Sicherheit und Umweltschutz

Strategie

Linde hat konzernweit gültige Managementsysteme für Sicherheit und Umweltschutz eingerichtet. Im Fokus stehen insbesondere die Standorte des Unternehmens, der Transport von Produkten und ihre Nutzung durch Kunden. Linde konzentriert sich dabei auf die Minimierung von Sicherheitsrisiken und Umweltauswirkungen sowie auf den effizienten Einsatz von Energie, Ressourcen und Materialien. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen unterstützt das Unternehmen seine Kunden dabei, ihre Geschäftsprozesse sicherer und umweltfreundlicher zu gestalten.

Die Managementsysteme für Sicherheit und Umweltschutz basieren auf weltweit gültigen Standards und Richtlinien. Durch Audits prüft Linde, ob diese Selbstverpflichtungen eingehalten werden. Um mögliche Schwachstellen zu analysieren, hat der Konzern darüber hinaus einen globalen Prozess implementiert, durch den Ereignisse mit Relevanz für Sicherheit und Umweltschutz dokumentiert und ausgewertet werden. Auch Beinaheereignisse, aus denen das Unternehmen wichtige Erkenntnisse gewinnen kann, werden auf diesem Weg erfasst. Im Jahr 2013 wurden 59 Informationsblätter mit der Beschreibung des jeweiligen Vorfalls, den Hauptursachen und den daraus abgeleiteten Maßnahmen intern kommuniziert.

Weltweit erstellt Linde zudem Gefahrenabwehrpläne, um auf kritische Zwischenfälle vorbereitet zu sein. Sie dienen dem Schutz von Mitarbeitern, Nachbarn und Unternehmenseigentum. Dabei berücksichtigt das Unternehmen mögliche Auswirkungen auf Standorte und Geschäftsprozesse durch Ereignisse wie Brände oder Explosionen, Naturkatastrophen, Kriminalität oder Pandemien. Bei den Themen Sicherheit und Umweltschutz arbeitet der Konzern auch mit Kommunen vor Ort zusammen. So führte Linde im Jahr 2013 in mehreren asiatischen Ländern gemeinsam mit lokalen Behörden Sicherheitsübungen durch.

Das Unternehmen schult seine Mitarbeiter systematisch zu betrieblichem Gesundheitsschutz, zu Arbeits- und Produktsicherheit und zu Umweltrisiken. Im Jahr 2013 hat Linde zudem eine weltweite Kampagne gestartet, um die Mitarbeiter verstärkt auf die Sicherheitsthemen aufmerksam zu machen, die für das Unternehmen besonders relevant sind. Rund 30.000 Mitarbeiter wurden im Berichtsjahr zum Thema „Arbeitserlaubnis für Arbeiten mit erhöhtem Gefahrenpotenzial“ geschult, rund 20.000 Mitarbeiter auf dem Gebiet „Arbeiten in der Höhe“. Weitere Schulungen sind für 2014 geplant.

Das Engagement von Linde in den Bereichen Umwelt- und Sicherheitsmanagement wurde im Berichtsjahr erneut mehrfach gewürdigt. Das Unternehmen erhielt unter anderem mehrere Auszeichnungen des Europäischen Industriegaseverbands (EIGA) für Transport- und Anlagensicherheit. In Belgien und Thailand wurde Linde für Maßnahmen zur Reduzierung von Umweltauswirkungen – wie etwa CO2-Emissionen – prämiert.

Lieferanten einbeziehen

Bei der Auswahl von Lieferanten sind für Linde neben wirtschaftlichen Kriterien wie Qualität, Preis und Verfügbarkeit auch Aspekte der Sicherheit und des Umweltschutzes bedeutsam. Im Jahr 2013 hat der Vorstand der Linde AG einen neuen globalen Verhaltenskodex für Lieferanten verabschiedet. Dieser definiert Minimalanforderungen in den Bereichen Sicherheit, Umweltschutz, soziale Verantwortung und integre Geschäftspraktiken. Bei Linde Engineering beispielsweise wurden seit der Einführung im Jahr 2013 alle neuen Lieferanten auf den Verhaltenskodex verpflichtet. Darüber hinaus hat Linde im Berichtsjahr eine externe Risikoanalyse seiner Lieferkette durchführen lassen. Im Fokus standen dabei Länder- und Produktrisiken. Die Ergebnisse bilden eine gute Grundlage für weitere Maßnahmen bei der Auswahl und Bewertung von Lieferanten. In das Sicherheits- und Umweltmanagement bezieht Linde Lieferanten mit ein. So wurden beispielsweise im Berichtsjahr rund 380 Dienstleister in Indien in Themenfeldern wie Prozesssicherheit und Feuerschutz geschult.

