Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionäre (Handschrift)

unser Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2014 weiter positiv entwickelt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Linde für ihre verantwortungsbewusste Arbeit und ihren großen persönlichen Einsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr. Besonderer Dank und Respekt gilt dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle und dem langjährigen Vorstandsmitglied Prof. Dr.-Ing. Aldo Belloni, die 2014 aufgrund Erreichens der Altersgrenze aus dem Vorstand ausgeschieden sind. Sie haben das Unternehmen viele Jahre mit besonderem persönlichen Engagement und Weitblick geprägt.

Überblick

Dr. Manfred Schneider (Photo)

Der Aufsichtsrat hat sich im Berichtsjahr eingehend mit der Nachfolgeplanung für den Vorstand, der Lage, den Perspektiven und der strategischen Weiterentwicklung der Gesellschaft, mit der künftigen langfristigen Positionierung des Linde Konzerns sowie mit wesentlichen Einzelmaßnahmen befasst. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und seine Geschäftsführung entsprechend den uns nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben überwacht. Der Vorstand hat uns in unseren Sitzungen und durch schriftliche Berichte regelmäßig, zeitnah und umfassend über den Geschäftsverlauf, die wirtschaftliche Lage, die Rentabilität und die Planung der Gesellschaft und ihrer Tochterunternehmen sowie alle für die Gesellschaft und ihre Tochterunternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance unterrichtet. Sämtliche uns überlassenen und vorgestellten Unterlagen haben wir auf Plausibilität geprüft. Wir haben den Vorstand regelmäßig zu wichtigen Sachverhalten befragt. In Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat eingebunden. Hierzu gehören Maßnahmen und Geschäfte des Vorstands, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen. Dazu zählen insbesondere das Jahresinvestitionsprogramm, größere Akquisitionen, Desinvestitionen sowie definierte Kapital- und Finanzmaßnahmen. In den Ausschüssen und im Plenum setzten wir uns kritisch mit den Berichten und Beschlussvorlagen des Vorstands auseinander und brachten Anregungen ein. Darüber hinaus hat sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats fortlaufend über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage, wesentliche Geschäftsvorfälle und Entscheidungen des Vorstands, unter anderem anhand der Vorstandsprotokolle, in Kenntnis setzen lassen. Er stand in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand und insbesondere dem Vorsitzenden des Vorstands und hat mit ihm die Unternehmensstrategie, die Planung, die Geschäftsentwicklung, die Risikolage, das Risikomanagement und die Compliance regelmäßig beraten. Der Aufsichtsrat hat sich auf der Grundlage der Berichte des Vorstands sowie des vom Abschlussprüfer erstatteten Berichts von der Leistungsfähigkeit des gemäß § 91 Abs. 2 AktG eingerichteten Risikoüberwachungssystems überzeugt. Er hatte zu keiner Zeit Beanstandungen gegen die Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung.

Sitzungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2014 fanden vier Aufsichtsratssitzungen statt. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats haben an allen Aufsichtsratssitzungen teilgenommen. Die Mitglieder des Vorstands nahmen regelmäßig an den Sitzungen des Aufsichtsrats teil. Bei Bedarf tagte der Aufsichtsrat ohne den Vorstand. Dies ist regelmäßig zu Beginn der Sitzungen der Fall, wenn Tagesordnungspunkte behandelt werden, die den Vorstand selbst betreffen.

In unseren Sitzungen haben wir uns neben der aktuellen Geschäftsentwicklung, der Finanz- und der Risikolage, der Strategie, der Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen sowie der unternehmensinternen Richtlinien (Compliance) und wichtigen geschäftlichen Einzelvorgängen mit zustimmungspflichtigen Maßnahmen des Vorstands beschäftigt. Nach gründlicher Prüfung und Erörterung der vorgelegten Unterlagen und der jeweiligen Anträge des Vorstands hat der Aufsichtsrat alle erforderlichen Zustimmungen erteilt. Die Beschlüsse des Aufsichtsrats wurden im Berichtsjahr ausschließlich in Sitzungen gefasst.

Im Zentrum der Beratungs- und Überwachungstätigkeit des Aufsichtsrats standen auch 2014 die Entwicklungsperspektiven des Konzerns, der einzelnen Bereiche und der berichtspflichtigen Segmente. Regelmäßig haben wir mit dem Vorstand mögliche Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftslage sowie die Entwicklung einzelner Märkte erörtert und Fragen der Planbarkeit und Stabilität der weiteren Entwicklungen diskutiert.

