Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Konjunkturforscher erwarten, dass die Weltwirtschaft im laufenden Jahr 2014 stärker wachsen wird als im Vorjahr. Dabei setzen die Experten darauf, dass sich die Schuldenkrise in den Eurostaaten weiter entschärft und eine sogenannte harte Landung der Konjunktur in China vermieden werden kann. Dennoch bestehen nach wie vor Risiken für die globale Konjunkturentwicklung. So könnten die immer noch hohen Staatsdefizite in großen Volkswirtschaften, die unsichere politische Lage in einigen Regionen der Welt oder die in vielen Industrieländern unverändert hohe Arbeitslosigkeit bremsend wirken.

Vor diesem Hintergrund schätzt das internationale Prognoseinstitut The Economist Intelligence Unit (EIU) das Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) für 2014 auf 2,9 Prozent, nachdem es im Vorjahr lediglich um 2,1 Prozent angestiegen war. Bei der globalen Industrieproduktion (IP) wird im laufenden Jahr 2014 mit einer Ausweitung um 3,3 Prozent gerechnet; im Jahr 2013 war hier nur ein Plus von 1,4 Prozent verzeichnet worden.

Die Konjunkturentwicklung wird auch im Jahr 2014 in den einzelnen Regionen der Welt sehr unterschiedlich verlaufen. Für die Gesamtregion EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) erwarten die Wirtschaftsforscher einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent (Vj. 0,7 Prozent). Bei der Industrieproduktion prognostizieren die Konjunkturexperten ebenfalls einen deutlichen Aufwärtstrend: Das EIU sagt hier für 2014 ein Plus von 1,6 Prozent voraus. Im Jahr 2013 musste hier noch ein Rückgang von 0,7 Prozent verkraftet werden.

In Westeuropa und in der Eurozone gehen die Wirtschaftsforscher von einer Stabilisierung der Konjunktur und steigenden BIP-Raten aus. Für Westeuropa rechnet das EIU im laufenden Jahr 2014 mit einem Wachstum von 1,4 Prozent (Vj. 0,2 Prozent), für den Euroraum mit einem Plus von 0,8 Prozent. Im Jahr 2013 war die Wirtschaft hier noch um 0,5 Prozent geschrumpft. Deutschland sollte seine vergleichsweise solide Wirtschaftsentwicklung im Jahr 2014 fortsetzen können – hier wird ein BIP-Wachstum von 1,4 Prozent (Vj. 0,5 Prozent) erwartet.

Nachdem die Konjunktur im Mittleren Osten und in Osteuropa im Jahr 2013 abgeflaut war, dürfte sie sich in diesen Regionen im laufenden Jahr 2014 wieder stärker beleben: Im Mittleren Osten gehen die Experten von einer BIP-Erhöhung um 4,1 Prozent (Vj. 3,3 Prozent) aus, in Osteuropa soll die Wirtschaftsleistung um 2,8 Prozent (Vj. 1,4 Prozent) steigen. Auch in Südafrika rechnet das EIU für das Jahr 2014 mit einem verbesserten konjunkturellen Umfeld – und einem BIP-Zuwachs von 3,3 Prozent (Vj. 1,9 Prozent).

Die Konjunkturaussichten für die USA bewertet das Prognoseinstitut zunehmend positiv und beziffert das Wachstum des BIP für das Jahr 2014 hier auf 2,6 Prozent (Vj. 1,7 Prozent), während die Industrieproduktion um 3,0 Prozent zulegen sollte (Vj. 2,4 Prozent).

In Südamerika erwarten die Wirtschaftsforscher im Jahr 2014 bei einem prognostizierten BIP-Plus von 2,6 Prozent (Vj. 3,1 Prozent) eine relativ stabile Konjunkturentwicklung. Für die Industrieproduktion wird hier ein Anstieg um 2,0 Prozent (Vj. 0,4 Prozent) vorausgesagt.

Die größte wirtschaftliche Dynamik wird in diesem Jahr – wie auch in den vergangenen Jahren – in der Gesamtregion Asien/Pazifik zu verzeichnen sein. Das EIU schätzt, dass die volkswirtschaftliche Gesamtleistung hier um 5,7 Prozent (Vj. 5,5 Prozent) expandieren wird. Bei der Industrieproduktion wird mit einer Erhöhung um 6,4 Prozent (Vj. 5,3 Prozent) gerechnet. Innerhalb der Gesamtregion Asien/Pazifik werden die stärksten Konjunkturimpulse erneut aus China erwartet. Hier prognostizieren die Konjunkturforscher für das Jahr 2014 ein Wachstum von 7,3 Prozent (Vj. 7,7 Prozent). Die chinesische Industrieproduktion soll sogar um 9,1 Prozent (Vj. 9,6 Prozent) steigen.

