Ziele und Strategie des Linde Konzerns

Weltweit führend

Linde hat sich zum Ziel gesetzt, das weltweit führende Gase- und Engineeringunternehmen zu werden – dies gilt nicht nur für finanzielle Kennzahlen wie Umsatz und operatives Ergebnis, sondern auch in Bezug auf die Reputation im Markt, bei den Kunden und allen weiteren Stakeholdern. Es ist das Selbstverständnis von Linde, seinen Kunden mit qualitativ hochwertigen Produkten und Dienstleistungen einen nachhaltigen Mehrwert zu bieten und sie weltweit bestmöglich zu bedienen.

Dabei verpflichtet sich Linde zum verantwortungsvollen Handeln gegenüber Mensch und Umwelt und zum Schutz der natürlichen Ressourcen. Damit folgt das Unternehmen dem Grundprinzip Nachhaltigkeit – es ist eines von vier Prinzipien, die der Konzern im Linde Spirit festgeschrieben hat. Der Linde Spirit definiert die Werte des Unternehmens; nähere Erläuterungen hierzu finden Sie unter www.linde.com/lindespirit.

Ertragsorientiertes Wachstum

Die Strategie des Unternehmens ist auf ertragsorientiertes, nachhaltiges Wachstum ausgerichtet. Auf der Grundlage seines integrierten Geschäftsmodells arbeitet Linde kontinuierlich daran, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens stetig zu verbessern und die Geschäftstätigkeit gezielt auszubauen. Linde will sein Kerngeschäft weiter stärken und die Synergien zwischen dem Engineering-Geschäft und dem Gasegeschäft so effizient wie möglich heben. Das Unternehmen setzt auf eine starke Kundenorientierung sowie eine enge Kundenbindung und entwickelt innovative Gaseanwendungen, die exakt auf die Anforderungen seiner Kunden ausgerichtet sind.

Darüber hinaus ist Linde bestrebt, an den Wachstumsfeldern Energie, Umwelt und Gesundheit überproportional zu partizipieren. Zudem ist es das Ziel des Unternehmens, die großen Marktpotenziale in den Wachstumsregionen effizient zu erschließen.

Insbesondere in China verfügt Linde über eine führende Marktposition. Das Unternehmen hat sich hier bereits frühzeitig engagiert, marktrelevante Technologien etabliert und damit Wettbewerbsvorteile gesichert. Linde will diese Vorteile in die entsprechenden Marktanteile umsetzen und diese in den kommenden Jahren festigen bzw. ausbauen. Dazu investiert Linde vor allem in besonders aussichtsreiche Projekte im On-site-Geschäft, also bei der Vor-Ort-Versorgung von Kunden, beispielsweise in der chemischen Industrie. Das Unternehmen hat im Berichtsjahr 2014 mit 1,244 Mrd. EUR (Vj. 1,587 Mrd. EUR) einen Großteil seiner Investitionen in den Wachstumsmärkten getätigt. Diese Strategie soll auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.

Im zukunftsträchtigen Markt für Energie- und Umwelttechnologien baut Linde sein Produktportfolio weiter aus. Das Angebot umfasst Verfahren und Technologien, die in der gesamten Wertschöpfungskette erneuerbarer und fossiler Energieträger benötigt werden: von der Förderung über die Umwandlung, den Transport und die Speicherung bis hin zur möglichst effizienten Nutzung. Das Unternehmen hat auch den Einsatz seiner Forschungsmittel auf die Weiterentwicklung dieses vielversprechenden Markts ausgerichtet. Siehe Forschung und Entwicklung.

Im Energiebereich ist die Bedeutung von Shale Gas – also von Erdgas, das aus Schiefergestein gefördert wird – in den vergangenen Jahren gewachsen. Linde profitiert von dieser Entwicklung sowohl in der Engineering Division als auch in der Gases Division. Denn das neu gewonnene Erdgas führt nicht nur zu einer steigenden Nachfrage nach Erdgasaufbereitungsanlagen, sondern auch zum Aufbau und zur Erweiterung von Chemieclustern. Ein Beispiel hierfür ist der Petrochemiestandort La Porte, Texas. Linde wird die dortige Gaseversorgung ausbauen und eine große Luftzerlegungsanlage errichten sowie einen neuen Vergaserstrang für den bestehenden Synthesegaskomplex installieren. Siehe Gases Division.

Der in den vergangenen Monaten deutlich gefallene Ölpreis kann allerdings vorübergehend bremsend auf Neuinvestitionen in Großprojekte der petrochemischen und erdgasverarbeitenden Industrie wirken.

Bei der effizienten Erschließung von Erdöl- und Erdgasvorkommen (Enhanced Oil and Gas Recovery = EOR/EGR), spielen Industriegase wie etwa Stickstoff ebenfalls eine zentrale Rolle. Linde ist für die Vergabe neuer Vorhaben in diesem Markt aussichtsreich positioniert.

Mit seinen breit gefächerten Kompetenzen im Anlagenbaugeschäft ist Linde auch für die weiter wachsende Bedeutung von Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas = LNG) gerüstet.