In der Bilanz-Aufsichtsratssitzung am 14. März 2014 befassten wir uns unter anderem eingehend mit dem Jahresabschluss der Linde AG und dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2013, billigten diese und stimmten dem Gewinnverwendungsvorschlag zu. Wir erörterten Fragen der Nachfolgeplanung für den Vorstand und beschlossen auf Vorschlag des Ständigen Ausschusses die Zielerreichungen der variablen Barvergütung und die Gesamtbezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder für 2013. Nach Überprüfung des Vergütungssystems für den Vorstand durch einen unabhängigen externen Vergütungsberater passten wir dieses an die jüngsten Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex an. Unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Ständigen Ausschusses legten wir die Vergütung für den neuen Vorstandsvorsitzenden fest, genehmigten seine Mandate und Nebenämter und nahmen die turnusgemäße Überprüfung der Vergütung der Vorstandsmitglieder vor. Auf Empfehlung des Ständigen Ausschusses beschlossen wir Anpassungen der Vorstandsvergütung. Anhand eines vertikalen und horizontalen Vergleichs überprüften wir die Angemessenheit der Vorstandsvergütung und stellten diese fest. Entsprechend einer neuen Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex haben wir dabei für den vertikalen Vergleich die Vergleichsgruppen „Oberer Führungskreis“ und „Relevante Belegschaft“ definiert. Darüber hinaus gaben wir die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ab und verabschiedeten den Aufsichtsrats- und den Corporate Governance-Bericht 2013 sowie die Tagesordnung der Hauptversammlung einschließlich der Beschlussvorschläge. Mit Blick auf unsere aufgrund der Aufsichtsratswahl im Jahr 2013 veränderte Zusammensetzung bestätigten wir die 2011 verabschiedeten Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und stellten fest, dass dem Aufsichtsrat nach unserer Einschätzung ausschließlich Personen angehören, die über eine hinreichende Unabhängigkeit verfügen. Neben der regelmäßigen Berichterstattung über den Geschäftsverlauf und die Lage des Linde Konzerns legte uns der Vorstand die aktualisierte Planung für das Geschäftsjahr 2014 und die aktualisierte Mittelfristplanung vor. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen von der im Vorjahr vorgelegten Planung. Der Vorstand ging vertiefend auf ausgewählte Kennzahlen ein und informierte uns über die finanziellen und operativen Auswirkungen auf das Unternehmen.

Unmittelbar vor der Hauptversammlung am 20. Mai 2014 berichtete der Vorstand über den Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2014 und über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage des Linde Konzerns. Des Weiteren informierte uns der Vorstand über die erfolgreiche Platzierung eines Bond im Volumen von 300 Mio. EUR, der der weiteren Ausfinanzierung der leistungsorientierten Pensionspläne in Deutschland dient. Ferner stimmten wir der Übernahme eines Beiratsmandats durch ein Vorstandsmitglied zu. Außerdem diente die Sitzung der Vorbereitung des sich anschließenden Aktionärstreffens.

In unserer Sitzung am 29. September 2014 informierte der Vorstand detailliert über die wirtschaftliche Lage des Linde Konzerns und seiner Divisionen und gab einen Ausblick auf das Gesamtjahr 2014. Der neue Vorstandsvorsitzende stellte seine Sicht auf das Unternehmen nach 100 Tagen dar. Ferner standen der Status der Umsetzung der in den Vorjahren aufgezeigten Strategien, die strategische Weiterentwicklung und das Wettbewerbsumfeld des Unternehmens im Fokus der Sitzung. Neuere Entwicklungen zur Strategie und zur Wettbewerbsposition des Linde Konzerns und seiner Geschäftsfelder wurden intensiv erörtert. Diskutiert wurden insbesondere Fragen der strategischen Positionierung und Ausrichtung des Unternehmens und seiner Divisionen und hierzu erwogene bzw. initiierte Vorhaben und deren Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage. Der Vorstand erläuterte unter Berücksichtigung der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Chancen und Risiken im internationalen Wettbewerbsumfeld und in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung und Weiterentwicklung des Programms zur Prozessoptimierung und Produktivitätssteigerung. Wir haben uns auf Basis der mündlichen Berichte des Vorstands davon überzeugt, dass Strukturen und Prozesse fortlaufend überprüft und gestrafft werden, um die Wettbewerbsfähigkeit aller Bereiche des Unternehmens weiter zu verbessern und langfristig abzusichern. Des Weiteren wurden dem Aufsichtsrat interne gesellschaftsrechtliche Struktur- und Finanzierungsmaßnahmen als zustimmungspflichtige Geschäfte vorgelegt. Diesen wurde zugestimmt. Ferner beschlossen wir, die Bestellung von Thomas Blades zum Mitglied des Vorstands im Anschluss an dessen erste Amtszeit um fünf Jahre, das heißt bis zum 7. März 2020, zu verlängern, und diskutierten die Weiterentwicklung der Führungsorganisation sowie Vorstandsangelegenheiten.

