Ziele und Strategie des Linde Konzerns

Weltweit führend

Linde hat sich zum Ziel gesetzt, das weltweit führende Gase- und Engineeringunternehmen zu werden – dies gilt nicht nur für finanzielle Kennzahlen wie Umsatz und operatives Ergebnis, sondern auch in Bezug auf die Reputation im Markt, bei den Kunden und allen weiteren Stakeholdern. Es ist das Selbstverständnis von Linde, seinen Kunden mit qualitativ hochwertigen Produkten und Dienstleistungen einen nachhaltigen Mehrwert zu bieten.

Im Rahmen seiner globalen Corporate Responsibility-Richtlinie verpflichtet sich Linde zum verantwortungsvollen Handeln gegenüber Mensch und Umwelt und zum Schutz der natürlichen Ressourcen. Damit folgt Linde dem Grundprinzip Nachhaltigkeit – es ist eines von vier Prinzipien, die der Konzern im Linde Spirit festgeschrieben hat. Der Linde Spirit definiert die Werte des Unternehmens; nähere Erläuterungen hierzu finden Sie unter www.linde.com/lindespirit.

Ertragsorientiertes Wachstum

Die Strategie des Unternehmens ist auf ertragsorientiertes, nachhaltiges Wachstum ausgerichtet. Linde arbeitet kontinuierlich daran, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens stetig zu verbessern und die Geschäftstätigkeit weiter auszubauen. Das Unternehmen will insbesondere an den Megatrends Energie, Umwelt und Gesundheit überproportional partizipieren. Darüber hinaus ist es das Ziel von Linde, die großen Marktpotenziale in den aufstrebenden Volkswirtschaften effizient zu erschließen.

Linde verfügt dort, insbesondere in China, über eine führende Marktposition. Das Unternehmen hat sich hier bereits frühzeitig engagiert, marktrelevante Technologien etabliert und damit Wettbewerbsvorteile gesichert. Linde will diese Vorteile in die entsprechenden Marktanteile umsetzen und diese in den kommenden Jahren festigen bzw. ausbauen. Dazu investiert Linde vor allem in besonders aussichtsreiche Projekte im On-site-Geschäft, also bei der Vor-Ort-Versorgung von Kunden, beispielsweise in der chemischen Industrie. Das Unternehmen hat im Berichtsjahr 2013 mit 1,194 Mrd. EUR (Vj. 966 Mio. EUR) einen Großteil seiner Investitionen in den aufstrebenden Volkswirtschaften getätigt. Diese Strategie soll auch in den nächsten Jahren fortgesetzt werden.

Im zukunftsträchtigen Markt für Energie- und Umwelttechnologien baut Linde sein Produktportfolio weiter aus. Das Angebot umfasst Verfahren und Technologien, die in der gesamten Wertschöpfungskette erneuerbarer und fossiler Energieträger benötigt werden: Von der Förderung über die Umwandlung, den Transport und die Speicherung bis hin zur möglichst effizienten Nutzung. Das Unternehmen hat auch den Einsatz seiner Forschungsmittel auf die Weiterentwicklung dieses vielversprechenden Markts ausgerichtet. Siehe Forschung und Entwicklung.

Im Energiebereich wächst die Bedeutung von Shale Gas – also von Erdgas, das aus Schiefergestein gefördert wird. Linde profitiert von dieser Entwicklung sowohl in der Engineering Division als auch in der Gases Division. Denn das neu gewonnene Erdgas führt nicht nur zu einer steigenden Nachfrage nach Erdgas-Aufbereitungsanlagen, sondern auch zum Aufbau und zur Erweiterung von Chemie-Clustern. Ein Beispiel hierfür ist der Petrochemie-Standort La Porte, Texas. Linde wird die dortige Gaseversorgung ausbauen und eine große Luftzerlegungs-Anlage errichten sowie einen neuen Vergaserstrang für den bestehenden Synthesegaskomplex installieren.

Auch bei der effizienten Erschließung von Erdöl- und Erdgasvorkommen (Enhanced Oil and Gas Recovery = EOR/EGR), spielen Industriegase wie etwa Stickstoff eine zentrale Rolle. Linde ist für die Vergabe neuer Vorhaben in diesem Markt aussichtsreich positioniert.

Die Ingenieure und Techniker des Unternehmens leisten mit den von ihnen entwickelten Verfahren für das CO2-Management einen wichtigen Beitrag zu einer effizienten und umweltverträglichen Energieerzeugung und -nutzung. Dieses Engagement will das Unternehmen durch gezielte Innovationen weiter ausbauen. Zusammen mit Forschungseinrichtungen und Partnern aus der Industrie entwickelt Linde beispielsweise Technologien zur Abtrennung von CO2 in Kraftwerken, zur Speicherung des abgetrennten CO2 unter der Erdoberfläche und zur Wiederverwertung von CO2.

