Gesamtbewertung des Geschäftsjahres 2014 des Linde Konzerns durch den Vorstand

Die Weltwirtschaft ist im Berichtsjahr 2014 weniger stark gewachsen, als dies erwartet worden war. Im Jahresverlauf wurde die Konjunktur vor allem von einer Zunahme geopolitischer Spannungen belastet. Zudem haben sich die nach wie vor beträchtlichen Staatsdefizite, Währungsturbulenzen und die in vielen Industrieländern unverändert hohe Arbeitslosigkeit bremsend ausgewirkt. Die Situation an den internationalen Finanzmärkten war von einer hohen Volatilität geprägt.

In diesem Umfeld hat sich Linde vergleichsweise stetig entwickelt, wenngleich das Unternehmen nicht alle Ziele in vollem Umfang erfüllen konnte. Linde hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2014 um 2,4 Prozent auf 17,047 Mrd. EUR (Vj. 16,655 Mrd. EUR) erhöhen können. Bereinigt um Währungskurseffekte entsprach dies lediglich einem moderaten Wachstum von 4,5 Prozent.

Beim operativen Konzernergebnis erreichte Linde mit 3,920 Mrd. EUR nicht ganz den Wert des Vorjahres (3,966 Mrd. EUR). Auch hier müssen ungünstige Währungskursveränderungen berücksichtigt werden: Ohne diese Verschiebungen hätte das Unternehmen das operative Konzernergebnis leicht um 1,0 Prozent verbessert. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2014 hatte Linde eine – bereinigt um Wechselkurseffekte – moderate Verbesserung des operativen Konzernergebnisses in Aussicht gestellt.

Die operative Konzernmarge lag im Berichtsjahr bei 23,0 Prozent (Vj. 23,8 Prozent). Dabei gilt es zu beachten, dass die Engineering Division im Geschäftsjahr 2014 wie erwartet mehr zum Konzernumsatz beigetragen hat als im Vorjahr. Das Engineering-Geschäft weist im Vergleich zu den Gaseaktivitäten eine niedrigere Marge aus.

Die um Sondereinflüsse bereinigte Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, ROCE) betrug im Berichtsjahr 9,5 Prozent (Vj. 9,7 Prozent). Linde hatte sich hier ursprünglich einen Wert von rund 10 Prozent zum Ziel gesetzt. Bei der ROCE-Entwicklung sind Währungskurseffekte zu beachten. Während das um Sondereinflüsse angepasste EBIT mit 2,180 Mrd. EUR auf dem Niveau des Vorjahres (2,171 Mrd. EUR) lag, erhöhte sich das durchschnittliche eingesetzte Kapital deutlich um 498 Mio. EUR. Dieser Anstieg resultierte hauptsächlich aus positiven Währungskurseffekten. Hintergrund: Das eingesetzte Kapital leitet sich aus Bilanzpositionen her. Die Umrechnung der verschiedenen lokalen Währungen in die Berichtswährung Euro erfolgt bei Bilanzpositionen zu Stichtagskursen. Die Stichtagskurse der lokalen Währungen haben sich im Vergleich zum 31. Dezember 2013 gegenüber dem Euro deutlich erholt. Diese Entwicklung führte zu einem wechselkursbedingten Anstieg der Bilanzpositionen. So ergab sich, trotz einer nahezu unveränderten Ertragsgröße, eine Erhöhung des eingesetzten Kapitals – und damit ein Rückgang des ROCE.

Die Ertragslage wurde im Berichtsjahr von Sondereinflüssen beeinträchtigt. Diese umfassen außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 229 Mio. EUR, die Linde wegen veränderter Rahmenbedingungen in einigen Regionen der Welt vornehmen musste, sowie Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 66 Mio. EUR.

Vor diesem Hintergrund wies Linde beim Ergebnis je Aktie im Berichtsjahr 5,94 EUR (Vj. 7,10 EUR) aus. Vor Sondereinflüssen erreichte das Ergebnis je Aktie 7,13 EUR.

In der Gases Division erwirtschaftete Linde im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von 13,982 Mrd. EUR – und damit ähnlich hohe Erlöse wie im Vorjahr (13,971 Mrd. EUR). Bereinigt um Währungskurseffekte betrug das Umsatzplus im Gasegeschäft 2,7 Prozent. Dies entspricht lediglich einem leichten Wachstum.

Beim operativen Ergebnis der Gases Division erzielte Linde mit 3,835 Mrd. EUR einen Wert auf dem Niveau des Vorjahres (3,846 Mrd. EUR). Ohne Währungskursveränderungen hätte das Unternehmen das operative Ergebnis der Gases Division leicht um 2,0 Prozent verbessert. Ursprünglich hatte Linde hier einen moderaten Anstieg prognostiziert.

In der Engineering Division hat sich der Umsatz im Berichtsjahr 2014 um 7,9 Prozent auf 3,106 Mrd. EUR (2,879 Mrd. EUR) erhöht. Linde erfüllte damit die eigene Vorgabe, im Engineering-Geschäft ein solides Wachstum zu erzielen. Auch die operative Marge der Engineering Division lag mit 9,7 Prozent im Rahmen der Erwartungen: Linde hatte für das Geschäftsjahr 2014 einen Wert von rund 10 Prozent angestrebt.

Die insgesamt vergleichsweise stetige Entwicklung zeigt, dass das auf Stabilität und Nachhaltigkeit angelegte Geschäftsmodell von Linde tragfähig ist. Auf der Grundlage seiner globalen und ausgewogenen Positionierung konnte das Unternehmen eine Nachfragezurückhaltung in einzelnen Märkten oder Branchen weitgehend kompensieren.

Vor diesem Hintergrund wird Linde seine von Kontinuität geprägte Dividendenpolitik fortsetzen können: Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 12. Mai 2015 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von 3,15 EUR je Stückaktie auszuschütten. Im Vergleich zum Vorjahr entspräche dies einer Dividendenerhöhung um 5,0 Prozent. Damit würde sich die Dividende überproportional zum operativen Konzernergebnis entwickeln, das jedoch nach wie vor die Richtschnur für die Festlegung der Dividende von Linde bildet.