Mitarbeiter und Gesellschaft

Mitarbeiter weltweit

Mit seiner Personalstrategie unterstützt Linde die Unternehmensstrategie. Im Fokus steht dabei, weltweit die besten Teams zusammenzustellen und zu fördern. Ein wichtiger Baustein des ganzheitlichen Konzepts zur Effizienzsteigerung (HPO = High Performance Organisation) ist „People Excellence“. Im Rahmen dieser Initiative hat Linde drei Schwerpunkte mit besonderer Bedeutung für die nachhaltige Personalarbeit identifiziert: Personalentwicklung, Leistungsorientierung und Unternehmenskultur. Daraus ergeben sich für das Unternehmen zentrale Handlungsfelder. Dazu gehören zukunftsorientierte Arbeitsplatzmodelle und attraktive Arbeitsbedingungen, Talentmanagement und Chancengleichheit. Durch globale Auszeichnungen würdigt Linde Mitarbeiter, die sich in besonderem Maße für die Unternehmensziele und -werte einsetzen. Im Berichtsjahr zeichnete Linde unter anderem eine Personalinitiative in der Region Süd- & Ostasien aus. Sie hat zum Ziel, den Führungskräftenachwuchs vor dem Hintergrund eines sich abzeichnenden Fachkräftemangels gezielt zu fördern.

Zum 31. Dezember 2014 beschäftigte Linde 65.591 Mitarbeiter und damit 2.104 Mitarbeiter mehr als zum Ende des Vorjahres. Durchschnittlich 10,0 Prozent der Mitarbeiter verließen das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Diese Fluktuationsquote variierte je nach Region zwischen 2,6 Prozent in Großbritannien und Irland und 23,2 Prozent in Nordamerika. Die vergleichsweise hohe Fluktuation in Nordamerika geht auf die Integration des US-Homecare-Unternehmens Lincare zurück.

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Mitarbeiter nach berichtspflichtigen Segmenten zum Bilanzstichtag

 

 

 

 

 

 

 

31.12.2014

 

31.12.2013

Gases Division

 

53.436

 

51.536

EMEA

 

21.779

 

21.544

Asien/Pazifik

 

12.175

 

12.122

Amerika

 

19.482

 

17.870

Engineering Division

 

7.330

 

6.997

Sonstige Aktivitäten

 

4.825

 

4.954

Konzern

 

65.591

 

63.487

Vergütung und Sozialleistungen

Die Vergütung von Mitarbeitern besteht bei Linde neben einem festen Entgelt je nach Position auch aus variablen Anteilen. Darüber hinaus bietet das Unternehmen unterschiedliche Zusatzleistungen an, die sich an den jeweiligen regionalen Rahmenbedingungen orientieren. Dazu zählen die Altersversorgung und Beiträge zu Krankenversicherungen oder zur Gesundheitsvorsorge. Im Jahr 2014 wendete Linde 3,536 Mrd. EUR (Vj. 3,423 Mrd. EUR) für Personalkosten auf, davon 3,069 Mrd. EUR für Gehälter (inklusive Sozialversicherungsbeiträge) und 293 Mio. EUR (Vj. 281 Mio. EUR) für die Altersversorgung. Im Berichtsjahr waren 46,5 Prozent der Mitarbeiter des Unternehmens über Kollektivvereinbarungen beschäftigt (Vj. 45,6 Prozent).

Bei der Vergütung der Mitarbeiter berücksichtigt Linde Marktüblichkeit und Angemessenheit und führt regelmäßig interne und externe Vergütungsvergleiche durch. Im Jahr 2013 führte Linde eine exemplarische Analyse der Gehälter von Mitarbeitern durch, die außertariflich beschäftigt sind. Im Blickpunkt standen dabei die Zentralen der Bereiche Linde AG, Linde Gas, Linde Gas Deutschland und Linde Engineering. Die Analyse ergab keine signifikanten Unterschiede in der Vergütung von weiblichen und männlichen Mitarbeitern in vergleichbaren Positionen. Im Berichtsjahr hat Linde in der Region Südpazifik Führungskräfte mit Personalverantwortung gezielt über das Themenfeld Gerechtigkeit bei der Vergütung von weiblichen und männlichen Mitarbeitern informiert, um sie für diesen wichtigen Aspekt zu sensibilisieren.

