Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Linde AG

Allgemeine Informationen

Die Linde AG, bestehend aus den Geschäftsbereichen Linde Gas, Linde Engineering und der Unternehmenszentrale, ist das Mutterunternehmen und die Führungsgesellschaft des Linde Konzerns.

Der Einzelabschluss der Linde AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die wesentlichen Unterschiede zu dem nach IFRS-Grundsätzen aufgestellten Konzernabschluss liegen in der Umsatzermittlung und in der Bewertung der Finanzinstrumente. Als bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikator verwendet das Unternehmen ausschließlich den Jahresüberschuss. Aus dem Jahresüberschuss wird die Dividende für die Aktionäre der Linde AG ausgeschüttet.

Vermögenslage der Linde AG

Im Berichtsjahr 2014 erhöhte sich die Bilanzsumme der Linde AG von 20,154 Mrd. EUR um 509 Mio. EUR auf 20,663 Mrd. EUR.

Das Anlagevermögen stieg um 85 Mio. EUR auf 18,093 Mrd. EUR. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme betrug 87,6 Prozent (Vj. 89,4 Prozent). Wesentlicher Bestandteil des Anlagevermögens sind die Finanzanlagen. Dies leitet sich aus der Funktion der Linde AG als Mutterunternehmen des Linde Konzerns ab. Die Finanzanlagen haben sich im Berichtszeitraum um 73 Mio. EUR erhöht. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind von 1,486 Mrd. EUR auf 1,668 Mrd. EUR angewachsen. Hierzu hat insbesondere der Anstieg der Finanzforderungen gegenüber verbundenen Unternehmen beigetragen. Darüber hinaus schließt die Linde AG sogenannte Credit Support Annexes (CSA) mit Banken ab. Unter derartigen Verträgen werden die positiven und negativen Marktwerte der von der Linde AG gehaltenen Derivate regelmäßig durch Zahlungsmittel hinterlegt. Entsprechende Forderungen gegenüber Banken sind unter diesem Posten angegeben.

Die Linde AG hält 100 Prozent der Anteile an einem Spezialfonds. Der Fonds wird unter den Wertpapieren des Umlaufvermögens ausgewiesen. Der Wertpapierbestand wurde im Berichtsjahr um 351 Mio. EUR erhöht.

Die flüssigen Mittel verringerten sich um 112 Mio. EUR auf 379 Mio. EUR.

Das Eigenkapital (vor Gewinnverwendung) ist um 93 Mio. EUR auf 9,762 Mrd. EUR gewachsen. Dies resultiert im Wesentlichen aus dem gestiegenen Jahresüberschuss in Höhe von 653 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote ist hauptsächlich aufgrund der höheren Bilanzsumme von 48,0 Prozent auf 47,2 Prozent gesunken. Der wesentliche Grund für die im Vergleich zum Vorjahr höhere Bilanzsumme ist die Aufstockung der Wertpapiere und der Anstieg der Verbindlichkeiten. Der wesentliche Anstieg entfällt auf die Finanzverbindlichkeiten. Das leitet sich aus der Funktion der Linde AG als Mutterunternehmen des Linde Konzerns ab.

Die Rückstellungen betrugen insgesamt 956 Mio. EUR und lagen damit deutlich unter dem Vorjahresniveau von 1,352 Mrd. EUR. Das ist zum überwiegenden Teil auf die im Berichtszeitraum erfolgte Ausfinanzierung für die leistungsorientierten Pensionspläne in Höhe von 300 Mio. EUR in das bestehende Contractual Trust Arrangement (CTA) zurückzuführen. Die Dotierung wurde durch die Aufnahme einer Anleihe in gleicher Höhe, in der Linde Group, finanziert.

Die Verbindlichkeiten der Linde AG haben sich im Berichtsjahr 2014 um 812 Mio. EUR auf 9,945 Mrd. EUR erhöht. Der Anstieg resultiert vor allem aus den erhaltenen Anzahlungen und aus der Ausfinanzierung der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen.

