Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionäre (Handschrift)
Dr. Manfred Schneider (Photo)

unser Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2013 erneut gut behauptet.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Linde für ihre verantwortungsbewusste und engagierte Arbeit. Mit tatkräftigem Einsatz haben sie die positive Entwicklung des Unternehmens ermöglicht.

Als Aufsichtsrat haben wir uns im Berichtsjahr eingehend mit der Nachfolgeplanung für den Vorstand, der Lage, den Perspektiven und der strategischen Weiterentwicklung der Gesellschaft, mit der künftigen langfristigen Positionierung des Linde Konzerns sowie mit wesentlichen Einzelmaßnahmen befasst. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und seine Geschäftsführung entsprechend den uns nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben überwacht. Der Vorstand hat uns in unseren Sitzungen und durch schriftliche Berichte regelmäßig, zeitnah und umfassend über den Geschäftsverlauf, die wirtschaftliche Lage, die Rentabilität und die Planung der Gesellschaft und ihrer Tochterunternehmen sowie alle für die Gesellschaft und ihre Tochterunternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance unterrichtet. Sämtliche uns überlassenen und vorgestellten Unterlagen haben wir auf Plausibilität geprüft. Wir haben den Vorstand regelmäßig zu wichtigen Sachverhalten befragt. In Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat eingebunden. Hierzu gehören Maßnahmen und Geschäfte des Vorstands, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen. Dazu zählen insbesondere das Jahresinvestitionsprogramm, größere Akquisitionen, Desinvestitionen sowie definierte Kapital- und Finanzmaßnahmen. In den Ausschüssen und im Plenum setzten wir uns kritisch mit den Berichten und Beschlussvorlagen des Vorstands auseinander und brachten Anregungen ein. Darüber hinaus hat sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats fortlaufend über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage, wesentliche Geschäftsvorfälle und Entscheidungen des Vorstands, u. a. anhand der Vorstandsprotokolle, in Kenntnis setzen lassen. Er stand in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorsitzenden des Vorstands und hat mit ihm die Unternehmensstrategie, die Planung, die Geschäftsentwicklung, die Risikolage, das Risikomanagement und die Compliance regelmäßig beraten. Der Aufsichtsrat hat sich auf der Grundlage der Berichte des Vorstands sowie des vom Abschlussprüfer erstatteten Berichts von der Leistungsfähigkeit des gemäß § 91 Abs. 2 AktG eingerichteten Risikoüberwachungssystems überzeugt. Er hatte zu keiner Zeit Beanstandungen gegen die Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung.

Sitzungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2013 fanden fünf Aufsichtsratssitzungen, davon eine konstituierende Aufsichtsratssitzung, statt. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats haben an allen Aufsichtsratssitzungen, die während der jeweiligen Dauer ihrer Aufsichtsratsmitgliedschaft stattfanden, teilgenommen. Die Mitglieder des Vorstands nahmen regelmäßig an den Sitzungen des Aufsichtsrats teil. Bei Bedarf tagte der Aufsichtsrat ohne den Vorstand. Dies ist regelmäßig zu Beginn der Sitzungen der Fall, wenn Tagesordnungspunkte behandelt werden, die den Vorstand selbst betreffen.

In unseren Sitzungen haben wir uns neben der aktuellen Geschäftsentwicklung, der Finanz- und der Risikolage, der Strategie, der Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen sowie der unternehmensinternen Richtlinien (Compliance) und wichtigen geschäftlichen Einzelvorgängen mit zustimmungspflichtigen Maßnahmen des Vorstands beschäftigt. Nach gründlicher Prüfung und Erörterung der vorgelegten Unterlagen und der jeweiligen Anträge des Vorstands hat der Aufsichtsrat alle erforderlichen Zustimmungen erteilt. Die Beschlüsse des Aufsichtsrats wurden im Berichtsjahr ausschließlich in Sitzungen gefasst.

Im Zentrum der Beratungs- und Überwachungstätigkeit des Aufsichtsrats standen auch 2013 die Entwicklungsperspektiven des Konzerns, der einzelnen Bereiche und der berichtspflichtigen Segmente. Regelmäßig haben wir mit dem Vorstand mögliche Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftslage sowie die Entwicklung einzelner Märkte erörtert und Fragen der Planbarkeit und Stabilität der weiteren Entwicklungen diskutiert. Im Fokus stand 2013 neben der fortschreitenden Integration der im Jahr 2012 hinzuerworbenen Healthcare-Aktivitäten die Nachfolgeplanung für den Vorstand und insbesondere den Vorstandsvorsitzenden.

