Tochterunternehmen decken die Kosten und Folgen eines möglichen Urteils im Zusammenhang mit den behaupteten Ansprüchen überwiegend oder zum Teil ab. Die beschriebenen Rechtsverfahren stellen die aus heutiger Sicht wesentlichen Rechtsrisiken dar. Sie sind nicht als abschließende Auflistung zu verstehen.

Beschaffungs- und Zulieferkettenrisiken

Die zuverlässige Verfügbarkeit der von Linde beschafften Produkte und Dienstleistungen in geeigneter Qualität, Menge und zu marktgerechten Preisen ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Geschäftsbereiche. Dies gilt neben bestimmten nicht selbst produzierten Gasen insbesondere für Materialgruppen, die von Rohstoffen wie Stahl, Aluminium und Messing sowie Energie abhängig sind.

Zur Risikominderung verfolgt Linde eine konzernübergreifende Portfoliostrategie. Diese Strategie ist nach definierten Materialgruppenfamilien organisiert, mit deren Hilfe alle Produkte und Dienstleistungen kategorisiert werden. Jede Materialgruppe wird in Bezug auf Liefersicherheit, Abhängigkeit und Lieferantenportfolio geprüft und entsprechende Einkaufsstrategien werden mit Hilfe der Category Management-Methode entwickelt. Um die vorhandenen Kenntnisse über die lokalen Märkte in die Entwicklung der Einkaufsstrategien zu integrieren, sind die globale Einkaufsorganisation sowie die regionalen und lokalen Einkaufsorganisationen in den Prozess eingebunden – und zwar von der Entwicklung der Strategie bis zur landesspezifischen Umsetzung.

Unterstützend werden zentral geführte Best Practice-Methoden und Instrumente zur Lieferantenauswahl und -bewertung konzernweit angewendet.

Zusätzlich zu den materialgruppenbezogenen Einkaufsstrategien verfolgt Linde eine stetige Optimierung des Lieferantenportfolios und des dazugehörigen Vertragsstatus, um Beschaffungsrisiken zu minimieren. Für Produkte und Dienstleistungen, deren Preise stark von volatilen Primärmärkten abhängig sind, werden die Kostenrisiken mit Hilfe zeitoptimierter Vereinbarungen minimiert. Ein Beispiel hierfür ist der Einkauf von Energie. Die Preisvolatilitätsrisiken bei der Beschaffung von Strom und Erdgas werden auf der Einkaufsseite über langfristige Beschaffungsstrategien in den deregulierten Energiemärkten abgefedert. Die Beschaffungsaktivitäten an den entsprechenden Großhandelsmärkten für Energie unterliegen einer globalen Risikorichtlinie, die die Bandbreiten für die Preisabsicherung der Folgejahre vorgibt. Die Einhaltung wird von einem globalen Komitee überwacht. Über ein professionelles Energiehandels-IT-Tool wird die Datentransparenz hergestellt. Des Weiteren werden aufgrund der Energieintensität der Industriegaseproduktion Strom- und Erdgaspreisschwankungen auf der Verkaufsseite über entsprechende Preisformeln weitergereicht.

Beschaffungs- und Preisrisiken im Gaseeinkauf begegnet Linde mit konsequenter technischer Aufteilung (Einkauf, Eigenproduktion oder Reinigung von Gasen) und geografischer Verteilung. Unvorhergesehene Absatzschwankungen können damit ausgeglichen werden. Hinsichtlich des Einkaufs von Gasen werden Risiken, die durch Take-or-Pay-Verträge mit Lieferanten entstehen können, durch entsprechende Verträge mit Kunden minimiert.

Grundsätzlich können Risiken für die Linde Group entstehen, wenn langfristigen Einkaufsverträgen keine Verkaufsaufträge mit entsprechend langer Laufzeit gegenüberstehen. Vor dem Abschluss von langfristigen Einkaufsverträgen werden daher die Risiken von Bedarfs- und Preisschwankungen auf der Absatzseite mit berücksichtigt.

IT-Risiken

IT ist von entscheidender Bedeutung bei der Gewährleistung exzellenter Prozesse in der gesamten Linde Organisation. Da auch geschäftskritische Prozesse auf die Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur, Softwareanwendungen und Daten angewiesen sind, können wesentliche Störungen oder längerfristige Unterbrechungen der zugehörigen Systeme oder Datenverluste negative Auswirkungen auf die Ausführung der Geschäfts- und Produktionsprozesse und somit auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens haben.