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Bilanzstruktur der Linde AG in Prozent der Bilanzsumme

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

31.12.2014

 

31.12.2013

 

 

in Mio. €

 

in Prozent

 

in Mio. €

 

in Prozent

Aktiva

 

 

 

 

 

 

 

 

Finanzanlagen

 

17.601

 

85,2

 

17.528

 

87,0

Übriges Anlagevermögen

 

492

 

2,4

 

480

 

2,4

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

 

1.668

 

8,1

 

1.486

 

7,4

Wertpapiere

 

500

 

2,4

 

149

 

0,7

Flüssige Mittel

 

379

 

1,8

 

491

 

2,4

Übrige Aktiva

 

23

 

0,1

 

20

 

0,1

Bilanzsumme

 

20.663

 

100,0

 

20.154

 

100,0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Passiva

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigenkapital

 

9.762

 

47,2

 

9.669

 

48,0

Rückstellungen für Pensionen

 

184

 

0,9

 

512

 

2,5

Übrige Rückstellungen

 

772

 

3,7

 

840

 

4,2

Verbindlichkeiten

 

9.945

 

48,2

 

9.133

 

45,3

Bilanzsumme

 

20.663

 

100,0

 

20.154

 

100,0

Finanzlage der Linde AG

Die Nettoverschuldung der Linde AG (Wertpapiere des Anlagevermögens, Wertpapiere des Umlaufvermögens, Finanzverbindlichkeiten, Finanzforderungen, flüssige Mittel) ist im Berichtszeitraum um 170 Mio. EUR von 6,586 Mrd. EUR auf 6,756 Mrd. EUR gestiegen. Wesentlicher Grund dafür war die Ausfinanzierung der leistungsorientierten Pensionspläne in Höhe von 300 Mio. EUR, die durch den Zufluss von operativen Mitteln teilweise kompensiert wurde.

Ertragslage der Linde AG

Die Umsatzerlöse der Linde AG erreichten im Berichtsjahr 1,888 Mrd. EUR und lagen damit deutlich unter dem Vorjahreswert (2,193 Mrd. EUR). Das EBIT ist von 130 Mio. EUR auf 37 Mio. EUR gesunken.

Im Geschäftsbereich Linde Gas verringerte sich der Umsatz leicht um 0,8 Prozent auf 1,307 Mrd. EUR (Vj. 1,317 Mrd. EUR). Im Geschäftsbereich Linde Engineering verzeichnete die Linde AG im Geschäftsjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr einen signifikanten Umsatzrückgang auf 618 Mio. EUR (Vj. 902 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2014 wurden im Vergleich zur Vorperiode nur kleinere Projekte abgerechnet.

Insgesamt hat die Linde AG im Geschäftsjahr 2014 Erlöse für Aufträge insbesondere aus den Ländern Südafrika, Thailand, Indonesien, Norwegen und Neuseeland erfasst.

Die Linde AG hat 52,7 Prozent (Vj. 47,3 Prozent) des Umsatzes mit Kunden im Inland erwirtschaftet. Der Exportanteil betrug 47,3 Prozent (Vj. 52,7 Prozent); davon entfielen auf Europa 44,8 Prozent (Vj. 31,7 Prozent), auf die Region Asien/Pazifik 31,6 Prozent (Vj. 56,7 Prozent) und auf Amerika 14,8 Prozent (Vj. 8,8 Prozent). In Afrika hat die Linde AG im Berichtsjahr einen Umsatz von 8,8 Prozent (Vj. 2,8 Prozent) erzielt. Der überwiegende Teil des Exportgeschäfts bezieht sich auf den Geschäftsbereich Linde Engineering. Da das internationale Anlagenbaugeschäft ein Projektgeschäft ist, ergeben sich im Jahresvergleich immer wieder regionale Schwankungen.