In der Bilanz-Aufsichtsratssitzung am 6. März 2013 befassten wir uns u. a. eingehend mit dem Jahresabschluss der Linde AG und dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2012, billigten diese und stimmten dem Gewinnverwendungsvorschlag zu. Wir erörterten Fragen der Nachfolgeplanung für den Vorstand und beschlossen auf Vorschlag des Ständigen Ausschusses die Zielerreichungen der variablen Barvergütung und die Gesamtbezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder für 2012. Darüber hinaus gaben wir die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ab und verabschiedeten den Aufsichtsrats- und den Corporate Governance-Bericht 2012 sowie die Tagesordnung der Hauptversammlung einschließlich der Beschlussvorschläge. In diesem Zusammenhang haben wir auch die Vorlage eines neuen Vergütungssystems für den Aufsichtsrat beschlossen. Wir erörterten ebenfalls die der Hauptversammlung am 29. Mai 2013 vorzulegenden Kapitalmaßnahmen und weitere Satzungsänderungen. Ferner verabschiedeten wir auf Empfehlung des Nominierungsausschusses die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung für die turnusgemäße Neuwahl der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat. Neben der regelmäßigen Berichterstattung über den Geschäftsverlauf und die Lage des Linde Konzerns legte uns der Vorstand die aktualisierte Planung für das Geschäftsjahr 2013 und die aktualisierte Mittelfristplanung vor. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen von der im Vorjahr vorgelegten Planung. Der Vorstand ging vertiefend auf ausgewählte Kennzahlen ein und informierte uns über die finanziellen und operativen Auswirkungen auf das Unternehmen.

Unmittelbar vor der Hauptversammlung am 29. Mai 2013 berichtete der Vorstand über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage des Linde Konzerns. Des Weiteren erhielten wir Sachstandsberichte zur Integration der 2012 erworbenen Healthcare-Aktivitäten in Europa und in den USA. Wir konnten uns davon überzeugen, dass diese Prozesse zügig voranschreiten. Ferner stimmten wir nach ausführlicher Erläuterung durch den Vorstand einem zustimmungspflichtigen Geschäft zu. Es handelte sich um die vorzeitige Refinanzierung der bestehenden 2,5 Mrd. EUR syndizierten revolvierenden Kreditfazilität. Außerdem diente die Sitzung der Vorbereitung des sich anschließenden Aktionärstreffens.

In der konstituierenden Sitzung nach der Hauptversammlung 2013 wählte der Aufsichtsrat seinen Vorsitzenden, die beiden Stellvertretenden Vorsitzenden und nahm die erforderlichen Ausschussbesetzungen vor.

In unserer Sitzung am 27. September 2013 bestellten wir auf Empfehlung des Ständigen Ausschusses Dr. Wolfgang Büchele mit Wirkung vom 1. Mai 2014 zum Mitglied des Vorstands. Die Bestellung erfolgte entsprechend der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex für Erstbestellungen für die Dauer von drei Jahren. Mit Wirkung vom Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung 2014 der Gesellschaft ernannten wir Dr. Wolfgang Büchele in Nachfolge von Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle zum neuen Vorsitzenden des Vorstands. Außerdem wurde die Bestellung von Sanjiv Lamba zum Mitglied des Vorstands um fünf Jahre, das heißt bis zum 8. März 2019, verlängert. Des Weiteren informierte der Vorstand detailliert über die wirtschaftliche Lage des Linde Konzerns und seiner Divisionen und gab einen Ausblick auf das Gesamtjahr 2013. Ferner standen der Status der Umsetzung der in den Vorjahren aufgezeigten Strategien, die strategische Weiterentwicklung und das Wettbewerbsumfeld des Unternehmens im Fokus der Sitzung. Neuere Entwicklungen zur Strategie und zur Wettbewerbsposition sowie die Lage des Healthcare-Geschäfts wurden sorgfältig erörtert. Diskutiert wurden insbesondere Fragen der strategischen Positionierung und Ausrichtung des Unternehmens und seiner Divisionen und hierzu erwogene bzw. initiierte Vorhaben und deren Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage. Der Vorstand erläuterte unter Berücksichtigung der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Chancen und Risiken im internationalen Wettbewerbsumfeld und in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung und weitere Maßnahmen des Programms zur Prozessoptimierung und Produktivitätssteigerung. Zudem erhielten wir einen Schwerpunktbericht über das Segment Amerika. Wir haben uns auf Basis der mündlichen Berichte des Vorstands davon überzeugt, dass Strukturen und Prozesse fortlaufend überprüft und gestrafft werden, um die Wettbewerbsfähigkeit aller Bereiche des Unternehmens weiter zu verbessern und langfristig abzusichern. Des Weiteren wurde dem Aufsichtsrat eine interne gesellschaftsrechtliche Struktur- und Finanzierungsmaßnahme als zustimmungspflichtiges Geschäft vorgelegt. Dieser wurde zugestimmt.

