Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Gaseindustrie

Der internationale Gasemarkt ist im Berichtsjahr 2013 insgesamt moderat gewachsen. Je nach Region und Industriebereich war die Dynamik erneut unterschiedlich ausgeprägt. Die Wettbewerbssituation unter den weltweit vier großen Gaseanbietern hat sich im vergangenen Jahr nicht wesentlich verändert.

Die größten Absatzmärkte sind nach wie vor Nordamerika, Europa und Asien; in Asien wurde abermals der höchste Nachfrageanstieg verzeichnet.

Das Marktumfeld in der Stahlindustrie war wie im Jahr 2012 auch im Berichtszeitraum 2013 von hohen Überkapazitäten gekennzeichnet. Die Stahlnachfrage in Europa fiel eher verhalten aus, viele Stahlhersteller ergriffen Rationalisierungsmaßnahmen und konzentrierten ihre Produktion auf Standorte mit niedrigeren Kosten.

In Asien ist die Stahlerzeugung weiter gewachsen; die stärksten Impulse gingen dabei von China aus.

Auch auf dem Chemiesektor ist die Konjunkturentwicklung im vergangenen Jahr unterschiedlich verlaufen. Während die Chemieproduktion in Europa im zweiten Jahr in Folge rückläufig war, konnte die Branche in China und in den USA deutliche Wachstumsraten verzeichnen. Insbesondere in den USA ist vor dem Hintergrund niedriger Rohstoffpreise auch in den kommenden Jahren mit einem stabilen Nachfrageanstieg zu rechnen.

Im Zuge der zunehmenden Erschließung unkonventioneller Vorkommen wächst die Erdöl- und Erdgasindustrie derzeit überproportional. Dabei verschieben sich die Schwerpunkte der weltweiten Investitionen in neue Raffinerieprojekte verstärkt nach Nordamerika und in die aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften.

Innerhalb der verarbeitenden Industrie hat sich das Marktumfeld für die Automobilindustrie im Berichtszeitraum verbessert. Dies gilt vor allem für die USA, aber auch für die großen asiatischen Staaten China und Indien.

Die Nachfrage nach Kunststoffprodukten steigt seit Jahren. Dieser Trend, der sich auch 2013 fortgesetzt hat, wird insbesondere von China getragen.

Auch der Markt für Halbleiter ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen, allerdings lagen die Steigerungsraten unter denen der Vorjahre. Die sinkende Nachfrage nach Personal-Computern hat die Entwicklung beeinträchtigt.

Die Rahmenbedingungen für LEDs haben sich im Berichtsjahr verbessert. Hier wirkt sich der Trend zu größeren TV-Bildschirmen positiv aus.

Der Markt für Solarzellen war im Berichtszeitraum 2013 – wie bereits im Vorjahr – von Überkapazitäten und Konsolidierungen geprägt. Es mehren sich jedoch die Anzeichen, dass die Talsohle mittlerweile erreicht ist. Eine steigende Nachfrage war zuletzt aus China, Japan und aus den USA zu verzeichnen.

Vor dem Hintergrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums hat sich die Lebensmittel- und Getränkeindustrie auch im vergangenen Jahr vergleichsweise stabil entwickelt. Kennzeichnend für diesen Markt sind unverändert die Trends zu einer gesünderen Ernährung, zu einem höheren Verbrauch von fleischlichen Eiweißen und zu mehr verarbeiteten Lebensmitteln. Zudem steigt die Nachfrage bei sogenannten Convenience-Produkten weiterhin.

Auch im globalen Healthcare-Markt zeigten sich die langfristigen Wachstumstreiber im Berichtsjahr 2013 grundsätzlich weiterhin intakt: Die weltweit wachsende und alternde Bevölkerung, der Anstieg chronischer Erkrankungen wie Asthma oder COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) sowie die Entwicklung zu mehr Patientenbetreuung auch außerhalb von Krankenhäusern und zu stärkerer Prävention. Gleichzeitig ist auf dem Healthcare-Sektor allerdings auch eine zunehmende Regulierung festzustellen, die mit einem erhöhten Kostendruck einhergeht.

Anlagenbau

Nach der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009/10 hat sich der Markt im internationalen Großanlagenbau im Jahr 2013 weiter erholt. Der Energiebereich lieferte die stärksten Impulse für die Investitionstätigkeit.

Luftzerlegungs-Anlagen

Der Markt für Luftzerlegungs-Anlagen entwickelte sich im Berichtsjahr 2013 dynamischer als im Vorjahr. Der überwiegende Teil der Investitionen floss in neue Projekte in Asien, vor allem zur Gasifizierung von Kohle. Für dieses Verfahren werden große Mengen an Sauerstoff benötigt, der in Luftzerlegungs-Anlagen erzeugt wird. Linde konnte von diesem Trend überproportional profitieren und eine Reihe neuer Projekte für sich entscheiden.

Olefin-Anlagen

Die petrochemische Industrie durchläuft einen strukturellen Veränderungsprozess: Im Zuge der zunehmenden Förderung von Schiefergas in den USA haben sich die Preise für wichtige Einsatzstoffe der Branche verschoben. So ist Ethan in den USA mittlerweile günstiger als im Mittleren Osten und entsprechend wirtschaftlicher ist die Realisierung neuer Ethan-Cracker-Projekte.

Vor diesem Hintergrund ist der Markt für Olefin-Anlagen im vergangenen Jahr insbesondere in Nordamerika überproportional gewachsen, während sich dieses Segment in Asien und Europa verhalten entwickelt hat. In Europa ist der Trend zu beobachten, das günstig verfügbare Ethan aus den USA zu nutzen und bestehende Naphtha-Cracker umzurüsten.

Erdgas-Anlagen

Die globale Nachfrage nach Anlagen zur Behandlung, Aufbereitung oder Verflüssigung von Erdgas ist im Berichtsjahr 2013 weiter gestiegen.

In Nordamerika hat die verstärkte Erschließung von Schiefergasvorkommen zu historischen Tiefstpreisen für Erdgas und zu einer Vielzahl erdgasbasierter Projekte geführt.

Wasserstoff- und Synthesegas-Anlagen

Der Markt für Wasserstoff- und Synthesegas-Anlagen verzeichnete im Jahr 2013 eine lebhafte Investitionstätigkeit. Schwerpunkte bildeten dabei die aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien und der Mittlere Osten. Zudem sorgten Modernisierungsprojekte in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) – vor allem in der petrochemischen und in der Düngemittelindustrie – für Impulse. Darüber hinaus hat sich in Nordamerika die Exploration der Schiefergasvorkommen auch auf das Segment Wasserstoff- und Synthesegas-Anlagen positiv ausgewirkt.