Um eine vergleichbare und faire Beurteilung der Mitarbeiter sicherzustellen, nutzt Linde ein konzernweites IT-System. Zu den Bestandteilen gehören unter anderem die verbindliche Leistungsbewertung aller Führungskräfte sowie Stellenbewertungen für alle Führungskräftepositionen. Diese schließen die Kriterien Transparenz, Gleichbehandlung und marktgerechte Bezahlung ein. Die Entlohnung von Führungskräften richtet sich nach der Zielerreichung des Unternehmens sowie der individuellen Leistung des Mitarbeiters. Die oberen Führungskräfte sind zudem über Aktienoptionsprogramme an der Wertsteigerung des Unternehmens beteiligt. Im Jahr 2014 haben Führungskräfte unterhalb der Vorstandsebene über das Programm in 24.639 Aktien des Unternehmens investiert. Für jede dieser Aktien erhalten sie nach Ablauf einer vierjährigen Haltefrist eine weitere Aktie vom Unternehmen.

Von den Leistungen der betrieblichen Alters- und Gesundheitsvorsorge profitieren Mitarbeiter in über 50 Ländern. Rund 80 Prozent der Belegschaft sind in betriebliche Versorgungssysteme eingebunden. Über Pensionspläne mit direkten Ansprüchen an das Unternehmen (Defined Benefit-Pläne) werden 26.755 aktive Mitarbeiter mit einer Betriebsrente versorgt; weitere 17.181 ehemalige Mitarbeiter haben einen Anspruch auf eine Firmenpension erworben, der nicht verfällt. Insgesamt beziehen 30.941 Pensionäre des Konzerns eine Betriebsrente. Für die Veränderung, Neueinführung oder Schließung von Versorgungswerken gelten bei Linde weltweit verbindliche Regeln. Eingriffe dieser Art müssen mit dem Global Pension Committee abgestimmt werden. Mitglieder dieses Gremiums sind der Vorsitzende des Vorstands, der Finanzvorstand sowie Experten aus den Bereichen Bilanzen, Finanzen und Personal.

Das Angebot freiwilliger Zusatzleistungen hat Linde im Berichtsjahr in mehreren Regionen ausgebaut, etwa mit kostenlosen Gesundheitschecks oder der Ausweitung eines Versicherungsschutzes von Mitarbeitern auf deren Familienangehörige.

Wettbewerb um Talente

Die Rekrutierung gut ausgebildeter Fachkräfte und die Weiterentwicklung der Mitarbeiter sind wichtige Schwerpunkte der Personalstrategie. Weltweit arbeitet der Konzern mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammen, um qualifizierte Studierende für den Start bei Linde zu gewinnen. Die Engineering Division des Unternehmens kooperiert beispielsweise seit 2008 mit der Dresden International University bei einem dualen Bachelorstudiengang für Montageingenieure. Bisher wurden nahezu alle Absolventen von Linde nach Abschluss des Studiums übernommen. In der Region Süd- & Ostasien wurde im Berichtsjahr erstmals ein Graduiertenprogramm abgeschlossen, bei dem Hochschulabsolventen in mehreren Ländern der Region eingesetzt werden.

Darüber hinaus bietet der Konzern auch Ausbildungsmöglichkeiten in gewerblich-technischen sowie in kaufmännischen Unternehmensbereichen. Allein in Deutschland bietet Linde Ausbildungen in 18 Berufen an. Im Berichtsjahr wurden in Deutschland 47 Prozent der Auszubildenden eines Jahrgangs mit fertigem Abschluss unbefristet übernommen, weitere 43 Prozent wurden befristet eingestellt. Der Anteil der Auszubildenden an der Gesamtzahl der Mitarbeiter im Konzern lag 2014 bei 0,9 Prozent, davon entfielen 56 Prozent auf nichtdeutsche Gesellschaften. Die Bedarfsplanung für neue Ausbildungsplätze in Deutschland wurde im Jahr 2014 überarbeitet.

