Wertorientierte Unternehmenssteuerung des Linde Konzerns

Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren

Die Unternehmensstrategie von Linde zielt unter anderem auf nachhaltiges, ertragsorientiertes Wachstum und eine stetige Steigerung des Unternehmenswertes. Um den mittel- und langfristigen finanziellen Erfolg dieser Strategie der wertorientierten Unternehmenssteuerung zu messen, verwendet das Unternehmen die folgenden zentralen Steuerungsgrößen:

  • den Konzernumsatz sowie den Umsatz für die Gases Division und die Engineering Division,
  • das operative Konzernergebnis (Earnings Before Interest, Tax, Depreciation and Amortisation, EBITDA) sowie das operative Ergebnis für die Gases Division und die Engineering Division,
  • die operative Marge für die berichtspflichtigen Segmente EMEA, Asien/Pazifik und Amerika sowie
  • die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, ROCE) für den Konzern.

Diese Kennzahlen werden dem gesamten Vorstand regelmäßig zur Verfügung gestellt und zur internen Steuerung eingesetzt. Auch die variable Vergütung des Vorstands orientiert sich an diesen Kennzahlen. Siehe Vergütungsbericht. Die operative Marge ergibt sich aus den beiden Kennzahlen Umsatz und operatives Ergebnis und ist ebenfalls eine wesentliche finanzielle Steuerungsgröße.

Weitere finanzielle und nicht finanzielle Kennzahlen

In Ergänzung hierzu nutzt Linde zur Führung des operativen Geschäfts und zur Darstellung der Performance weitere Kennzahlen wie das EBIT (Earnings Before Interest and Tax), den Free Cash Flow vor Finanzierungstätigkeit (operativer Free Cash Flow) und segmentspezifische Kennzahlen wie den Auftragseingang innerhalb der Engineering Division. Der Auftragseingang ist ein wesentlicher Indikator für die zukünftige Geschäftsentwicklung im langfristig orientierten Anlagenbaugeschäft. Darüber hinaus wird das Ergebnis je Aktie (Earnings Per Share, EPS) als weitere finanzielle Kennzahl genutzt, da diese basierend auf dem Ergebnis nach Steuern auch Finanzierungs- und Steuerkomponenten berücksichtigt.

Die Herleitung des operativen Free Cash Flow sowie des Ergebnisses je Aktie wird in der Konzern-Kapitalflussrechnung und in Ziffer [13] im vorliegenden Finanzbericht erläutert.

Weitere nicht finanzielle Kennzahlen sind unter anderen die Anzahl der schweren Transportereignisse, die Anzahl der Arbeitsunfälle, der CO2-Ausstoß oder der Wasser- und Energieverbrauch. Weitere Angaben hierzu finden sich in den Kapiteln Mitarbeiter und Gesellschaft und Sicherheit und Umweltschutz im vorliegenden Finanzbericht.

Berechnung der bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren

Die Berechnung der zentralen Steuerungsgröße ROCE ergibt sich aus dem um Sondereinflüsse bereinigten EBIT, dividiert durch das eingesetzte Kapital. Im Geschäftsjahr 2014 betrug der so ermittelte ROCE 9,5 Prozent (Vj. 9,7 Prozent).

Die Berechnung des ROCE lässt sich für den Konzern wie folgt schematisch zusammenfassen:

1

Ermittelt als Durchschnitt der Stichtagswerte des Vorjahres und des laufenden Jahres.

Definition ROCE

 

Return

 

EBIT
(inkl. anteiliger Ergebnisse aus assoziierten Unternehmen und Joint Ventures)

 

+ / –

 

Sondereinflüsse

 

/

 

Capital Employed 1

 

Eigenkapital

 

+

 

Finanzschulden

 

+

 

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

 

+

 

Nettopensionsverpflichtungen

 

 

Zahlungsmittel & Zahlungsmitteläquivalente und Wertpapiere

 

 

Forderungen aus Finanzierungsleasing

 

Die Kennziffern ROCE, EBIT und EPS wurden bisher zusätzlich um die Abschreibungen auf die im Zuge der BOC-Kaufpreisallokation aufgedeckten stillen Reserven bereinigt dargestellt (angepasste Finanzkennzahlen). Die Akquisition von BOC im Geschäftsjahr 2006 hatte einerseits zu einem Anstieg des eingesetzten Kapitals geführt; zum anderen wurde insbesondere in den vergangenen Jahren das Ergebnis durch Abschreibungen auf im Zuge der Kaufpreisallokation aufgedeckte stille Reserven beeinträchtigt. Dies wirkte sich mindernd auf die Kapitalrendite und auf das Ergebnis aus, obwohl durch die Aufdeckung der stillen Reserven und deren Abschreibung die operative Performance der Gesellschaft nicht verändert wurde. Die Anpassung war insbesondere in den ersten Jahren nach der Akquisition notwendig, um die operative Performance des Unternehmens transparent und mit den wichtigsten Wettbewerbern vergleichbar darstellen zu können. Da dieser Effekt jedoch kontinuierlich geringer wird und insofern keinen wesentlichen Einfluss mehr auf die Konzernkennzahlen hat, stellt Linde diese nicht mehr bereinigt dar.

Das operative Konzernergebnis (EBITDA) errechnet sich aus dem um Sondereinflüsse bereinigten Konzern-EBIT, angepasst um die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sind in den Funktionskosten enthalten. Sie sind den Segmentinformationen zu entnehmen.

Das EBIT ergibt sich aus dem Konzernumsatz abzüglich der Kosten der umgesetzten Leistungen und der sonstigen Funktionskosten (Vertriebskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten, Verwaltungskosten) sowie der sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Hinzugerechnet werden die sonstigen betrieblichen Erträge sowie das anteilige Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Joint Ventures. Siehe Tabelle Ertragslage des Linde Konzerns. Das EBIT wird zusätzlich um Sondereinflüsse bereinigt. Sondereinflüsse sind solche Einflüsse, die aufgrund ihrer Art, ihrer Häufigkeit und/oder ihres Umfangs geeignet sind, die Aussagekraft der finanziellen Kennzahlen über die Nachhaltigkeit der Ertragskraft der Linde Group am Kapitalmarkt zu beeinträchtigen.

Im Berichtszeitraum betrafen die Sondereinflüsse neben außerplanmäßigen Abschreibungen auch Aufwendungen für Restrukturierungen.

Eine Überleitung der berichteten Kennzahlen auf die um Sondereinflüsse bereinigten Kennzahlen wird im Anhang zum Konzernabschluss dargestellt. Siehe KonzernanhangZiffer [40].