Produktion

An den Standorten des Konzerns hat Sicherheit oberste Priorität. Weltweit identifiziert und bewertet Linde Risiken, die durch den Betrieb von Anlagen für Mitarbeiter, Anwohner oder benachbarte Unternehmen entstehen könnten. Darüber hinaus hat Linde ein konzernweites System eingeführt, um die größten Gefährdungspotenziale der Anlagen des Unternehmens einheitlich zu erfassen. Auf Basis dieses Major Hazards Review Programme (MHRP) identifiziert der Konzern Kontrollmechanismen, um Risiken zu minimieren. Bis Ende 2013 hat Linde 76 Prozent der Anlagen durch den MHRP-Prozess überprüft.

Im Jahr 2013 wurden an Linde Standorten mehr als 1.400 Audits für Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz durch das Unternehmen oder durch Dritte durchgeführt. Die internen Audits folgen den Standards der internationalen Zertifizierungen für Qualität, Umweltmanagement und Sicherheit ISO 9001, ISO 14001 und OHSAS 18001. Für das Jahr 2014 plant Linde, vier weitere Geschäftseinheiten seiner Engineering Division nach ISO 14001 zertifizieren zu lassen.

Transport

Neben der Sicherheit an Standorten steht auch der Transport von Produkten im Blickpunkt des Sicherheitsmanagements bei Linde. Das Unternehmen arbeitet kontinuierlich daran, die Anzahl transportbedingter Zwischenfälle zu minimieren. Dafür hat sich Linde ein globales Ziel gesetzt: Bis Ende 2017 will der Konzern diese Kennzahl im Vergleich zum Jahr 2012 halbieren. Im Jahr 2013 ist die Anzahl schwerer Transportereignisse pro eine Million gefahrene Kilometer auf 0,062 gesunken (Vj. 0,075).

Um das globale Ziel zu erreichen, hat das Unternehmen eine Reihe von Maßnahmen definiert. Dazu gehören:

  • lokale und globale Mindeststandards für Transportaktivitäten zu überarbeiten und in die globale Standarddatenbank des Unternehmens zu integrieren;
  • betroffene Mitarbeiter und Kontraktoren zu den überarbeiteten Standards zu schulen;
  • ein Auditprogramm zu implementieren, um die Einhaltung der Standards zu überprüfen;
  • Sicherheitszubehör, wie beispielsweise Kameras, in Fahrzeugen zu installieren;
  • das neue Transportsicherheitsprogramm für Fahrer, „ActSafe“, einzuführen.

Bis Ende 2013 wurden 75 Transport-Auditoren geschult und 23 Prozent der Standorte mit Transport-Aktivitäten auditiert. Allein in Südostasien nahmen bis Ende 2013 an über 60 Standorten insgesamt rund 1.500 Fahrer an Sicherheitstrainings zur Vermeidung von Unfällen mit Motorrädern teil.

Im Jahr 2013 hat Linde zudem entschieden, das globale Schulungsprogramm für defensives Fahren bei LKW-Transporten auch auf PKWs auszuweiten, zum Beispiel für Fahrer von Dienstwagen.

In China hat Linde seit 2012 rund 200 Lastwagen der Unternehmensflotte mit neuen Bordcomputern ausgestattet. Sie tragen dazu bei, die Ursachen von Transportunfällen ermitteln zu können und die Einhaltung von Arbeitszeiten sicherzustellen. Die so gewonnenen Erkenntnisse helfen Linde, die Maßnahmen für Transportsicherheit noch weiter zu verbessern.