Weiterbildung

Linde investierte im Berichtsjahr rund 15 Mio. EUR in die Weiterbildung von Mitarbeitern. Unter dem Dach der Linde University bündelt das Unternehmen konzernweite Weiterbildungsmaßnahmen. Das Angebot umfasst Themenbereiche wie Mitarbeiterführung, interkulturelle Kommunikation und Vielfalt. In Ecuador absolvierten im Berichtsjahr alle Mitarbeiter ein Trainingsprogramm zum Umgang mit Veränderungsprozessen. Im konzernweiten Six Sigma-Programm werden Mitarbeiter geschult, Optimierungspotenziale in operativen und administrativen Prozessen systematisch zu erschließen. Im Jahr 2014 nahmen mehr als 2.300 Mitarbeiter an entsprechenden Trainings teil. Im Berichtsjahr wurden mehr als 1.000 Optimierungsprojekte abgeschlossen. Damit wurden Einsparungen in Höhe von rund 70 Mio. EUR erreicht.

Im Berichtsjahr führte das Unternehmen 100 Fokusgruppen zum Thema Attraktivität als Arbeitgeber mit Mitarbeitern in 15 Ländern durch. Auf der Grundlage der Ergebnisse kann Linde seine gute Reputation als Arbeitgeber stärken und weiterentwickeln.

Beruf und Privatleben

Linde unterstützt Mitarbeiter durch verschiedene Initiativen dabei, Beruf und Privatleben miteinander zu vereinbaren. Bei der Einführung von Maßnahmen auf diesem Feld orientiert sich das Unternehmen an den jeweiligen lokalen Gegebenheiten und Anforderungen. Die Aktivitäten zielen insbesondere auf flexible Arbeitsmodelle, die Unterstützung bei der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen sowie Beistand bei gesundheitlichen oder sozialen Notlagen.

Rund 2,1 Prozent der Belegschaft des Konzerns arbeiteten im Jahr 2014 in Teilzeit. In mehreren Regionen, beispielsweise im Nahen Osten und in Osteuropa, führte Linde 2014 neue Regelungen zu flexiblen Arbeitszeiten ein. Hiervon profitieren in den genannten Regionen bisher mehr als 900 Mitarbeiter.

Am Firmenstandort Deutschland hat Linde im Berichtsjahr eine neue Regelung zu Kinderbetreuungskosten eingeführt: Seit 2014 gewährt das Unternehmen an allen deutschen Standorten einen Zuschuss für die Betreuungskosten jedes Kindes von Mitarbeitern. Ein Serviceunternehmen unterstützt Mitarbeiter bei der Suche nach Betreuungsplätzen. Im Jahr 2014 nahmen in Deutschland 369 Mitarbeiter Elternzeit, 37 Prozent davon waren Männer. Im selben Zeitraum kehrten 212 Mitarbeiter in Deutschland aus der Elternzeit zu Linde zurück.

Die körperliche und psychische Gesundheit der Mitarbeiter fördert Linde in vielen Ländern beispielsweise durch Beratungsangebote bei familiären Krisen oder Suchtproblemen sowie durch Initiativen zur Prävention von Krankheiten. Im Berichtsjahr hat Linde unter anderem in Nordamerika einen kostenlosen Beratungsservice für Gesundheitsmaßnahmen eingeführt, den bislang mehr als 1.800 Mitarbeiter nutzten. In zahlreichen Regionen unterstützt das Unternehmen Mitarbeiter mit firmeneigenen Sportangeboten oder subventionierten Mitgliedschaften in Sporteinrichtungen.

