Gases Division

In der Gases Division erwirtschaftete Linde im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von 13,982 Mrd. EUR – und damit ähnlich hohe Erlöse wie im Geschäftsjahr 2013 (13,971 Mrd. EUR). Beim Vergleich mit dem Vorjahr sind ungünstige Währungskursveränderungen zu berücksichtigen. Ohne diese Effekte wäre der Umsatz um 2,7 Prozent gestiegen. Auf vergleichbarer Basis, also zusätzlich bereinigt um Verschiebungen bei den Erdgaspreisen, betrug das Umsatzplus im Gasegeschäft ebenfalls 2,7 Prozent.

Das operative Ergebnis der Gases Division erreichte im Berichtsjahr 3,835 Mrd. EUR und somit annähernd das Niveau des Vorjahres (3,846 Mrd. EUR). Die operative Marge blieb mit 27,4 Prozent nahezu konstant (Vj. 27,5 Prozent). Bei der Ergebnisentwicklung der Gases Division sind ebenfalls ungünstige Währungskursveränderungen zu beachten: Ohne diese Verschiebungen, die einem Ergebniseffekt von 86 Mio. EUR entsprechen, hätte Linde hier ein Plus von 2,0 Prozent verzeichnet.

Die Investitionen in der Gases Division erreichten im Geschäftsjahr 2014 einen Wert von 1,890 Mrd. EUR (Vj. 2,254 Mrd. EUR). Den überwiegenden Teil dieser Aufwendungen setzte das Unternehmen für Großprojekte in den Produktbereichen On-site und Flüssiggase ein.

In den einzelnen Segmenten der Gases Division ist die Geschäftsentwicklung – den jeweiligen konjunkturellen Rahmenbedingungen entsprechend – unterschiedlich verlaufen.

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Gases Division

 

 

 

 

 

in Mio. €

 

2014

 

2013

Umsatz

 

13.982

 

13.971

Operatives Ergebnis

 

3.835

 

3.846

Investitionen (ohne Finanzanlagen)

 

1.890

 

2.254

Zahl der Mitarbeiter (zum 31.12.)

 

53.436

 

51.536

Anteiliger Umsatz aus Joint Ventures

 

152

 

127

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Umsatz und operatives Ergebnis der Gases Division nach berichtspflichtigen Segmenten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2014

 

2013

in Mio. €

 

Umsatz

 

Opera­tives Ergebnis

 

Operative Marge in Prozent

 

Umsatz

 

Opera­tives Ergebnis

 

Operative Marge in Prozent

EMEA

 

5.980

 

1.778

 

29,7

 

6.090

 

1.759

 

28,9

Asien/Pazifik

 

3.812

 

1.010

 

26,5

 

3.767

 

1.005

 

26,7

Amerika

 

4.314

 

1.047

 

24,3

 

4.231

 

1.082

 

25,6

Konsolidierung

 

−124

 

 

 

 

 

−117

 

 

 

 

Gases Division

 

13.982

 

3.835

 

27,4

 

13.971

 

3.846

 

27,5

EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika)

Im berichtspflichtigen Segment EMEA, dem größten Absatzmarkt des Unternehmens, erzielte Linde im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von 5,980 Mrd. EUR – ein Wert, der um 1,8 Prozent unter dem Vorjahr lag (6,090 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis entsprach dies einer geringfügigen Steigerung um 0,1 Prozent. Das operative Ergebnis verbesserte sich im Berichtszeitraum leicht um 1,1 Prozent auf 1,778 Mrd. EUR (Vj. 1,759 Mrd. EUR). Darin sind auch Erträge aus dem Verkauf von langfristigen Vermögenswerten enthalten. Die operative Marge stieg auf 29,7 Prozent (Vj. 28,9 Prozent).

In den einzelnen Teilregionen des Segments EMEA hat sich das Geschäft unterschiedlich entwickelt.

In der Regional Business Unit (RBU) Kontinental- & Nordeuropa ist der Umsatz um 3,7 Prozent auf 3,448 Mrd. EUR (Vj. 3,582 Mrd. EUR) gesunken. Vor dem Hintergrund der nach wie vor ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Eurozone fiel die Nachfrage in den verschiedenen Produktbereichen verhalten aus. Zudem wurde der Geschäftsverlauf durch den reparaturbedingten Stillstand einer Wasserstoffanlage in Italien gebremst.