Verletzungen der Datenschutzbestimmungen, unbefugte Datenzugriffe oder Datenverluste von sensiblen Unternehmensdaten können zudem Schadensersatzforderungen, Strafzahlungen sowie langfristige Reputations- und Vertrauensverluste zur Folge haben.

Um einen unterbrechungs- und störungsfreien Betrieb zu gewährleisten, legt das Unternehmen vor allem auf die Verfügbarkeit der IT-Ressourcen und -Dienste großen Wert. Zudem sorgt Linde stets dafür, dass die Integrität und Vertraulichkeit wichtiger Informationen sichergestellt ist. Die Geschäftsprozesse des Linde Konzerns werden durch hausinterne und ausgelagerte Informationsdienste und -systeme unterstützt.

Die Informationssicherheit stellt einen wichtigen und integralen Bestandteil der unternehmensweiten IT-Strategie dar und wird ganzheitlich betrachtet: Linde erarbeitet, implementiert und überprüft Maßnahmen zum Schutz von Daten, Anwendungen, Systemen und Netzen. Dabei berücksichtigt das Unternehmen sowohl präventive als auch reaktive Maßnahmen.

Um den Schutzauftrag wirkungsvoll umsetzen zu können, werden organisatorische und technische Vorkehrungen getroffen. Besondere Aufmerksamkeit widmet Linde dabei der Zugriffsverwaltung auf IT-Systeme, der Kontrolle des Datenverkehrs, der Verhinderung von Zwischenfällen und der Abwehr potenzieller Angriffe. Neben dem zuverlässigen Schutz aller wichtigen Serversysteme (E-Mail, Web, Datei- und Anwendungsserver, Datenbanken) und PCs durch ständig aktualisierte Antivirensoftware vor möglichen Bedrohungen aktualisiert Linde regelmäßig die Betriebssystemplattformen und kritische Geschäftsanwendungen.

Der IT-Sicherheitsprozess ist strukturiert und durch eine Reihe von Richtlinien (Policies), Standards und Empfehlungen definiert. Diese basieren größtenteils auf den anerkannten internationalen Sicherheitsstandards wie beispielsweise ISO 27001/27002, ISO 27005 sowie auf Service Management Standards wie zum Beispiel ISO 20000. Darüber hinaus werden branchenspezifische Standards zur angemessenen Profilierung der IT-Sicherheit und Prozessreife herangezogen, etwa zum Schutz von Patientendaten in Zusammenhang mit den Healthcare-Aktivitäten des Unternehmens.

Die Maßnahmen zur Gestaltung und Erhaltung einer sicheren und rechtskonformen IT-Umgebung zielen auf den gesamten Lebenszyklus der Unternehmensdaten, einschließlich der Datengenerierung, -verarbeitung, -übermittlung und -speicherung. Im Blickpunkt stehen dabei sowohl die relevanten regionalen und nationalen Gesetzgebungen als auch die geltenden branchenspezifischen Standards.

Um die Wirksamkeit der Sicherheitsvorkehrungen zu gewährleisten, werden Risikoanalysen durchgeführt. Dabei wird auch die Angemessenheit der eingesetzten IT-Systeme und der entsprechenden Kontrollmechanismen verifiziert. Die Relevanz, der Reifegrad und der aktuelle Zustand der ergriffenen Schutzmaßnahmen werden sowohl durch sogenannte Self Assessments und die interne IT-Revision als auch durch externe IT-Auditoren überprüft. Dieser stetige Verbesserungsprozess ermöglicht gegebenenfalls erforderliche Korrekturen und Nachbesserungen und trägt somit zu einer nachhaltigen Steigerung der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen bei.