Vielfalt

Als weltweit tätiges Unternehmen setzt Linde auf Mitarbeiter, die lokale Märkte verstehen und mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven die Arbeit in Teams bereichern. Zum 31. Dezember 2014 beschäftigte der Konzern Mitarbeiter aus 136 Ländern. Allein in den deutschen Gesellschaften sind 65 Nationen vertreten. Der Anteil der nichtdeutschen oberen Führungskräfte des Unternehmens lag im Jahr 2014 bei mehr als 70 Prozent – diese Gruppe umfasst Mitarbeiter aus 54 Nationen. Rund 300 Linde Mitarbeiter waren im Jahr 2014 an Tochtergesellschaften im Ausland delegiert. Für das Jahr 2015 plant das Unternehmen eine globale Analyse der internationalen Erfahrung seiner oberen Führungskräfte.

Bereits seit mehreren Jahren ist der Wert Vielfalt fester Bestandteil der Linde Führungskräfteentwicklung. Auf Vorstandsebene ist Thomas Blades für „Diversity & Inclusion“ zuständig. Vielfalt zu fördern ist darüber hinaus ein Bestandteil der individuellen Zielvereinbarungen für Führungskräfte in entsprechenden Positionen. In der Engineering Division nahm im Berichtsjahr in Deutschland das Diversity Committee seine Arbeit auf – ein Gremium aus erfahrenen weiblichen und männlichen Führungskräften. Es soll dabei unterstützen, dass Besetzungsverfahren transparent erfolgen und Vielfalt berücksichtigen. Gemeinsam mit der Personalabteilung werden im Diversity Committee alle Bewerbungen für Führungspositionen in Bezug auf Vielfalt sowie Offenheit und Chancengleichheit im Bewerberprozess bewertet.

Ein weiterer Schwerpunkt der Aktivitäten im Bereich Vielfalt zielt auf die Erhöhung des Anteils weiblicher Führungskräfte. Der Konzern hatte sich im Rahmen der DAX-30-Selbstverpflichtung aus dem Jahr 2011 das Ziel gesetzt, bis 2018 den Anteil der Frauen in oberen Führungspositionen auf 13 bis 15 Prozent zu erhöhen. Mit Blick auf zu erwartende Änderungen des deutschen Aktiengesetzes wird Linde dieses Ziel weiter konkretisieren. Im Jahr 2014 lag der Anteil weiblicher oberer Führungskräfte bei rund 14 Prozent. Für das erste Halbjahr 2015 hat Linde Informations- und Kommunikationsworkshops zum Thema Gender Diversity für die obersten Führungskräfte geplant. Darüber hinaus unterstützt der Vorstand zahlreiche durch Mitarbeiterinitiativen angestoßene Maßnahmen zur Förderung von Frauen. Dazu gehören Netzwerkveranstaltungen, Trainingsprogramme für Frauen mit Führungsverantwortung oder Führungspotenzial oder der Pilot eines internen Mentoring-Programms. Im Entwicklungsprogramm für obere Führungskräfte, dem „Global Leadership Development Circle“, stieg der Frauenanteil im Jahr 2014 auf 26,5 Prozent (Vj. 23,4 Prozent). Von den Teilnehmern des Entwicklungsprogramms für das mittlere Management waren 26,1 Prozent Frauen (Vj. 35,6 Prozent).

Weitere Themen im Bereich Vielfalt sind die Auswirkungen des demografischen Wandels und die Zusammenarbeit von Mitarbeitern aller Altersstufen. Seit 2008 setzt sich der Arbeitskreis „Familie und Beruf“ mit Fragen zur Demografiestruktur bei Linde auseinander. Bei den konzerninternen Maßnahmen des Gesundheitsmanagements und bei Angeboten für flexibles Arbeiten beachtet das Unternehmen die besonderen Anforderungen alternder Belegschaften.

