Weitere Angaben zur Corporate Governance

Hauptversammlung

Die Aktionäre nehmen im Rahmen der satzungsmäßig vorgesehenen Möglichkeiten ihre Rechte vor oder während der Hauptversammlung wahr und üben dabei ihr Stimmrecht aus. Jede Aktie gewährt eine Stimme.

Die jährliche ordentliche Hauptversammlung findet innerhalb der ersten sechs Monate eines jeden Geschäftsjahres statt. Die Einberufung der Hauptversammlung sowie die vom Gesetz für die Hauptversammlung verlangten Berichte und Unterlagen einschließlich des Finanzberichts werden zusammen mit der Tagesordnung und der Erläuterung der Teilnahmebedingungen, der Rechte der Aktionäre, den Formularen für die Briefwahl sowie etwaigen Gegenanträgen und Wahlvorschlägen von Aktionären auch auf der Website der Gesellschaft in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht und sind für die Aktionäre dort leicht zugänglich; die Einberufung der Hauptversammlung mitsamt den Einberufungsunterlagen kann Aktionären mit deren Zustimmung auch elektronisch übermittelt werden.

Aktionäre, die an der Hauptversammlung nicht teilnehmen können oder die Hauptversammlung vor Eintritt in die Abstimmung verlassen, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben zu lassen. Weisungen zur Stimmrechtsausübung an diesen Stimmrechtsvertreter können auch über elektronische Medien erteilt werden. Außerdem wird den Aktionären angeboten, ihre Stimmen – ohne Bevollmächtigung eines Vertreters – schriftlich oder im Wege elektronischer Kommunikation (Briefwahl) abzugeben.

Der Vorstand der Linde AG legt der Hauptversammlung den Jahres- und den Konzernabschluss mit dem zusammengefassten Lagebericht vor. Die Hauptversammlung entscheidet über die Gewinnverwendung und die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, wählt in der Regel die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat und bestellt den Abschlussprüfer. Außerdem beschließt die Hauptversammlung über Satzungsänderungen, Kapitalmaßnahmen sowie über die Ermächtigung zum Aktienrückkauf. Sie hat die Möglichkeit, über die Billigung des Systems der Vergütung der Vorstandsmitglieder zu beschließen. Nach Beendigung der Hauptversammlung werden die Abstimmungsergebnisse zu den einzelnen Punkten der Tagesordnung unverzüglich auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht.

Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

Die Gesellschaft hat für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sogenannte D & O-Versicherung) abgeschlossen. Der Selbstbehalt beträgt für Mitglieder des Vorstands entsprechend den gesetzlichen Regelungen 10 Prozent des Schadens bis zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung des Vorstandsmitglieds; für die Mitglieder des Aufsichtsrats ist nach der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex ein entsprechender Selbstbehalt vereinbart worden.

Directors’ Dealings

Die gemäß § 15a WpHG meldepflichtigen Transaktionen der dort genannten Personen, insbesondere der Organmitglieder und der mit diesen in enger Beziehung stehenden Personen, mit Aktien der Gesellschaft oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten veröffentlicht die Linde AG unverzüglich entsprechend den gesetzlichen Vorschriften. Die der Linde AG im abgelaufenen Geschäftsjahr gemeldeten Geschäfte sind auf der Website der Gesellschaft abrufbar.

Aktienbesitz

Der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder an Aktien der Linde AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten betrug im Berichtszeitraum weniger als 1 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Am 31. Dezember 2014 hielten die Mitglieder des Vorstands insgesamt 293.000 Aktien und Optionsrechte auf Aktien der Linde AG (0,158 Prozent der ausgegebenen Stückaktien), die Mitglieder des Aufsichtsrats hielten insgesamt 7.000 Aktien und Optionsrechte auf Aktien der Linde AG (0,004 Prozent der ausgegebenen Stückaktien).

Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Der sogenannte Vergütungsbericht, der auch Angaben zur aktienbasierten Vergütung enthält, ist im Kapitel Vergütungsbericht dieses Finanzberichts eingestellt.

2013 wurde die Vergütung des Aufsichtsrats auf eine reine Festvergütung umgestellt, verbunden mit einer Selbstverpflichtung der Aufsichtsratsmitglieder, für 25 Prozent des Vergütungsbetrags Aktien der Gesellschaft zu erwerben und diese für die Dauer ihrer Mitgliedschaft im Aufsichtsrat zu halten. Für Aufsichtsratsmitglieder, die ihre Vergütung ganz oder teilweise abführen, gelten Sonderregeln. Im März 2014 sind die Aufsichtsratsmitglieder ihrer Selbstverpflichtung erstmalig nachgekommen. Die Aufsichtsratsmitglieder haben Linde Aktien über die Börse gekauft und die Aktienkäufe nach Wertpapierhandelsgesetz gemeldet.

Kommunikation und Stakeholderbeziehungen

Die Linde AG erfüllt den gesetzlichen Gleichbehandlungsgrundsatz gegenüber allen Aktionären. Transparenz und der Anspruch, die Aktionäre und die Öffentlichkeit zeitnah, umfassend und gleichmäßig zu informieren, haben für unsere Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Linde nutzt dabei zur Berichterstattung intensiv auch das Internet. Dort werden umfangreiche Daten und Fakten des Unternehmens zur Verfügung gestellt. Interessierte können auf der Internetseite einen elektronischen Newsletter abonnieren und sich in den sozialen Medien über aktuelle Entwicklungen des Konzerns informieren.

Über wesentliche Termine und Veröffentlichungen werden unsere Aktionäre und die Öffentlichkeit regelmäßig mit einem Finanzkalender unterrichtet, der im Finanzbericht, in den Zwischenberichten und im Halbjahresfinanzbericht sowie auf der Website der Linde AG im Internet veröffentlicht ist. Ad-hoc- und Pressemeldungen sowie meldepflichtige Wertpapiergeschäfte (Directors’ Dealings) veröffentlicht die Linde AG in den gesetzlich vorgegebenen Medien und auf ihrer Website. Dort ist auch die Satzung hinterlegt. Linde berichtet seinen Aktionären viermal im Geschäftsjahr über die Geschäftsentwicklung und über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens, über die Prognose sowie die Chancen und Risiken. Zur Information des Kapitalmarktes und der Öffentlichkeit führt Linde vierteljährlich, jeweils zu den Veröffentlichungsterminen der Quartals-, Halbjahres- bzw. Jahresergebnisse, Analysten- und Pressekonferenzen, ggf. in Form von Telefonkonferenzen, durch. Regelmäßige Veranstaltungen des Vorstandsvorsitzenden und des Finanzvorstands mit institutionellen Anlegern und Finanzanalysten sichern darüber hinaus den kontinuierlichen Informationsaustausch mit den Finanzmärkten. Regelmäßig veranstaltet Linde auch Kapitalmarkttage: Im Rahmen von Präsentationen und Workshops informieren Vorstandsmitglieder sowie interne Experten institutionelle Investoren und Finanzanalysten über aktuelle Entwicklungen in strategisch wichtigen Märkten und Geschäftsfeldern. Auf der Website sind Termine und Orte von Roadshows, Anlegerkonferenzen und Kapitalmarkttagen veröffentlicht. Die Präsentationen zu diesen Veranstaltungen sind dort ebenfalls hinterlegt und einsehbar. Auf der Website werden auch Video- oder Audioaufzeichnungen der wesentlichen Veranstaltungen angeboten.

Linde berücksichtigt neben den Interessen der Aktionäre die Anliegen weiterer dem Unternehmen verbundener Gruppen, der sogenannten Stakeholder, die ebenso zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Soweit es möglich ist, werden alle Stakeholder in die Unternehmenskommunikation einbezogen. Zu ihren Stakeholdern zählt Linde unter anderem alle Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten, Verbände und staatliche Institutionen.