In der letzten Sitzung des Jahres am 4. Dezember 2013 haben wir uns mit der aktuellen Geschäftsentwicklung und der Entwicklung des Unternehmens im Vergleich zu wesentlichen Wettbewerbern sowie auf der Grundlage umfangreicher Unterlagen mit der Vorschau auf den Jahresabschluss 2013, dem Budget für das Geschäftsjahr 2014 und der mittelfristigen Unternehmensplanung für die Jahre 2015 bis 2017 einschließlich Finanz-, Investitions- und Personalplanung befasst. Diese haben wir jeweils im Detail erörtert. Die vom Vorstand getroffenen Annahmen wurden von uns, insbesondere auch im Hinblick auf die mit dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld verbundenen Risiken für das Unternehmen, intensiv hinterfragt. Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen hat uns der Vorstand unter Angabe von Gründen dargelegt. Außerdem erörterten wir ausführlich den Zustimmungsantrag des Vorstands zu dem Investitionsprogramm 2014. Nach sorgfältiger Prüfung erteilten wir unsere Zustimmung. Überdies erörterten wir Fragen im Zusammenhang mit der Nachfolgeplanung für den Vorstand und der Vorstandsvergütung und verlängerten die Bestellung von Georg Denoke zum Mitglied des Vorstands und zum Arbeitsdirektor der Linde AG um fünf Jahre, das heißt bis zum 11. September 2019.

Im Anschluss an die Sitzung wurde eine Informations- und Diskussionsveranstaltung über Risikomanagement und Internes Kontrollsystem im Linde Konzern durchgeführt.

Ausschüsse und deren Sitzungen

Der Aufsichtsrat hat unverändert vier Ausschüsse: den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG, den Ständigen Ausschuss, den Prüfungsausschuss und den Nominierungsausschuss. Der Aufsichtsratsvorsitzende führt mit Ausnahme des Prüfungsausschusses in allen Ausschüssen den Vorsitz. Die gegenwärtige Zusammensetzung der Ausschüsse finden Sie im Kapitel Ausschüsse des Aufsichtsrats. Informationen zu den Aufgaben der Ausschüsse sind im Bericht zur Corporate Governance enthalten.

Der Ständige Ausschuss des Aufsichtsrats trat im Berichtsjahr zu zwei Sitzungen zusammen. Zusätzlich wurden drei Beschlüsse im schriftlichen bzw. telefonischen Verfahren herbeigeführt. Der Vorsitzende des Ständigen Ausschusses stand zur Abstimmung besonderer Themen auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Ausschussmitgliedern. Der Ständige Ausschuss bereitete Entscheidungen des Aufsichtsrats zur Vergütung des Vorstands, zur Bestellung des neuen Vorstandsvorsitzenden und zur Verlängerung bestehender Bestellungen von Vorstandsmitgliedern vor. Weiterhin hat der Ständige Ausschuss Anpassungen der Fassung der Satzung beschlossen, die aufgrund der Ausgabe von Aktien zur Bedienung von Aktienoptionen erforderlich geworden waren, und erteilte seine Einwilligung zur Übernahme von Nebentätigkeiten durch zwei Vorstandsmitglieder.