Mitarbeiter einbeziehen

Linde informiert seine Mitarbeiter regelmäßig zu Veränderungen im Konzern und setzt auf ihre Erfahrungen und ihr Feedback, um Verbesserungen zu erreichen. Mit den Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften strebt das Unternehmen eine partnerschaftliche Zusammenarbeit an. Linde verfügt in Deutschland über eine zweistufige Arbeitnehmervertretung. Zu dieser gehören ein Konzernbetriebsrat sowie Betriebsräte in den dezentralen Einheiten. Für überregionale Themen ist darüber hinaus ein Europabetriebsrat mit derzeit 27 Mitgliedern zuständig. In anderen Ländern sind Betriebsräte auf regionaler Ebene eingerichtet. So werden in der Region Greater China über 90 Prozent der Belegschaft durch Gewerkschaftsvertretungen repräsentiert. Im Berichtsjahr wurden zwischen Geschäftsleitung und Konzernbetriebsrat fünf neue Betriebsvereinbarungen geschlossen. Darüber hinaus trafen der Vorstand der Linde AG und der Europäische Betriebsrat 2014 eine Vereinbarung über Mindeststandards bei Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz, die Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl haben. Sie sollen sozialverträglich umgesetzt werden. Inhalte der Vereinbarung sind beispielsweise der offene und transparente Informations- und Konsultationsprozess mit den Arbeitnehmervertretern sowie Wege, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor für Linde ist die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Das offene Feedback der Belegschaft hilft dem Unternehmen, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Im Berichtsjahr hat Linde die dritte globale Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Die Beteiligungsquote lag bei rund 85 Prozent. Der Engagement-Index – ein Wert der die Zufriedenheit von Mitarbeitern und ihre Verbundenheit mit dem Unternehmen misst – erreichte rund 71 Prozent. Damit äußerten sich knapp drei Viertel der Mitarbeiter sehr positiv über Linde als Arbeitgeber. Besonders hoch bewerten die Mitarbeiter den Bereich Kundenfokussierung und die weltweite Einhaltung von Sicherheitsstandards. Verbesserungsbedarf sehen sie bei der unternehmensweiten Kommunikation der globalen Unternehmensstrategie. Die Ergebnisse werden derzeit in allen Regionen analysiert und entsprechende Maßnahmen definiert. Auf globaler Ebene soll in der Folge ein besonderer Schwerpunkt auf der Strategie-Kommunikation liegen.

Linde motiviert seine Mitarbeiter zudem, sich mit ihren individuellen Kompetenzen und Erfahrungen in das Unternehmen einzubringen. Insgesamt konnten durch die Umsetzung von Mitarbeitervorschlägen bei der Engineering Division in Deutschland im Berichtsjahr Kosten in Höhe von rund 400.000 EUR Kosten eingespart werden. Über ein firmeninternes soziales Netzwerk reichten Mitarbeiter des Bereichs Information Services im Berichtsjahr mehr als 160 Ideen ein.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Der Schutz der Mitarbeiter ist ein zentrales Ziel des weltweiten Sicherheitsmanagements von Linde. Um die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit seiner Mitarbeiter zu erhalten, hat das Unternehmen globale Richtlinien für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz festgelegt. Durch Risikobewertungen und Audits überprüft Linde die Voraussetzungen für sicheres Arbeiten. Im Jahr 2014 wurden 57,4 Prozent der Betriebsstandorte hierzu auditiert (Vj. 58,1 Prozent).

Linde will die Anzahl der Arbeitsunfälle weiter senken. Im Jahr 2014 hat sich der Konzern dazu ein neues globales Ziel gesetzt. Linde strebt an, die Anzahl der Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen pro 1 Mio. Arbeitsstunden von Mitarbeitern bis zum Jahr 2020 im Vergleich zum Jahr 2012 kontinuierlich zu reduzieren. Im Berichtsjahr lag diese Rate bei 2,4 (Vj. 2,3). Bei Kontraktoren betrug diese Quote im gleichen Zeitraum 1,8 (Vj. 1,7). Zum größten Bedauern des Unternehmens verloren im Berichtsjahr zwei Mitarbeiter während ihrer Arbeit für den Konzern bei Verkehrsunfällen in China und Algerien ihr Leben.