Im Produktbereich Healthcare wurde eine Reihe von Versorgungsverträgen neu ausgeschrieben, welche die kontinentaleuropäischen Homecare-Aktivitäten betrafen, die Linde im April 2012 von Air Products übernommen hatte. Im Zuge der damit verbundenen Neuordnung von Versorgungsgebieten blieb der Umsatz im Healthcare-Geschäft in der RBU Kontinental- & Nordeuropa erwartungsgemäß unter dem Vorjahr. Wie im Kaufvertrag mit Air Products vereinbart worden war, erhielt Linde im dritten Quartal 2014 dafür eine entsprechende Kompensationszahlung.

Gestützt wurde der Geschäftsverlauf in der RBU Kontinental- & Nordeuropa durch den Anlauf neuer Anlagen. So nahm das Unternehmen im dritten Quartal 2014 zwei CO2-Reinigungs- und -Verflüssigungsanlagen in Salamanca (Spanien) und in Norrköping (Schweden) in Betrieb und hat damit sein europäisches Versorgungsnetz für CO2 erweitert. Bei beiden Projekten nutzt Linde jeweils Roh-CO2, das bei der Produktion von Bioethanol anfällt.

In Norwegen startete Linde im zweiten Quartal 2014 den Betrieb einer On-site-Luftzerlegungsanlage in Mo i Rana. Von diesem Standort aus versorgt Linde das Stahlunternehmen Celsa und liefert zudem Produkte für den regionalen Markt.

Linde baut das On-site-Geschäft in der RBU Kontinental- & Nordeuropa weiter aus und hat im dritten Quartal 2014 mit dem Stahlkonzern ArcelorMittal einen langfristigen Vertrag zur Sauerstoff- und Stickstoffversorgung eines Werks in Eisenhüttenstadt (Deutschland) geschlossen. Die Vereinbarung umfasst neben der Verlängerung eines bestehenden Vertrages auch den Bau einer neuen Luftzerlegungsanlage. Das Investitionsvolumen beträgt rund 85 Mio. EUR. Die Engineering Division von Linde verantwortet die Errichtung der Anlage, die auch Flüssigprodukte für den regionalen Markt bereitstellen wird. Der Produktionsstart ist für 2017 vorgesehen. Mit diesem Projekt stärkt Linde seine Marktposition im Bereich der Sauerstoffversorgung für den Stahlsektor weiter. Siehe Engineering Division.

Im zweiten Quartal 2014 unterzeichnete Linde mit dem finnischen Mineralölunternehmen Neste Oil einen langfristigen Vertrag zur Wasserstoffversorgung. Im Rahmen des Projekts wird die Engineering Division von Linde eine neue Wasserstoffanlage für die Raffinerie von Neste Oil am Standort Porvoo (Finnland) errichten. Die beiderseitigen Investitionen betragen insgesamt rund 100 Mio. EUR. Die Anlage soll im Jahr 2016 ihre Produktion aufnehmen. Siehe Engineering Division.

Im ersten Quartal 2014 schloss Linde mit Nynas AB, einem der Weltmarktführer für naphthenische Spezialöle (NSPs) und Bitumen, einen langfristigen Vertrag zur On-site-Versorgung mit Wasserstoff am Nynas-Raffineriestandort Hamburg (Deutschland). Zu diesem Zweck wird die Engineering Division von Linde eine neue Dampfreformeranlage bauen. Die damit verbundenen Investitionen belaufen sich auf rund 30 Mio. EUR. Der Betriebsstart der neuen Anlage ist für Ende 2015 geplant. Mit einer Kapazität von 400.000 Normkubikmeter Wasserstoff pro Tag wird sie auch die Versorgung zusätzlicher Kunden im Hamburger Hafen ermöglichen.

Linde setzt sich weiterhin dafür ein, Wasserstoff als umweltverträglichen Kraftstoff zu etablieren, und hat im dritten Quartal 2014 in Wien (Österreich) die weltweit erste Kleinserienfertigung für Wasserstofftankstellen in Betrieb genommen. Das Unternehmen verfügt damit über die nötige Flexibilität, um die wachsende Nachfrage in den unterschiedlichen Märkten bedienen zu können. Zeitgleich zur Eröffnung der Kleinserienfertigung unterzeichnete Linde mit der Iwatani Corporation (Japan) einen Rahmenvertrag über die Lieferung von 28 Einheiten. Siehe Annual Emissionsfreie Mobilität.