Bei seinen Initiativen für Transportsicherheit bezieht Linde Transportdienstleister mit ein. Dabei folgt das Unternehmen globalen Leitlinien. So nehmen beispielsweise Fahrer von Firmen, die Linde mit Transporten beauftragt, an den Fahrertrainings des Konzerns teil. Seit 2007 gelten im Konzern einheitliche Vorgaben für Sicherheit, die Lieferanten bei Transporten im Auftrag von Linde einhalten müssen. Diese werden auch als Kriterium in Einkaufsverträge integriert; derzeit betrifft dies 83 Länder.

Produktverantwortung

Linde kontrolliert die Sicherheit von Produkten entlang der Wertschöpfungskette: vom Einkauf der Materialien, über die Produktion bis zur Anwendung bei den Kunden. Die Grundlage dafür ist eine global gültige Leitlinie für Produktverantwortung. Der Konzern analysiert zum Beispiel ökologische Auswirkungen oder die Toxizität von Substanzen und dokumentiert die Ergebnisse in einer zentralen Datenbank. Diese dient unter anderem als Informationsquelle für Sicherheitsmaßnahmen bei Transporten sowie für Informationen, die das Unternehmen den Kunden und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.

Linde hält mehr als 18.000 Sicherheitsdatenblätter für Produkte in einer Vielzahl von Sprachen bereit. In den kommenden fünf Jahren plant das Unternehmen, die Sicherheitsdatenblätter weiter zu verbessern und die Kennzeichnung von Produkten bei Transporten weiterzuentwickeln. Hierfür hat Linde Kosten von mehr als 3 Mio. EUR eingeplant.

Für Standorte, an denen besonders sensitive Chemikalien produziert oder gehandhabt werden, hat Linde spezielle Risikobeurteilungen für Produktsicherheit entwickelt. Diese werden weltweit auf einheitlicher Basis vorgenommen. Im Berichtsjahr stand hier die Region Südostasien im Fokus. In 17 Ländern führte Linde entsprechende Prüfungen durch. Bisher liegen solche Risikobeurteilungen zu Standorten vor, die rund 75 Prozent des Umsatzes mit Chemikalien in dieser Region repräsentieren.

Je nach Risiko untersuchen speziell geschulte Mitarbeiter von Linde auch vor der Lieferung bei den Kunden vor Ort, ob die Voraussetzungen für einen sachgerechten Umgang mit den Gasen gegeben sind. Darüber hinaus bietet das Unternehmen Schulungen zur sicheren Handhabung mit den Produkten an. An diesen nehmen sowohl Mitarbeiter als auch Kunden teil. Über das unternehmenseigene Kundensicherheitsprogramm LIPROTECT® beispielsweise wurden im Berichtsjahr in Deutschland rund 1.200 Teilnehmer im verantwortungsvollen Umgang mit Gasen geschult. Zudem hat Linde im Jahr 2013 ein neues E-Learning-Programm für die sichere Handhabung von Chemikalien eingeführt.

Linde hält für seine Kunden außerdem Service-Angebote rund um den Umgang mit Gasen bereit. Schwerpunkte sind hier unter anderem Gefährdungsbeurteilungen sowie Inspektion, Wartung und Instandsetzung der Gaseversorgung von Kunden. Notfallteams von Linde unterstützen die Kunden bei Bedarf auch außerhalb der Geschäftszeiten.

Linde setzt die Anforderungen der Europäischen Chemikalienverordnung REACH in vollem Umfang um. Bis zur Frist für die zweite Registrierungsphase am 31. Mai 2013 hatte Linde fünf Substanzen mit einer jährlichen Produktionsmengevon mehr als 100 Tonnen bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) registriert. Das Unternehmen arbeitet dabei aktiv mit dem Europäischen Industriegaseverband (EIGA) sowie anderen Handelsverbänden zusammen und tauscht sich mit Kunden und Lieferanten aus. Mit einer globalen Internetplattform informiert Linde ausführlich darüber, wie der Konzern seine gesetzlichen Verpflichtungen erfüllt und welche Substanzen registriert werden.