Rund 30 bis 50 Prozent der Arbeitsunfälle und chronischen Krankheiten bei Linde gehen jährlich auf manuelle bzw. wiederkehrende Tätigkeiten zurück. Aus diesem Grund legt das Unternehmen bei Initiativen für den Gesundheitsschutz einen besonderen Fokus auf Risiken, die damit verbunden sind. Im Mittelpunkt stehen Schulungen und die Verbesserung von Arbeitsabläufen. Ein Beispiel ist ein im Berichtsjahr gestartetes Pilotprojekt an einem nordamerikanischen Standort, bei dem Magnete für das Anheben von Schachtdeckeln eingesetzt werden. Auf diese Weise werden schwere körperliche Belastungen vermieden. Darüber hinaus hat Linde im Berichtsjahr 2014 in mehreren Regionen, unter anderem in Asien und Südamerika, kostenlose präventive Gesundheitschecks für seine Mitarbeiter etabliert. Für das Jahr 2015 plant Linde Schulungen zum optimalen Einsatz von Ladesystemen für Mitarbeiter an allen Lincare-Standorten einzuführen. Im Berichtsjahr wurden hierfür rund 30 Trainer ausgebildet.

Ein weiterer Schwerpunkt im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ist die Sicherheit im Straßenverkehr. In der Region Süd- & Ostasien beispielsweise hat Linde ein Sicherheitstraining für Mitarbeiter und Kontraktoren aufgesetzt, die beruflich oder auf dem Weg zur Arbeit ein Motorrad nutzen. Von den rund 1.600 betroffenen Mitarbeitern der Region nahmen bis Ende 2014 mehr als 1.400 an der Schulung teil.

Arbeitsstandards und Menschenrechte

Linde bekennt sich zu den Prinzipien der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen, zu den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie zu weiteren internationalen Standards. Durch eine regelmäßige Abfrage in allen Regionen überprüft der Konzern, inwieweit Prozesse eingerichtet wurden, die sicherstellen, dass Arbeitsstandards und Menschenrechte eingehalten werden. Linde untersucht zudem, in welchem Umfang die globalen Richtlinien des Konzerns Menschenrechte berücksichtigen. Zu den seit 2013 überprüften und angepassten Richtlinien und Prozessen gehören der Verhaltenskodex, Einkaufsrichtlinien und -verträge, die Integrity Line Policy und das Konzernrisikomanagement. Im Jahr 2014 hat der Vorstand der Linde AG eine Position zum Thema Menschenrechte für den Konzern verabschiedet. Darin bekräftigt Linde die Unterstützung der Menschenrechte und beschreibt Prozesse, die diese Verpflichtung unterstützen.

In den vergangenen drei Jahren wurden an Standorten des Unternehmens über 190 Audits durchgeführt, die soziale Aspekte berücksichtigen. Dazu gehören das Vermeiden von Kinderarbeit sowie sichere und faire Arbeitsbedingungen. Um mögliche Schwachstellen zu erkennen, wertet Linde außerdem Hinweise aus der Integrity Line aus. Dort können Mitarbeiter und externe Stakeholder Verstöße gegen den Verhaltenskodex des Unternehmens melden. Rund 28 Prozent der Hinweise, die im Jahr 2014 eingingen, bezogen sich auf Personalthemen. In verschiedenen Regionen hat Linde Maßnahmen zur Sensibilisierung von Mitarbeitern durchgeführt. So fanden im Berichtsjahr in Indien Informationsveranstaltungen zum Thema Belästigung am Arbeitsplatz statt. Mehr als 60 Mitarbeiter nahmen daran teil.