In der RBU Afrika & UK hat Linde den Umsatz um 2,0 Prozent auf 1,592 Mrd. EUR (Vj. 1,560 Mrd. EUR) steigern können. Auf vergleichbarer Basis ist der Umsatz um 2,5 Prozent gewachsen. Innerhalb der RBU wurde die Geschäftsentwicklung von unterschiedlichen Rahmenbedingungen geprägt: Während in Großbritannien in einem stabilen wirtschaftlichen Umfeld eine vergleichsweise solide Nachfrage zu verzeichnen war, führten insbesondere Streiks zu einer Abschwächung der Konjunktur in Südafrika, dem für Linde wichtigsten Markt auf dem afrikanischen Kontinent.

In Großbritannien erzielte Linde vor allem im On-site-Geschäft ein überdurchschnittliches Wachstum. Dabei profitierte das Unternehmen insbesondere von dem Ausbau und Hochlauf der Luftzerlegungsanlagen am Standort Teesside im Nordosten von England. Im Rahmen eines langfristigen Vertrags, der im April 2013 unterzeichnet worden war, versorgt Linde dort das Stahlunternehmen SSI Steel UK mit gasförmigem Sauerstoff, Stickstoff und Argon.

Im zukunftsträchtigen Geschäft mit verflüssigtem Erdgas (Liquefied Natural Gas = LNG) hat Linde im Berichtszeitraum in Großbritannien ebenfalls Fortschritte gemacht. Das Unternehmen nahm beispielsweise in Avonmouth bei Bristol eine neue LNG-Tankstation in Betrieb. Auftraggeber war hier die britische Supermarktkette Asda, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Emissionen ihrer Transportflotte deutlich zu senken. Mit der neuen Tankstelle versorgt Linde 50 bivalente (LNG- und dieselbetriebene) Lkw von Asda.

In Südafrika begann Linde im ersten Quartal 2014 mit dem Bau einer neuen Luftzerlegungsanlage. Aus der neuen Anlage, die 150 Tonnen Flüssiggase pro Tag produzieren soll, wird das Unternehmen seine Kunden in der Region Eastern Cape mit Industriegasen und medizinischen Gasen versorgen. Linde trägt mit diesem Projekt, dessen Investitionssumme 20 Mio. EUR beträgt, der gestiegenen Nachfrage in der Region Rechnung. Die Fertigstellung der Anlage ist für das erste Quartal 2015 vorgesehen.

In der RBU Mittlerer Osten & Osteuropa hat Linde wegen ungünstiger Währungskurseffekte mit 975 Mio. EUR lediglich einen Umsatz auf Vorjahresniveau (978 Mio. EUR) erzielt. Hier hat sich insbesondere die deutliche Abschwächung des russischen Rubels gegenüber dem Euro ausgewirkt. Auf vergleichbarer Basis ist der Umsatz hingegen um 6,1 Prozent gestiegen. Die stärksten Impulse waren im Produktbereich On-site zu verzeichnen. Zudem entwickelten sich die Sparte Healthcare und das Geschäft mit Flüssiggasen robust.

Umsatzverteilung nach berichtspflichtigen Segmenten in %
Umsatzverteilung nach berichtspflichtigen Segmenten (Tortendiagramm)

Positiv auf das On-site-Geschäft in Osteuropa hat sich der Hochlauf neuer Anlagen ausgewirkt. So haben im Berichtszeitraum die Luftzerlegungsanlagen in Kaluga und Dscherschinsk (beide Russland), die Linde im Auftrag von ZAO KNPEMZ bzw. SIBUR errichtet hatte, ihre Produktionskapazität weiter gesteigert. Gleiches gilt für die Luftzerlegungsanlage in Temirtau (Kasachstan), die im März 2013 zur Versorgung von ArcelorMittal in Betrieb gegangen war.

In Ploiesti (Rumänien) nahm im zweiten Quartal 2014 eine Synthesegasanlage ihren Betrieb auf. Linde versorgt aus der Anlage eine OMV-Raffinerie mit Wasserstoff und Kohlenmonoxid.