Mit seinem Programm für Produktverantwortung unterstützt der Konzern auch die Globale Produktstrategie (GPS) des Weltchemieverbands zum sicheren Umgang mit chemischen Stoffen sowie das Global Harmonisierte System (GHS) der Vereinten Nationen zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien. Im Jahr 2013 hat Linde neue gesetzliche Regelungen in den USA umgesetzt, die auf GHS-Vorgaben basieren.

Rohstoffe

Der effiziente Einsatz von Ressourcen ist für Linde ein wichtiger Hebel, um Umweltauswirkungen zu verringern und Kosten zu sparen. Als Produzent von Luftgasen ist die Luft der Erdatmosphäre der wichtigste Rohstoff für das Unternehmen. Zur Herstellung der Produkte benötigt Linde daneben vor allem Energie als Betriebsstoff. Um hier Ressourcen zu schonen, setzt das Unternehmen weltweit auf Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz in den eigenen Anlagen und Prozessen. Darüber hinaus werden bei Linde Materialien wie Stahl oder Aluminium eingesetzt. Sie werden insbesondere für die Herstellung von Komponenten im Anlagenbau benötigt. Gasflaschen sind ein zentrales Verpackungsmaterial. Diese werden wiederverwendet und erneut befüllt. Eine typische Gasflasche wird bei Linde durchschnittlich dreieinhalb Mal im Jahr wieder genutzt und hat eine jahrzehntelange Lebensdauer.

Linde unterstützt seine Kunden dabei, Ressourcen effizient zu nutzen. Industriegase von Linde können beispielsweise bei der Aufbereitung verschiedenster Stoffe – wie Aluminium oder Gummi – dazu beitragen, Emissionen und den Energiebedarf im Vergleich zu herkömmlichen Recyclingverfahren zu senken.

Linde Technologien unterstützen auch den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen. Im Jahr 2013 hat Linde die Zusammenarbeit mit einem amerikanischen Unternehmen erweitert, das grünes Rohöl auf Algenbasis erzeugt. Das gemeinsame Ziel ist die Kommerzialisierung einer Technologie, die es ermöglicht, Algenbiomasse im Großmaßstab zu Öl zu verarbeiten und damit als umweltfreundliche Energiequelle nutzbar zu machen.

Für das Jahr 2014 plant Linde eine globale Analyse der Lieferkette in Bezug auf sogenannte Konfliktmineralien, die im US-amerikanischen Dodd-Frank Act aufgeführt sind.

Energie und Klimaschutz

Linde arbeitet kontinuierlich daran, Ressourcen noch effizienter einzusetzen und die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren. Grundlage dafür ist eine weltweite Überprüfung der Energieeffizienz von Anlagen und Prozessen des Unternehmens sowie die globale Kontrolle von Emissionen. Linde konzentriert seine Maßnahmen für den Klimaschutz auf die Bereiche, die den Großteil der CO2-Emissionen im Unternehmen verursachen und bei denen der Konzern die Möglichkeit sieht, diese deutlich zu reduzieren. Die größte positive Wirkung für den Klimaschutz erzielt Linde mit seinen Produkten. Der Konzern bietet für seine Kunden aus zahlreichen Branchen Gase und Technologien, die Produktionsverfahren umweltfreundlicher gestalten, den Verbrauch natürlicher Ressourcen senken und den Einsatz erneuerbarer Energien fördern.

Im Jahr 2013 wurde Linde mehrfach für Initiativen ausgezeichnet, die den Klimaschutz unterstützen. Linde Gas Benelux erhielt als erstes Gaseunternehmen den Lean and Green Award für die Selbstverpflichtung, den CO2-Ausstoß beim Flüssiggastransport in Tanklastzügen innerhalb von fünf Jahren bis 2016 um 20 Prozent zu senken. Der Preis wird von einem gemeinnützigen Verbund für nachhaltige Mobilität verliehen, der von der niederländischen Regierung gegründet wurde. In Nordamerika wurde Linde ein Umweltpreis für die Einführung von LNG-betriebenen Sattelschleppern und der damit verbundenen Reduktion von Klimagasen verliehen.