Branchenausblick

Gaseindustrie

Die Vorhersagen für die globale Konjunkturentwicklung deuten darauf hin, dass der weltweite Gasemarkt im laufenden Jahr 2014 etwas stärker wachsen wird als im Vorjahr. Die höchsten Steigerungsraten für die Branche sind auch in diesem Jahr in den aufstrebenden Volkswirtschaften – insbesondere in Asien – zu erwarten. Aber auch in Westeuropa und in den USA dürfte die erwartete Ausweitung der Industrieproduktion das Marktumfeld positiv beeinflussen.

Anlagenbau

Im internationalen Großanlagenbau prognostizieren die Branchenexperten für das laufende Jahr 2014 eine weitere Belebung der Investitionstätigkeit. Diese sollte maßgeblich durch eine ungebrochen hohe Nachfrage aus den Wachstumsmärkten Asiens, des Mittleren Ostens und aus Osteuropa getragen werden. Zudem ist auch in Nordamerika im Zuge der verstärkten Erschließung von Erdgas aus Schiefergestein mit neuen Anlagenbauprojekten in der petrochemischen Industrie sowie im Markt für Erdgas-, und Wasserstoff- und Synthesegas-Anlagen zu rechnen.

Die langfristigen Wachstumstrends – der weltweit steigende Energiebedarf, die wachsende Nachfrage nach umweltfreundlichen Technologien und die verstärkte Nutzung unkonventioneller Energiequellen – bleiben auch in diesem Jahr intakt.

Ausblick – Konzern

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren für das Jahr 2014 eine Konjunkturbelebung. Sie erwarten sowohl beim globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) als auch bei der weltweiten Industrieproduktion (IP) eine dynamischere Entwicklung als im Vorjahr. Nach wie vor bestehen jedoch Unsicherheiten über die Nachhaltigkeit und Intensität des Wirtschaftswachstums. Den größten Einfluss auf die makroökonomische Entwicklung dürfte weiterhin die hohe Staatsverschuldung in wichtigen Volkswirtschaften haben. Zudem könnten Währungsschwankungen, die in vielen Industrieländern hohe Arbeitslosigkeit oder die unsichere politische Lage in einigen Regionen der Welt die globale Wirtschaft belasten.

Linde geht davon aus, seine stabile Geschäftsentwicklung weiter fortsetzen zu können. Auf der Grundlage der aktuellen Konjunkturschätzungen sowie bereinigt um Währungskurseffekte rechnet das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr 2014 beim Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr mit einem soliden Wachstum. Beim operativen Konzernergebnis erwartet Linde im Geschäftsjahr 2014 – bereinigt um Währungskursveränderungen – eine moderate Verbesserung.

Die für Linde relevanten Währungen haben im Jahresverlauf 2013 gegenüber dem Euro zunehmend an Wert verloren. Unter Anwendung der Stichtagskurse zum 31. Dezember 2013 beispielsweise wären der Konzernumsatz und das operative Konzernergebnis im Vergleich zu den berichteten Kennziffern für das Geschäftsjahr 2013 um 570 Mio. EUR bzw. um rund 130 Mio. EUR niedriger ausgefallen.

Bei der Rendite auf das eingesetzte Kapital (berichteter ROCE) strebt Linde im Geschäftsjahr 2014 einen Wert von rund 10 Prozent an. Hierbei ist zu beachten, dass eine Vielzahl der Großprojekte im On-site-Geschäft noch in der Errichtungsphase ist und daraus erst in den kommenden Jahren verstärkt Ergebnisbeiträge generiert werden können.

Sollte die Wirtschaft – insbesondere in den aufstrebenden Volkswirtschaften – in diesem Jahr stärker wachsen als zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Berichts prognostiziert, könnte dies bei den beschriebenen Kennzahlen zu deutlicheren Verbesserungen führen, als Linde derzeit erwartet.

Hinweis: Die ausführliche Beschreibung der Mittelfristziele des Konzerns sind im Kapitel Ziele und Strategie des Linde Konzerns beschrieben.

Ausblick – Gases Division

Die jüngsten Konjunkturprognosen deuten darauf hin, dass der weltweite Gasemarkt im laufenden Jahr 2014 etwas stärker wachsen wird als im Vorjahr. Die grundsätzliche Zielsetzung von Linde im Gasegeschäft gilt nach wie vor: Das Unternehmen will sich besser entwickeln als der Markt und seine Produktivität weiter erhöhen.