Insgesamt war das Marktumfeld in Osteuropa im Berichtszeitraum allerdings von einer Konjunkturabkühlung gekennzeichnet, insbesondere in Russland. Dies hat vor allem die Volumenentwicklung im Geschäft mit Flaschengasen beeinträchtigt.

Im Mittleren Osten zeigte sich die Wirtschaft hingegen nach wie vor robust. Linde erzielte in dieser Region insbesondere in den Produktbereichen Flüssig- und Flaschengase Umsatzsteigerungen.

Die globale Versorgung der Heliumkunden von Linde aus der neuen Quelle in Katar hat sich im Berichtszeitraum 2014 sehr positiv entwickelt. Diese weltweit größte Heliumquelle wurde von Ras Gas im Ras Laffan Industriepark gegen Ende des Jahres 2013 in Betrieb genommen. Linde hatte sich zuvor entsprechende Bezugsrechte gesichert.

Der Heliumweltmarkt ist nach wie vor von knappen Ressourcen gekennzeichnet. Das seltene Gas wird beispielsweise für die Produktion von Kernspintomografen oder zur Herstellung von Halbleitern und LCD-Bildschirmen benötigt. Linde verfügt mit der Beteiligung an der neuen Quelle in Katar („Helium II“) über ein noch besseres diversifiziertes Portfolio an Heliumvorkommen und kann seinen Kunden damit eine hohe Versorgungssicherheit bieten.

Asien/Pazifik

Im berichtspflichtigen Segment Asien/Pazifik hat Linde im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von 3,812 Mrd. EUR erreicht und damit den Vorjahreswert (3,767 Mrd. EUR) leicht um 1,2 Prozent übertroffen. Auf vergleichbarer Basis hat das Unternehmen den Umsatz in diesem Segment um 4,7 Prozent gesteigert.

Das operative Ergebnis im Segment Asien/Pazifik lag im Berichtsjahr mit 1,010 Mrd. EUR etwas über dem Niveau des Vorjahres (1,005 Mrd. EUR). Darin sind auch Erträge aus dem Verkauf von langfristigen Vermögenswerten enthalten. Die operative Marge erreichte 26,5 Prozent (Vj. 26,7 Prozent).

Die Geschäftsentwicklung wurde vor allem durch ungünstige Währungskurseffekte gebremst. In der Region Südpazifik hat zudem das unverändert schwache wirtschaftliche Umfeld in der verarbeitenden Industrie das Wachstum beeinträchtigt.

In China hat Linde im dritten Quartal 2014 eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 100 Mio. EUR auf Teile eines Anlagenkomplexes im Chemiepark Chongqing vorgenommen, den das Unternehmen gemeinsam mit der Chongqing Chemical & Pharmaceutical Holding Group Company (CCPHC) zur Versorgung verschiedener Industriekunden gebaut hat. Die Maßnahme wurde durch eine Änderung des strukturellen Aufbaus des Verbundstandorts notwendig, die sowohl das verfügbare Rohgas als Einsatzstoff wie auch die Abnahmevolumina des Anlagenkomplexes beeinflusste.

Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen in einem Teilgebiet der Region Süd- & Ostasien sowie in Australien hat Linde im Berichtszeitraum darüber hinaus außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 29 Mio. EUR gebucht.

Die beschriebenen Maßnahmen werden als Sondereinflüsse ausgewiesen.

Gestützt durch Volumensteigerungen in allen Produktbereichen konnte Linde den Umsatz in der RBU Greater China deutlich um 8,9 Prozent auf 1,343 Mrd. EUR (Vj. 1,234 Mrd. EUR) erhöhen. Auf vergleichbarer Basis betrug das Umsatzplus 9,7 Prozent. Im On-site-Geschäft profitierte Linde vom An- und Hochlauf neuer Anlagen. Dazu zählten zum Beispiel die Anlagen zur Versorgung von Samsung Electronics im Industriepark Suzhou (Ostchina), die Wasserstoff- und Synthesegasanlage, die Linde für die Bayer AG in Caojing erreichtet hatte, oder die Wasserstoffanlage im Jilin Chemical Industrial Park. An diesem Chemieverbundstandort beliefert Linde mehrere Kunden mit hochreinem Wasserstoff. Hierzu gehören die Produktionsstätten von Evonik Industries und Jishen.