In der letzten Sitzung des Jahres am 5. Dezember 2014 haben wir uns mit der aktuellen Geschäftsentwicklung und der Entwicklung des Unternehmens im Vergleich zu wesentlichen Wettbewerbern beschäftigt. Der Vorstand berichtete über die aktuelle Geschäfts- und Finanzlage nach Abschluss des dritten Quartals. Auf der Grundlage umfangreicher Unterlagen haben wir uns mit der Vorschau auf den Jahresabschluss 2014, dem Budget für das Geschäftsjahr 2015 und der mittelfristigen Unternehmensplanung für die Jahre 2016 bis 2018 einschließlich Finanz-, Investitions- und Personalplanung befasst. Diese haben wir jeweils im Detail erörtert. Die vom Vorstand getroffenen Annahmen wurden von uns, insbesondere auch im Hinblick auf die mit dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld verbundenen Risiken für das Unternehmen, intensiv hinterfragt. Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen hat uns der Vorstand unter Angabe von Gründen dargelegt. Außerdem erörterten wir ausführlich den Antrag des Vorstands auf Zustimmung zu dem Investitionsprogramm 2015 sowie den Antrag eines Vorstandsmitglieds zur Übernahme eines Aufsichtsratsmandats in einem anderen Unternehmen. Nach sorgfältiger Prüfung erteilten wir jeweils unsere Zustimmung. Des Weiteren gab der Vorstandsvorsitzende einen Sachstandsbericht zur Fortentwicklung der Führungsorganisation und der strategischen Überlegungen. Überdies erörterten wir Fragen im Zusammenhang mit der Nachfolgeplanung für den Vorstand und der Vorstandsvergütung. Wir beschlossen, den Vorstand zu erweitern und zwei international erfahrene Linde Manager in den Vorstand zu berufen. Jeweils mit Wirkung zum 1. Januar 2015 bestellten wir Dr.-Ing. Christian Bruch und Dipl.-Ing. Bernd Eulitz für die Dauer von drei Jahren, das heißt bis zum 31. Dezember 2017, zu Mitgliedern des Vorstands und legten deren Vergütung fest. Sie folgen auf Prof. Dr.-Ing. Aldo Belloni. Beide haben im Linde Konzern über zehn Jahre verschiedene Managementpositionen im In- und Ausland bekleidet. Somit gehören dem Vorstand mit Wirkung zum 1. Januar 2015 sechs Mitglieder an.

Ausschüsse und deren Sitzungen

Der Aufsichtsrat hat unverändert vier Ausschüsse: Den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG, den Ständigen Ausschuss, den Prüfungsausschuss und den Nominierungsausschuss. Der Aufsichtsratsvorsitzende führt mit Ausnahme des Prüfungsausschusses in allen Ausschüssen den Vorsitz. Die gegenwärtige Zusammensetzung der Ausschüsse finden Sie im Kapitel Ausschüsse des Aufsichtsrats. Informationen zu den Aufgaben der Ausschüsse sind im Bericht zur Corporate Governance enthalten.

Der Ständige Ausschuss des Aufsichtsrats trat im Berichtsjahr zu drei Sitzungen zusammen. Zusätzlich wurde ein Beschluss im schriftlichen Verfahren herbeigeführt. Der Vorsitzende des Ständigen Ausschusses stand zur Abstimmung besonderer Themen auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Ausschussmitgliedern. Der Ständige Ausschuss beauftragte einen unabhängigen externen Vergütungsberater, das Vergütungssystem des Vorstands zu überprüfen, und bereitete Entscheidungen des Aufsichtsrats zur Vergütung des Vorstands vor. Ferner bereitete der Ständige Ausschuss die Bestellung der beiden neuen Vorstandsmitglieder Dr.-Ing. Christian Bruch und Bernd Eulitz vor. Der Ständige Ausschuss hat bei seiner Empfehlung für die Bestellung auf die vom Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlenen Kriterien sowie die Vorgaben der Geschäftsordnung und des Aktiengesetzes geachtet, insbesondere auf breite industrielle und technologische Expertise, internationale Erfahrung und Führungsqualitäten. Weiterhin hat der Ständige Ausschuss Anpassungen der Fassung der Satzung beschlossen, die aufgrund der Ausgabe von Aktien zur Bedienung von Aktienoptionen erforderlich geworden waren, und erteilte seine Einwilligung zur Übernahme von Mandaten und Nebentätigkeiten der Vorstandsmitglieder bei anderen Unternehmen, Einrichtungen und Institutionen. In einer kurzfristig in Form einer Telefonkonferenz abgehaltenen außerordentlichen Sitzung informierte der Vorstand über eine kapitalmarktrechtliche Ad-hoc-Meldung bezüglich außerplanmäßiger Abschreibungen und Anpassung der Wachstumsziele im Zusammenhang mit der Berichterstattung des Unternehmens zum dritten Quartal.