Linde ist Vorreiter bei der Weiterentwicklung der Wasserstofftechnologie und treibt den Aufbau einer Wasserstofftankstellen-Infrastruktur für Brennstoffzellen-Fahrzeuge weiter voran. Zudem arbeitet das Unternehmen daran, das wachsende Marktpotenzial für seine Kompetenzen im Bereich Power-to-Gas zu erschließen. Beispiele hierfür sind Verfahren, um regenerativ erzeugte Energie zur besseren Speicherung in Gas – wie etwa Wasserstoff – durch Elektrolyse umzuwandeln.

Seit der Übernahme von Lincare und dem Kauf der kontinentaleuropäischen Homecare-Aktivitäten von Air Products im Jahr 2012 ist Linde ein führendes Gaseunternehmen im Healthcare-Geschäft und global präsent. Linde nutzt diese internationale Plattform, um seine Therapien zur Behandlung von Atemwegserkrankungen und sein Angebot zur klinischen Versorgung weltweit zu platzieren. Erklärte Strategie im Bereich Healthcare ist es, in allen Weltregionen mit einem ähnlichen Produkt- und Service-Angebot aufzutreten, Synergien zu erschließen und die Vertriebs- und Kostenstruktur noch weiter zu verbessern.

Linde beabsichtigt, an den langfristigen Wachstumstreibern im globalen Healthcare-Geschäft zu partizipieren. Der Markt wird geprägt von einer wachsenden und alternden Bevölkerung, einem Anstieg chronischer Erkrankungen wie Asthma oder COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) sowie von der Entwicklung zu mehr Patientenbetreuung auch außerhalb von Krankenhäusern. Darüber hinaus führt der steigende Wohlstand – insbesondere in Asien – zu einer weiter wachsenden Nachfrage im Gesundheitsbereich.

High Performance Organisation

Auf der Grundlage des ganzheitlichen Konzepts zur nachhaltigen Steigerung der Effizienz (HPO = High Performance Organisation) wird Linde seine Prozesse kontinuierlich weiter verbessern.

Das Unternehmen hat dieses Konzept im Jahr 2008 eingeführt und setzt die damit verknüpften Maßnahmen weiter fort. Diese Aktivitäten sind mit messbaren Zielen verknüpft: Die Bruttokosten sollen in dem Vierjahreszeitraum 2013 bis 2016 insgesamt um 750 Mio. EUR bis 900 Mio. EUR reduziert werden. Potenziale sieht das Unternehmen vor allem in der Versorgungskette des Flaschen- und Flüssiggasegeschäfts (siehe Annual, Prozessoptimierung) sowie in den Bereichen Einkauf und IT. Im Einkauf will Linde mit der weiteren Verbesserung der Organisation auch zukünftig nachhaltige, positive Kosten- und Cash Flow-Effekte erzielen. Dies gilt für die Ausgabenseite ebenso wie für die Prozessseite. Neben den strukturellen Veränderungen wird das Unternehmen auch weiterhin an der Optimierung seines Lieferanten- und Produktportfolios arbeiten, um so die Kosten zu verringern. So wurden im Berichtsjahr beispielsweise für komplexe Warengruppen nachhaltige Verbesserungsprojekte gestartet. Ziel dieser Projekte ist es, Strukturen zu implementieren, die auch in Zukunft effektive Abläufe sicherstellen. Wichtige Faktoren sind in diesem Zusammenhang funktions- und organisationsübergreifende Zusammenarbeit, Standardisierung und optimierte Prozesse. Darüber hinaus wirkt Linde im Rahmen von Pricing-Initiativen Kostensteigerungen im Umfeld von volatilen Energie- und Rohstoffpreisen entgegen.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ein grundlegender Baustein der Konzernstrategie von Linde. Das Unternehmen verbindet langfristige ökonomische Wertschöpfung mit ökologischer und sozialer Verantwortung. Die Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit folgen klaren Prinzipien:

Orientierung am Kerngeschäft: Bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Nachhaltigkeit betrachtet Linde die wesentlichen Geschäftsprozesse und den gesamten Lebenszyklus von Produkten.

Stetige Verbesserung: Linde analysiert kontinuierlich, wie durch Nachhaltigkeit Geschäftschancen genutzt und Risiken für das Unternehmen minimiert werden. Über festgelegte Corporate Responsibility-Kennzahlen macht der Konzern Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit weltweit vergleichbar.

Einbeziehen von Interessengruppen: Linde gleicht die Corporate Responsibility-Aktivitäten mit den Anforderungen seiner Stakeholder ab.

Transparenz: Der Konzern berichtet regelmäßig öffentlich über die Fortschritte in seinen Handlungsfeldern.

Das Grundprinzip Nachhaltigkeit will Linde noch stärker als Treiber für Geschäftsaktivitäten nutzen. Dafür analysiert das Unternehmen unter anderem kontinuierlich, wie seine Produkte Kunden dabei unterstützen, nachhaltigere Prozesse zu entwickeln – zum Beispiel durch höhere Energieeffizienz oder reduzierte Emissionen.