In der RBU Süd- & Ostasien ist das Gasegeschäft von Linde ebenfalls gewachsen. Die Nachfrage fiel hier allerdings nicht so dynamisch aus wie in der Region Greater China. Der Umsatz in der RBU Süd- & Ostasien stieg im Geschäftsjahr 2014 um 2,9 Prozent auf 1,141 Mrd. EUR (Vj. 1,109 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis hat sich der Umsatz hier um 5,7 Prozent erhöht.

Linde verzeichnete in der Region in nahezu allen Produktbereichen Volumensteigerungen. Im On-site-Geschäft erzielte das Unternehmen ein zweistelliges Wachstum.

In Singapur nahm Linde im dritten Quartal 2014 eine On-site-Anlage zur Versorgung des Chemieunternehmens Evonik planmäßig in Betrieb. In dieser landesweit ersten integrierten Industriegaseanlage werden Wasserstoff, Methan und CO2 erzeugt.

In Indien produzieren zwei neue Luftzerlegungsanlagen von Linde am Standort Rourkela seit dem ersten Quartal 2014 mit voller Leistung. Das Unternehmen versorgt aus diesen Anlagen den Stahlhersteller Steel Authority of India Limited (SAIL) mit Industriegasen.

In Map Ta Phut (Thailand) hat eine neue Anlage für Flüssig-CO2 die Produktion aufgenommen. Linde versorgt aus dieser Anlage regionale Kunden aus der Energie-, Chemie- und Lebensmittelindustrie.

In Südkorea konnte Linde im Berichtsjahr einen bestehenden Versorgungsvertrag mit dem Kraftwerksbetreiber SeeTec im Petrochemiecluster Seosan erneuern. Die jüngste Vereinbarung hat eine Laufzeit von 18 Jahren. Am selben Standort hatte Linde bereits im Januar 2013 mit Samsung Total Petrochemicals Co., Ltd. (STC) einen bestehenden, langfristigen Liefervertrag verlängert und im Zuge dieses Kontrakts seine Kapazitäten in Seosan erweitert.

Im Unterschied zu den Regionen Greater China und Süd- & Ostasien war der Markt im Raum Südpazifik im Berichtsjahr von einer Nachfragezurückhaltung geprägt. Hier entwickelte sich die Wirtschaft außerhalb des Dienstleistungssektors erneut schwach.

Vor diesem Hintergrund – und zudem beeinträchtigt von ungünstigen Währungskurseffekten – blieb der Umsatz in der RBU Südpazifik mit 1,331 Mrd. EUR deutlich um 6,6 Prozent hinter dem Vorjahreswert (1,426 Mrd. EUR) zurück. Auf vergleichbarer Basis lag der Umsatz lediglich um 0,7 Prozent unter dem Vorjahr.

In Australien hat Linde gegen Ende des Berichtsjahres am Standort Kwinana, südlich von Perth, eine neue Stickstoffverflüssigungsanlage in Betrieb genommen. Dieses Projekt ist Teil des seit 2012 laufenden, rund 80 Mio. EUR umfassenden Investitionsprogramms, mit dem das Unternehmen die Versorgungssicherheit für seine Kunden in Western Australia nachhaltig sicherstellt.

Zu Beginn des Jahres 2014 startete in Glenbrook (Neuseeland) eine neue Luftzerlegungsanlage von Linde ihre Produktion. Linde bedient aus dieser Anlage das Stahlunternehmen New Zealand Steel und darüber hinaus den regionalen Markt. Die Investitionen für das Projekt beliefen sich auf umgerechnet rund 50 Mio. EUR.

Im zweiten Quartal 2014 hat Linde in Marsden Point, ebenfalls in Neuseeland, mit dem Bau einer CO2-Aufbereitungsanlage begonnen. Das CO2 entsteht als Nebenprodukt der Raffinerie, die das Mineralölunternehmen Refining NZ an diesem Standort betreibt. Linde wird mit dem gereinigten CO2 vor allem Kunden aus der Lebensmittelindustrie, der Papierindustrie und der Düngemittelindustrie versorgen. Das Investitionsvolumen für die neue Anlage beträgt umgerechnet etwa 30 Mio. EUR.