Der Prüfungsausschuss hat im Berichtsjahr viermal in Gegenwart des Abschlussprüfers sowie des Vorsitzenden des Vorstands und des Finanzvorstands getagt. Er hat den Jahresabschluss der Linde AG und den Konzernabschluss, die Lageberichte, den Gewinnverwendungsvorschlag und die Prüfungsberichte einschließlich des Berichts zum Prüfungsschwerpunkt sowie den mündlichen Bericht des Abschlussprüfers über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung intensiv beraten und geprüft. Der Prüfungsausschuss sah im Rahmen seiner Prüfungen keinen Anlass für Beanstandungen. Wesentliche Schwächen des Internen Kontrollsystems, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, und des Risikofrüherkennungssystems wurden vom Abschlussprüfer nicht festgestellt. Außerdem erörterte der Prüfungsausschuss die Zwischenberichte und den Halbjahresfinanzbericht vor deren Veröffentlichung auf Basis der Berichterstattung des Vorstands bzw. des Abschlussprüfers. Im Rahmen der Q3-Berichterstattung umfasste dies auch die Ad-hoc-Berichterstattung. Darüber hinaus beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit der Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats zur Bestellung des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Festlegung des Prüfungsschwerpunktes und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer. Er überwachte die Unabhängigkeit, Qualifikation, Rotation und Effizienz des Abschlussprüfers sowie die von diesem zusätzlich zu den Abschlussprüfungsleistungen erbrachten Leistungen. Überdies hat der Prüfungsausschuss in Übereinstimmung mit internen Regelungen mit dem Abschlussprüfer eine Vereinbarung über die Erbringung von Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit der Abschlussprüfung stehen, getroffen und ließ sich durch den Abschlussprüfer zu jeder Sitzung über die Höhe der in diesem Zusammenhang angefallenen Honorare informieren. Weiterhin ließ sich der Prüfungsausschuss regelmäßig über die Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems und der Compliance-Strukturen, über Compliance-Themen, etwaige rechtliche und regulatorische Risiken sowie die Risikolage, -erfassung und -überwachung im Unternehmen unterrichten. Der Prüfungsausschuss befasste sich anhand einer Präsentation des Vorstands mit der Weiterentwicklung der Kontrollsysteme im Linde Konzern. Er erhielt einen Bericht bezüglich Ausstattung, Aufgaben und Verantwortlichkeiten sowie Prüfungstätigkeit der Internen Revision und über den Prüfungsplan 2014. Der Prüfungsausschuss hat sich über die Effizienz des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des Internen Revisionssystems unterrichten lassen, sie eingehend erörtert und sich von der Wirksamkeit der Systeme überzeugt. Ferner informierte der Vorstand den Prüfungsausschuss regelmäßig über den Status verschiedener Aktivitäten zur externen und internen Finanzierung sowie zur Liquiditätssicherung des Unternehmens. Der Prüfungsausschuss ließ sich vom Vorstand über aktuelle Themen wie die Linde-Aktivitäten in Russland, den Prozess zur verbindlichen Risikoanalyse und Steuerthemen berichten. Bei ausgewählten Punkten der Tagesordnung nahmen auch die Leiter der zuständigen Fachabteilungen an den Sitzungen des Prüfungsausschusses teil, erstatteten Bericht und beantworteten Fragen. Darüber hinaus führte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses zwischen den Sitzungsterminen Gespräche zu wichtigen Einzelthemen, insbesondere mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden, dem Vorstandsvorsitzenden, dem Finanzvorstand und dem Abschlussprüfer. Über die wesentlichen Ergebnisse dieser Gespräche wurde dem Prüfungsausschuss und, soweit erforderlich, dem Aufsichtsrat regelmäßig Bericht erstattet.

Der Nominierungsausschuss und der Vermittlungsausschuss mussten nicht einberufen werden.

An den Ausschusssitzungen haben jeweils alle Mitglieder der Ausschüsse teilgenommen. An der Telefonkonferenz des Ständigen Ausschusses zur Ad-hoc-Berichterstattung konnten zwei Ausschussmitglieder angesichts der kurzfristigen Anberaumung nicht teilnehmen.