Das Unternehmen ist zudem Vorreiter bei der Weiterentwicklung der Wasserstofftechnologie und treibt den Aufbau einer Wasserstofftankstellen-Infrastruktur für Brennstoffzellenfahrzeuge weiter voran. Darüber hinaus arbeitet Linde daran, das wachsende Marktpotenzial für seine Kompetenzen im Bereich Power-to-Gas zu erschließen. Beispiele hierfür sind Verfahren, um regenerativ erzeugte Energie zur besseren Speicherung in Gas – wie etwa Wasserstoff – durch Elektrolyse umzuwandeln.

Seit der Übernahme von Lincare und dem Kauf der kontinentaleuropäischen Homecare-Aktivitäten von Air Products im Jahr 2012 ist Linde ein führendes Gaseunternehmen im Healthcare-Geschäft und global präsent. Linde nutzt diese internationale Plattform, um seine Therapien zur Behandlung von Atemwegserkrankungen und sein Angebot zur klinischen Versorgung weltweit zu platzieren. Erklärte Strategie im Bereich Healthcare ist es, in allen Weltregionen mit einem ähnlichen Produkt- und Service-Angebot aufzutreten, Synergien zu erschließen und die Vertriebs- und Kostenstruktur noch weiter zu verbessern.

Linde beabsichtigt, an den langfristigen Wachstumstreibern im globalen Healthcare-Geschäft zu partizipieren. Der Markt wird geprägt von einer wachsenden und alternden Bevölkerung, einem Anstieg chronischer Erkrankungen wie Asthma oder COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) sowie von der Entwicklung zu mehr Patientenbetreuung auch außerhalb von Krankenhäusern. Darüber hinaus führt der steigende Wohlstand – insbesondere in Asien – zu einer weiter wachsenden Nachfrage im Gesundheitsbereich.

High Performance Organisation

Auf der Grundlage des ganzheitlichen Konzepts zur nachhaltigen Steigerung der Effizienz (HPO = High Performance Organisation) wird Linde seine Prozesse kontinuierlich weiter verbessern.

Das Unternehmen hat dieses Konzept im Jahr 2008 eingeführt und setzt die damit verknüpften Maßnahmen weiter fort. Diese Aktivitäten sind mit messbaren Zielen verknüpft: Die Bruttokosten sollen in dem Vierjahreszeitraum 2013 bis 2016 insgesamt um 750 Mio. EUR bis 900 Mio. EUR reduziert werden. Potenziale sieht das Unternehmen vor allem in der Versorgungskette des Flaschen- und Flüssiggasegeschäfts sowie in den Bereichen Einkauf und IT. Im Einkauf will Linde mit der weiteren Verbesserung der Organisation auch zukünftig nachhaltige, positive Kosten- und Cash Flow-Effekte erzielen. Dies gilt für die Ausgabenseite ebenso wie für die Prozessseite. Neben den strukturellen Veränderungen wird das Unternehmen auch weiterhin an der Optimierung seines Lieferanten- und Produktportfolios arbeiten, um so die Kosten zu verringern. So wurden im Vorjahr beispielsweise für komplexe Warengruppen nachhaltige Verbesserungsprojekte gestartet. Ziel dieser Projekte ist es, Strukturen zu implementieren, die auch in Zukunft effektive Abläufe sicherstellen. Wichtige Faktoren sind in diesem Zusammenhang funktions- und organisationsübergreifende Zusammenarbeit, Standardisierung und optimierte Prozesse. Darüber hinaus wirkt Linde im Rahmen von Pricing-Initiativen Kostensteigerungen im Umfeld von volatilen Energie- und Rohstoffpreisen entgegen.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ein grundlegender Baustein der Konzernstrategie von Linde. Das Unternehmen verbindet langfristige ökonomische Wertschöpfung mit ökologischer und sozialer Verantwortung.

Das Grundprinzip Nachhaltigkeit will Linde noch stärker als Treiber für Geschäftsaktivitäten nutzen. Dafür analysiert das Unternehmen unter anderem kontinuierlich, wie seine Produkte Kunden dabei unterstützen, nachhaltigere Prozesse zu entwickeln – zum Beispiel durch höhere Energieeffizienz oder reduzierte Emissionen.

Die oberste Entscheidungsinstanz für Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit ist das Corporate Responsibility Council. Die Mitglieder dieses Gremiums sind der Vorsitzende des Vorstands, ein weiteres Mitglied des Vorstands sowie die Leiter der Corporate & Support Functions Corporate Communications & Investor Relations, Group Human Resources, Group Legal & Compliance, Corporate Internal Audit und HSE. Im Jahr 2014 hat das CR-Council unter anderem über Kundenanforderungen im Bereich Nachhaltigkeit sowie über die Einführung eines globalen Sicherheitsziels für den Konzern beraten.

