Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Linde AG

Allgemeine Informationen

Die Linde AG, bestehend aus den Geschäftsbereichen Linde Gas, Linde Engineering und der Unternehmenszentrale, ist das Mutterunternehmen und die Führungsgesellschaft des Linde Konzerns.

Der Einzelabschluss der Linde AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die wesentlichen Unterschiede zu dem nach IFRS-Grundsätzen aufgestellten Konzernabschluss liegen in der Umsatzermittlung und in der Bewertung der Finanzinstrumente. Als bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikator verwendet das Unternehmen ausschließlich den Jahresüberschuss. Aus dem Jahresüberschuss wird die Dividende für die Aktionäre der Linde AG ausgeschüttet.

Vermögenslage der Linde AG

Im Berichtsjahr sank die Bilanzsumme der Linde AG von 20,705 Mrd. EUR um 551 Mio. EUR auf 20,154 Mrd. EUR.

Das Anlagevermögen stieg um 119 Mio. EUR auf 18,008 Mrd. EUR. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme betrug 89,4 Prozent (Vj. 86,2 Prozent). Wesentlicher Bestandteil des Anlagevermögens sind die Finanzanlagen. Dies leitet sich aus der Funktion der Linde AG als Mutterunternehmen des Linde Konzerns ab. Die Finanzanlagen haben sich im Berichtszeitraum um 89 Mio. EUR erhöht. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind von 1,411 Mrd. EUR auf 1,486 Mrd. EUR angewachsen. Hierzu hat insbesondere der Anstieg der Finanzforderungen gegenüber verbundenen Unternehmen beigetragen. Darüber hinaus schließt die Linde AG sogenannte Credit Support Annexes (CSA) mit Banken ab. Unter derartigen Verträgen werden die positiven und negativen Marktwerte der von der Linde AG gehaltenen Derivate regelmäßig durch Zahlungsmittel hinterlegt. Entsprechende Forderungen gegenüber Banken sind unter diesem Posten ausgewiesen.

Die Linde AG hält 100 Prozent der Anteile an einem Spezialfonds. Der Fonds wird unter den Wertpapieren des Umlaufvermögens ausgewiesen. Der Wertpapierbestand wurde im Berichtsjahr um 652 Mio. EUR reduziert. Die freien Mittel hat die Linde AG im Wesentlichen zur Rückführung von Finanzschulden verwendet.

Die flüssigen Mittel verringerten sich um 96 Mio. EUR auf 491 Mio. EUR.

Das Eigenkapital (vor Gewinnverwendung) stieg um 61 Mio. EUR auf 9,669 Mrd. EUR. Bei dieser Entwicklung sind verschiedene Einflussfaktoren zu berücksichtigen: Im Berichtszeitraum wurden Aktienoptionsrechte durch Mitarbeiter ausgeübt, die zu einer Erhöhung des Eigenkapitals um 2 Mio. EUR führten. Zur Bedienung des neuen Aktienoptionsprogramms (Linde Performance Share Programme 2012) hat die Linde AG eigene Aktien gekauft. Dadurch sank das Eigenkapital um 3 Mio. EUR. Der Jahresüberschuss trug zu einer Erhöhung des Eigenkapitals um 562 Mio. EUR bei, während die gezahlte Dividende des Vorjahres in Höhe von 500 Mio. EUR sich eigenkapitalmindernd auswirkte.

Die Eigenkapitalquote ist hauptsächlich aufgrund der gesunkenen Bilanzsumme von 46,4 Prozent auf 48,0 Prozent gestiegen. Der wesentliche Grund für die im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Bilanzsumme ist die Reduzierung der Wertpapiere in Höhe von 652 Mio. EUR und der damit verbundene Rückgang der Finanzschulden.

Die Rückstellungen betrugen insgesamt 1,352 Mrd. EUR und lagen damit auf Vorjahresniveau.

Die Verbindlichkeiten der Linde AG haben sich um 595 Mio. EUR auf 9,133 Mrd. EUR vermindert.