Engagement für die Gesellschaft

Mit einer Vielzahl von Projekten zeigt Linde weltweit gesellschaftliches Engagement. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf Regionen und Initiativen, die im Zusammenhang mit seiner Geschäftstätigkeit stehen. Im Mittelpunkt steht vor allem das Thema Bildung. Darüber hinaus fördert Linde Projekte für Sicherheit, Umweltschutz, Gesundheit und Soziales im Umfeld seiner Standorte. Die Schwerpunkte richten sich nach dem jeweiligen Bedarf in den Regionen. Das überregionale Engagement wird von der Unternehmenszentrale betreut, lokale Maßnahmen werden vor Ort koordiniert. Im Jahr 2014 förderte Linde weltweit Projekte und Initiativen mit mehreren Millionen Euro, rund 2,8 Mio. EUR davon spendete der Konzern. Insgesamt erreichte das Unternehmen mit seinem gesellschaftlichen Engagement im Berichtsjahr unter anderem mehr als 100.000 Kinder, Schüler und Studierende.

Neben finanziellen Mitteln stellt Linde auch Produkte für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung. Im Berichtsjahr spendete das Unternehmen in mehreren Regionen medizinische Gase oder medizinisches Gerät für karitative Einrichtungen. Beim „Shell-Eco-Marathon“, einem jährlichen Wettbewerb für energieeffiziente Mobilität, übernimmt Linde als globaler Partner die Wasserstoffversorgung der Wettbewerbsfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb.

Mitarbeiter von Linde engagieren sich auch durch ehrenamtlichen Einsatz. Das Unternehmen unterstützt solche Projekte etwa mit einer Freistellung während der Arbeitszeit sowie in einigen Regionen durch das Aufstocken von Spenden der Mitarbeiter. In Nordamerika beispielsweise haben sich im Berichtsjahr mehr als 140 Mitarbeiter an rund 15 sozialen Projekten beteiligt.

Zugang zu Bildung

Mit einem Stiftungskapital von über 8 Mio. EUR ermöglichte Linde den Aufbau der Carl von Linde-Akademie an der Technischen Universität München. Bis zum Sommersemester 2014 haben bereits mehr als 15.000 Studenten die Angebote der Akademie genutzt. Ziel der Einrichtung ist es vor allem, Studenten der Ingenieurwissenschaft, Informatik und Naturwissenschaften Schlüsselqualifikationen zu vermitteln, die über das Fachwissen ihrer Studiengänge hinausgehen. Themen sind beispielsweise Wirtschaftsethik oder Innovation. Im Rahmen eines Public Private Partnership ist Linde Partner der Internatsschule Schloss Hansenberg (ISH) in Hessen (Deutschland). An der Schule werden besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler mit hoher Sozialkompetenz gefördert. Das Unternehmen engagiert sich seit 2004 an der ISH, mehr als 550 Schülerinnen und Schüler machten seitdem ihren Abschluss an der Schule. In Südafrika startete Linde im Berichtsjahr eine Kooperation mit mehreren technischen Schulen. Das regionale Tochterunternehmen spendete unter anderem rund 90.000 EUR zur Erneuerung von Ausbildungszentren für Schweißtechniken sowie für die Ausbildung von Lehrkräften. In mehreren Ländern unterstützt Linde zudem naturwissenschaftliche Ausstellungen, Experimente oder Wettbewerbe im technisch-wissenschaftlichen Bereich. Am Sitz der Unternehmenszentrale in München fördert Linde als Gründungsmitglied der Zukunftsinitiative Deutsches Museum die Modernisierung des größten Technikmuseums der Welt. Hierfür stellt das Unternehmen bis 2018 insgesamt 5 Mio. EUR bereit. Als Unternehmen, für das Sicherheit einen besonders hohen Stellenwert besitzt, unterstützt Linde in mehreren Ländern Initiativen für Verkehrserziehung. Mehr als 15.000 Kinder nahmen im Berichtsjahr am Verkehrssicherheitsprogramm der Linde Logistik Division Gist teil. Im Rahmen dieser Initiative besuchen Fahrer mit ihren Lkw Grundschulen und sprechen mit Schülern über Risiken im Straßenverkehr.