Linde bewertet kontinuierlich, welche Themen Relevanz für die nachhaltige Entwicklung des Konzerns haben. Auf der Grundlage dieser Materialitätsanalyse legt das Unternehmen seine Schwerpunktthemen für Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit fest. Dabei helfen die kontinuierliche Analyse der Anforderungen und die Rückmeldung externer Stakeholder sowie Workshops mit internen Themen- und Strategieexperten. Bei diesem Prozess berücksichtigt Linde darüber hinaus auch Erkenntnisse aus dem Konzernrisikomanagement zu Umwelt- und Sozialrisiken.

Der Konzern tritt regelmäßig auf unterschiedliche Weise mit seinen wichtigsten Stakeholdern in Kontakt. Hierzu zählen die Mitarbeiter, Aktionäre, Kunden, Lieferanten, Nichtregierungsorganisationen, die Politik, die Wissenschaft, Nachbarn und die Öffentlichkeit. Darüber hinaus engagiert sich Linde in Verbänden und Wissenschaftskooperationen sowie in Netzwerken zu Fachthemen und zum Thema Nachhaltigkeit. Hierzu gehört das Netzwerk des UN Global Compact, den Linde unterstützt.

Messbare Mittelfristziele

Linde wird seine auf ertragsorientiertes und nachhaltiges Wachstum ausgerichtete Strategie weiter fortsetzen. Den Anspruch, das weltweit führende Gase- und Engineering-Unternehmen zu sein, untermauert Linde mit messbaren Zielen: Für das Geschäftsjahr 2016 hatte Linde sich ursprünglich das Ziel gesetzt, ein operatives Konzernergebnis von mindestens 5 Mrd. EUR und eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed = ROCE) von rund 13 Prozent zu erreichen. Diese Mittelfristziele basierten auf der Annahme, dass es bei den Wechselkursverhältnissen im Vergleich zum Jahresende 2012 – dem Zeitpunkt der Formulierung des mittelfristigen Ausblicks – nicht zu deutlichen Verschiebungen kommt. Zudem erfolgte die Definition der Mittelfristziele in der Erwartung, dass die Weltwirtschaft im Planungszeitraum 2013 bis 2016 dynamisch wachsen wird.

Tatsächlich haben sich diese Parameter ungünstiger entwickelt, als dies vorauszusehen war. Deshalb hat Linde seine Mittelfristziele Ende Oktober 2014, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Neunmonats-Berichts, den veränderten Rahmenbedingungen angepasst: Je nach Konjunkturverlauf und auf der Grundlage der Ende Oktober geltenden Wechselkursverhältnisse rechnet Linde damit, im Geschäftsjahr 2017 ein operatives Konzernergebnis von 4,5 Mrd. EUR bis 4,7 Mrd. EUR und ein ROCE von 11 Prozent bis 12 Prozent zu erwirtschaften.

Darüber hinaus hat Linde nicht finanzielle Ziele definiert. Diese Ziele sind an weitere Verbesserungen in den Bereichen Sicherheit und Umweltschutz sowie im Bereich Personalentwicklung geknüpft. Im Fokus stehen dabei die Themenfelder Sicherheit in der Produktion und beim Transport, die Erhöhung der Energieeffizienz und die Reduzierung von Emissionen sowie das Thema Vielfalt in der Belegschaft. Das Ziel, bis 2017 die durchschnittliche Energieintensität seiner installierten Luftzerlegungsanlagen um 5 Prozent zu verbessern, hat Linde im Berichtsjahr vorzeitig erreicht. Vergleichsgröße ist dabei die globale durchschnittliche Effizienz der Anlagen bei einer Auslastung entsprechend dem Anlagendesign. Basisjahr ist 2008. Im laufenden Jahr 2015 plant Linde, über weitere Ziele zu entscheiden.

Für seine installierten Wasserstoffanlagen (HyCO-Anlagen) hat sich Linde zum Ziel gesetzt, bis zum Jahresende 2015 die Energieeffizienz – verglichen mit dem Basisjahr 2009 – um 2 Prozent zu erhöhen.

Im Berichtsjahr 2014 hat das Unternehmen ein globales Ziel für Arbeitssicherheit definiert. Linde will die Zahl der Unfälle weiter senken und im nächsten Schritt die Rate der Arbeitsunfälle mit mindestens einem Ausfalltag pro 1 Mio. Arbeitsstunden bis 2020 kontinuierlich reduzieren. Basisjahr ist 2012. Darüber hinaus strebt Linde an, die Häufigkeit schwerer Transportereignisse bis Ende 2017 im Vergleich zum Basisjahr 2012 zu halbieren.

Im Personalbereich hat Linde das globale Ziel definiert, bis 2018 den Anteil von Frauen in oberen Führungspositionen auf 13 bis 15 Prozent zu erhöhen. Mit Blick auf zu erwartende Änderungen des deutschen Aktiengesetzes wird das Unternehmen dieses Ziel weiter konkretisieren.

Informationen zum Stand der Erreichung der nicht finanziellen Ziele finden Sie auf in den Kapiteln Mitarbeiter und Gesellschaft und Sicherheit und Umweltschutz.