Rechnungslegung, Abschlussprüfung und Risikomanagement

Die Linde AG stellt ihren Konzernabschluss, den Konzernhalbjahresfinanzbericht sowie die Konzernzwischenberichte nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Die Aufstellung des gesetzlich vorgeschriebenen und für die Dividendenzahlung maßgeblichen Jahresabschlusses der Linde AG erfolgt nach deutschem Handelsrecht (HGB). Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss werden vom Vorstand aufgestellt und vom Abschlussprüfer sowie vom Aufsichtsrat geprüft. Gemäß der gesetzlichen Verpflichtung versichern die Mitglieder des Vorstands, dass nach bestem Wissen der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermitteln sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns bzw. der Gesellschaft beschreiben. Die Prüfungen des Abschlussprüfers erfolgen nach deutschen Prüfungsvorschriften und unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgelegten Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung; ergänzend werden im Rahmen der Konzernabschlussprüfung die International Standards on Auditing beachtet. Die Prüfungen umfassen auch das Risikofrüherkennungssystem. Die Zwischen- und die Halbjahresfinanzberichte werden vor der Veröffentlichung im Prüfungsausschuss mit dem Vorstand erörtert.

Der Aufsichtsrat hat im Mai 2014 den von der Hauptversammlung bestellten Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, mit der Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses sowie der prüferischen Durchsicht der Zwischenberichte und des Halbjahresfinanzberichts für das Geschäftsjahr 2014 beauftragt. Verantwortlicher Abschlussprüfer (Global Lead Partner) der KPMG ist seit dem Jahres- und Konzernabschluss 2012 Herr Christoph Schenk. Der Abschlussprüfer hat dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats eine umfangreiche Unabhängigkeitserklärung vorgelegt. Es bestanden keine Interessenkonflikte. Mit dem Prüfer wurde vereinbart, dass die Vorsitzenden des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe umgehend unterrichtet werden, sofern diese nicht unverzüglich beseitigt werden. Der Abschlussprüfer wurde verpflichtet, über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung ergeben, unverzüglich zu berichten. Ferner hat sich der Abschlussprüfer verpflichtet, den Aufsichtsrat zu informieren, wenn er seinerseits bei der Prüfung Tatsachen feststellt, die eine Unrichtigkeit der Entsprechenserklärung der Gesellschaft zum Kodex ergeben.

Linde verfügt über ein Berichts-, Überwachungs- und Risikomanagementsystem, das der Vorstand kontinuierlich weiterentwickelt und an die sich verändernden Rahmenbedingungen anpasst. Die Interne Revision überprüft in regelmäßigen Zeitabständen die Funktionsfähigkeit und die Effizienz des Risikomanagementsystems und des Internen Kontrollsystems. Darüber hinaus beurteilt der Abschlussprüfer die Funktionsfähigkeit des Risikofrüherkennungssystems und berichtet regelmäßig auf globaler Ebene über das Ergebnis seiner Prüfung an Vorstand und Aufsichtsrat. Im Übrigen unterstützt der Prüfungsausschuss den Aufsichtsrat bei der Überwachung der Geschäftsführung und befasst sich in diesem Zusammenhang auch mit Fragen des Risikomanagements. Er erhält regelmäßig Berichte vom Vorstand über das Risikomanagement, die Risikolage, die Risikoerfassung und die Risikoüberwachung. Über bestehende Risiken und deren Entwicklung wird er regelmäßig unterrichtet. Ferner hat der Prüfungsausschuss mit dem Abschlussprüfer vereinbart, dass dieser ihm, soweit notwendig, über wesentliche Schwächen des Internen Kontrollsystems, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, und des Risikofrüherkennungssystems berichtet. Einzelheiten zum Risikomanagement im Linde Konzern finden Sie im Chancen- und Risikobericht. Hierin ist der Bericht zum rechnungslegungsbezogenen Internen Kontrollsystem enthalten.