Bilanz von Emissionen

Linde berichtet die Emissionen von Treibhausgasen weltweit. Dabei orientiert sich das Unternehmen an den Vorgaben des internationalen Greenhouse Gas Protocol-Standards. Der in den Jahren 2012 und 2013 im Vergleich zu den Vorjahren verzeichnete Anstieg der berichteten Emissionen ist einerseits auf veränderte Kundenbedarfe, vor allem aber auf Änderungen der internationalen Regeln für die Rechnungslegung zurückzuführen. Diese sind bei Linde – ebenso wie für die Berichterstattung von finanziellen Kennzahlen – Basis für die Veröffentlichung von globalen Umweltkennzahlen. Vor diesem Hintergrund wurden für die Jahre 2012 und 2013 Joint Ventures berücksichtigt, die in den Vorjahren nicht in die Berichterstattung einbezogen waren. Auch die Integration der im Jahr 2012 akquirierten Unternehmen trug zu einer Erhöhung der Emissionen bei.

Um seinen Kunden die produktspezifische CO2-Bilanz offenlegen zu können, hat Linde für seine wesentlichen Luftgase eine Berechnungsmethode entwickelt. Diese Methode bezieht den gesamten Lebenszyklus der Produkte mit ein und wurde im Jahr 2013 extern zertifiziert.

Im Berichtsjahr beteiligte sich Linde erneut an der Umfrage der Investoreninitiative CDP, die Klimaschutzberichterstattung und -leistung von Unternehmen bewertet. Zum zweiten Mal hintereinander wurde Linde in den regionalen Carbon Disclosure Leadership Index für Deutschland, Österreich und die Schweiz aufgenommen.

Globale Ziele und Maßnahmen

Linde hat sich globale Ziele für den Bereich Energieeffizienz und Klimaschutz gesetzt. Der Großteil des Strombedarfs und damit der indirekten CO2-Emissionen des Konzerns entsteht durch den Betrieb von rund 400 Luftzerlegungs-Anlagen. Es ist das Ziel von Linde, die durchschnittliche Energieintensität seiner weltweit installierten Luftzerlegungs-Anlagen bis 2017 um 5 Prozent zu verbessern. Basisjahr ist 2008. Vergleichsgröße ist dabei die globale durchschnittliche Effizienz der Anlagen bei einer Auslastung entsprechend dem Anlagendesign. Bis Ende 2013 konnte Linde die durchschnittliche Energieintensität bereits um 3,8 Prozent verbessern. In Spanien hat Linde im Berichtsjahr eine neue Luftzerlegungsanlage in Betrieb genommen, deren Energieeffizienz 40 Prozent höher ist als die der bisherigen Anlage. Linde arbeitet zudem kontinuierlich daran, durch technische Verbesserungen an Luftzerlegungs-Anlagen den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen des Unternehmens weiter zu reduzieren. Die verfahrenstechnische Optimierung einer Luftzerlegungs-Anlage in der Schweiz führte im Jahr 2013 zu einer Kostensenkung von 520.000 EUR.

Im Jahr 2013 hat sich der Konzern ein neues, globales Ziel für seine Wasserstoffanlagen (HyCO-Anlagen) gesetzt. Bis zum Jahr 2015 will Linde die Energieeffizienz seiner weltweit installierten Wasserstoffanlagen im Vergleich zum Basisjahr 2009 um 2 Prozent erhöhen. Vergleichsgröße ist die tatsächliche Energieeffizienz der jeweiligen Anlagen im Betrieb. Der Großteil der direkten Emissionen des Konzerns entsteht beim Betrieb dieser Anlagen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Linde verschiedene Maßnahmen um. Dazu gehören die Optimierung der Auslastung von Anlagen oder die Installation energieeffizienter Kühlanlagen.