Die oberste Entscheidungsinstanz für Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit ist das Corporate Responsibility Council. Die Mitglieder dieses Gremiums sind der Vorsitzende des Vorstands, Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle, Vorstandsmitglied Prof. Dr.-Ing. Aldo Belloni sowie die Leiter der Global- und Zentralfunktionen Kommunikation & Investor Relations, Personal, Recht & Compliance, Revision und SHEQ. Im Jahr 2013 hat das CR-Council unter anderem über die Einführung eines globalen Verhaltenskodex für Lieferanten sowie über die Ausweitung der globalen Umweltziele beraten.

Linde bewertet kontinuierlich, welche Themen Relevanz für die nachhaltige Entwicklung des Konzerns haben und welche Fragen die Stakeholder des Unternehmens besonders interessieren. Auf der Grundlage dieser Materialitätsanalyse legt Linde seine Schwerpunktthemen für Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit fest. Dabei helfen interne Workshops mit Themen- und Strategieexperten sowie Erfahrungen aus fachübergreifenden Arbeitsgruppen. Bei diesem Prozess berücksichtigt Linde darüber hinaus auch Erkenntnisse aus dem Konzernrisikomanagement zu Umwelt- und Sozialrisiken.

Der Konzern tritt regelmäßig auf unterschiedliche Weise mit seinen wichtigsten Stakeholdern in Kontakt. Hierzu zählen die Mitarbeiter, Aktionäre, Kunden, Lieferanten, Nichtregierungsorganisationen, die Politik, die Wissenschaft, Nachbarn und die Öffentlichkeit. Darüber hinaus engagiert sich Linde in Verbänden und Wissenschaftskooperationen sowie in Netzwerken zu Fachthemen und zum Thema Nachhaltigkeit. Hierzu gehört das Deutsche Global Compact Netzwerk.

Messbare Mittelfristziele

Linde wird seine auf ertragsorientiertes und nachhaltiges Wachstum ausgerichtete Strategie weiter fortsetzen. Den Anspruch, das weltweit führende Gase- und Engineeringunternehmen zu sein, untermauert Linde mit messbaren Zielen: Für das Geschäftsjahr 2016 hat sich Linde das Ziel gesetzt, ein operatives Konzernergebnis von mindestens 5 Mrd. EUR und eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed = ROCE) von rund 13 Prozent (berichteter ROCE) bzw. rund 14 Prozent (angepasster ROCE) zu erreichen.

Diese Mittelfristziele basieren auf den derzeitigen Konjunkturprognosen, nach denen die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren stärker wachsen wird als im Berichtsjahr 2013. Zudem unterliegen sie der Annahme, dass es bei den Wechselkursverhältnissen im Vergleich zum Jahresende 2012 – dem Zeitpunkt der Formulierung des mittelfristigen Ausblicks – nicht zu deutlichen Verschiebungen kommt. In der aktuellen Berichtsperiode haben sich die Wechselkursverhältnisse, wie im vorliegenden Geschäftsbericht beschrieben, signifikant geändert und für Linde ungünstig entwickelt. Sollten sich die Währungsrelationen auch in den kommenden Jahren ähnlich gestalten wie zuletzt, würde dies das operative Konzernergebnis im Jahr 2016 um rund 400 Mio. EUR verringern und könnte zudem auch den ROCE-Wert beeinträchtigen.

Darüber hinaus hat Linde nicht finanzielle Ziele definiert. Diese Ziele sind insbesondere an weitere Verbesserungen im Bereich Sicherheit und Umweltschutz geknüpft. Im Fokus stehen dabei vor allem die Themenfelder Sicherheit in der Produktion und beim Transport, die Erhöhung der Energieeffizienz sowie die Reduzierung von Emissionen. Bis 2017 will Linde die durchschnittliche Energieintensität seiner installierten Luftzerlegungs-Anlagen um 5 Prozent verbessern. Basisjahr ist 2008. Vergleichsgröße ist dabei die globale durchschnittliche Effizienz der Anlagen bei einer Auslastung entsprechend dem Anlagendesign. Das Unternehmen sieht hier ein Einsparpotenzial von insgesamt ca. 2,5 Mio. Tonnen CO2. Anfang 2013 hat Linde zudem ein neues, globales Ziel für seine installierten Wasserstoffanlagen (HyCO-Anlagen) festgelegt: Linde strebt an, bis zum Jahr 2015 die Energieeffizienz seiner Wasserstoffanlagen – verglichen mit dem Basisjahr 2009 – um 2 Prozent zu erhöhen.

Bei der Häufigkeit schwerer Transportereignisse hat Linde sich zum Ziel gesetzt, diese bis Ende 2017 im Vergleich zum Basisjahr 2012 zu halbieren.