Der Prüfungsausschuss hat im Berichtsjahr fünfmal getagt. Er hat in Gegenwart des Abschlussprüfers sowie des Vorsitzenden des Vorstands und des Finanzvorstands den Jahresabschluss der Linde AG und den Konzernabschluss, die Lageberichte, den Gewinnverwendungsvorschlag und die Prüfungsberichte einschließlich des Berichts zum Prüfungsschwerpunkt sowie den mündlichen Bericht des Abschlussprüfers über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung intensiv beraten und geprüft. Der Prüfungsausschuss sah im Rahmen seiner Prüfungen keinen Anlass für Beanstandungen. Wesentliche Schwächen des Internen Kontrollsystems, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, und des Risikofrüherkennungssystems wurden vom Abschlussprüfer nicht festgestellt. Außerdem erörterte der Prüfungsausschuss die Zwischenberichte und den Halbjahresfinanzbericht vor deren Veröffentlichung auf Basis der Berichterstattung des Vorstands bzw. des Abschlussprüfers. Darüber hinaus beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit der Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats zur Bestellung des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Festlegung des Prüfungsschwerpunktes und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer. Ferner überwachte der Ausschuss die Unabhängigkeit, Qualifikation, Rotation und Effizienz des Abschlussprüfers sowie die von diesem zusätzlich zu den Abschlussprüfungsleistungen erbrachten Leistungen. Überdies hat der Prüfungsausschuss in Übereinstimmung mit internen Regelungen mit dem Abschlussprüfer eine Vereinbarung über die Erbringung von Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit der Abschlussprüfung stehen, getroffen und ließ sich durch den Abschlussprüfer zu jeder Sitzung über die Höhe der in diesem Zusammenhang angefallenen Honorare informieren. Weiterhin ließ sich der Prüfungsausschuss regelmäßig über die Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems und der Compliance-Strukturen, über Compliance-Themen, etwaige rechtliche und regulatorische Risiken sowie die Risikolage, -erfassung und -überwachung im Unternehmen unterrichten. Der Prüfungsausschuss befasste sich überdies anhand einer Präsentation des Vorstands mit der Weiterentwicklung der Kontrollsysteme im Linde Konzern. Er erhielt einen Bericht bezüglich Ausstattung, Aufgaben und Verantwortlichkeiten sowie Prüfungstätigkeit der Internen Revision und über den Prüfungsplan 2013. Der Prüfungsausschuss hat sich über die Effizienz des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des Internen Revisionssystems unterrichten lassen, sie eingehend erörtert und sich von der Wirksamkeit der Systeme überzeugt. Ferner informierte der Vorstand den Prüfungsausschuss regelmäßig über den Status verschiedener Aktivitäten zur externen und internen Finanzierung sowie zur Liquiditätssicherung des Unternehmens. Er erläuterte neue Rechnungslegungsstandards und die Auswirkungen deren Anwendung sowie Steuerthemen der Linde AG und des Konzerns. Bei ausgewählten Punkten der Tagesordnung nahmen auch die Leiter der zuständigen Fachabteilungen sowie externe Berater an den Sitzungen des Prüfungsausschusses teil, erstatteten Bericht und beantworteten Fragen. Darüber hinaus führte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses zwischen den Sitzungsterminen Gespräche zu wichtigen Einzelthemen, insbesondere mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden, dem Vorstandsvorsitzenden, dem Finanzvorstand und dem Abschlussprüfer. Über die wesentlichen Ergebnisse dieser Gespräche wurde dem Prüfungsausschuss und, soweit erforderlich, dem Aufsichtsrat regelmäßig Bericht erstattet.

Die Mitglieder des Nominierungsausschusses haben im Geschäftsjahr 2012 und Anfang 2013 entsprechend ihrer Zuständigkeit mehrfach außerhalb von Sitzungen über Kandidaten für die turnusgemäße Neuwahl der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat bei der ordentlichen Hauptversammlung 2013 beraten. Sie haben schließlich Anfang 2013 im Rahmen einer Sitzung die Empfehlung für den Wahlvorschlag des Aufsichtsrats für die Neuwahl erarbeitet. Der Nominierungsausschuss hat seinem Vorschlag die vom Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlenen Kriterien und die Vorgaben der Geschäftsordnung und des Aktiengesetzes zugrunde gelegt. Insbesondere wurde auf die Erfüllung der Anforderungen des Aktiengesetzes an Unabhängigkeit und Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung geachtet, die bei einem Mitglied des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses vorliegen müssen. Ferner hat der Nominierungsausschuss bei der Beurteilung der Eignung von Kandidaten, die bereits ihr 72. Lebensjahr vollendet haben oder während der Amtszeit vollenden werden, das Alter berücksichtigt.

Der Vermittlungsausschuss musste nicht einberufen werden.

Bei einer Sitzung des Prüfungsausschusses hat ein Ausschussmitglied entschuldigt gefehlt; es hat durch in Textform übermittelte schriftliche Stimmabgabe an den Beschlussfassungen teilgenommen. An den weiteren Ausschusssitzungen haben jeweils alle Mitglieder der Ausschüsse teilgenommen.

Die Ausschussvorsitzenden haben das Plenum jeweils zeitnah und umfassend über die Inhalte und Ergebnisse der Ausschusssitzungen informiert.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung

Die Weiterentwicklung und die Umsetzung der Vorschriften des Deutschen Corporate Governance Kodex beobachten wir fortlaufend. Vorstand und Aufsichtsrat haben im März 2014 eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht. Weitere Informationen zur Corporate Governance bei Linde finden Sie im Corporate Governance-Bericht.