Ein dritter Schwerpunkt bei Maßnahmen für den Klimaschutz ist der Transport von Produkten. Mehr als 500 Mio. Kilometer legte die Linde Transportflotte im Jahr 2013 zurück. Durch zahlreiche Maßnahmen reduziert Linde die Anzahl gefahrener Kilometer, verringert den Treibstoffverbrauch und senkt Transportemissionen. Dazu gehören optimierte Fahrtrouten, die verbesserte Nutzung von Transportkapazitäten sowie Schulungen zu ressourcenschonender Fahrweise. Durch den Einsatz optimierter, vergrößerter Tanks reduziert Linde in verschiedenen Regionen die Anzahl nötiger Lieferfahrten. In Deutschland beispielsweise konnten dadurch im Jahr 2013 rund 500.000 EUR Lieferkosten eingespart werden.

Regionale Ziele unterstützen die globale Strategie für Klimaschutz. Viele kleinere Maßnahmen für den energieeffizienten Einsatz von Licht oder Geräten tragen dazu bei.

Energieverbrauch und Energieeffizienz

Im Jahr 2013 hat Linde rund 300 Projekte identifiziert, die dazu beitragen, den Energieverbrauch des Unternehmens zu senken. Durch die Umsetzung erzielte der Konzern Kosteneinsparungen in Höhe von mehr als 35 Mio. EUR. In Kalifornien beispielsweise kooperiert Linde seit 2009 mit mehreren Energieunternehmen in 16 Projekten, um den Energieeinsatz an Linde Standorten weiter zu optimieren. Dadurch konnte das Unternehmen die Energiekosten dieser Standorte um jährlich 1,75 Mio. USD reduzieren.

Als energieintensives Unternehmen ist Linde auf eine wettbewerbsfähige, zuverlässige Energieversorgung angewiesen. Den Einsatz von erneuerbaren Energien prüft der Konzern. Dieser entspricht derzeit im Wesentlichen dem jeweiligen regionalen Länderenergiemix. Mit seinen Produkten und Technologien leistet Linde einen Beitrag dazu, erneuerbare Energien wirtschaftlich nutzbar zu machen.

Produkte für Energieeffizienz und Klimaschutz

Linde bietet seinen Kunden Lösungen an, die viele Bereiche der nachhaltigen Strom- und Treibstofferzeugung abdecken. Damit führen sie zu einer verbesserten Energieeffizienz bei den Kunden und fördern den Klimaschutz. Ein Beispiel ist die Umwandlung von Energie in Wasserstoff. Damit überschüssiger Strom aus Wind und Sonne nicht verloren geht, kann dieser im sogenannten Power-to-Gas-Verfahren durch Elektrolyse zu Wasserstoff umgewandelt und gespeichert werden. Linde arbeitet gemeinsam mit Energieunternehmen und Partnern aus der Automobilindustrie an der Optimierung dieses Verfahrens.

Emissionen in die Luft

Linde kontrolliert die Emissionen luftfremder Stoffe in Übereinstimmung mit den jeweiligen lokalen Vorgaben. Bei den Luftzerlegungs-Anlagen des Unternehmens entstehen in der Regel kaum direkte Emissionen in die Luft. In anderen Produktionsprozessen des Konzerns fallen teilweise Emissionen von anorganischen Gasen wie Kohlenstoffmonoxid (CO), Schwefeloxiden (SOX), Stickoxiden (NOX), Ammoniak (NH3) und leichtflüchtigen organischen Verbindungen (VOC) an. Die VOC-Emissionen werden vor allem beim Lackieren und Reinigen von Metallen wie Gasflaschen, Speichertanks oder Anlagenteilen freigesetzt. Gemeinsam mit Kunden und Partnern arbeitet Linde an Lösungen, um derartige Emissionen zu verringern. So hat Linde im Jahr 2013 gemeinsam mit einem anderen Unternehmen ein mobiles System für die Behandlung von Schiffsemissionen entwickelt. Es verbessert die Reinigung von Schiffen, die Chemikalien transportieren. Dabei werden mit Hilfe von Flüssigstickstoff die Dämpfe von flüchtigen organischen Verbindungen aus Abgasen auskondensiert. Dies trägt dazu bei, die Luftqualität in Häfen zu verbessern.