Im On-site-Geschäft verfügt Linde über eine gut gefüllte Projekt-Pipeline, die im Geschäftsjahr 2014 und verstärkt in den kommenden Jahren zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung beitragen wird. In den Produktbereichen Flüssig- und Flaschengase prognostiziert das Unternehmen einen Geschäftsverlauf, der den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen entspricht. Im Produktbereich Healthcare ist mit einer stabilen Geschäftsentwicklung zu rechnen.

Vor diesem Hintergrund erwartet Linde in der Gases Division für das Geschäftsjahr 2014 bei Umsatz und operativem Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr – bereinigt um Währungskurseffekte – jeweils eine moderate Verbesserung.

Ausblick – Engineering Division

Im internationalen Großanlagenbau ist im laufenden Jahr 2014 mit einem vergleichsweise stabilen Marktumfeld zu rechnen. Linde ist in den Produktbereichen Olefin-Anlagen, Erdgas-Anlagen, Luftzerlegungs-Anlagen sowie Wasserstoff- und Synthesegas-Anlagen gut positioniert und kann zudem auf einen hohen Auftragsbestand zurückgreifen.

Linde erwartet, in der Engineering Division im Geschäftsjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr ein solides Umsatzwachstum zu erzielen. Bei der operativen Marge geht das Unternehmen davon aus, einen Wert von rund 10 Prozent zu erreichen.

Investitionen

Linde investiert gezielt in die Bereiche, die Chancen für ein überproportionales Wachstum bieten. Diesen Ansatz wird das Unternehmen auch im Geschäftsjahr 2014 weiter verfolgen.

Aufgrund der bereits getroffenen Investitionsentscheidungen und der weiterhin hohen Anzahl von Investitionsmöglichkeiten – beispielsweise auch im zukunftsträchtigen Energiebereich – erwartet Linde, dass die Investitionen in der Gases Division im Jahr 2014 ungefähr das Niveau des Berichtsjahres 2013 erreichen werden. Bezogen auf den Umsatz in diesem Bereich, werden die Investitionen voraussichtlich erneut über 13 Prozent liegen.

Grundsätzlich gilt die Investitionsquote von 13 Prozent jedoch unverändert als mittelfristige Richtschnur für die Gases Division.

Finanzierung

Auch im Geschäftsjahr 2014 wird Linde seine auf Liquiditätssicherung und langfristige Finanzierung ausgerichtete Strategie fortsetzen. In Abhängigkeit der Entwicklung der Finanzmärkte sowie der Wachstumsopportunitäten sieht Linde einen dynamischen Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden im Verhältnis zum operativen Ergebnis) von bis zu 2,5 weiterhin als Obergrenze an.

Grundsätzlich soll die Finanzierung des angestrebten profitablen Wachstums, das durch die Mittelfristziele definiert ist, auch weiterhin aus dem Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit erfolgen. Den nach Abzug der Investitionen verbleibenden Cash Flow will Linde zur Deckung der Finanzierungskosten, für die aus heutiger Sicht weiter steigenden Dividendenausschüttungen sowie zur konsequenten Rückführung der Verschuldung verwenden.

Dividende

Kontinuität und Augenmaß werden auch zukünftig die wichtigsten Kriterien für die Dividendenpolitik von Linde bleiben. Wie in den Jahren zuvor, wird das Unternehmen auch für das Geschäftsjahr 2014 die Höhe der Dividende an der Entwicklung des operativen Ergebnisses ausrichten und dabei die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung berücksichtigen.

Ausblick – Linde AG

Für die Linde AG, die Muttergesellschaft des Linde Konzerns, ist der Jahresüberschuss die zentrale Steuerungsgröße. Siehe Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Linde AG. Die Entwicklung dieser Kennziffer hängt wesentlich von der Entwicklung des Beteiligungsergebnisses ab.

Vor dem Hintergrund der ausführlich beschriebenen Rahmenbedingungen rechnet Linde beim Jahresüberschuss der AG im laufenden Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr mit einer moderaten Verbesserung.

Zukunftsbezogene Aussagen

Der zusammengefasste Lagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Diese Aussagen sind nicht als Garantien dafür zu verstehen, dass sich diese Erwartungen auch als richtig erweisen. Die zukünftige Entwicklung sowie die vom Linde Konzern und seinen verbundenen Unternehmen tatsächlich erreichten Ergebnisse sind abhängig von einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten und können daher wesentlich von den zukunftsbezogenen Aussagen abweichen. Eine Aktualisierung der zukunftsbezogenen Aussagen ist weder geplant noch übernimmt Linde hierzu eine gesonderte Verpflichtung.