Verbesserung von Lebensbedingungen und Gesundheit

Linde fördert in vielen Ländern Projekte, welche die Lebensbedingungen von Menschen in der regionalen Bevölkerung verbessern. So unterstützte das Unternehmen 2014 in Afrika rund 40 kommunale Initiativen, von denen insbesondere sozial benachteiligte Kinder profitieren. In Mexiko ist Linde Sponsor einer Initiative, bei der in einem Recyclingprojekt Arbeitsplätze für Frauen geschaffen werden.

Über den REALfund des Konzerns vergab Linde 2014 drei Stipendien an Wissenschaftler. Die ausgezeichneten Projekte haben das Potenzial, das Leben von Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen deutlich zu verbessern.

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Weitere Kennzahlen zu Mitarbeitern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2014

 

2013

1

Die Fluktuationsquote bezieht sich auf die im Berichtszeitraum freiwillig ausgeschiedenen Mitarbeiter.

Beschäftigungsstruktur

 

 

 

 

 

 

Altersstruktur

 

 

 

 

 

 

Beschäftigte bis 30 Jahre

 

in %

 

18,4

 

18,2

Beschäftigte zwischen 31 und 50 Jahren

 

in %

 

57,5

 

58,0

Beschäftigte über 50 Jahre

 

in %

 

24,1

 

23,8

Befristet Beschäftigte

 

in %

 

8,6

 

6,2

Beschäftigte in Teilzeit

 

in %

 

2,1

 

1,9

Mitarbeiter in Elternzeit (am 31.12.) in Deutschland

 

 

 

369

 

344

Auszubildende und Trainees

 

in %

 

0,9

 

0,9

Auszubildende und Trainees in Deutschland

 

in %

 

3,2

 

3,1

Anteil weiblicher Mitarbeiter

 

 

 

 

 

 

in der Gesamtbelegschaft

 

in %

 

28,7

 

27,3

in Deutschland

 

in %

 

25,4

 

25,9

in oberen Führungspositionen

 

in %

 

13,9

 

13,2

Nationalitäten von Mitarbeitern in Deutschland

 

 

 

65

 

65

Nicht deutsche Nationalitäten in oberen Führungspositionen

 

in %

 

71,0

 

72,9

Schwerbehinderte Mitarbeiter in Deutschland

 

in %

 

3,4

 

3,5

Beschäftigte, die von Kollektivvereinbarungen erfasst werden

 

in %

 

46,5

 

45,6

 

 

 

 

 

 

 

Mitarbeiterbindung und -entwicklung

 

 

 

 

 

 

Anzahl der Neueinstellungen

 

 

 

12.049

 

8.955

davon Frauen

 

in %

 

46,2

 

41,6

Fluktuationsquote1

 

in %

 

10,0

 

9,4

Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit

 

in Jahren

 

8,4

 

8,9

Anteil der Mitarbeiter, die Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch genommen haben

 

in %

 

66,2

 

60,3

Durchschnittliche Anzahl an Weiterbildungstagen (je Mitarbeiter)

 

 

 

3,1

 

3,0

Durchschnittliche Ausgaben für Weiterbildungsmaßnahmen (je Mitarbeiter)

 

in €

 

349,8

 

341,3

 

 

 

 

 

 

 

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

 

 

 

 

 

 

Arbeitsunfälle mit mindestens einem Ausfalltag

 

je 1 Mio. Arbeits­stunden

 

2,4

 

2,3

Arbeitsunfälle mit mindestens einem Ausfalltag

 

 

 

318

 

304

Arbeitsunfälle mit Todesfolge von Mitarbeitern

 

 

 

2

 

4

Arbeitsunfälle mit Todesfolge von Kontraktoren

 

 

 

3

 

6

Krankheitsbedingte Fehltage (je Mitarbeiter)

 

 

 

5,3

 

4,7