Wasser

Ein Ziel des Umweltmanagements bei Linde ist es, Wasser an Standorten nachhaltig zu nutzen. Über 85 Prozent des benötigten Wassers setzt das Unternehmen zur Kühlung ein. Der größte Teil dieses Wassers wird lediglich erwärmt und kann ohne weitere Behandlung in Gewässer zurückgeleitet werden. Dabei achtet das Unternehmen auf eine Temperatur, die ökologisch unbedenklich ist. Nur ein geringer Teil des genutzten Wassers wird verbraucht oder verschmutzt. Es wird für die Herstellung von Produkten, für die Dampferzeugung sowie in Bürogebäuden eingesetzt. Dieser Wasserverbrauch des Konzerns lag im Berichtsjahr bei rund 44,5 Mio. Kubikmetern. In Übereinstimmung mit behördlichen Vorgaben misst das Unternehmen die emittierten Mengen von Phosphaten, Nitraten und organischen Verbindungen.

Um den Wasserverbrauch zu senken, setzt Linde Kreislaufsysteme ein, über die das Wasser mehrmals genutzt werden kann. Je nach Wasserqualität und Ausrüstung der Anlagen muss dadurch nur ein geringer Teil des Wassers ersetzt werden. Der Wasserbedarf und die Verfügbarkeit von Wasser variieren je nach Standort. Deshalb werden die Maßnahmen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs und zum Schutz von Wasser auf lokaler Ebene festgelegt und umgesetzt. So hat Linde im Berichtsjahr unter anderem mehrere Projekte für Verbesserungen an Kühlwassersystemen durchgeführt, beispielsweise an Kühltürmen oder Wasserpumpen in Nordamerika und an einem Standort in Deutschland. Durch die Initiativen an diesen Standorten konnte der Konzern die Kosten um mehr als 110.000 EUR senken. In Polen installierte Linde an einem Standort ein System, um Abwasser weiterzuverwerten und Regenwasser zu sammeln. Es verringert den Wasserverbrauch um rund 3.600 Kubikmeter jährlich und spart Kosten.

Seinen Kunden bietet Linde Lösungen an, mit denen die Trinkwasserqualität verbessert, die Abwasserbehandlung optimiert oder Wasser in Kreisläufen wiederverwendet werden kann.

Abfall

Linde ist bestrebt, Abfälle zu vermeiden oder zu reduzieren. Die häufigsten Abfallprodukte im Konzern sind Öl und ölhaltiges Material, Chemikalien, metallhaltiger Abfall oder Gasflaschen am Ende ihrer Lebensdauer. Durch geschlossene Produktkreisläufe steigert Linde die Material- und Ressourceneffizienz und verringert die Abfallmengen. So wird beispielsweise Kalkschlamm, der als Nebenprodukt bei der Acetylenproduktion anfällt, ohne zusätzliche Aufbereitung in anderen Industrien weiterverwendet. Abfall, der nicht weiterverwertet werden kann, entsorgt Linde in Übereinstimmung mit lokalen Vorgaben umweltgerecht. Das Unternehmen klassifiziert – nationalen Gesetzen entsprechend – die Abfälle als gefährlich oder nicht gefährlich. Der 2013 im Vergleich zum Vorjahr hohe Anstieg der berichteten Abfallmengen geht auf mehrere große Bauprojekte der Gases Division zurück.

Linde richtet seine Ziele im Bereich Abfallmanagement jeweils an den regionalen Anforderungen aus, da der anfallende Abfall wesentlich von den unterschiedlichen Geschäftstätigkeiten an den einzelnen Standorten abhängt. In Großbritannien hat sich Linde beispielsweise das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2014 die Recyclingquote auf 65 Prozent zu erhöhen. Im Berichtsjahr konnten bereits 60 Prozent der Abfälle zur Wiederverwertung abgegeben werden.

In der Region Südostasien hat Linde im Jahr 2013 ein Pilotprojekt durchgeführt, um das Abfallmanagement zu optimieren. Ziel war es, sowohl Kosten als auch Umweltauswirkungen zu reduzieren. Die Ergebnisse sind Grundlage für die Entwicklung weiterer Maßnahmen für das Abfallmanagement in anderen Regionen. In Afrika hat Linde im Jahr 2013 ein neues Recyclingprogramm entwickelt: Die regionale Tochterfirma Afrox nahm im Berichtsjahr tausende Atemgeräte nach ihrem zehnjährigen Einsatz für den Schutz von Minenarbeitern zurück. Die Geräte werden nun zum Teil zu Produkten wie Taschen oder Schürzen weiterverarbeitet.