Amerika

Im berichtspflichtigen Segment Amerika konnte Linde den Umsatz im Geschäftsjahr 2014 um 2,0 Prozent auf 4,314 Mrd. EUR (Vj. 4,231 Mrd. EUR) erhöhen. Auf vergleichbarer Basis betrug das Umsatzplus 4,6 Prozent. Das operative Ergebnis blieb mit 1,047 Mrd. EUR um 3,2 Prozent hinter dem Vorjahreswert (1,082 Mrd. EUR) zurück. Die operative Marge sank somit auf 24,3 Prozent (Vj. 25,6 Prozent).

Während in Nordamerika im Berichtszeitraum ein stabiles Wirtschaftswachstum zu verzeichnen war, haben sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern Südamerikas, insbesondere in Brasilien, weiter verschlechtert. Mit Blick auf diese Entwicklung hat Linde im dritten Quartal 2014 in Brasilien außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 100 Mio. EUR vorgenommen , die als Sondereinflüsse ausgewiesen wurden.

Höhere Erdgaspreise in Nordamerika sowie die in einigen Staaten Südamerikas herrschende Inflation haben zum einen die Margenentwicklung und zum anderen die Ergebnisentwicklung belastet. Zudem ist zu berücksichtigen, dass Linde im Geschäftsjahr 2014 geringere Erträge eines operativen Beteiligungsunternehmens in Nordamerika zu verzeichnen hatte als im Vorjahr.

Beim Vergleich der Geschäftsentwicklung mit dem Vorjahr sind darüber hinaus weitere Faktoren zu beachten: So führten die im zweiten Halbjahr 2013 eingeleiteten staatlichen Ausschreibungen im Healthcare-Geschäft in Nordamerika zu Preisreduzierungen, wodurch das Umsatz und Ergebniswachstum in diesem Segment erwartungsgemäß im ersten Halbjahr 2014 noch beeinträchtigt wurden. In der zweiten Jahreshälfte konnte Linde dann wieder die angestrebten Umsatzsteigerungen erreichen. Das Unternehmen hatte bereits im Vorfeld damit begonnen, seine Kostenstrukturen entsprechend anzupassen, und erzielte daraus im Verlauf des Geschäftsjahres 2014 verstärkt positive Effekte.

Zusätzlich gilt es für die Entwicklung in Südamerika zu berücksichtigen, dass die Regierung von Venezuela im Berichtszeitraum ein neues Wechselkurssystem mit deutlich veränderten Währungskursen eingeführt hat. Durch die Anwendung des neuen Systems zum 1. April 2014 ergaben sich für Linde Währungskurseffekte, die unter anderem den Umsatz und das operative Ergebnis im Segment Amerika beeinflusst haben. So wäre der Umsatz für das berichtspflichtige Segment Amerika unter Anwendung des bisher gültigen staatlich fixierten Wechselkurses im Geschäftsjahr 2014 um 137 Mio. EUR höher ausgefallen.

In Nordamerika verzeichnete Linde im Berichtszeitraum insbesondere in den Produktbereichen Flaschen- und Flüssiggase solide Zuwächse. Zudem haben sich im Gesamtjahresvergleich das Healthcare-Geschäft – die Aktivitäten des Tochterunternehmens Lincare – überdurchschnittlich gut entwickelt.

In Delta (Ohio, USA) nahm Linde im zweiten Quartal 2014 einen neuen Stickstoffverflüssiger in Betrieb, der die bestehende Luftzerlegungsanlage ergänzt. Das Unternehmen trägt damit der wachsenden Nachfrage in der Region Ohio und in den angrenzenden Märkten des Mittleren Westens Rechnung.

In Lewisville (Texas, USA) nahm ebenfalls im zweiten Quartal 2014 eine Luftzerlegungsanlage von Linde ihre Produktion auf. Das Unternehmen bedient von dort aus regionale Kunden mit Industriegasen.

In Hammond (Indiana, USA) hat Linde im ersten Quartal des Berichtsjahres eine Produktionsanlage für Spezialgase eröffnet. Aus der neuen Produktionsstätte, die eine bestehende Anlage für Industrie- und medizinische Gase komplettiert, werden unter anderem Kunden aus den Bereichen Lebensmittel, Pharmazie und Biotechnologie sowie Laboratorien und Universitäten versorgt. Mit der Erweiterung des Standorts in Hammond unterstrich das Unternehmen seine Strategie, den unterschiedlichsten Endkunden ein möglichst breites Portfolio qualitativ hochwertiger Produkte anbieten zu können.