Darüber hinaus ergreift das Unternehmen kontinuierlich Maßnahmen, um die vorhandene IT-Landschaft einschließlich der Softwareanwendungen auf dem aktuellen technologischen Niveau zu halten – basierend auf einem langfristigen Konsolidierungsprogramm. So werden beispielsweise risikobehaftete Systeme identifiziert, modernisiert oder durch neue ersetzt. Durch gezielte Outsourcing-Aktivitäten konnte Linde im Berichtszeitraum auch seine Fähigkeiten zur Datensicherung und -wiederherstellung und zum Datenschutz weiterentwickeln. Dadurch ist das Unternehmen besser gegen mögliche Ausfälle oder böswilligen Handlungen Dritter (Malware-Infektion, bösartige Angriffe, Cyber Attacks) gewappnet. Prozessrisiken, die im Rahmen der Auslagerung von IT-Ressourcen entstehen können, werden regelmäßig von Arbeitsgruppen analysiert und, falls erforderlich, durch organisatorische oder technische Maßnahmen begrenzt.

Neue Herausforderungen im Umfeld der IT-Sicherheit und des IT-Risikomanagements ergeben sich insbesondere aus dem stetig wachsenden Grad der Virtualisierung der Server-, Speicher- und Netzwerkkomponenten, der immer breiteren Anwendung von Cloud Computing-Diensten und vor allem durch die starke Zunahme der mobilen Lösungen. Demzufolge werden entsprechende Sicherheitskonzepte entwickelt und in die laufenden bzw. geplanten Risikominimierungsbestrebungen integriert.

Im Rahmen des HPO-Programms ist das IT-Projekt Linde Template eine wesentliche Initiative. Zielsetzung des Projektes ist es, durch eine weltweite Standardisierung der Geschäftsprozesse im Linde Konzern Synergieeffekte zu erzielen. Die Realisierung des Projektes ist aufgrund seiner Größenordnung und der zum Teil geschäftskritischen Anwendungen, die bei der Umsetzung berührt werden, neben Projektrisiken auch mit spezifischen IT-Sicherheitsrisiken und IT-Verfügbarkeitsrisiken verbunden. Linde hat entsprechend Maßnahmen bei der Projektsteuerung getroffen, um diese Risiken rechtzeitig erkennen und begrenzen zu können.

Personelle Risiken

Der Erfolg des Unternehmens ist vom Engagement, von der Motivation und von den Fähigkeiten seiner Mitarbeiter und Führungskräfte abhängig. Wesentliche Risikofaktoren bei der Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter und der langfristigen Bindung an den Konzern sind der stetig steigende Fachkräftemangel sowie der starke Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt, der inzwischen insbesondere auf den asiatischen Märkten intensiver wird.

Das volatile und schwierige Marktumfeld erfordert von Linde die Fähigkeit zur ständigen Prozessverbesserung und zur schnellen Anpassung der Organisationsstruktur an die sich rasant verändernden Anforderungen in der Industrie. Die Bereitschaft und die Akzeptanz eines jeden einzelnen Mitarbeiters sind dabei entscheidende Faktoren für die erfolgreiche Umsetzung der damit verbundenen Veränderungsprozesse. Für Linde spielt das vertrauensvolle Verhältnis und die konstruktive Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern und den Gewerkschaften eine wesentliche Rolle.

Um diesen Risikofaktoren entgegenzuwirken, setzt Linde auf einen ganzheitlichen Ansatz zur Gewinnung und Betreuung der Mitarbeiter. Basierend auf der bestehenden Unternehmenskultur und den Unternehmenswerten, die ein ausgewogenes Verhältnis von Vertrauen und Steuerungsmaßnahmen beschreiben, liegt der Schwerpunkt auf der Mitarbeiterentwicklung und Performance. Eigenverantwortliches, unternehmerisch orientiertes Denken und Handeln der Mitarbeiter stehen dabei im Vordergrund.

In den vorangegangenen Jahren wurde dabei besonders auf eine konsequente Nachfolgeplanung von Führungskräften Wert gelegt; sie ist die Basis für die Identifizierung von Personalentwicklungsmaßnahmen. Die Personalentwicklung als Grundstein einer nachhaltigen Mitarbeiterbindung dient der Stärkung von Kompetenzen und der Förderung des Engagements der Führungskräfte im Konzern. Facetten dieser Führungskräfteentwicklung sind insbesondere die vielfältigen Weiterentwicklungsperspektiven, eine zielgruppenorientierte Betreuung und Beratung, frühzeitige Identifikation und Förderung von Potenzial- und Leistungsträgern sowie attraktive, marktgerechte Entlohnungssysteme.

