Gesamtbewertung des Geschäftsjahres 2013 des Linde Konzerns durch den Vorstand

Vor dem Hintergrund von weltweit beträchtlichen Staatsdefiziten, Währungsturbulenzen und der in vielen Industrieländern nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit ist das Wachstum der globalen Wirtschaft im Jahr 2013 niedriger ausgefallen als im Vorjahr.

Wie bereits im Jahr 2012 gingen die stärksten Konjunkturimpulse erneut von den aufstrebenden Staaten Asiens aus. Allerdings erreichte auch hier die Wachstumsdynamik nicht das Niveau des Vorjahres. In den reifen Volkswirtschaften war im Berichtszeitraum 2013 allenfalls eine leichte Belebung festzustellen.

In diesem Umfeld hat sich Linde gut behaupten können. Das Unternehmen hat erwartungsgemäß den Konzernumsatz erneut gesteigert und auch das operative Konzernergebnis weiter verbessert. Dazu haben insbesondere die im Verlauf des Geschäftsjahres 2012 erworbenen Aktivitäten im Healthcare-Bereich sowie die gute Entwicklung in der Engineering Division beigetragen.

Der Konzernumsatz ist im Geschäftsjahr 2013 um 5,2 Prozent auf 16,655 Mrd. EUR (Vj. 15,833 Mrd. EUR) gewachsen. Die Umsatzentwicklung wurde im Laufe des Berichtszeitraums zunehmend von ungünstigen Währungskursveränderungen beeinflusst. Bereinigt um diese Effekte lag das Umsatzplus bei 9,7 Prozent.

Das operative Konzernergebnis verbesserte sich um 7,6 Prozent auf 3,966 Mrd. EUR (Vj. 3,686 Mrd. EUR). Die operative Konzernmarge stieg auf 23,8 Prozent (Vj. 23,3 Prozent). Auch bei der Entwicklung des operativen Konzernergebnisses müssen negative Währungskurseffekte berücksichtigt werden. Ohne diese Verschiebungen hätte Linde das ursprüngliche Ziel, ein operatives Konzernergebnis von mindestens 4 Mrd. EUR zu erreichen, erfüllt.

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, ROCE) betrug im Berichtsjahr 9,7 Prozent. (Vj. 10,2 Prozent). Beim Vergleich mit dem Vorjahr ist zu beachten, dass eine Vielzahl der Großprojekte im On-site-Geschäft noch in der Errichtungsphase ist und somit daraus noch keine Ergebnisbeiträge generiert werden konnten. Zudem haben die außerplanmäßigen Abschreibungen sowie die Abschreibung der aufgedeckten stillen Reserven aus der Lincare-Akquisition und des Erwerbs des Homecare-Geschäfts von Air Products den ROCE beeinträchtigt. Der ROCE-Wert, der um die Abschreibungen auf die im Zuge der BOC-Übernahme aufgedeckten stillen Reserven angepasst wurde, lag im Geschäftsjahr 2013 bei 10,9 Prozent (11,9 Prozent).

Das Ergebnis je Aktie konnte Linde im Berichtsjahr leicht um 2,5 Prozent auf 7,10 EUR (Vj. 6,93 EUR) verbessern.

In der Gases Division hat Linde den Umsatz im Geschäftsjahr 2013 um 5,7 Prozent auf 13,971 Mrd. EUR (Vj. 13,214 Mrd. EUR) erhöht. Das operative Ergebnis der Gases Division stieg um 7,9 Prozent auf 3,846 Mrd. EUR (Vj. 3,566 Mrd. EUR). Damit hat das Unternehmen das Ziel erreicht, den Umsatz und das Ergebnis in dieser Division im Vergleich zum Vorjahr zu verbessern.

In der Engineering Division erzielte Linde im Berichtszeitraum 2013 ein Umsatzplus von 12,4 Prozent auf 2,879 Mrd. EUR (Vj. 2,561 Mrd. EUR). Somit hat der Konzern seine Prognose, hier einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres zu verzeichnen, deutlich übertroffen, was unter anderem auf den relativ hohen Auftragseingang insbesondere in der ersten Jahreshälfte 2013 zurückzuführen war. Auch bei der operativen Marge der Engineering Division lag Linde im Berichtsjahr mit einem Wert von 11,1 Prozent über den eigenen Zielsetzungen: Das Unternehmen hatte eine operative Marge von rund 10 Prozent angestrebt.

Die insgesamt vergleichsweise solide Entwicklung zeigt, dass das auf Stabilität und Nachhaltigkeit angelegte Geschäftsmodell von Linde tragfähig ist. Auf der Grundlage seiner globalen und ausgewogenen Aufstellung kann das Unternehmen eine Nachfragezurückhaltung in einzelnen Märkten oder Branchen kompensieren.

Mit den Akquisitionen im Healthcare-Geschäft, die im Laufe des Jahres 2012 getätigt wurden und im Berichtsjahr 2013 erstmals über zwölf Monate Umsatz- und Ergebnisbeiträge leisten konnten, hat sich Linde auf einem stabilen Wachstumsmarkt entscheidend verstärkt.

Darüber hinaus hat die konsequente Umsetzung der vielfältigen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung im Rahmen des ganzheitlichen HPO-Konzepts auch im vergangenen Jahr dazu beigetragen, die hohe Ertragskraft des Unternehmens weiter zu festigen.