Beim Ausbau der Gaseversorgung an dem bedeutenden Petrochemiestandort La Porte (Texas, USA) ist Linde im Geschäftsjahr 2014 gut vorangekommen. Das Unternehmen konnte drei Coldboxen erfolgreich montieren. Sie bilden das Herzstück der neuen Luftzerlegungsanlage, die Linde in La Porte errichtet. Darüber hinaus installiert Linde hier einen neuen Vergaserstrang für seinen bestehenden Synthesegaskomplex und stellt zusätzlich begleitende Ausrüstungen und Infrastruktureinrichtungen bereit. Insgesamt investiert das Unternehmen hierfür rund 250 Mio. USD. Die Inbetriebnahme der neuen Einrichtungen soll im Jahr 2015 erfolgen. Die neue Luftzerlegungsanlage wird die größte von Linde in den USA betriebene Anlage dieser Art sein.

Mit der neuen Vergasereinheit entsteht zudem der weltweit größte erdgasbasierte Komplex zur Erzeugung und Weiterverarbeitung von Synthesegas. Linde wird damit im Raum Houston über einen vollintegrierten Standort zur Produktion von Luftgasen und Syngasprodukten verfügen. Mit dem Erweiterungsprojekt kann Linde seinen Petrochemiekunden in La Porte langfristig eine sichere Versorgung gewährleisten.

Dieser Industriezweig hat sich insbesondere vor dem Hintergrund der Erschließung von Schiefergasvorkommen in den USA wieder zu einem zukunftsträchtigen Markt entwickelt. Siehe Annual Neue Energie.

Im dritten Quartal 2014 hat Linde die Kapazitätserweiterung an seinem Elektronikgasestandort Hillsboro (Oregon, USA) abgeschlossen. Das Unternehmen ist damit für die steigende Nachfrage von Kunden aus der Halbleiterindustrie nach hochreinem Stickstoff gerüstet.

Linde baut sein On-site-Geschäft mit Raffinerien in Nordamerika weiter aus und hat im zweiten Quartal 2014 einen neuen Versorgungsvertrag mit Lima Refining (Ohio, USA) geschlossen. Im Rahmen der Vereinbarung wird Linde eine weitere Wasserstoffanlage errichten sowie bestehende Einrichtungen modernisieren und damit seine Kapazitäten zur Produktion von Wasserstoff am Standort Lima erhöhen. Es ist bereits die dritte Anlage dieser Art, die Linde in Lima erstellt. Das neue Projekt ist mit Investitionen in Höhe von rund 100 Mio. USD verbunden. Lima Refining ist ein Tochterunternehmen von Husky Energy, einem der größten Energieunternehmen Kanadas.

Beim Aufbau einer Wasserstofftankstellen-Infrastruktur in Kalifornien (USA) ist Linde im vergangenen Geschäftsjahr weiter vorangekommen. Das Unternehmen hat in Sacramento eine neue Station eröffnet und wird zudem in Oakland und in San Ramon jeweils eine neue Tankstelle errichten. Linde erhielt dafür von der kalifornischen Energiebehörde entsprechende Fördermittel. Linde ist Mitglied der Public Private Partnership „H2USA“, die im Berichtsjahr durch das US Department of Energy gegründet wurde. Ziel der Initiative ist der landesweite Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur.

In den meisten Staaten Südamerikas wurde die Konjunktur im Geschäftsjahr 2014 von einer hohen Inflation und niedrigen Wachstumsraten geprägt. Dieses Umfeld hat auch die Geschäftsentwicklung von Linde in der Region gebremst, insbesondere in den Bereichen Flaschen- und Flüssiggase.

In Guayaquil (Ecuador) nahm Linde im zweiten Quartal 2014 eine Luftzerlegungs- und Druckadsorptionsanlage in Betrieb. Aus dieser Anlage versorgt Linde den Stahlhersteller Andec Steel und bedient darüber hinaus den regionalen Markt mit Industriegasen.

In Curitiba, im Süden Brasiliens, hat Linde im Berichtsjahr den Bau einer Luftzerlegungsanlage abgeschlossen. Linde wird aus der neuen Anlage den Kunden Peroxidos, ein Tochterunternehmen des Chemiekonzerns Solvay, beliefern und zudem Produkte für den regionalen Markt bereitstellen.