Die umfassenden Personalentwicklungsmaßnahmen werden von einem umfangreichen Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebot ergänzt. Damit stärkt das Unternehmen seine Position als attraktiver Arbeitgeber im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter. Insbesondere im Ingenieurbereich werden neue Weiterentwicklungskonzepte erarbeitet, die die Arbeitgeberattraktivität weiter erhöhen sollen.

Zudem bildet Linde im Rahmen von dualen Studiengängen Nachwuchsingenieure aus und beugt dem Ingenieurmangel durch die Weiterentwicklung der innerbetrieblichen Ausbildungskonzepte vor. Mit dieser Strategie und einer verstärkten Zusammenarbeit mit ausgewählten Hochschulen bietet das Unternehmen qualifizierten Mitarbeitern vielversprechende berufliche Perspektiven.

Darüber hinaus hat Linde unter dem Leitgedanken People Excellence die bestehenden Programme zur Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter und Führungskräfte weiter ausgebaut. Ebenso wurde die Linde University um den „Campus Asia-Pacific“ erweitert. Diese Programme sollen sicherstellen, dass Schlüsselpositionen, vor allem im technischen Bereich, intern besetzt werden und in den wettbewerbsintensiven Arbeitsmärkten in der Region Asien/Pazifik eigene Ressourcen zur Verfügung stehen können.

Im Geschäftsjahr 2012 hat Linde erneut eine globale Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Die in Bezug auf die Mitarbeiterzufriedenheit gewonnenen Erkenntnisse zeigen eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur vorangegangenen ersten Befragung. Die detaillierten Ergebnisse wurden insbesondere im Jahr 2013 vertiefend analysiert und zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern erörtert, um weitere Maßnahmen zur positiven Veränderung abzuleiten. Auf diese Weise lassen sich mögliche Veränderungen in der Unternehmensverbundenheit der Mitarbeiter frühzeitig erkennen und adäquate Steuerungsmaßnahmen einleiten.

Forschungs- und Entwicklungsrisiken

Innovationsstärke ist für ein Technologieunternehmen wie Linde ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Neben der Verbesserung bestehender Kundenprozesse konzentrieren sich die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens auf neue Technologien und Gaseanwendungen, die die Basis für den künftigen Geschäftserfolg darstellen können. Linde konzentriert sich hierbei auf Wachstumsbereiche wie Energie und Umwelt, Metallurgie, Lebensmittel, Gesundheit und neue Materialien. Innovative Projekte unterscheiden sich von gewöhnlichen Investitionsvorhaben durch ihre Neuartigkeit. Je höher der Innovationsgrad eines Projektes ist, umso höher sind – im Regelfall – daher auch die damit verbundenen Risiken. Trotz der großen Wachstumschancen, die sich aus den Forschungsbereichen von Linde ergeben können, besteht wegen der hohen Komplexität und Dynamik sowohl bei den Technologien als auch bei den Märkten das Risiko, dass Projekte aus technologischen, wirtschaftlichen, rechtlichen oder sicherheitstechnischen Gründen nicht fortgeführt werden können. Umgekehrt besteht auch das Risiko, dass Wettbewerber neue Technologien früher oder nachhaltiger entwickeln und an den Markt bringen und so eine Bedrohung der Kerntechnologien von Linde darstellen.

Das Unternehmen begegnet diesem Risiko auf vielfältige Weise. Die Zentralfunktion Clean Energy & Innovation Management beobachtet die großen technologischen Trends – sogenannte Megatrends – und überprüft ständig, ob die Innovationsprojekte innerhalb des Unternehmens zur Gesamtstrategie passen und das Potenzial haben, profitables Wachstum für Linde zu realisieren. Dies wird durch die Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen und Universitäten sowie Strategien zum Schutz des geistigen Eigentums flankiert.

Ein weiterer Ansatz ist die Bündelung von Entwicklungskapazitäten. In der Global Business Unit Healthcare beispielsweise hat Linde die Expertise bei medizinischen Therapien, medizinischen Gasen und Medizinprodukten in einer Innovations- und Entwicklungseinheit zusammengefasst. Damit hat Linde den Wissensaustausch verbessert und die F & E-Prozesse gestrafft. Dies erhöht das Innovationstempo und trägt dazu bei, technologische Innovationsrisiken zu reduzieren.