Die Ausschussvorsitzenden haben das Plenum jeweils zeitnah und umfassend über die Inhalte und Ergebnisse der Ausschusssitzungen informiert.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung

Die Weiterentwicklung und die Umsetzung der Vorschriften des Deutschen Corporate Governance Kodex beobachten wir fortlaufend. Vorstand und Aufsichtsrat haben im März 2015 eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht. Weitere Informationen zur Corporate Governance bei Linde finden Sie im Corporate Governance-Bericht.

Jahres- und Konzernabschluss

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, (KPMG) hat den nach HGB-Grundsätzen aufgestellten Jahresabschluss der Linde AG sowie den nach IFRS-Grundsätzen, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellten Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 einschließlich des für die Linde AG und den Konzern zusammengefassten Lageberichts nach den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung und unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) geprüft. Der Abschlussprüfer hat bestätigt, dass der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht den in § 315a Abs. 1 HGB genannten Vorgaben entsprechen; er hat für beide Abschlüsse einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Die KPMG hat auftragsgemäß die prüferische Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts und der Zwischenberichte im Geschäftsjahr 2014 durchgeführt. Diese hat zu keinem Zeitpunkt zu Beanstandungen geführt. Die KPMG bestätigte ferner, dass das Risikofrüherkennungssystem den gesetzlichen Vorschriften entspricht; bestandsgefährdende Risiken waren nicht erkennbar. Prüfungsschwerpunkt im Geschäftsjahr 2014 war die „Prüfung der rechnungslegungsbezogenen Post Merger-Integration von Akquisitionen in das Interne Kontrollsystem der Linde AG am Beispiel Lincare USA“. Wesentliche Schwächen des Internen Kontrollsystems, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, und des Risikofrüherkennungssystems wurden vom Abschlussprüfer nicht festgestellt. Auch im Berichtsjahr hat der Abschlussprüfer gegenüber dem Prüfungsausschuss seine Unabhängigkeit erklärt.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugestellt. Sie waren Gegenstand intensiver Beratungen im Prüfungsausschuss am 12. März 2015 sowie in der Bilanz-Aufsichtsratssitzung am 13. März 2015. An den Erörterungen sowohl im Prüfungsausschuss als auch im Plenum nahm der Abschlussprüfer teil. Er berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und stand für ergänzende Auskünfte sowie die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Auch der Prüfungsausschuss berichtete über das Ergebnis seiner Prüfung an den Aufsichtsrat. Wir haben sämtliche Vorlagen und Prüfungsberichte geprüft und eingehend diskutiert. Nach dem Ergebnis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung der von Vorstand und Abschlussprüfer vorgelegten Unterlagen erheben wir keine Einwendungen und schließen uns dem Ergebnis der Abschlussprüfung durch die KPMG an. Wir billigen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Linde AG und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014; der Jahresabschluss der Linde AG ist damit festgestellt. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands stimmen wir zu.

Veränderungen in der Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand

Im Aufsichtsrat gab es im Berichtsjahr keine Veränderungen. Eine Übersicht über die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden Sie auf den im Kapitel Aufsichtsrat.

Im Vorstand hat Dr. Wolfgang Büchele zum 1. Mai 2014 seine Tätigkeit aufgenommen. Zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 20. Mai 2014 hat er die Nachfolge im Vorstandsvorsitz von Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle angetreten. Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle ist nach zwölfjähriger Zugehörigkeit zum Vorstand, davon über elf Jahre als Vorstandsvorsitzender, aufgrund Erreichens der Altersgrenze aus dem Vorstand ausgeschieden. Zum 31. Dezember 2014 ist auch Prof. Dr.-Ing. Aldo Belloni, im Vorstand zuständig für die Engineering Division sowie für das Segment EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) und das On-site-Geschäft der Gases Division, aufgrund Erreichens der Altersgrenze aus dem Vorstand ausgeschieden. Prof. Dr.-Ing. Aldo Belloni gehörte dem Vorstand fünfzehn Jahre an. Zum 1. Januar 2015 haben wir zwei international erfahrene Manager von Linde in den Vorstand der Linde AG bestellt. Dr.-Ing. Christian Bruch, zuletzt Mitglied der Geschäftsleitung der Engineering Division, verantwortet nunmehr im Vorstand die Engineering Division. Bernd Eulitz, zuletzt im Linde Konzern für die Gaseregion Südostasien zuständig, zeichnet im Vorstand für das Gasesegment EMEA verantwortlich.

München, den 13. März 2015

Für den Aufsichtsrat

Dr. Manfred Schneider (Unterschrift)

Dr. Manfred Schneider
[Vorsitzender des Aufsichtsrats der Linde AG]