Produktbereiche

Wie in der Erläuterung zu den berichtspflichtigen Segmenten beschrieben, haben die einzelnen Produktbereiche unterschiedlich stark zur Geschäftsentwicklung der Gases Division beigetragen:

Im On-site-Geschäft – bei der Vor-Ort-Versorgung von Großkunden – konnte Linde den Umsatz im Geschäftsjahr 2014 auf vergleichbarer Basis um 4,2 Prozent auf 3,698 Mrd. EUR (Vj. 3,550 Mrd. EUR) erhöhen und damit erneut den größten Zuwachs erzielen.

Im Produktbereich Flüssiggase ist der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 3,5 Prozent auf 3,335 Mrd. EUR (Vj. 3,221 Mrd. EUR) gestiegen. Bei Flaschengasen lag der Umsatz auf vergleichbarer Basis mit 3,890 Mrd. EUR auf dem Niveau des Vorjahres (3,896 Mrd. EUR).

Der Produktbereich Healthcare hat sich im Jahresverlauf zunehmend positiv entwickelt. Linde erwirtschaftete hier einen Umsatz in Höhe von 3,059 Mrd. EUR. Dies entsprach einem Plus von 3,6 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Geschäftsverlauf insbesondere im ersten Halbjahr durch Neuausschreibungen von Versorgungsverträgen beeinträchtigt wurde. Bereinigt um diese Einflussfaktoren wäre das Healthcare-Geschäft von Linde im Berichtsjahr 2014 um 6,3 Prozent gewachsen.

Das globale Wachstumsfeld Gesundheit ist weiterhin intakt. Gestützt wird dieser zukunftsträchtige Markt durch die demografische Entwicklung, in deren Folge auch die Zahl der Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen steigt. Darüber hinaus haben auch immer mehr Menschen in den aufstrebenden Volkswirtschaften einen besseren Zugang zu medizinischer Versorgung.

Als weltweit führender Healthcare-Anbieter der Gaseindustrie ist Linde auf die Behandlung von Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen spezialisiert. Dabei setzt das Unternehmen konsequent auf Innovationen und hat im Geschäftsjahr 2014 beispielsweise mit LIV® IQ sein Angebot im Bereich mobiler Sauerstoff-Druckgasflaschen weiter optimiert. Bei LIV® IQ wurde erstmals das in das Flaschenventil integrierte mechanische Manometer durch einen LCD-Bildschirm mit digitaler Anzeige ersetzt und um wichtige Funktionen erweitert. Mit diesen Neuerungen verbessert Linde die Versorgung der Patienten und unterstützt den sicheren Einsatz von mobilen Druckgasflaschen im Alltag. Nach der erfolgreichen Testphase im Baptist Hospital in Hongkong ist für das laufende Jahr 2015 die Markteinführung vorgesehen. Siehe Annual Innovative Versorgung.

Zudem hat Linde im Berichtszeitraum die Geschäftstätigkeit mit seinem REMEO®-Programm weiter ausbauen können. Das Unternehmen eröffnete neue Zentren in Argentinien, in Großbritannien und in den USA. REMEO® ist ein integriertes Pflegekonzept für Patienten, die außerhalb von Intensivstationen über einen längeren Zeitraum künstlich beatmet werden.

Im Bereich Hospital Care, also in der Versorgung und Beratung von Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen, hat Linde mit seinem Produktportfolio QI Services im vergangenen Geschäftsjahr zweistellige Wachstumsraten erzielt. Das Leistungspaket umfasst die Risikoprüfung, Trainingsprogramme, das Design und Engineering medizinischer Installationen, Leitungssysteme und medizinische Luftkompressoren.

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Gases Division: Umsatz nach Produktbereichen

 

 

 

 

 

 

 

in Mio. €

 

2014

 

20131

 

Veränderung in Prozent

1

Angepasst um Währungseffekte und Änderungen des Erdgaspreises.

Flüssiggase

 

3.335

 

3.221

 

3,5

Flaschengase

 

3.890

 

3.896

 

−0,2

On-site

 

3.698

 

3.550

 

4,2

Healthcare

 

3.059

 

2.953

 

3,6

Gases Division

 

13.982

 

13.620

 

2,7