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Bilanzstruktur der Linde AG in Prozent der Bilanzsumme

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2013

 

2012

 

 

in Mio. €

 

in Prozent

 

in Mio. €

 

in Prozent

Aktiva

 

 

 

 

 

 

 

 

Finanzanlagen

 

17.528

 

87,0

 

17.439

 

84,2

Übriges Anlagevermögen

 

480

 

2,4

 

450

 

2,2

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

 

1.486

 

7,4

 

1.411

 

6,8

Wertpapiere

 

149

 

0,7

 

801

 

3,9

Flüssige Mittel

 

491

 

2,4

 

587

 

2,8

Übrige Aktiva

 

20

 

0,1

 

17

 

0,1

Bilanzsumme

 

20.154

 

100,0

 

20.705

 

100,0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Passiva

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigenkapital

 

9.669

 

48,0

 

9.608

 

46,4

Rückstellungen für Pensionen

 

512

 

2,5

 

471

 

2,3

Übrige Rückstellungen

 

840

 

4,2

 

898

 

4,3

Verbindlichkeiten

 

9.133

 

45,3

 

9.728

 

47,0

Bilanzsumme

 

20.154

 

100,0

 

20.705

 

100,0

Finanzlage der Linde AG

Die Nettoverschuldung der Linde AG (Wertpapiere des Anlagevermögens, Wertpapiere des Umlaufvermögens, Finanzverbindlichkeiten, Finanzforderungen, flüssige Mittel) ist im Berichtszeitraum um 39 Mio. EUR von 6,547 Mrd. EUR auf 6,586 Mrd. EUR gestiegen. Dies ist auf die Finanzierung von Tochtergesellschaften zurückzuführen.

Im Berichtszeitraum hat die Linde AG den USD-Akquisitionskredit, der für den Erwerb von Lincare im Juli 2012 aufgenommen worden war, vollständig zurückgeführt. Das Unternehmen hat hierfür im zweiten Quartal 2013 erfolgreich zwei neue Anleihen platziert: eine Anleihe über 650 Mio. EUR sowie eine Anleihe über 500 Mio. USD.

Ertragslage der Linde AG

Die Umsatzerlöse der Linde AG erreichten im Berichtsjahr 2,193 Mrd. EUR und lagen damit deutlich unter dem Vorjahreswert (3,153 Mrd. EUR). Das EBIT ist von 266 Mio. EUR auf 130 Mio. EUR gesunken.

Im Geschäftsbereich Linde Gas erhöhte sich der Umsatz leicht um 1,3 Prozent auf 1,317 Mrd. EUR (Vj. 1,300 Mrd. EUR). Im Geschäftsbereich Linde Engineering verzeichnete die Linde AG im Geschäftsjahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr erwartungsgemäß einen signifikanten Umsatzrückgang auf 902 Mio. EUR (Vj. 1,879 Mrd. EUR). Im Geschäftsjahr 2012 waren zwei Großprojekte mit 847 Mio. EUR und 151 Mio. EUR Umsatz abgerechnet worden.

Insgesamt hat die Linde AG Geschäftsjahr 2013 Erlöse für Aufträge insbesondere aus den Ländern Saudi-Arabien, Kasachstan, Taiwan, Italien und Israel erfasst.

Die Linde AG hat 47,3 Prozent (Vj. 34,5 Prozent) der Umsatzerlöse mit Kunden im Inland erwirtschaftet. Der Exportanteil betrug 52,7 Prozent (Vj. 65,5 Prozent); davon entfielen auf Europa 31,7 Prozent (Vj. 16,2 Prozent), auf die Region Asien/Pazifik 56,7 Prozent (Vj. 65,6 Prozent) und auf Amerika 8,8 Prozent (Vj. 15,7 Prozent). In Afrika hat die Linde AG im Berichtsjahr einen Umsatz von 2,8 Prozent (Vj. 2,5 Prozent) erzielt. Der überwiegende Teil des Exportgeschäfts bezieht sich auf den Geschäftsbereich Linde Engineering. Da das internationale Anlagenbaugeschäft ein Projektgeschäft ist, ergeben sich im Jahresvergleich immer wieder regionale Schwankungen.