Jahres- und Konzernabschluss

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, (KPMG) hat den nach HGB-Grundsätzen aufgestellten Jahresabschluss der Linde AG sowie den nach IFRS-Grundsätzen, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellten Konzernabschluss zum 31. Dezember 2013 einschließlich des für die Linde AG und den Konzern zusammengefassten Lageberichts nach den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung und unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) geprüft. Der Abschlussprüfer hat bestätigt, dass der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht den in § 315a Abs. 1 HGB genannten Vorgaben entsprechen; er hat für beide Abschlüsse einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Die KPMG hat auftragsgemäß die prüferische Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts und der Zwischenberichte im Geschäftsjahr 2013 durchgeführt. Diese hat zu keinem Zeitpunkt zu Beanstandungen geführt. Die KPMG bestätigte ferner, dass das Risikofrüherkennungssystem den gesetzlichen Vorschriften entspricht; bestandsgefährdende Risiken waren nicht erkennbar. Prüfungsschwerpunkt im Geschäftsjahr 2013 war die Prüfung der Integration von Joint Ventures in das rechnungslegungsbezogene Kontrollumfeld der Linde AG. Wesentliche Schwächen des Internen Kontrollsystems, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, und des Risikofrüherkennungssystems wurden vom Abschlussprüfer nicht festgestellt. Auch im Berichtsjahr hat der Abschlussprüfer gegenüber dem Prüfungsausschuss seine Unabhängigkeit erklärt.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugestellt. Sie waren Gegenstand intensiver Beratungen im Prüfungsausschuss am 13. März 2014 sowie in der Bilanz-Aufsichtsratssitzung am 14. März 2014. An den Erörterungen sowohl im Prüfungsausschuss als auch im Plenum nahm der Abschlussprüfer teil. Er berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und stand für ergänzende Auskünfte sowie die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Auch der Prüfungsausschuss berichtete über das Ergebnis seiner Prüfung an den Aufsichtsrat. Wir haben sämtliche Vorlagen und Prüfungsberichte geprüft und eingehend diskutiert. Nach dem Ergebnis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung der von Vorstand und Abschlussprüfer vorgelegten Unterlagen erheben wir keine Einwendungen und schließen uns dem Ergebnis der Abschlussprüfung durch die KPMG an. Wir billigen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Linde AG und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2013; der Jahresabschluss der Linde AG ist damit festgestellt. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands stimmen wir zu.

Veränderungen in der Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand

Mit Ablauf der Hauptversammlung am 29. Mai 2013 endete die Amtszeit aller Aufsichtsratsmitglieder. Auf Seiten der Anteilseignervertreter gehört Matthew F. C. Miau, auf Seiten der Arbeitnehmervertreter gehören Thilo Kämmerer und Jens Riedel dem für fünf Jahre neu gewählten Aufsichtsrat nicht mehr an. Wir haben den ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitgliedern für ihre wertvolle Mitwirkung in unserem Gremium gedankt. Als neuer Vertreter der Anteilseigner wurde von der Hauptversammlung Franz Fehrenbach in den Aufsichtsrat gewählt. Auf Seiten der Arbeitnehmervertreter wurden Dr. Martin Kimmich und Frank Sonntag nach den Bestimmungen des Mitbestimmungsgesetzes neu in den Aufsichtsrat gewählt. Im Übrigen wurden die für die Wiederwahl kandidierenden Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner- und Arbeitnehmerseite bei den jeweiligen Neuwahlen bestätigt. In der konstituierenden Aufsichtsratssitzung im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung haben wir den Vorsitzenden, den Stellvertretenden Vorsitzenden und den weiteren Stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats in ihren Ämtern bestätigt und die erforderlichen Ausschussbesetzungen vorgenommen.

Eine Übersicht über die gegenwärtige Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie die im Geschäftsjahr 2013 ausgeschiedenen Mitglieder des Aufsichtsrats finden Sie im Kapitel Aufsichtsrat.

Am 27. September 2013 hat der Aufsichtsrat Dr. Wolfgang Büchele mit Wirkung vom 1. Mai 2014 zum Mitglied des Vorstands der Linde AG bestellt und mit Wirkung vom Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung 2014 zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Dr. Wolfgang Büchele tritt die Nachfolge von Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle an, der zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung 2014 in den Ruhestand treten wird.

München, den 14. März 2014

Für den Aufsichtsrat

Dr. Manfred Schneider (Unterschrift)

Dr. Manfred Schneider
[Vorsitzender des Aufsichtsrats der Linde AG]