Kennzahlen

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Sicherheit und Umweltschutz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2013

 

2012
angepasst1

1

Angepasst um die Effekte aus der erstmaligen retrospektiven Anwendung neuer IFRS (siehe Ziffer 7 im Konzernanhang) sowie um die Kennzahlen des US-Homecare Unternehmens Lincare, das im Jahr 2012 von Linde übernommen wurde.

2

Zu den sonstigen Energieträgern zählen unter anderem thermische Energie, Heizöl, Biokraftstoffe, Propan, Butan und seit dem Jahr 2013 auch Dieselkraftstoff.

3

Der Wasserverbrauch bezieht sich auf das verbrauchte Trink- und Prozesswasser. Durchlaufkühlwasser wird Gewässern entnommen, ausschließlich erwärmt und anschließend mit einer ökologisch unbedenklichen Temperatur zurückgeleitet.

4

Abgedeckt sind die im Kyoto-Protokoll genannten Treibhausgase Methan (CH4), Distickstoffoxid (Lachgas, N2O), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC), teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (HFC), Schwefelfluorid (SF6) und seit dem Jahr 2013 auch Stickstofftrifluorid (NF3). Die Emissionen werden in Übereinstimmung mit den lokal geltenden Vorschriften erhoben und für Standorte berichtet, die dazu gesetzlich verpflichtet sind.

5

Die angegebenen Werte beziehen sich auf interne und externe Audits, die an Produktionsstandorten weltweit durchgeführt wurden.

Ressourceneinsatz

 

 

 

 

 

 

Verbrauch von Strom

 

in Mio. MWh

 

23,4

 

23,5

davon durch Luftzerlegungs-Anlagen

 

in Mio. MWh

 

20,7

 

20,8

Verbrauch von Erdgas

 

in Mio. MWh

 

36,4

 

35,9

davon durch HyCO-Anlagen

 

in Mio. MWh

 

23,0

 

22,8

Verbrauch sonstiger Energieträger2

 

in Mio. MWh

 

14,8

 

13,4

Wasserverbrauch3

 

in Mio. m3

 

44,5

 

47,4

 

 

 

 

 

 

 

Emissionen

 

 

 

 

 

 

Direkte CO2-Emissionen

 

in Mio. t

 

7,2

 

7,6

davon durch HyCO-Anlagen

 

in Mio. t

 

4,2

 

4,3

Linde Transportflotte

 

in Mio. t CO2-
Äquivalente

 

0,49

 

0,50

Indirekte CO2-Emissionen

 

in Mio. t

 

13,0

 

12,8

davon durch Luftzerlegungs-Anlagen

 

in Mio. t

 

11,8

 

11,6

Weitere Treibhausgasemissionen4

 

in Mio. t CO2-
Äquivalente

 

0,3

 

0,4

Gesamte Treibhausgasemissionen

 

in Mio. t CO2-
Äquivalente

 

21,0

 

21,3

Abfall

 

in Tsd. t

 

124,9

 

81,5

 

 

 

 

 

 

 

Audits und Training

 

 

 

 

 

 

Produktionsstandorte mit ISO 9001 Zertifizierung

 

in %

 

77,9

 

79,6

Produktionsstandorte mit ISO 14001 Zertifizierung

 

in %

 

31,8

 

31,8

Produktionsstandorte mit OHSAS 18001

 

in %

 

17,8

 

17,7

Mitarbeiter von Linde Gas, die an HSE-Schulungen teilgenommen haben

 

in %

 

57,8

 

54,0

Standorte, an denen Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutz-Audits durchgeführt wurden5

 

in %

 

58,1

 

62,4

Standorte, an denen Umweltaudits durchgeführt wurden5

 

in %

 

51,8

 

54,5

 

 

 

 

 

 

 

Transportsicherheit

 

 

 

 

 

 

Schwere Transportereignisse mit Lkws (je 1 Mio. km)

 

 

 

0,062

 

0,075