Der Auftragseingang des Geschäftsbereichs Linde Engineering hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 28,1 Prozent auf 1,593 Mrd. EUR (Vj. 1,244 Mrd. EUR) erhöht. Die Linde AG konnte Verträge über Großprojekte entlang ihrer Kernkompetenzen – Erdgas, Luftzerlegung und Petrochemie – abschließen.

Der Auftragsbestand erreichte zum Ende des Berichtsjahrs 4,036 Mrd. EUR. Er lag damit um 16,5 Prozent über dem Vorjahreswert (3,466 Mrd. EUR). Die durchschnittliche Auftragsreichweite beläuft sich auf etwa drei Jahre.

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Ertragslage Linde AG (Kurzfassung)

 

 

 

 

 

in Mio. €

 

2013

 

2012

Umsatzerlöse

 

2.193

 

3.153

Umsatzkosten

 

1.442

 

2.264

Bruttoergebnis vom Umsatz

 

751

 

889

Funktionskosten

 

768

 

790

Übrige Erträge

 

395

 

404

Übrige Aufwendungen

 

248

 

237

EBIT

 

130

 

266

Beteiligungsergebnis

 

600

 

467

Übriges Finanzergebnis

 

−164

 

−147

Ergebnis vor Ertragsteuern und vor dem außerordentlichen Ergebnis

 

566

 

586

Außerordentliches Ergebnis

 

 

15

Ertragsteuern

 

4

 

40

Jahresüberschuss

 

562

 

561

Einstellung in Gewinnrücklagen

 

−5

 

−61

Bilanzgewinn

 

557

 

500

Die Bruttomarge verbesserte von 28,2 Prozent auf 34,2 Prozent. Der wesentliche Grund für den Margenanstieg ist der im Verhältnis zum Vorjahr gesunkene Umsatzanteil des Geschäftsbereichs Linde Engineering. Der Anlagenbau weist grundsätzlich niedrigere Bruttomargen aus als der Gasebereich.

Die Funktionskosten sanken im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent auf 768 Mio. EUR (Vj 790 Mio. EUR). Die konsequente konzernweite Umsetzung des Konzepts zur nachhaltigen Effizienzsteigerung (HPO) hat sich auch hier positiv ausgewirkt. Linde setzt diese Maßnahmen zur stetigen Effizienzverbesserung weiter fort.

Die übrigen Erträge und die übrigen Aufwendungen bewegten sich auf dem Niveau des Vorjahres.

Das Beteiligungsergebnis stieg im Berichtsjahr auf 600 Mio. EUR (Vj. 467 Mio. EUR). Hierin sind Dividenden in Höhe von 408 Mio. EUR (Vj. 268 Mio. EUR) und Gewinne aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von 192 Mio. EUR (Vj. 199 Mio. EUR) enthalten. Mit dem überwiegenden Teil der deutschen Tochtergesellschaften bestehen direkt oder indirekt Ergebnisabführungsverträge. Für die Dividendenzahlungen der meist ausländischen Tochtergesellschaften werden individuelle Ausschüttungsbeschlüsse gefasst.

Die wesentlichen Veränderungen im übrigen Finanzergebnis sind auf die Abschreibung von Finanzanlagen in Höhe von 11 Mio. EUR (Vj. 23 Mio. EUR) und auf die Kursverluste aus der Bewertung des Deckungsvermögens von Pensionsverpflichtungen in Höhe von 14 Mio. EUR (Vj. Kursgewinn: 35 Mio. EUR) zurückzuführen.

Das Ergebnis vor Steuern und vor dem außerordentlichen Ergebnis erreichte 566 Mio. EUR und lag damit etwas unter dem Vorjahreswert (586 Mio. EUR).

Nach Abzug von Steuern hat die Linde AG im Berichtsjahr 2013 einen Jahresüberschuss von 562 Mio. EUR (Vj. 561 Mio. EUR) erzielt.