Der Auftragseingang des Geschäftsbereichs Linde Engineering hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 34,2 Prozent auf 2,137 Mrd. EUR (Vj. 1,593 Mrd. EUR) erhöht. Die Linde AG konnte Verträge über Großprojekte entlang ihrer Kernkompetenzen – Erdgas, Luftzerlegung und Petrochemie – abschließen.

Der Auftragsbestand erreichte zum Ende des Berichtsjahres 5,535 Mrd. EUR. Er lag damit um 37,1 Prozent über dem Vorjahreswert (4,036 Mrd. EUR). Die durchschnittliche Auftragsreichweite beläuft sich auf etwa drei Jahre.

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Ertragslage der Linde AG (Kurzfassung)

 

 

 

 

 

in Mio. €

 

2014

 

2013

Umsatzerlöse

 

1.888

 

2.193

Umsatzkosten

 

1.134

 

1.442

Bruttoergebnis vom Umsatz

 

754

 

751

Funktionskosten

 

783

 

768

Übrige Erträge

 

297

 

395

Übrige Aufwendungen

 

231

 

248

EBIT

 

37

 

130

Beteiligungsergebnis

 

680

 

600

Übriges Finanzergebnis

 

−134

 

−164

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

583

 

566

Ertragsteuern

 

−70

 

4

Jahresüberschuss

 

653

 

562

Einstellung in Gewinnrücklagen

 

−68

 

−5

Bilanzgewinn

 

585

 

557

Die Bruttomarge verbesserte sich von 34,2 Prozent auf 39,9 Prozent. Der wesentliche Grund für den Margenanstieg ist der im Verhältnis zum Vorjahr gesunkene Umsatzanteil des Geschäftsbereichs Linde Engineering. Der Anlagenbau weist grundsätzlich niedrigere Bruttomargen aus als der Gasebereich.

Die Funktionskosten stiegen im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um 2,0 Prozent auf 783 Mio. EUR (Vj. 768 Mio. EUR). Die konsequente konzernweite Umsetzung des Konzepts zur nachhaltigen Effizienzsteigerung (HPO) hat den Kostenanstieg erfolgreich abgeschwächt. Linde setzt diese Maßnahmen zur stetigen Effizienzverbesserung weiter fort.

Die Reduzierung der übrigen Erträge und der übrigen Aufwendungen resultierte im Wesentlichen aus Währungskurseffekten im Berichtsjahr.

Das Beteiligungsergebnis hat sich im Berichtsjahr auf 680 Mio. EUR (Vj. 600 Mio. EUR) erhöht. Hierin sind Dividenden in Höhe von 517 Mio. EUR (Vj. 408 Mio. EUR) und Gewinne aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von 163 Mio. EUR (Vj. 192 Mio. EUR) enthalten. Mit dem überwiegenden Teil der deutschen Tochtergesellschaften bestehen direkt oder indirekt Ergebnisabführungsverträge. Für die Dividendenzahlungen der meist ausländischen Tochtergesellschaften werden individuelle Ausschüttungsbeschlüsse gefasst.

Die wesentlichen Veränderungen im übrigen Finanzergebnis sind auf die Abschreibung von Finanzanlagen in Höhe von 11 Mio. EUR (Vj. 11 Mio. EUR) und auf die Kursgewinne aus der Bewertung des Deckungsvermögens von Pensionsverpflichtungen in Höhe von 53 Mio. EUR (Vj. Kursverluste: 14 Mio. EUR) zurückzuführen.

Das Ergebnis vor Steuern erreichte 583 Mio. EUR und lag damit über dem Vorjahreswert (566 Mio. EUR).

Nach Berücksichtigung des Steuerergebnisses hat die Linde AG im Berichtsjahr 2014 einen Jahresüberschuss von 653 Mio. EUR (Vj. 562 Mio. EUR) erzielt. Dieser liegt um 16,2 Prozent über dem Vorjahr und damit deutlich über dem prognostizierten moderaten Anstieg.