Die Anwendungsentwicklung in der Gases Division stellt über globale Expertenteams sicher, dass die Entwicklungsprojekte am heutigen und zukünftigen weltweiten Bedarf der verschiedenen Industrien ausgerichtet sind. Ein stringenter Entwicklungsprozess mit definierten Meilensteinen identifiziert so früh wie möglich Zielabweichungen und veranlasst entsprechende Korrekturmaßnahmen. Zudem werden die laufenden Projektkosten und Projektziele kontinuierlich überwacht.

Einen weiteren Beitrag leistet die Teilnahme an der Arbeit von Normungsgremien und Verbänden in vielen relevanten Industriegremien, beispielsweise im Bereich der Wasserstofftechnologie. Damit wirkt das Unternehmen aktiv an der Entwicklung zukünftiger Standards mit, deren Einhaltung eine Voraussetzung für die Vermarktung der Innovationen bilden kann.

Umweltrisiken

Wie bereits im Abschnitt Sicherheitsrisiken erläutert, sind insbesondere die verschiedenen operativen Prozesse auch mit Risiken verbunden, die zu einer Schädigung der Umwelt führen können. Linde kennt und versteht die Umweltauswirkungen seiner Prozesse und ist deshalb in der Lage, Pläne zur Reduzierung und Kontrolle der Einwirkungen auf die Umwelt zu entwickeln und umzusetzen. Das Unternehmen konzentriert sich dabei auf die Reduzierung von Emissionen sowie auf die kontinuierliche Verbesserung seiner Abläufe, um den effizienten Einsatz von Ressourcen, Materialien und Energien zu gewährleisten. Handlungsfelder sind beispielsweise die Verbesserung der Energieeffizienz der Produktionsanlagen und die Steigerung der Leistungsfähigkeit der Transportflotte. Dennoch lässt sich nicht völlig ausschließen, dass die Tätigkeiten des Konzerns zu Umweltschädigungen führen oder dass Sanierungsprojekte mit höheren Kosten als ursprünglich geplant verbunden sind.

Steuerrisiken

Als weltweit tätiges Unternehmen unterliegt Linde den jeweiligen landesspezifischen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Deren Änderungen können zu höherem Steueraufwand und zu höheren Steuerzahlungen führen. Außerdem können Änderungen der Gesetze und Regelungen auch einen wesentlichen Einfluss auf die Steuerforderungen und Steuerverbindlichkeiten sowie auf die aktiven und passiven latenten Steuern des Unternehmens haben. Zudem kann die Unsicherheit im steuerlichen Umfeld mancher Regionen die Möglichkeiten einschränken, die Rechte des Konzerns durchzusetzen. Linde ist auch in Ländern mit komplexen steuerlichen Regelungen tätig, die unterschiedlich ausgelegt werden könnten. Künftige Auslegungen bzw. Entwicklungen des Steuersystems könnten die Steuerverbindlichkeiten, die Rentabilität und die Geschäftstätigkeit beeinflussen. Linde wird regelmäßig von den Finanzbehörden in verschiedenen Jurisdiktionen geprüft. Steuerliche Risiken, die sich aus den hier genannten Themenkomplexen ergeben, werden fortlaufend identifiziert und bewertet.

Gesamtaussage des Vorstands zur Risikosituation des Konzerns

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Risikosituation von Linde hinsichtlich der relativen Bedeutung der Risikofelder nicht wesentlich verändert. Die drei bedeutendsten Risikofelder für den Konzern bilden unverändert Wirtschaftsrisiken, Leistungserbringungsrisiken und Finanzmarkt- bzw. Länderrisiken.

Unter Berücksichtigung der ergriffenen Maßnahmen zur Risikobehandlung hat der Vorstand im Geschäftsjahr 2013 keine Risiken identifiziert, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit zu einer für den Linde Konzern bestandsgefährdenden Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen könnten.

Bei sich verändernden Rahmenbedingungen könnten zum heutigen Zeitpunkt unbekannte oder als unwesentlich erachtete Risiken an Bedeutung gewinnen. Organisatorisch hat das Unternehmen Voraussetzungen geschaffen, um frühzeitig über sich abzeichnende Veränderungen der Risikosituationen Kenntnis zu erlangen und hierauf adäquat reagieren zu können.